POSITIVTIY: ein kleiner HYGGE-GUIDE

Wart ihr schon einmal in Skandinavien? In Schweden, Dänemark, Finnland, Norwegen oder Island? Ich war vor zehn Jahren das letzte Mal dort. In Schweden. Ich liebe Schweden, die schwedische Art, die Landschaft, die Inneneinrichtung, das Essen, eigentlich alles. Aber auch die anderen skandinavischen Ländern fasznieren mich, besonders Norwegen und Dänemark. Letzteres werde ich dieses Jahr besuchen und ich freue mich schon sehr darauf. Gebucht haben wir ein kleines Häusschen am Rande eines Waldes in der Nähe von Kopenhagen. Auch das Meer und ein See sind nicht weit entfernt. Gerade in Blogger-Kreisen ist Dänemark momentan ziemlich angesagt. Das mag zum einen an der wunderschönen Landschaft und dem hübschen Kopenhagen liegen, aber auch an einem Trend, der quasi unaufhaltsam aus dem Norden zu uns herüber schwabbt. Die Rede ist von „Hygge“. Was das ist, worum es geht und was ich davon halte, lest ihr in diesem Beitrag. Viel Spaß!

Was ist Hygge?

Studien zufolge sind die Dänen die glücklichsten Menschen der Welt. Aber warum? Was machen die Dänen richtig, was alle anderen falsch machen? Und kann man das lernen? Ich bin der Meinung, dass man das durchaus kann und dafür nicht einmal dänisch sein muss. Der Schlüssel der Dänen zum Glück liegt, davon geht man jedenfalls aus, in Hygge. Hygge, das man nicht wirklich übersetzen kann, aber dem deutschen Wort „Gemütlichkeit“ schon ganz nahe kommt, ist ein dänisches Lebensgefühl, das einfach, aber effektiv ist. Man spricht immer dann von Hygge, wenn es gerade gemütlich ist, Kerzen brennen und man in eine Decke eingekuschelt sein Lieblingsbuch liest. Aber auch, wenn man im Sommer mit seinen Freunden oder seiner Familie bei einem Lagerfeuer sitzt, Stockbrot isst und über die Liebe und das Leben philosophiert. Für mich beschreibt Hygge eine Art und Weise, wie man das Leben sehen kann und dazu stehen kann. Man sieht die kleinen Dinge und liebt sie. Man erfreut sich an so einfachen Sachen wie Kerzenlicht, einem guten Buch oder einer netten Unterhaltung. Ich habe ja schon oft geschrieben, dass für mich der Schlüssel zum Glück auch darin liegt, sich an den kleinen Dingen im Leben erfreuen zu können und da Hygge genau das auch irgendwie aussagt, habe ich diesen Trend wirklich lieben gelernt.

Wie Hygge entsteht

Dafür gibt es kein Rezept, jedenfalls nicht wirklich. Es ist mehr so eine spontane Geschichte und auch der Ort ist zweitrangig. Meistens erlebt man Hygge jedoch zu Hause. Was ja irgendwie bedeutet, dass man gar nicht weit weg muss, um glücklich zu sein und das Glück vielleicht immer zum greifen nah ist. Erst kürzlich habe ich einen sehr hyggeligen Moment erlebt: es war Sonntag, ich trug meine bequemsten Klamotten und mein Vater hatte ein unglaublich leckeres Mittagessen gezaubert. Der Tisch war also gedeckt und wir saßen alle davor und warteten darauf, endlich den ersten Bissen des herrlich duftenden Essens zu kosten. Ich schaute aus dem Fenster und genau in diesem Moment fing es an zu schneien. Hygge live und in Farbe in unserem Wohnzimmer, haha. Und jetzt, wo ich diese Zeilen tippe und den Moment noch einmal erlebe, fällt mir auf, dass Hygge mir dazu verholfen hat, einen kleinen Augenblick wert zu schätzen. Es war kein Augenblick, in dem meine Augen vor Euphorie glitzern und ich mein Lächeln kaum mehr verstecken kann (sowas kann man meiner Meinung nach nicht erzwingen), aber es war ein Augenblick, in dem ich zufrieden war, in mir geruht habe, mir keine Sorgen oder Gedanken um etwas oder jemanden gemacht habe. Ist das nicht auch eine Definition von Glück? So einen Moment kann man also als Hygge bezeichnen. Die Momente oder Augenblicke kommen einfach so. Natürlich kann man mit Kerzen oder einer Lichterkette, einer Kuscheldecke und einem guten Buch auch nachhelfen. Letztlich ist Hygge auch irgendwie, was du draus machst! Du kannst Hygge immer erleben, genau wie du auch immer glücklich sein kannst!

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Buchtipp: Meik Wiking: „Hygge – ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht“

Die Quelle für mein Hygge-Wissen ist definitiv das Buch „Hygge – ein Lebensgefühl, das einfach glücklich macht“ von Meik Wiking. Es gibt mittlerweile ja eine ganze Menge Literatur zu dem Thema und mit 20€ ist dieses Exemplar in der mittleren bis oberen Preisstufe einzuordnen, aber meiner Meinung nach absolut empfehlenswert. Mal absgehen von dem süßen Design, liefert dieses Buch wirklich alles, was man zu dem Thema wissen muss. Wiking schreibt erfrischend, witzig und spannend über den dänischen Lifestyle. Man liest über grundsätzliches zum Thema, Hygge-Essentials und Must-Do’s. Außerdem gibt es Rezepte, Kopenhagen-Tipps und Gründe, warum man Hygge auch im Sommer erleben kann. Mir hat es wahnsinnig viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und habe es regelrecht verschlungen. Und auch wenn es von außen vielleicht nicht aussieht, dieser Ratgeber enthält unglaublich viele schöne und inspirierende Fotos!

Mit Hygge durchs Jahr

Dass sich Hygge nicht nur auf den Herbst oder den Winter beschränkt, habe ich durch das oben genannte Buch gelernt. Ehrlich gesagt war ich nämlich stark davon ausgegangen, da man den Herbst und den Winter ja viel eher mit Gemütlichkeit verbindet, als den Sommer. Aber bei Hygge geht es nun einmal nicht nur um Gemütlichkeit. Es geht auch um Gemeinschaft und darum, im Moment zu leben. Und das kann man im Sommer ja besonders gut. Für mich ist Hygge auch eine kleine Fahrradtour, eine Gartenparty mit gegrilltem Fleisch und leckeren Salate, kurz vor Sonnenuntergang lachend eine Wasserschlacht veranstalten und dann gemeinsam stundenlang über Gott und die Welt quatschen, während man Stockbrot und Marshmallows über dem Lagerfeuer röstet. Hygge beschränkt sich nicht auf den Winter, denn das tut Glück ja auch nicht.

Meine fünf Hygge-Essentials

Zum Schluss meines kleinen Guides möchte ich gerne meine fünf Hygge-Essentials mit euch teilen:

  • gemütliches Licht: dies kann durch Kerzen, Lichterketten oder auch warmes Sonnenlicht entstehen
  • ein leckeres Getränk: im Winter tendiere ich zu Tee oder Kakao, im Sommer trinke ich gerne Säfte von Fritz, selbstgemachte Smoothies oder Eistee
  • gute Unterhaltung: gut unterhalten wird man meiner Meinung nach entweder durch die Gesellschaft seiner Lieben, sprich Freund und Familie, und durch Bücher, Serien, Zeitschriften und Filme
  • wenn es passt, die richtige Musik: euer Lieblingslied in Dauerschleife (bei mir ist das zur Zeit „Walking the Wire“ von den Imagine Dragons) oder Songs, die euch entspannen. Wenn es passt, kann auch die richtige Musik sehr hyggelig sein
  • Wohlfühlkleidung: das gehört für mich ebenfalls zum Hygge-Feeling. Ob das nun eine Jogginghose oder das liebste Sommerkleid ist, ist völlig egal. Hauptsache, ihr fühlt euch wohl!

Seid ihr mit dem Hygge-Konzept bereits vertraut oder war das etwas neues für euch?

xoxo Lila

8 Kommentare zu „POSITIVTIY: ein kleiner HYGGE-GUIDE

  1. Wir fahren nun schon seit einigen Jahren regelmäßig und manchmal sogar mehrfach im Jahr nach Dänemark. Das bedeutet für uns nicht gerade einen Katzensprung, sondern bei guter Verkehrslage immer noch 8 Stunden Fahrt.
    Aber es lohnt sich, denn wenn man da ist bekommt man eine Vorstellung, warum die Dänen als das glücklichste Völkchen gelten kann und auch davon, was Hygge bedeutet.
    Das Klima, die klare Luft, die warme Sonne, der kräftige Wind und der klare Sternenhimmel sind einfach einzigartig. Wenn es dann abends kalt wird bei einem Feuer am Kamin zu sitzen und ein Buch zu lesen oder zu Stricken ist doch das größte.
    In keinem anderen Urlaubsort konnte ich bisher so gut abschalten und entschleunigen wie in Dänemark <3
    Aber weil man eben nicht ständig in Urlaub fahren kann, darf es auch Zuhause gerne ein bisschen Hygge sein ;)

    Toller Beitrag – wer es noch nicht kannte, weiß jetzt Bescheid ;)

    Liebe Grüße
    Steffi

    Gefällt 1 Person

  2. Hey,
    ein super Post! Sehr inspirierend! Ich wohne in Finnland 😁 und in Schweden habe ich zwei Jahre lang gewohnt, als ich klein war.
    Das Thema war mir ganz neue. Klingt spannend!
    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend!
    Liebe Grüße,
    Vanessa

    Gefällt 1 Person

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