Noch EIN Jahr //life

Jedes Jahr in der letzten Schulwoche vor den Osterferien werde ich ein bisschen sentimental. Es ist die letzte Schulwoche der 12er, nach den Ferien kommen sie nur noch für die Abiturprüfungen zur Schule. Schon in der 5. Klasse fand ich diese Woche, die Mottowoche, spannend und traurig zugleich und den letzten Schultag der 12er bzw 13er auch. Zwar kannte ich in der 5 eigentlich niemanden aus der Oberstufe, aber dennoch hatte diese Woche immer etwas emotionales für mich. Die Abituriennten haben diesen besonderen Gesichtsausdruck, diese unbeschreibliche Mischung aus purem Glück und Trauer. Am letztem Schultag fließen Tränen und an meinem Gymnasium ist es so, dass die Abituriennten auf einer Art Balkon über dem Eingang stehen, alle in ihren Abisweatshirts gekleidet, und zu Musik den jüngeren Schülern zuwinken. Man kommt bestimmt eine halbe Stunde nicht ins Gebäude, sondern steht einfach da und schaut auf diesen Balkon.

Letztes Jahr, also in der 10, stand ich schon fast mit Tränen in den Augen dort und musste den ganzen Tag darüber nachdenken. Darüber, dass es nur noch zwei Jahre dauert, bis ich mit meiner Stufe dort oben stehen werde. Dieses Jahr ist es nur noch ein Jahr. Jedes Mal, wenn ich mir dies erneut vor Augen führe, füllen sich diese mit Tränen. Einerseits will ich endlich mein Abitur machen, ich freue mich wahnsinnig auf die Mottowoche, die Zeugnisverleihung und natürlich den Abiball. Aber gleichzeitig will ich auch einfach nicht, dass es schon vorbei ist. Ich gehöre zu diesen Menschen, die eigentlich gerne in die Schule gehen. Klar, das frühe Aufstehen und die Klausuren ist nicht so cool und manchmal wünsche ich mir auch, der Stundenplan würde nur aus meinen Lieblingsfächern bestehen und der Unterricht würde immer schon Mittags enden, aber im Großen und Ganzen gehe ich gerne zur Schule. So gut wie alle meine Freunde gehen mit mir hin, ich sehe sie jeden Tag und bin jeden Tag ein Teil ihres Lebens. Es ist lustig in der Schule, ja, manchmal ist es lustig. Wer in der Schule noch nie aus vollem Herzen gelacht hat, der hat irgendwas falsch gemacht. Egal, ob man nun mit seinen Freunden in der Pause, im Kursverband oder einfach nur so lacht, jedem ist es schon passiert. Man wächst über die Zeit irgendwie mit den Leuten zusammen. Erst nur mit der eigenen Klasse, später in der Oberstufe dann mit der ganzen Stufe. Es enstehen neue und echte Freundschaften, man lernt viel über sich selber und macht Erfahrungen, die man ohne die Schule nie gemacht hätte. Gute wie schlechte, aber alle formen uns gleichermaßen zu dem Menschen, der wir sind. Ich könnte ewig darüber schreiben, wieso ich nun einmal gerne zur Schule gehe und genau deswegen habe ich auch ein bisschen Angst vor dem Abitur. Nicht vor den Prüfungen, die sollten notentechnisch kein Problem für mich sein. Nein, ich habe Angst davor, dass es nie wieder so sein wir, wie es jetzt ist. Und die Tatsache, dass es so ist, denn es wird nie wieder so sein wie während der Schulzeit, ängstigt mich noch mehr. Ich kann es nicht ertragen, die Leute, die ich jetzt jeden Tag sehe (nicht nur Freunde, einfach so Schulkameraden) dann vielleicht nie mehr wiederzusehen. Ich freue mich wirklich auf alles, was danach kommt, aber irgendwie will ich auch nicht, dass es vorbei ist und dass das neue anbricht. Das nämlich bedeutet auch das Ende eines Stücks meiner Jugend. Nicht, dass sich meine Jugend allein über Schule definiert, aber wir alle kennen doch diese amerikanischen High School Filme und auch wenn sie eigentlich schrecklich unrealistisch sind, steckt in ihnen doch auch ein Funken Wahrheit. Und dann gibt es da noch diesen Film, „Endless Love“ mit Alex Pettyfer und Gabriella Wilde, der für mich ein sehr gutes Abbild von Jugend und auch von erster Liebe schafft. Ich liebe das Lebensgefühl in diesem Film, die Leichtigkeit und Freiheit. Der Film spielt kurz nach dem Schulabschluss der Protagonisten, doch das ist egal, denn für mich spiegelt dieser Film das Lebensgefühl der gesamten Jugend, also auch während der Schulzeit, wider. Nun habe ich aber Angst, dass dieses Gefühl vorbei ist, sobald ich anfange zu studieren. Klar, das wird eine neue Zeit, die ich vermutlich genauso lieben werde, aber ich habe einfach so mein Problem damit, mich von etwas zu lösen. Was jedoch gut tut, ist zu wissen, dass es den meisten anderen Schülern auch so geht. Tatsächlich ist es doch so, dass wir alle eigentlich doch ganz gerne zur Schule gehen. Natürlich gibt es Dinge, die wir lieber machen, aber eigentlich haben wir doch alle unseren Spaß dort und ist es denn so verwerflich, es traurig zu finden nur noch ein Jahr Schülerin zu sein? Ich denke nicht.

Geht es euch da ähnlich wie mir oder seid ihr einfach nur froh, wenn ihr aus der Schule heraus seid?

xoxo Lila

2 Kommentare zu „Noch EIN Jahr //life

  1. Für mich endet in ein paar Monaten, bzw. in 3 Monaten meine obligatorische Schulzeit. Bis jetzt konnte ich den Gedanken gut verdrängen, aber es werden noch emotionale Momenten folgen.
    Und manchmal habe ich auch Angst davor, dass es nie mehr so gut wird, wie es jetzt ist. Ich liebe meine Klasse und auch die meisten Lehrer sind ganz okay. As wird einfach anders. Aber man muss dem „anders“ auch eine Chance geben – anders heisst nicht schlechter oder besser. Einfach anders 🙂
    Ich kann dir aber nachfühlen… Fast alles Gute muss irgendwann enden. Darum müssen wir es jetzt noch geniessen und dann gespannt weitergehen. 😀
    Wünsche dir einen schönen Abend,
    nanacara

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