CULTURE CLUB: von guten und weniger guten Büchern – LESEUPDATE #6

CULTURE CLUB: von guten und weniger guten Büchern – LESEUPDATE #6

Mein letztes Leseupdate ist schon wieder vieeel zu lange her! Aber es kamen einfach so viele Blogposts dazwischen, denn man lesen lag es definitiv nicht. Ich habe in den vergangenen Monaten einiges an Büchern verschlungen. Manche davon waren wirklich, wirklich gut, manche nicht. Aber so ist das nun einmal. Ich wünsche euch deshalb trotzdem viel Spaß mit diesem sehr abwechslungsreichen Leseupdate! Und beim lesen selbst wünsche ich euch natürlich auch ganz viel Spaß!

Mona kasten: „Die Maxton Hall-Trilogie“ (Save Me, Save you, save us)

Geld, Glamour, Luxus, Macht – all das könnte Ruby Bell nicht weniger interessieren. Das Einzige, was sie sich wünscht, ist ein erfolgreicher Abschluss vom Maxton Hall College, eine der teuersten Privatschulen Englands. Vor allem mit James Beaufort, dem heimlichen Anführer des College, will sie nichts zu tun haben. Er ist zu arrogant, zu attraktiv und zu reich. Doch schon bald bleibt ihr keine andere Wahl. (Klappentext)

Da es sich hier um eine Trilogie handelt, werde ich versuchen, die ganze Reihe möglichst gut zu beurteilen, ohne dabei die gesamte Handlung zu verraten. Erst einmal solltet ihr vielleicht wissen, dass ich vorher noch nie etwas von Mona Kasten gelesen habe und ich um New Adult Romane ja auch eigentlich immer einen recht großen Bogen gemacht habe. Nach „After Passion“ (meine Bewertung dazu findet ihr in meinem letzten Leseupdate) wollte ich dem ganzen Genre jedoch noch eine Chance geben. Schließlich begeistert es zur Zeit ja wirklich die Massen und dann muss ja irgendwas dran sein. Ich muss auch ehrlich zugeben, dass Frau Kasten um einiges besser schreiben kann als Frau Todd, aber lassen wir die Vergleiche ab dieser Stelle ruhen. Die Handlung ist natürlich nicht frei von Klischees, aber trotzdem ist sie nicht schlecht. Es gibt nämlich tatsächlich Handlung und es geht nicht ausschließlich um die Liebe zwischen Ruby und James. Im ersten Teil wird ausschließlich aus der Sicht der beiden erzählt, für die anderen Teile wurden jeweils zwei weitere Perspektiven hinzugefügt. Das hat mir gerade bei Band zwei sehr gut gefallen, bei Band drei hat es allerdings eher nach Lückenfüller gedient oder jedenfalls hat es so gewirkt. Die Figuren sind tatsächlich nicht so flach, wie man vielleicht anfangs denken mag. Alle sind irgendwie doch ganz vielschichtig und machen durchaus auch einen Wandel durch. Das gilt nicht nur für die Protagonisten, sondern auch für ihre Schwestern und Freunde. Band eins hat mich wirklich umgehauen. Ich war absolut überrascht und hatte nicht damit gerechnet, dass es mir so gut gefallen würde. Band zwei hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, den habe ich auch richtig schnell durchgelesen. Den dritten Teil fand ich leider schlechter. Die hätte man sich fast sparen können und dafür den ersten und zweiten Teil jeweils länger machen können. Aber eine Trilogie macht sich einfach besser, oder? Was die erotischen Elemente in diesen Romanen angeht, so war ich positiv überrascht, dass es sich so in Grenzen gehalten hat. Wirklich explizit wird es in allen Teilen zusammen lediglich zweimal. Für meinen Geschmack reicht das ja vollkommen aus. Insgesamt kann ich die Maxton Hall Trilogie als Liebesromane durchaus empfehlen. Es ist eine schöne Geschichte mit guten Figuren, die sich schnell und einfach liest.

Bewertung: Band 1: 7,5/10, Band 2: 7,5/ 10, Band 3: 6/10, Insgesamt: 7/10

Clare furniss: „morgen ist heute schon vorbei“

Hatties Sommerferien verlaufen so gar nicht nach Plan. Ihre besten Freunde sind verreist, während sie arbeiten und ihre kleinen Geschwister babysitten darf. Und außerdem hat sie gerade festgestellt, dass sie von Reuben schwanger ist … 
Dann platzt Hatties exzentrische Großtante Gloria in ihr Leben, mit Vorliebe für Gin und Zigarillos – und einer Demenz-Diagnose. Das ungleiche Paar begibt sich auf einen Roadtrip durch das sommerliche England mit dem Ziel, Glorias Vergangenheit noch einmal lebendig werden zu lassen, bevor die Erinnerungen für immer verloren sind. Und um Hattie Zeit zu geben, eine große Entscheidung zu treffen. (Klappentext)

Ich habe so gehofft, dass mir dieser Roman gefällt und zum Glück wurde ich nicht enttäuscht. „Morgen ist heute schon vorbei“ ist eine wunderschöne Geschichte über das Leben. Über das Treffen von Entscheidungen, über das Nutzen von Chancen, über den Anfang und das Ende des Lebens. Manchmal vielleicht etwas düsterer als erwartet, aber letztendendes irgendwie doch lebensbejahend. Und das liegt auch an den tollen Figuren. Die beiden weiblichen Protagonistinnen Hattie und Gloria sind beide starke Frauen. Sie tragen diese Geschichte so wundervoll, wirken so echt, so plastisch. Und dann das Setting: ein Roadtrip durch das sommerliche England, ist das nicht schön? Ich jedenfalls hatte ständig das Bedürfnis, mich zu den beiden ins Auto zu setzen und mitzufahren. Auch sehr gelungen ist die Darstellung von Glorias Gedanken oder Erinnerungen allgemein. Es wird mehr gezeigt, als gesagt und das ist definitiv die bessere Art! Was mich als einziges nicht zu 100% überzeugt hat, ist der Schreibstil. Grundsätzlich ist er nicht schlecht und leicht verständlich, aber ab und an stolpert man über Formulierungen, die vielleicht ein bisschen plump wirken. Ansonsten ist dieser Roman aber eine Herzensempfehlung!

Bewertung: 8,5/10 Punkten

rachael lippincott: „Drei Schritte zu dir“

Stellas einzige Überlebenschance ist eine neue Lunge. Bis es soweit ist, muss sie sich von allem und jedem fernhalten, um ihr ohnehin schwaches Immunsystem nicht zu gefährden. Ohne Ausnahme. Will ist ganz anders – er lässt sich nicht unterkriegen und ist bereit, auf volles Risiko zu gehen. Sobald er 18 ist, wird er dem Krankenhaus den Rücken kehren, um endlich mehr von der Welt zu sehen. Vor allem aber ist Will jemand, von dem Stella sich fernhalten muss. Wenn er sie auch nur anpustet, könnte sie infiziert werden. Beide könnten sterben. Aber je mehr Zeit die beiden miteinander verbringen, desto mehr fühlt sich der vorgeschriebene Sicherheitsabstand zwischen ihnen wie eine Strafe an. Wäre ein bisschen mehr Nähe wirklich so tödlich – vor allem, wenn sie verhindert, dass ihre Herzen brechen? (Klappentext)

Wenn ihr meinen Beitrag über meine Bücher-Neuzugänge gelesen habt, dann wisst ihr sicher, wie sehr ich mich auf diese Geschichte gefreut habe. Grundsätzlich stehe ich schon total auf die ganze „Kranke Jugendliche verlieben sich unsterblich in einander“-Storys und war durch den Trailer für den dermaßen gehyped auf dieses Buch, dass ich es kaum abwarten konnte, es endlich zu lesen. Wie es war? Naja, man merkt einfach, dass es eigentlich ein Film ist. Anders als bei „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und „Du neben mir“, die ja ganz ähnliche Thematiken aufgreifen wie „Drei Schritte zu dir“, war bei letzteren der Film zuerst da und nicht das Buch. Man hat im Nachhinein eine Autorin beauftragt, gemeinsam mit den Drehbuchautoren, das Drehbuch in einen Roman zu verwandeln. Und das ist leider nicht ganz so gut gelungen, wie ich persönlich erwartet und vielleicht eher gehofft hatte. So ist die erste Hälfte des Romans zwar von der Handlung her schön, aber der Schreibstil, die Sprache, leider nicht ganz so. Es ist jetzt nicht furchtbar schlecht, aber auch nicht so super gut. In der zweiten Hälfte wird es deutlich besser. So, als hätte Autorin Rachael Lippincott plötzlich Nachhilfe im Schreiben bekommen. Die Figuren sind sehr sympathisch und machen durchaus eine Entwicklung mit. Man kann sie alle in ihren Handlungen und Reaktionen nachvollziehen. So werden sie realistisch und nahbar. Alles in allem spricht für das Buch allerdings die Suchtgefahr (ich habe es in knapp drei Tagen verschlungen, bin mir aber sicher, dass das auch noch schneller geht) und die tiefere Bedeutung der Handlung. Es ist ein Aufruf, das Leben zu nutzen, zu lieben und zu leben. Jede Sekunde wertzuschätzen. Auch mal etwas zu riskieren. Klar, das wird in sehr vielen Büchern vermittelt, aber hier kam es so ernsthaft rüber. So echt. Und nicht so nach dem Motto „Schnell, wir brauchen noch was Tiefgründiges!“. Bei „Drei Schritte zu dir“ passt es einfach.

Bewertung: 7/10 Punkten (meine Meinung zum Film gibt es übrigens auch schon auf dem Blog!)

Karen m. mcmanus: „One of us is lying“

An einem Nachmittag sind fünf Schüler in der Bayview High zum Nachsitzen versammelt. Bronwyn, das Superhirn auf dem Weg nach Yale, bricht niemals die Regeln. Klassenschönheit Addy ist die perfekte Homecoming-Queen. Nate hat seinen Ruf als Drogendealer weg. Cooper glänzt als Baseball-Spieler. Und Simon hat die berüchtigte Gossip-App der Schule unter seiner Kontrolle. Als Simon plötzlich zusammenbricht und kurz darauf im Krankenhaus stirbt, ermittelt die Polizei wegen Mordes. Simon wollte am Folgetag einen Skandalpost absetzen. Im Schlaglicht: Bronwyn, Addy, Nate und Cooper. Jeder der vier hat etwas zu verbergen – und damit ein Motiv… (Klappentext)

Eine ausführliche Rezension zu diesem Roman findet ihr übrigens hier .

Marieke Nijkamp: „54 Minuten“

10.00 Uhr-Die Direktorin spricht den letzten Satz ihrer Begrüßungsrede zum neuen Schuljahr.
10.02 Uhr-Die Schüler stehen auf und machen sich auf den Weg in die Klassenräume.
10.03 Uhr-Die Türen der Aula sind blockiert, Unruhe bricht aus.
10.05 Uhr-Eine Tür geht auf. Jeder hat Angst vor dem Jungen mit der Waffe.
»Peng, peng, du bist tot«, sagt Tyler, dann drückt er ab.54 Minuten. So lange dauert der Amoklauf an der örtlichen Highschool einer fiktiven
Kleinstadt in den USA. Ein exakt durchkomponierter Rachakt – erzählt aus vier Perspektiven. (Klappentext)

Nachdem mir „One of us is lying“ so gut gefallen hat, hatte ich totale Lust auf weitere Highschool Thriller und als ich „54 Minuten“ in der Buchhandlung entdeckt habe, musste ich es direkt mitnehmen. Tja, leider war dieser Roman nicht annähernd so gut wie „One of us is lying“. Ich konnte zu keiner der Figuren auch nur annähernd eine Verbindung aufbauen. Die ganze Geschichte ist mir überhaupt nicht nahe gegangen und das ist bei dem Thema doch schon sehr seltsam, oder? Irgendwie haben die Figuren aber auch gar nicht dazu eingeladen, mit ihnen mitzufühlen. Die Geschichte wird aus der Sicht von Sylvia, ihrem Bruder Tomas, Autumn und Claire geschildert und besonders Sylvia und Autumn fand ich nicht sonderlich überzeugend. Die beiden haben eine heimliche Beziehung und beide sind irgendwie „dunkel & verdreht“, aber durch die Art, wie ihre Probleme geschildert werden, konnte ich sie überhaupt nicht nachvollziehen und habe sie eher als überdramatisch empfunden. Der Schreibstil der Autorin hat mich auch nicht wirklich überzeugt. Es ist kein schlechter Schreibstil, aber irgendwie hat er nicht ausgereicht. Ich mochte die Art, wie sie erzählt hat, einfach nicht. Es tut mir sehr leid, aber ich wurde mit diesem Buch einfach nicht so wirklich warm. Erst auf den letzten Seiten hat sich das ein wenig geändert, aber trotzdem, hat mich das Buch nicht wirklich berührt. Potenzial war da, aber das wurde leider nicht wirklich genutzt. Schade! Es ist leider ein Roman, den man schnell vergisst.

Bewertung: 4/10 Punkten

Anna rosina fischer: „Songbird“

Ella und Sam kennen sich schon ewig, als sie sich endlich eingesteht, dass er ihr mehr bedeutet als alles andere. Zu dumm nur, dass Sam der beste Freund ihres großen Bruders ist. Und dass er ausgerechnet jetzt eine Stelle als Referendar fürs Lehramt antritt – an ihrer Schule. Und dann ist da noch diese Sache mit Milo … Völlig überfordert von ihren Gefühlen setzt Ella ihre eigene Gesundheit gefährlich aufs Spiel und verletzt damit nicht nur sich selbst. Songbird ist so romantisch, chaotisch, witzig und tieftraurig wie die echte, ganz große Liebe. (Klappentext)

Puhh, wo fange ich bei diesem Buch an? Vielleicht bei den positiven Dingen! Der Schreibstil der Autorin ist eigentlich echt ganz gut. Sie schreibt authentisch und nicht so plump wie manch anderer Autor. Das Cover finde ich auch wirklich sehr schön. Und die Grundidee für die Story ist auch gar nicht mal so schlecht. Und das wars auch schon mit den positiven Seiten dieses Romans. Die ersten 20 oder 3o Seiten sind noch recht authentisch, danach ist einfach alles vollkommen an den Haaren herbeigezogen. Ich dachte mir nicht nur einmal „Als ob das jemals SO passieren würde???“ Würde es nämlich nicht. Kein Mensch würde sich so verhalten, wie Ella und Sam sich verhalten. Und auch keine Schule, keine Freunde, keine Eltern, niemand würde auf bestimmte Situationen so reagieren wie hier beschrieben. Ich habe auch gar nicht verstanden, warum sich die beiden Protagonisten überhaupt lieben. Als Leser hat man sich von ihrer Liebe echt überrumpelt gefühlt. Da hat sich nicht das kleinste bisschen während der Handlung aufgebaut. Das wurde alles auf die Vergangenheit geschoben, die Gefühle seien schon immer da gewesen. Ne, sorry, glaube ich einfach nicht. Das Genre lässt sich auch nicht so ganz bestimmen. Es ist nicht New Adult, aber ich würde das Buch auch keiner 14-jährigen in die Hand drücken. Und dann dieses ständige Geschwafel über schwere Vergangenheiten und Gefühle. Alles eine Spur zu übertrieben. Und absolut nicht authentisch. Dazu werden super viele Themen nur oberflächlich angeschnitten (beispielsweise die Frage, warum Lehrer und Schüler kein romantisches Verhältnis miteinander haben dürfen oder die bereits im Klappentext beschriebene Gefährdung von Ellas Gesundheit), aber nicht weiter vertieft. Das Buch ist wohl ein Fall für den Stapel der schlechtesten Bücher, dich ich 2019 gelesen habe.

Bewertung: 2,5/10 Punkten

Welche Bücher habt ihr in letzter Zeit so gelesen und wie haben sie euch gefallen?

xoxo Ruth



8 thoughts on “CULTURE CLUB: von guten und weniger guten Büchern – LESEUPDATE #6”

  • Kenne das Buch nicht, aber ein offenbar im Versuch, das Originaltempo des Ereignisses zu halten beschriebener Amoklauf erlaubt natürlich keine große Entwicklung von Persönlichkeiten – es wird nur noch gehandelt, gefühlt und – wenig – gedacht. Adrenalin halt. Ich weiß nicht, ob die Autorin das wenigstens rüberbrachte. Oder, negativere Annahme, halt schnell mal ein Zeitthema ausschlachten wollte.

  • Heyo, das ist ein echt schöner Blogpost. 😃
    Das nervt mich auch immer, wenn bei Büchern die Leute so dämlich und unrealistisch handeln… Also, wenn es nur von der Handlung an sich unrealistisch ist (Fantasy halt) ist ja okay, aber wenn ich mich mit den Protagonisten nicht anfreunden kann, mag ich das Buch eher auch nicht.
    Letztens habe ich feel again von Mona Kasten gelesen und ich muss sagen, dass mir die Maxton-Hall-Trilogie ein bisschen besser gefallen hat. Die Again Reihe ist insgesamt auch deutlich expliziter, aber die Geschichte an sich fand ich trotzdem gut, weil es auch viel um Familie ging und mich das stellenweise echt zum seinen gebracht hat.
    Im Moment lese ich noch Love, Simon
    Liebe Grüße, lilaboxx 😊

    • Ohh, ich liebe „Love, Simon“! Das ist soo eine schöne Geschichte😍 Wenn ein Buch so furchtbar unrealistisch ist, dann macht das wirklich einfach nur noch aggressiv. Und ich fand das bei „Songbird“ auch echt traurig, weil ich mich so drauf gefreut hatte.
      Zu again: ich mag so mega explizite Szenen eigentlich nicht soo gerne und war schon richtig froh, dass sich das bei „Save me“ etc. echt in Grenzen gehalten hat. In Band 2 ist ja eigentlich gar nichts dementsprechend passiert. Aber naja, das ist auch Geschmacksache!
      Ich wünsche dir noch einen schönen Tag 💖

  • Toller Post!
    Ich habe gerade erst „Die stille meiner Worte“ von Ava Reed verschlungen. Wirklich wahnsinnig gutes Buch und sehr empfehlenswert.

  • In letzter Zeit habe ich nur wissenschaftliche Texte für die Uni gelesen 😄
    jetzt habe ich aber Ferien und werde mir mal wieder ein paar Bücher hernehmen 😊
    Ich glaube, Songbird muss ich lesen! Ich luss wissen, ob es echt so schlecht ist 🤣

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