CULTURE CLUB: Leseupdate #3 – vier Buchrezensionen

Lang, lang ist’s her, dass ich hier etwas über Bücher geschrieben habe #shameonme. Es war auch nicht so, dass ich den Sommer über nichts gelesen hätte, im Urlaub in Dänemark habe ich fast vier Bücher verschlungen, aber ich hatte einfach nicht so wirklich Lust, darüber zu schreiben. Es gab zwar schon ein paar Bücher, über die ich gerne das ein oder andere Wort verloren hätte, jedoch habe ich das dann eher über Instagram getan. Doch erst kürzlich war ich in der großen Mayerschen in Köln am Neumarkt (das reinste Paradies für Buchliebhaber, ich sag’s euch!) und bin doch tatsächlich mit fünf (!) Büchern unterm Arm wieder hinausspaziert. Eigentlich hätten es auch noch mehr sein können, aber ich hatte schon bei fünf ein schlechtes Gewissen und wollte das dann nicht noch unnötig ausdehnen. Heute möchte ich gerne über diese fünf Bücher und noch zwei weitere ein paar Zeilen schreiben und ich hoffe sehr, dass es euch gefällt. Viel Spaß!

„Der Vorleser“ von Bernhard Schlink

„Sie ist reizbar, rätselhaft und viel älter als er … und sie wird seine erste Leidenschaft. Sie hütet verzweifelt ein Geheimnis. Eines Tages ist sie spurlos verschwunden. Erst Jahre später sieht er sie wieder. Die fast kriminalistische Erforschung einer sonderbaren Liebe und bedrängenden Vergangenheit.“ (Klappentext)

Dieser Roman, den vielleicht manche von euch in der Schule gelesen haben, stand schon länger auf meiner Liste der Bücher, die ich noch lesen wollte. Ich habe vor längerem einmal den Film gesehen und fand die Story da auch schon sehr faszinierend. Eines Nachtmittags habe ich mir also endlich das Buch aus dem Regal meiner Mutter genommen und mit dem lesen angefangen. Über die Handlung an sich möchte ich nicht viel sagen, denn Spoiler sollten in Buchkritiken grundsätzlich vermieden werden, aber ich kann sehr wohl sagen, dass mich dieser Roman stark gefesselt hat. Es sind nicht viele Seiten, die die Geschichte erzählen, aber die, die es dann doch gibt machen es fast unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. „Der Vorleser“ lockt nicht mit besonders sympathischen Figuren und viel tatsächliche Handlung gibt es auch eigentlich nicht, das meiste sind Erzählungen und Beschreibungen des Protagonisten Michael, aber das macht es nicht weniger gut. Hier geht es um Schuld und um Vergangenheitsbewältigung. Um die Frage, wie man sich schuldig macht und damit umzugehen hat. Es ist wirklich schwer zu beschreiben, am besten ihr lest den Roman und macht euch selbst einen Eindruck davon. Bereuen werdet ihr es auf jeden Fall nicht, auch wenn euch die Handlung und alles vielleicht nicht so gut gefällt wie in anderen Büchern.

„Der Junge im gestreiften Pyjama“ von John Boyne

„Die Geschichte von »Der Junge im gestreiften Pyjama« ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch – so glauben wir – ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt.“ (Klappentext)

Der Klappentext trifft es genau auf den Punkt, die Geschichte ist wirklich schwer zu beschreiben. Falls ihr wirklich noch nicht wisst, worum es geht, hier einige Hinweise: die Handlung spielt in den 40er Jahren in Berlin und in Polen, die Häftlinge in Konzentrationslagern trugen gestreifte Kleidung. „Der Junge im gestreiften Pyjama“ ist also ein Roman über einen Jungen namens Bruno, der sich mit einem gleichaltrigen Häftling eines Konzentrationslagers anfreundet, wobei Bruno selbst nicht im Lager lebt. Der Roman liest sich leicht runter und wiegt am Anfang auch gar nicht so schwer, wie man vielleicht denkt. Doch das letzte Kapitel erwischt einen kalt und lässt einen mit einem bedrückenden und leeren Gefühl zurück. Ja, so kann man es ganz gut beschreiben. Ich bin der Meinung, dass jeder diesen Roman einmal gelesen haben sollte, denn er führt einem auf eine ganz besondere Art und Weise vor Augen, dass sich die Zeit des Nationalsozialismus auf gar keinen Fall wiederholen sollte.

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„Ein einziger Tag für die Liebe “ von Nicola Yoon

„Daniel und Natasha lernen sich zufällig mitten in New York kennen. Daniel verliebt sich sofort in Natsha, doch Natasha glaubt nicht an so etwas Albernes wie Liebe auf den ersten Blick. Also setzt Daniel alles daran, sie davon zu überzeugen, dass das, was sie beide spüren, wirklich Liebe ist. Ihm bleibt dafür nur ein einziger Tag – denn Natasha soll am Abend abgeschoben werden. So viele Dinge mussten geschehen, so viele Zufälle passieren, damit die beiden aufeinandertreffen konnten. Kann es wirklich sein, dass das Schicksal ihnen nur einen Tag schenkt?“ (Klappentext)

Von Nicola Yoon habe ich bereits den Roman „Du neben mir“ gelesen und auch den Film gesehen. Beides hat mir wirklich gut gefallen und so hatte ich hohe Erwartungen ihrem zweiten Roman gegenüber. Leider fällt mein Feedback hier eher gemischt aus. Also, gut gefallen hat mir der Schreibstil. Jugendlich, ein wenig metaphorisch, tiefsinnig. Eigentlich genau wie ich gerne mag. Auch süß fand ich die Geschichte an sich, wobei mir das Ende nicht zu 100% gefallen hat. Nun zu den Punkten, die mich gestört haben. Erstmal braucht die Handlung sehr lange, um, sagen wir mal, richtig Fahrt aufzunehmen. Es zieht sich ein wenig, teilweise auch unnötig, in die Länge. Unterstützt wird das noch zusätzlich durch verschiedenste Kurzgeschichten, die sich unter die eigentliche mischen. So liest man zum Beispiel etwas über die Geschichte der Haare aus koreanischer Sicht oder aber man erfährt den Standpunkt anderer Figuren der Geschichte. Eigentlich ist diese Idee ja ganz nett, nur wird dadurch die eigentlich Handlung natürlich noch weiter hinausgezögert. Schließlich sind es auch die einzelnen Figuren, die mir nicht so gut gefallen haben. Zum einen ist da Natasha, die erst gegen Ende des Romans auftaucht und an Sympathie gewinnt und dann ist da noch Daniel, der viel zu kitschig ist und mich mit seiner Art und Weise einfach nicht zu 100% von sich überzeugen kann. Obwohl ich es mir gewünscht hätte. Hinzu kommen eine ganze Reihe negativ besetzter Familienmitglieder, die aber größtenteils nicht so polarisierend sind, wie man es vielleicht erwartet hatte. Wie ihr seht, hat mich der Roman nicht so wirklich überzeugt, die Verfilmung möchte ich jedoch trotzdem gerne sehen!

„To all the boys I’ve loved before“ von Jenny Han

„Lara Jeans Liebesleben verlief bisher eher unauffällig. Nicht, dass es ihr an Herz oder Fantasie mangelte. Im Gegenteil, Liebeskummer hatte sie schon oft, und unsterblich verliebt war sie auch schon. Einmal sogar in den Freund ihrer großen Schwester. Klar, dass sie das keinem anvertrauen kann. Außer ihrer Hutschachtel. Denn um sich ihrer Gefühle klar zu werden, schreibt Lara Jean jedes Mal einen Abschieds-Liebesbrief, in dem sie so richtig ihr Herz ausschüttet, und legt ihn dort hinein. Diese fünf Briefe sind ein streng gehütetes Geheimnis. Bis zu dem Tag, an dem auf mysteriöse Weise jeder Brief seinen Empfänger erreicht und Lara Jeans rein imaginäres Liebesleben völlig außer Kontrolle gerät.“ (Klappentext)

Ich glaube, jeder hat mittlerweile den auf Netflix erschienenen Film zu diesem Roman gesehen. Ich ebenfalls und habe mir dann kurze Zeit später auch das Buch gekauft. Es ist ein wenig anders als der Film, manche Figuren kommen im Buch besser weg als im Film, bei anderen ist es andersherum. Auch die Handlung ist ein klein wenig abweichend, jedoch in keinem Sinnverändernden Rahmen. Es werden Hintergrundgeschichten erzählt und insgesamt ist die Handlung im Roman ein wenig ausgeschmückter als im Film. Jenny Hans Schreibstil ist jetzt nicht von Weltklasse und manchmal ein wenig flach, aber alles in allem lesen sich ihre Worte schnell und angenehm. Ich liebe ja diese klassischen Teeanger-Highschool-Filme und wer „To all the boys I’ve loved before“ liest bekommt genau das. Nicht so tiefgründig wie die Romane von John Green oder Rainbow Rowell, aber auch nicht zu oberflächlich und erst recht nicht erotisch wie die Werke manch anderer Autoren. Alles in allem ist „To all the boys I’ve loved before“ ein süßer Roman für Teenager über die erste Liebe, das Erwachsenwerden und die Übernahme von Verantwortung. Erwachsene werden, anders als bei Green-Romanen, jedoch wohl eher wenig Freude beim lesen haben.

Welche Bücher habt ihr zuletzt gelesen?

xoxo Ruth

6 Kommentare zu „CULTURE CLUB: Leseupdate #3 – vier Buchrezensionen

  1. Ein schöner Beitrag, ich liebe lesen auch total. Es gehört für mich dazu, selbst wenn ich durch stress lange für eines brauche, es macht mich einfach glücklich. :) Einige der Bücher habe ich selbst schon gelesen und stimme dir zu 100% zu, von „ein einziger Tag für die Liebe“ hatte ich aber noch nichts gehört. Freue mich auf weitere Rezensionen!
    Liebe grüße,
    Leonie vom Lifestyle Blog leoslovelymess <3

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Leonie,
      vielen lieben Dank ❤️ Ich werde versuchen, bald wieder welche zu schreiben, nur kommt das lesen, aufgrund der Uni, zur Zeit ein wenig zu kurz. Es sei denn, dich interessiert eine Rezension zu „Emilia Galotti“ oder zu Goethes Werther 😂
      Liebe Grüße
      Ruth

      Gefällt 1 Person

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