Wie man achtsamer mit übersteigertem Perfektionismus umgeht

Wie man achtsamer mit übersteigertem Perfektionismus umgeht

Ich würde jetzt einfach mal von mir behaupten, ein sehr perfektionistischer Mensch zu sein. Das ist in den meisten Situationen hilfreich – schließlich hilft es mir dabei, keine halben Sachen zu machen und nur das zu teilen oder abzugeben oder ähnliches, mit dem ich auch zu 100& zufrieden bin. In schulischen bzw. universitären und private Situationen hatte ich trotz des Perfektionismus nie mit wirklichen Selbstzweifeln oder zermürbenden Gedanken zu kämpfen. Ich war mir immer sicher, dass das, was ich zum Beispiel für eine Klausur gelernt habe, auch ausreicht. Meine hohen Ansprüche an mich selbst haben mich in diesen Dingen eher selten zum verzweifeln gebracht.

Wo mir der Perfektionismus allerdings zu schaffen macht, ist bei meinem Blog und bei Instagram. Besonders bei Instagram. Erst verbringe ich Stunden damit, neue Fotos zu machen und plane dann anschließend meinen Feed. Allerdings ist das immer ein ewiges Hin und her. Ich füge Bilder hinzu, bewege sie hundert mal und lösche sie dann anschließend doch. Und das macht mich manchmal wahnsinnig. Wirklich.

Instagram ist nur eine App. Und wird von mir nur als Hobby betrieben. Ein Hobby, das mir wirklich sehr viel Spaß macht. Aber manchmal wünsche ich mir trotzdem, dass ich nie angefangen hätte. Oder dass ich ein bisschen weniger perfektionistisch wäre. Ich würde ja gerne mal spontan ein Bild von #whereistand oder so posten, aber nein, das passt ja dann wahrscheinlich nicht in meinen so sorgfältig geplanten Feed. Zum einen nicht, weil ich meine Fotos eigentlich immer mit der Kamera mache und dann mit einem richtigen Bearbeitungsprogramm bearbeite – das Handy erreicht diese Qualität einfach nieee- und zum anderen würden die Farben, die Komposition oder die Reihenfolge einfach nicht passen. Klingt vielleicht verrückt, ist aber so.

Aber was kann ich dagegen tun? Kann ich diesen Perfektionismus irgendwie bekämpfen? Ich würde sagen: ja. Meiner Meinung nach ist man in der Lage, viel zu ändern, wenn man es auch wirklich will. Man kann an sich arbeiten und zu Ergebnissen kommen, die einen (meistens) zufrieden stellen. Mit der Zeit habe ich mir einige Tipps und Tricks angeeignet, die mir helfen, aus der Perfektionismus-Gedankenspirale zu entkommen und wieder neuen Spaß an Instagram und Co. zu finden. Natürlich sind das keine komplett Heilmittel, aber sie helfen definitiv dabei, besser damit klarzukommen.

Anwendbar sind die Tipps natürlich auf jeglichen Lebensbereich, in dem du vielleicht ein bisschen zu viel Perfektionismus an den Tag legst. Viel Spaß mit meinen Tipps, wie ihr achtsamer mit Perfektionismus umgeht!

Tipp 1: Halte dich von Social Media fern

Wenn du wirklich mal wieder das Gefühl hast, an deinen eigenen Ansprüchen zugrunde zu gehen, dann halte dich besser von Social Media fern. Dort wird uns nämlich tagtäglich eine Welt präsentiert, die vielleicht ein bisschen zu perfekt ist.

„Nobodys life is as perfect as their Instagram Feed“

– Unbekannt

Dieser Spruch ist ziemlich wahr. Das Leben von niemandem ist so perfekt, wie ein Instagramfeed vielleicht vermuten lässt. Jeder hat mal einen nicht so guten Tag und auch erfolgreichen „Influencern“ wie Ana Johnson oder Carmushka gelingt mal ein Foto nicht. Ich ertappe mich oft dabei, wie ich mich frage, ob bei solchen Leuten eigentlich immer das perfekte Fotolicht ist. Manchmal verzweifle ich wirklich am Wetter, mache mich fast schon abhängig von der Wetter App. Dann checke ich fast stündlich die Voraussichten und werde langsam panisch, wenn für die nächsten Tage nur Regen und graue Wolken angesagt sind. Oder wenn der einzige Tag mit Sonne einer ist, an dem ich definitiv nicht dazu kommen werde, ein Foto zu machen. Ich hasse es, in so einer Abhängigkeit zu einer blöden App zu stehen. Eine App, die nicht mal mein Beruf ist, sondern einfach „nur“ ein Hobby.

Auch wenn sich das jetzt vielleicht nicht so anhört, aber an den meisten Tagen bin ich dann doch reflektiert genug, um zu wissen, dass auch bei anderen nicht immer alles klappt. Aber an Tagen, an denen ich sowieso unzufrieden mit mir oder mit meiner Interneterscheinung bin, dann verstärken Soziale Netzwerke wie Instagram und Co. das noch zusätzlich. Daher versuche ich, an solchen Tagen, weniger Zeit auf Instagram zu verbringen. Vielleicht geht dann meine Reichweite runter oder ich verpasse den neusten Gossip, Rabattcodes oder sonstige Ankündigungen, aber für mich persönlich und mein Wohlbefinden, ist das definitiv besser so. Und das sollte, auch bei dir, immer im Vordergrund stehen. Das Leben spielt sich nicht auf Instagram ab!

Tipp 2: Lenk dich ab

Ich finde es immer wieder erstaunlich, welch überaus großen Einfluss Ablenkung auf uns haben kann. Die richtige Ablenkung lässt uns alles mögliche negative vergessen: Probleme, Fehler, Nervosität… Sollte der übersteigerte Perfektionismus wieder Überhand über dich gewinnen, sorg für Ablenkung! Lies ein Buch, guck eine Serie oder einen Film, triff dich mit Freunden, koch etwas, probiere ein neues Hobby aus. Mache vielleicht auch etwas, bei dem du dich immer sicher fühlst. Etwas, das eine Art Anker für dich ist. Für viele ist das der Sport. Sport sorgt irgendwie dafür, dass wir alles um uns herum vergessen. Es zählt nichts mehr, außer Bewegung und Atmung. Besonders beim Laufen oder beim Yoga bekomme ich persönlich den Kopf gut frei. Alle Sorgen sind vergessen und ich fühle mich befreit. Probiere es doch auch einmal aus!

Tipp 3: Sprich mit anderen darüber

Ich bin ein Mensch, der sich unglaublich gerne mitteilt. Vielleicht habe ich deswegen auch einen Blog, haha. Jedenfalls hilft es mir immer ungemein, wenn ich meine Gedanken oder Sorgen irgendwie mitteile. Das kann durchaus auch in einem Tagebuch sein, aber das antwortet in der Regel nicht. Daher spreche ich meistens lieber mit meine Freunden und meiner Familie über die Dinge, die mich bewegen oder aber ich teile es hier auf dem Blog oder auf Instagram. Beide Möglichkeiten bieten Austausch an. Es geht bestimmt auch noch anderen Menschen so. Bei übersteigertem Perfektionismus bezüglich Social Media und Co. gibt es bestimmt auf Instagram noch andere Menschen, denen es so geht. Und auch wenn deine Freunde zum Beispiel nicht mit Perfektionismus zu kämpfen haben, werden sie dir sicherlich trotzdem helfen können. Es hilft immer, aufmunternde Worte von einem guten Freund zu hören. Egal, in welchem Lebensbereich.

Achtsamer mit Perfektionismus umgehen

Tipp 4: Sei achtsamer

Achtsamkeit kann in vielen Lebensbereichen hilfreich sein. Eines der Ziele eines achtsamen Lebens ist es, Zufriedenheit zu bewirken. Mit sich selbst im Reinen sein, zu wissen, dass man nicht perfekt sein muss. Ich beschäftige mich ja schon etwas länger mit Achtsamkeit und immer, wenn ich das Gefühl habe, mein Leben läuft wieder ein bisschen aus den Fugen und ich brauche stärkeren Rückhalt von mir selbst, komme ich wieder mehr darauf zurück. Im folgenden möchte ich dir daher auch gerne drei „Anlaufstellen“ für Achtsamkeit empfehlen, auf die ich mich auch immer wieder gerne berufe:

  • Valerie Husemann – ist wirklich die perfekte Anlaufstelle für Achtsamkeit. Auf ihrem Instagramfeed teilt sie regelmäßig neue Impulse rund um das Thema und hat neuerdings sogar einen Achtsamkeitspodcast
  • Das Achtsamkeitsbuch der Flow – dieses Heft war mehr oder weniger mein erster Berührungspunkt mit Achtsamkeit. Hier habe ich viel gelernt und empfehle es daher jedem, der sich auch gerne ein bisschen mehr damit beschäftigen möchte!
  • Worksheets – das Achtsamkeitsworksheet von odernichtoderdoch.de finde ich persönlich wirklich gelungen und hilft dabei, dem Leben achtsamer zu begegnen

Tipp 5: Hab Geduld mit dir selbst

Nicht alle Tipps werden direkt funktionieren. Zeit und Heilung sind eng miteinander verbunden, denn nichts heilt von jetzt auf gleich. Ich selbst bin auch nicht von meinem übersteigertem Perfektionismus endgültig geheilt. Vielleicht geht das auch gar nicht. Aber ich habe mit der Zeit gelernt, geduldiger mit mir zu sein. Mich nicht dafür zu verurteilen, dass vielleicht nicht immer alles perfekt ist. Kein Mensch ist perfekt. Und das sollte auch keiner sein. Gib dir selbst Zeit. Gib den Dingen Zeit. Selbstverurteilung bringt niemandem etwas. Und dir selbst schon gar nicht. Nimm dir diese Tipps zu Herzen und genieße das Leben. Es geht letztlich nicht darum, das perfekteste Leben, den perfektesten Instagramfeed oder die allerbeste Klausur zu haben, es geht darum glücklich zu sein. Und das geht auch ohne übersteigerten Perfektionismus, denn der wird wohl eher zum Gegenteil führen…

Was hilft euch bei übersteigertem Perfektionismus?

xoxo Ruth

Achtsamer mit Perfektionismus umgehen

Du willst wissen, was ich sonst noch so über Achtsamkeit geschrieben habe? Dann schau doch einfach einmal hier vorbei!



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