Von Vintage-Stücken und persönlichen Erinnerungen //life

Seit Tagen, eigentlich seit Wochen, liegen mir meine Eltern in den Ohren. Ich solle doch bitte endlich meinen Kleiderschrank aufräumen. Mit Kleiderschrank meinen sie einen kleinen Raum innerhalb meines Zimmers, in dem sich etwas von der Heizung, meine ramponierte Kleiderstange und jede Menge Klumpatsch, den ich schon längst nicht mehr brauche. Ich schiebe es immer weiter auf, bestelle endlich eine neue Kleiderstange samt Kleiderbügel. Doch dadruch steigt meine Motitvation nur geringfügig an. Sooft habe ich diesen „Schrank“ schon halbherzig aufgeräumt in der Hoffnung, ihn endlich ordentlich halten zu  können. Und nie hat es geklappt. Eigentlich bin ich ein ordentlicher Mensch. Eiegentlich. Dann, an einem Dienstag, kann ich mich endlich dazu zwingen.

Gelangweilt beginne ich, meine Klamotten herauszuräumen. Oh Gott, ist das viel. Papiertüten. Die habe ich mal gesammelt. Warum? Keine Ahnung. War irgendwie cool. Am liebsten natürlich Hollister Tüten. Damals war das noch was besonderes. Die Tüten mit den halbnackten Männern. Tatsächliche finde ich doch auch meine erste Tüte wieder. Die mit dem Mann mit dem Hemd. Als ich die bekam, kaufte ich mir eine dunkelblaue Sweatshirtjacke. Die hängt immer noch in meinem Schrank. Also gerade nicht, denn meine Klamotten liegen ja auf meinem Bett. Vorsichtig lege ich die Tüte beiseite, die anderen packe ich in einen Müllsack. Es geht weiter. Ich krame mich durch meine alten Sachen, bleibe an einer Kiste mit Kleidung hängen, die ich eigentlich schon längst aussortiert habe. Da ist es wieder. Das Top, das ich schon hundertmal anprobiert habe, das mir aber nie gepasst hat. Das schwarze Blümchentop. Ein letztes Mal. Ich streife es über und trete vor den Spiegel. Es passt. Nach fast drei Jahren passt es. Ich fahre mit den Fingern über den weichen Stoff. Sofort fallen mir mehrere Outfitmöglichkeiten ein. Wege, das Top auch im Herbst und Winter noch tragen zu können. Ich mache weiter. Arbeite 7 Stunden an meinem Schrank bis er sich von einer Rumpelkammer in einen begehbaren Kleiderschrank verwandelt hat. Und ich all den Klumpatsch, den ich viel zu lange aufbewahrt habe, endlich losgworden bin. Ein bisschen minimalistischer. Aber darum soll es gar nicht gehen. Viel mehr geht es um das, was ich währenddessen gefunden habe und auch behalten werde. Vintage-Stücke und persönliche Erinnerungen. Da sind die Muscheln aus meinem ersten Mallorca-Urlaub, der viel zu lange her ist. Eine alte Kamera, die einst meinem Urgroßvater gehörte. Mein alter Kassettenrekorder mit der einzigen Kassette, die ich noch habe. Bibi Blocksberg, kann Papi hexen? Die selbstgebastelte rote Krone mit dem Drachen darauf, die ich zu meinem sechsten Geburtstag bekommen habe. Sogar alte Zeitschriften mit One Direction Postern, die ich jetzt besser finde als jemals zuvor. Und das Halstuch meiner Mutter, das ich jetzt als Bandana trage.
7 Stunden haben sich gelohnt. 7 Stunden Reise durch Erinnerungen, bei denen ich echte Schätze gefunden habe. 7 Stunden, die mich genug inspiriert haben, um einen ganzen Blogbeitrag darüber zu schreiben. Ein Hoch aufs Ausmisten!

Habt ihr auch schonmal echte Schätze beim Ausmisten gefunden?

xoxo Lila

8 Kommentare zu „Von Vintage-Stücken und persönlichen Erinnerungen //life

  1. Ich habe schon immer den Drang gehabt, über alles die Übersicht haben zu wollen. Dazu habe ich nicht nur regelmäßig mein Kinderzimmer entrümpelt, sondern habe auch alles inspiziert, was sonst noch in unserem Haus aufzufinden war. Besonders, als ich anfing, alte Dinge bei Ebay zu verkaufen und damit Geld zu machen, war ich angefixt, auch in den hintersten Ecken nach verborgenen Schätzen zu suchen. Das außergewöhnlichste, was ich dabei einmal fand, befand sich auf dem Dachboden in einer alten Kommode: Jede der drei großen Schubladen waren voll mit DDR-Flaggen: Große und kleine Polyester-Stoffstücken, alle feinsäuberlich zusammengelegt. Als ich sie meinen Eltern zeigte, waren sie völlig verwundert, wo ich das her hätte 😀
    Liebe Grüße, Alex

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  2. Wie witzig, ich habe auch mal Tüten gesammelt – und das vollkommen vergessen. Bei einem Umzug sind sie mir dann alle in die Hand gefallen und das war dann tatsächlich eine Reise in die Vergangenheit; da war ich plötzlich wieder in New York, bei meiner Oma in Göttingen, in Läden, die lange nicht mehr existieren… wenn ich jetzt so drüber nachdenke, ist es eigentlich schade, dass ich das Tüten-Sammlen lange aufgegeben habe 🙂
    Liebe Grüße,
    Myriam

    Gefällt 1 Person

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