KOLUMNE: wieso NACHHALTIGKEIT so wichtig ist

In der Schule haben wir mal den Film „Eine unbequeme Wahrheit“ geguckt. Von all den ganzen Spielfilmen, Lernvideos und Dokumentationen, die ich in meiner gesamten Schulzeit so gehen habe, war diese Doku über den Klimawandel die mit Abstand beeindruckendste. Kurz vor Weihnachten des letzten Jahres legte meine Englisch-LK Lehrerin den Film in den ramponierten DVD-Player ein, drückte auf Play und bescherte mir damit eine ganze Reihe neuer Eindrücke und Gedanken. Auf einmal wurde mir bewusst, wie viele Baustellen es auf dieser Erde gibt. Wie ramponiert unsere Umwelt ist und das nur durch das egoistische Verhalten der Menschen, die in den letzten 200 Jahren die Erde bevölkern. In der Doku ging es um Klimawandel und Umweltschutz, aber führte mir gleichzeitig vor Augen, was es sonst noch so gibt, das sich dringend ändern muss. Aber wie kann ich helfen? Ich als Einzelperson oder wir als Familie. Ist das überhaupt noch möglich oder ist es vielleicht doch schon zu spät?

Wenn ich an Dinge denke, die in unserer Welt, in unserer Gesellschaft schief laufen, dann denke ich an Kinderarmut, Unterdrückung von Frauen und Minderheiten und an Rassismus (in den USA). An Tierquälerei, Umweltverschmutzung und an den Klimawandel. Es gibt bestimmt noch mehr Unrecht auf dieser Welt, aber das sind meiner Meinung nach die sechs Oberthemen, unter denen sich eine Menge zusammenfassen lässt. Was nicht bedeutet, dass diese Dinge weniger wichtig sind und man sie klein reden sollte, nein, ganz im Gegenteil, ich suche nur einen Weg, mich auszudrücken ohne diese Liste bis ins unendliche führen zu müssen.

Jedenfalls habe ich, seit dem ich „eine unbequeme Wahrheit“ gesehen habe, ein größeres Bedürfnis als je zuvor zu helfen. Etwas aktiv dazu beizutragen, dass sich diese Welt verändert. Vor Weihnachten habe ich Karten von UNICEF gekauft, deren Ertrag komplett an soziale Projekte in Afrika gespendet wird. In der Weihnachtsmesse habe ich zum ersten Mal mein eigenes Geld bewusst in den Klingelbeutel gelegt. Ich esse keinen Tunfisch mehr, wenn ich nicht weiß, wo dieser herkommt. Ich habe angefangen, mich mit bewusstererem Konsum und Minimalismus auseinander zusetzen. Ich rauche nicht, mache keine Kreuzfahrten, esse wenig Fleisch. Meine komplette Schulzeit über habe ich mein Frühstück in Brotdosen ohne extra Frischhaltefolie transportiert. Meine Mutter hat immer darauf geachtet, saisonal und regional zu kochen. Ich gehe zur Blutspende. Es gibt bestimmt noch eine Menge anderer Dinge, die man machen kann und ich bin vielleicht noch an Anfang, aber immerhin habe ich angefangen.

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Anderen Mitmenschen scheint das alles jedoch vollkommen egal zu sein. In Ernährungslehre, einem Fach, das an meinem Gymnasium angeboten wurde, haben wir immer nach jedem Thema etwas passendes gekocht. Als wir zum Beispiel verschiedene Diäten besprochen haben, sollten wir uns in Gruppen jeweils eine Diät aussuchen und ein typisches Gericht dazu kochen. Ein Thema war auch Schwangerschaft und Babynahrung. Hierzu sollte man sich ein Babygläschen aussuchen und das Essen daraus nach kochen. Einschließlich pürieren. Es ging dabei darum, Dinge wie Zeitaufwand, Geschmack, Nährstoffe etc miteinander zu vergleichen. Habt ihr schon einmal Babygläschen gesehen? Es gibt da nicht nur pürierte Früchte und Eintöpfe, sondern richtige Mahlzeiten. Fisch mit Kartoffeln und Spinat. Spaghetti Bolognese. Gemüse mit Fleisch. In meinem Kurs wurden dann fleißig diese ganzen Gerichte gekocht und anschließend direkt püriert. Meine Gruppe hatte sich eine Art Eintopf ausgesucht und wir waren am Ende die einzigen, die ihr Essen gegessen haben. Was kein Wunder ist, pürierte Spaghetti Bolognese sind wirklich ekelhaft. Mein Problem mit der ganzen Sache ist, dass vier komplette Mahlzeiten (für bestimmt vier oder fünf Personen ausgelegt) komplett weggeschmissen wurden. Drei Wochen später haben wir eine Doku darüber geguckt, wie viele Lebensmittel unnötigerweise weggeschmissen werden. Versteht ihr das Problem? Ich verlange von niemandem, püriertes ekliges Essen zu essen, aber man hätte ja nicht alles pürieren müssen. Aber nein, man verschwendet lieber die ganzen Lebensmittel anstatt einmal nachzudenken.

Ein anderes Beispiel: meine letzen Reisen haben mich nach England und nach Dänemark geführt. Bei England hatte ich irgendwie schon fast damit gerechnet, aber bei Dänemark, dem Land, das ja sehr effektiv und fortschrittlich sein soll, war ich dann doch geschockt. In England wird gefühlt alles in Plastiktüten eingepackt. Während in Deutschland eine Tüte mittlerweile Geld kostet, wird dort weiterhin achtlos alles in Plastiktüten eingepackt. Okay, vielleicht nicht alles, aber es war schon ein deutlicher Unterschied zu Deutschland erkennbar. Und in Dänemark? Da kriegt man im Restaurant Plastikflaschen und Plastikbecher. Mülltrennung gibt es in beiden Ländern nicht. Dass in Deutschland trotzdem eine Menge Müll produziert wird, finde ich dann nur noch schockierender. Wer mehr über das Müllthema erfahren möchte, der kann gerne bei diesem Artikel der Süddeutschen vorbeischauen, den ich euch ja auch schon mal auf Instagram empfohlen habe:

https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/das-grosse-muell-dossier-deutschland-ein-wegwerfland-1.3497655

Es macht mich unglaublich traurig, wenn ich sehe, wie viele Menschen unseren Planeten wie Dreck behandeln. Denen es scheinbar vollkommen egal ist, dass wir die für 2018 eingeplanten Ressourcen bereits im August verbraucht haben. Dabei ist es eigentlich recht einfach, Dinge zu verändern. Niemand MUSS vegan leben, aber es MUSS auch niemand sieben Tage die Woche riesige Portionen Fleisch essen. Natürlich ist es nicht verboten, nach Mallorca mit dem Flugzeug zu reisen, aber manche Strecken kann man auch wunderbar mit dem Auto fahren. Plastiktüten braucht niemand. Es gibt Stoffbeutel, nachhaltig hergestellte Papiertüten und Handtaschen, mit denen man seine Einkäufe ganz wunderbar transportieren kann. Müll gehört in den Mülleimer und nicht auf die Erde. Ich bin der Meinung, dass noch nicht alles verloren ist, aber dafür müssen wir alle an uns und unserem Verhalten der Umewelt gegenüber arbeiten. Niemand kann die Welt alleine retten, aber gemeinsam ist das schon viel eher möglich!

Was ist euer Standpunkt zum Thema Nachhaltigkeit?

xoxo Ruth

*Dieser Beitrag entstand ohne Kooperationen. Alle Meinungen sind meine eigenen.

8 Kommentare zu „KOLUMNE: wieso NACHHALTIGKEIT so wichtig ist

  1. So gerne ich shoppen gehe und neue Sachen habe, finde ich es furchtbar, wenn Leute Klamotten kaufen und nur zweimal anziehen.
    Inzwischen bin ich Vegetarierin und versuche, möglichst regional zu essen und mir immer eine Tüte mitzunehmen. Man sollte versuchen, kleine nach und nach kleine Dinge zu verbessern.
    Guter Beitrag 😃

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  2. Ich finde gerade auch diese Kleinigkeiten, die echt jeder umsetzen kann, total wichtig. Gerade in der Masse machen die viel aus. Plastiktüten müssen wirklich nicht mehr sein, generell sollten die Sachen echt auch im Laden anders verpackt werden. Wenn man sie da überlegt, wie oft so ein Teebeutel manchmal verpackt ist…
    Und ich finde es auch echt schlimm, wie viele Lebensmittel in dem Müll wandern…

    Gefällt 1 Person

    1. Jaa, genau meine Meinung! Ich arbeite nebenbei in einem Dekogeschäft und die Ware ist, wenn sie angeliefert wird, teilweise in gleich mehrere Schichten Plastik gewickelt. Aber immerhin möchten die meisten Kunden keine Plastiktüten mehr zu ihren Einkäufen – ein wichtiger Fortschritt!

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  3. Oh, du sprichst mir einfach aus der Seele !!!! Ich finde es einfach nur furchtbar , wie wir Verpackung & Berge Plastik jeden Tag wegwerfen, oft nach einmal benutzen !!!! Wie unsere Meere & Ozeane zugemüllt sind. Ich bin auch gerade bei meinen Eltern in Polen und denke oft : die Polen sind Führer in Müll produzieren. Das Land, was mal noch vor 30 Jahren Milch nur in Flaschen hatte, findet auf einmal Plastik so klasse. Ich selber versuche meinen Kindern beizubringen, dass wir auf Tüten verzichten , verpackten Käse und Wurst . Kekse und Chips backen wir selber, Eis gibt es auch nur selbstgemacht . Unser Ziel ist als 5 köpfige Familie, nur 1 gelben Sack monatlich auf die Straße zu stellen. Das schöne für mich ist, dass unsere Kinder eifrig mitmachen. Es geht so vieles mit vernünftiger Aufklärung und ein bisschen Engagement . Wenn wir alle nur kleine Schritte machen, erreichen wir so vieles . Also bitte mach weiter so 👍👍👍liebe Grüße, Anna

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    1. Liebe Anna,
      wow, da machst du ja echt schon richtig viel! Freut mich, dass du das auch an deine Kinder weitergibst und diese auch so eifrig mitmachen.
      Das mit dem Plastikmüll ist in anderen Ländern wirklich viel. Wohl besonders in Asien, wo dann auch die Strände voll mit Müll sind. Das ist ja zum Glück in den meisten europäischen Ländern nicht so!
      Liebe Grüße
      Ruth

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