Rezension: Cinder & Ella von Kelly Oram

Rezension: Cinder & Ella von Kelly Oram

Kennt ihr das, wenn ich bei einem Buch schon nach wenigen Seiten wisst, dass ihr gerade euer neues Lieblingsbuch in den Händen haltet? Ich zum Beispiel hatte das bei „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ von John Green. Da brauchte ich nur die ersten zwei Kapitel lesen und war direkt hin und weg. Ganz ähnlich ging es mir auch bei „Cinder & Ella“ von Kelly Oram, wozu ich daher heute gerne eine Rezension schreiben möchte.

Infos zum Buch

Autor: Kelly Oram I Titel: Cinder & Ella I Verlag: One by Bastei Lübbe I Seiten: 442 I Erscheinungsdatum Deutschland 2018 I Preis: 12,90€ (Paperback) I ISBN: 978-3-8466-0070-2 I Zum Buch

Darum geht es

Nach einem schweren Autounfall hat Ella ein Jahr voller OPs und Rehas hinter sich. Und nun muss sie auch noch zu ihrem Vater und dessen neuer Familie ziehen, die sie überhaupt nicht kennt. Ella will nur eins: ihr altes Leben zurück. Deshalb beschließt sie, sich nach langer Zeit wieder bei ihrem Chatfreund Cinder zu melden. Er ist der Einzige, der sie wirklich versteht, und obwohl sie ihn noch nie getroffen hat, ist Ella ist schon eine halbe Ewigkeit heimlich in ihn verliebt. Was sie nicht weiß: Auch Cinder hat Gefühle für sie. Und er ist der angesagteste Schauspieler in ganz Hollywood (Klappentext).

„Das Problem mit Märchen ist, dass die meisten mit einem tragischen Schicksalsschlag beginnen. Ich verstehe schon, was dahintersteckt: Niemand mag eine verhätschelte Heldin. Eine großartige Figur muss Hürden überwinden – Erfahrungen, dir ihr Tiefe verleihen, sie verletzlich und sympathisch machen und einem die Möglichkeit geben, sich mit ihr zu identifizieren. Gelungene Figuren müssen Not und Entbehrung erleiden, um daran wachsen zu können und stark zu werden. In der Theorie ergibt das Sinn, aber für die Heldin selbst ist es trotzdem Mist.“

– Kelly Oram, Cinder & Ella

Meine Bewertung – Handlung

Ich war immer schon ein Fan von Märchen. Sie sind der einzige Rahmen, in dem ich Kitsch und Klischees mag. Ja sogar fast schon vergöttere. Vermutlich ist das auch der Grund, warum mir „Cinder & Ella“ auch so zugesagt hat.

Die Geschichte von Cinderella bzw. Aschenputtel wird hier neu erzählt. Sie ist ein bisschen anders, aber doch eine wunderbare Hommage an die Originalversion. Immer wieder erkennt man Elemente wieder: eine Mädchen, dessen Mutter stirbt und jetzt zu ihrem Vater und seiner neuen Familie zieht. Eine böse Stiefschwester, die dem Mädchen kein Glück der Welt gönnt. Ein wunderschönes Kleid, in dem das Mädchen dem Traumprinzen das erste Mal begegnet, geschneidert von zwei Helfern. Ein unverkennbares Merkmal, was das Mädchen ausweist, damit der Prinz sie am Ende wiedererkannt – all‘ diese Details wurden in Kelly Orams „Cinder & Ella“ übernommen und wunderbar in das heutige Setting und den Rahmen ihrer Geschichte eingebettet.

Und obwohl diese ganzen Details da sind und vom Leser natürlich auch erwartet werden, wird man beim lesen immer und immer wieder überrascht. Von der ganzen Liebe, mit der die Details eingeflochten wurden und von der Art wie die üblichen Romanzenklischees hier so verarbeitet werden, dass man sie kein einziges Mal als störend empfindet.

Cinder & Ella von Kelly Oram

meine Bewertung – Figuren

Zum Gelingen dieser Geschichte tragen definitiv auch die Figuren bei. Alle wichtigen Figuren, nicht nur die Protagonisten Cinder und Ella, machen ihre eigene persönliche Entwicklung durch. Sie sind nachvollziehbar und bieten so den nötigen Raum, sich mit ihnen identifizieren zu können. Auch sind sie nicht perfekt. Sie machen Fehler, sind ratlos und unglücklich. Aber sie entwickeln sich auch, erkennen ihre Fehler zu und hören niemals auf, an sich zu arbeiten.

Der Schreibstil erlaubt es besonders, mit den beiden Erzählern Cinder und Ella mitzufühlen. Das meiste ist aus Ellas Sicht geschrieben. Sie ist eine Person, die man im Verlauf der Geschichte einfach einmal drücken möchte. Wenn sie von ihren Mitschülern wegen ihrer vernarbten Haut gehänselt wird oder sie ihre Mutter vermisst, die ihre beste Freundin war, möchte man sie einfach nur in den Arm nehmen und ihr sagen, dass alles gut wird. Man freut sich über jeden Schritt, den sie nach vorn macht. Ella ist eine wundervolle Protagonistin. Ich habe es wirklich sehr genossen, ihr „zuzuhören“.

Bei Cinder ist der Stil ein wenig anders. Er ist Schauspieler und so sind seine Passagen auch alle ein wenig dramatischer und überspitzter. Wenn er seine Gefühle beschreibt, tut er das sehr viel ausladender als Ella. Er ist von den beiden definitiv der romantisch Veranlagte, aber da er Schauspieler ist, passt das einfach auch sehr gut zu ihm. In ihm zeichnet Kelly Oram einen modernen Märchenprinzen. Er tut alles für das Mädchen, dessen Herz er begehrt, aber er gibt ihr auch genügend Raum, sich selbst zu entfalten. Cinder ist ein Mann, der die Frau an seiner Seite respektiert und das gehört zu einem modernen Märchen eben auch dazu.

meine Bewertung – Fazit

Wie ihr sicherlich schon gemerkt habt, hat mir „Cinder & Ella“ unglaublich gut gefallen. Das Buch schafft es so wundervoll, mit Klischees umzugehen und lädt seinen Leser zum Träumen, und zum Mitfühlen, ein. Ähnlich wie „Wunder“ von Raquel J. Palacio führt es dem Leser aber auch vor Augen, wie schrecklich Mobbing ist und dass wir stets an der Art, wie wir anderen Menschen gegenübertreten, arbeiten sollen. Kelly Oram hat hier eine wunderschöne Märchenadaption geschrieben, die sowohl zum Träumen als auch zum Nachdenken anregt. Mein anfängliches Gefühl hat mich nicht enttäuscht, „Cinder & Ella“ gehört definitiv in die Kategorie „Lieblingsbuch“. Ich hoffe, meine Rezension zu „Cinder & Ella“ von Kelly Oram hat euch gefallen!

Sollte euch mein Bewertungssystem nicht bekannt sein, könnt ihr hier gerne mehr darüber erfahren!

Habt ihr „Cinder & Ella“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Cinder & Ella von Kelly Oram



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