KOLUMNE: Bin ich Teil der Modewelt und will ich das überhaupt sein?

Ich bin sicher nicht das einzige Mädchen, das Mode liebt. Das gerne shoppen geht. Sich Outfits im Kopf ausdenkt und ein Mode-Lieblingsjahrzehnt hat. Aber ich bin sicher auch nicht das einzige Mädchen, das sich in der Modewelt manchmal unwohl fühlt. So als würde man nicht dazugehören. Als sei man kein Teil einer Welt, der man gerne angehören möchte. Jedes Mal, wenn ich durch Modezeitschriften blättere, fühle ich mich unstylish. Wenn ich die Outfits von manchen Bloggern sehe, frage ich mich, wie ich denken konnte, ein Teil dieser Welt zu sein. Ich liebe Mode, aber liebe ich auch ihre Welt?

Was Stil für mich bedeutet

Stil oder auch Style und vor allem guter Stil bzw Style hört man immer wieder und eigentlich durchgehend in Verbindung mit der Modewelt. Aber was ist überhaupt Stil? Und wann ist ein Stil gut oder schlecht? Für mich bedeutet Stil, sich de, Anlass gegeben zu kleiden. Zu wissen, was einem steht und was nicht. Welche Schnitte und Farben. Jemand mit einem guten Stil folgt für mich nicht einfach blind irgendwelchen Trends. So ein jemand drückt vielleicht auch sich selbst durch seine Kleidung aus. Und in gewisser Weise zieht sich ein roter Faden durch die Garderobe einer Person mit gutem Stil.

Einen Oberbegriff für bestimmte Stilrichtungen zu finden, fand ich schon immer schwierig. Was genau ist sportlich, casual oder preppy? Die Grenzen sind nicht so eindeutig gezogen, wie man es sich vielleicht wünscht und daher kann ich auch meinen eigenen Stil nicht mit einem Schlagwort zusammenfassen. Viel hängt natürlich auch von Geschäften ab, bei denen man gerne einkauft. Ich kaufe gerne bei Esprit, Abercrombie & Fitch/Hollister, Hilfiger Denim und manchmal auch gerne bei H&M. Ab und zu finde ich auch schöne Sachen bei Zara.  Ich hoffe, dass ihr euch damit in etwas vorstellen könnt, was ich gern trage.

Wie mein Stil nicht ist

Auch wenn ich meinen Stil mit Worten vielleicht nicht so gut beschreiben kann, so weiß ich doch, wie er nicht ist. Mein Stil ist nicht extravagant, nicht experimentell. Wenn ich Modezeitschriften durchblättere, dann finde ich die vorgestellten Outfits meistens scheußlich. Würde ich die meisten Outfits nie tragen.  Aber dennoch kaufe ich mir ab und zu die InStyle und finde die Vogue klasse. Weil ich gerne informiert bin über Trends. Weil ich mein Wissen über Mode gerne erweitere. Ich möchte wissen, wer eine Rolle spielt, was man so trägt. Aber dafür müssen mir die Outfits nicht gefallen. Ich muss sie nicht tragen und ich kann trotzdem von mir behaupten, mich für Mode zu interessieren. Und man ist auch nicht automatisch schlecht gekleidet, wenn man nicht jedes angepriesenes Trendteil trägt. Manche Trends passen auch einfach nicht zum eigenen Stil und sind diejenigen, die Trends hinterher rennen, nicht eigentlich die mit wenig Stil und Geschmack?

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Medien vs Realität

Habt ihr im echten Leben schon einmal jemanden gesehen, der genau die Dinge getragen hat, die vorher in Modemagazinen oder auf Modeblogs angepriesen wurden? Nein, denn diese Kleidung wird nur von einem ganz kleinen Prozentsatz der Menschen getragen und für Mode interessieren sich weit mehr Menschen. Denkt einmal über die Menschen in eurem Umfeld nach, deren Stil ihr richtig gut findet. Sehen die meisten von denen so aus, als seien sie einer Fotostrecke entsprungen? Nein, sehen sie nicht, aber ihr Stil ist trotzdem gut. Medien beeinflussen uns in dieser Hinsicht enorm und sicherlich bieten sich auch einiges an Inspiration, aber letztlich führt das bei mir nur zu Verwirrung und Unsicherheit. Vielleicht liegt die Kunst darin, sich aus dem, was man so sieht, das zu nehmen, was zu einem passt und etwas eigenes daraus zu machen.

Hartnäckige Vorurteile

Dass die Modewelt oberflächlich ist, ist ein hartnäckiges Vorurteil, dass sich aber leider ziemlich oft bestätigt. Vielleicht nicht unbedingt durch die Branche an sich, das bekommen die meisten doch eigentlich gar nicht mit, sondern viel mehr durch die, die sich offenkundig für Mode interessieren. Die Mädchen, denen nichts wichtiger ist als ihr Outfit, die sich im Unterricht schminken und ständig nur über Klamotten reden. Sich irgendwie nur darüber definieren. Das ist vielleicht auch mein größtes Problem mit dieser Welt. Mode ist nicht alles, was ich bin. Ich habe auch noch andere Interessen.  Aber auch Schreiben, was ich ja liebe, ist nicht alles, was ich bin. Ich will mich einfach nicht nur über eine Sache definieren. Egal, über welche.

Und jetzt?

Nun prallen da mehrere Konflikte aufeinander. Zum einen habe ich das Gefühl, dass man nur Teil der Modewelt sein kann, wenn gekleidet ist wie in einer Modezeitschrift und zum anderen, dass ich mich nicht nur über Mode definieren will. Wie komme ich da jetzt auf einen gemeinsamen Nenner? Wie kann ich diesen Konflikt lösen?
Meiner Meinung nach hat das viel mit Selbstakzeptanz zu tun. Ich muss meinen Stil akzeptieren und ihn lieben.  Ich kann aktiv etwas an der Welt ändern, zu der ich meistens dann doch gehören möchte. Ich werde weiter schreiben. Über Mode und über Stil. Darüber, was ICH schön finde. Über Outfits und wie man die perfekte Jeans findet. Für Menschen, wie du und mich. Die sich für Mode interessieren, Mode lieben, aber sich nicht ausschließlich über diese definieren möchten.

Wie denkt ihr über Mode und die Modewelt?

xoxo Lila

10 Kommentare zu „KOLUMNE: Bin ich Teil der Modewelt und will ich das überhaupt sein?

  1. Ich liebe Mode, halte mich aber nie bewusst an Trends. Wenn ich einen Trend mitmache, dann nur, wenn er mir wirklich gefällt und nicht, weil es alle tragen.
    Es gibt zu viele furchtbare Trends. Es ist so schwer, nicht-zerissene Hosen oder Shorts, die nicht zu kurz sind, zu finden…

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  2. Ich browse gerade ein wenig durch deinen Blog, verzeih bitte, wenn ich ein wenig zu viel Senf dazugebe :)
    Ich denke, das „Problem“ der heutigen Modebranche ist, dass plötzlich das Individualistische an vorderster Stelle steht: Wenn man Lust auf Crocs hat, dann trägt man Crocs mit einer Portion Selbstbewusstsein und Understatement und es wird gefeiert – ganz im Gegenteil zu „früher“, wo so etwas als Todsünde abgestempelt werden würde. Gleichzeitig ist die Welt und ganz besonders die Mode durch social media etc. so stark im Wandel begriffen, dass es stets ein neues, mutiges, selbstbewusstes Comeback von bestimmten Sachen braucht, einen neuen Stil, ein neues Wagnis und das kombiniert mit oben Genanntem führt zu zwanghaftem Individualismus im Zuge, nicht zurückzubleiben. Ich glaube, dass da auch die Modezeitschriften keine Ausnahme bilden – niemand möchte als altmodisch abgestempelt werden, auch nicht in einer Welt, in der der Streetstyle tatsächlich auf der Straße entsteht, durch Insta und Co. geteilt wird usw.

    Und DESWEGEN bin ich der Meinung, dass die Modewelt keineswegs zu „abgehoben“ ist, sondern heutzutage einfach zu schnell ist, sodass es für Liebhaber von eher legerer Kleidung, die sich nicht an „originell um jeden Preis“ anpassen wollen (Chapeau!), schwierig werden könnte, bei dieser Raserei mitzuhalten.
    LG

    Gefällt 1 Person

  3. Ich glaube „wir“ sind mehr als wir denken… also was ich sagen will ist , dass eine ganze Menge der Ladies da draußen so denken wie du es oben beschrieben hast. Was dir vorallem sehr gut gelungen ist in Worte zu packen. Ich liebe Mode und interessiere mich sehr für das Thema, nur gefällt mir nicht alles was ich sehe und es ist eben nicht alles in meinem Leben. Aber ich denke man kann sich schon auch als Modeinteressierte betiteln ohne jedem Trend hinter her zu laufen.

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