Lifeupdate #9: mein Sommer 2019

Lifeupdate #9: mein Sommer 2019

Früher kam mir der Sommer oft ziemlich lang vor. Sechs Wochen Sommerferien waren zwar eigentlich echt cool, aber sind wir mal ehrlich, mindestens eine Woche davon verbringt man meistens mit purer Langeweile. Dann sind alle Freunde im Urlaub, nur man selbst hat sich mal wieder nicht abgesprochen und war dann weg, wenn alle anderen zu Hause waren. Wir fahren immer ziemlich in der Mitte der Ferien, während ich das Gefühl habe, dass die meisten anderen die ersten oder letzten zwei Wochen präferieren. Naja, wie dem auch sei, diesen Sommer war auf jeden Fall alles irgendwie ein bisschen anders. Anders, aber wenn ich ehrlich bin: besser. Den heutigen Blogpost möchte ich daher nutzen, um euch ein bisschen was von meinem Sommer zu erzählen und euch auch gleichzeitig ein kleines Lifeupdate zu geben.

Prüfungsphase

Was auf jeden Fall anders war als in den Sommern davor, ist die Prüfungsphase. In der Schule ist man meist drei oder vier Wochen vor Beginn der Ferien mit den Klausuren durch. In der Uni ist das nicht so. Als wir am 15. Juli „Semesterferien“ bekommen haben, hatte ich noch keine einzige Prüfung geschrieben. Okay, ich hatte für eine Vorlesung bereits einen Online-Test absolviert, den man von zu Hause aus bearbeiten konnte, aber ansonsten war ich noch vollkommen ungeprüft. Vor mir lagen eine Klausur in Geschichte, eine Klausur in Deutsch und eine Hausarbeit in Geschichte. Hinzu kam noch ein Blockseminar in Geschichte, da der Dozent während des Semesters relativ lang gefehlt hatte und wir so einiges aufzuholen hatten. Während meine Schwester also die Seele baumeln ließ, setzte ich mich an den Schreibtisch und begann zu büffeln.

Besonders knifflig war die Deutschklausur. Das Thema: Sprachwissenschaft. Und zwar alle Themen. Falls ihr auch Germanistik studiert, könnt ihr euch in etwas vorstellen, wie viel das ist. Für alle anderen: ich habe für diese eine Klausur ungefähr genauso viel gelernt wie für meine Abiturklausur in Biologie. Und für die habe ich echt viel gelernt. Ich war auch noch nie, nicht mal vor dem Abi, so gestresst vom Lernen. Als die Geschichtsklausur eine Woche vor Deutsch hinter mir lag, war ich schon deutlich erleichtert, aber erst als Deutschklausur und Blockseminar geschrieben und absolviert waren, konnte ich wirklich aufatmen. Mich hat die Klausur wirklich sehr gestresst und als ich am Rande der Verzweiflung angelangt war, habe ich einfach ein Thema gestrichen. Ein Unterthema der Phonologie, was ich einfach nicht in meinen Kopf bekommen wollte. Meiner Endnote hat es nicht geschadet, ich bin sehr zufrieden mit meinem Ergebnis.

Hausarbeiten schreiben finde ich viel, viel angenehmer und so hat mich meine auch nicht wirklich gestresst. Außerdem hatte ich etwas zu tun. Ich hatte eine Aufgabe. Ein klein bisschen Druck, da wir zwei Wochen nach dem Blockseminar schon ein Exposé unserer Arbeit abgeben sollten, aber dennoch nichts negatives. Ich muss sagen, so eine richtige Aufgabe tut einem Sommer irgendwie ganz gut. Langeweile kommt da definitiv nicht auf, aber ich hatte auch noch genug Zeit für private Dinge.

Keine Bucket List

Normalerweise schreibe ich mir vor jedem Sommer eine Bucket List. Aber dieses Mal habe ich das irgendwie nicht gemacht. Ganz intuitiv nicht. Und es war eine sehr gute Entscheidung! Sooft habe ich mich in vergangenen Sommern durch diese Liste stressen lassen. Habe Ende Mai voller Vorfreude Seiten mit meinen Plänen gefüllt, nur um dann Ende August voller Enttäuschung festzustellen, dass ich das meiste eh nicht gemacht habe. Ich will damit gar nicht die Grundidee von Bucket Lists schlecht machen. Ich finde es nach wie vor sehr gut und wichtig, wenn man im Leben Träume und Ziele hat und diese auch irgendwo festhält, aber ich denke, dass man das Leben auch manchmal einfach auf sich zukommen lassen sollte. Die besten Erinnerungen sind meistens die, mit denen man vorher nicht gerechnet hat. Und solche durfte ich im Sommer 2019 ganz viele machen.

Lediglich zwei Dinge hatte ich Anfang des Sommers, die ich unbedingt machen wollte: und zwar wollte ich zur Hängeseilbrücke Geierlay fahren und gemeinsam mit meinem Vater morgens zum fotografieren in die Kölner Innenstadt bzw. ans Rheinufer fahren. Und siehe da: wir haben beides gemacht. Aber sonst waren viele Dinge spontan oder zumindest halbwegs spontan. Sobald man eine Idee für irgendwas hat, muss man sie auch wirklich angehen, sonst verpufft sie. So war ich zum Beispiel endlich mal an dem See, der gar nicht so weit von mir entfernt ist, ich war im OpenAir Kino, einige Male Abends am Aachener Weiher und habe mich gemeinsam mit meinem Laptop in ein Café gesetzt und geschrieben. Letzteres wollte ich schon ewig machen, habe es aber irgendwie nie in die Tat umgesetzt. Der Sommer 2019 war ein Sommer, der dem Sommer in amerikanischen Teeniesommern irgendwie sehr nahe kommt und ich bin so glücklich darüber. Denn lange habe ich auf so einen Sommer gehofft, ihn aber nie erlebt.

Reise nach Hamburg

Gemeinsam mit meiner Schwester war ich im August fünf Tage in Hamburg. Falls ihr meinen Reisebericht dazu verpasst haben solltet, könnt ihr ihn gerne hier nachlesen. Jedenfalls hat mir Hamburg total gut gefallen. Ich mag den Norden ja sowieso total gerne, aber Hamburg hat mich auch einfach optisch total beeindruckt. So viele schöne Altbauten und am Ufer der Außenalster hat man echt das Gefühl, man sei an einem idyllischen See am Waldrand – und nicht inmitten einer Großstadt.

Mehr Sommerurlaub war für mich dieses Jahr nicht. Wir haben zuhause neuen Fußboden bekommen und so fiel ein längerer Urlaub dieses Jahr aus. Anfangs war ich darüber enttäuscht, seit ich denken kann sind wir in den Sommerferien immer für mindestens eine Woche weggewesen, aber jetzt im Nachhinein war das gar nicht so schlimm. Ich war ja doch kurz weg und hatte auch die Zeit, den Sommer mal in Ruhe hier in Köln zu genießen. Ich habs in meinem Sommerblogpost zu Beginn der Jahreszeit bereits erwähnt, aber tue es hier noch einmal: auch in der eigenen Stadt kann man so unglaublich viele Sachen entdecken. Man muss nicht immer weit weg fahren, um ein Abenteuer zu erleben. Oft liegt es auch direkt vor der eigenen Tür. Das habe ich dieses Jahr erfahren dürfen!

Viel Zeit für und mit Freunde(n)

Da weder ich noch meine besten Freunde wirklich groß weggefahren sind diesen Sommer, hatten wir viel Zeit für uns. Das war, wie oben bereits erwähnt, ganz anders als in den Sommern davor. Ich hatte auch eine Woche, in der meine beste Freundin weg war, aber die anderen Freunde waren da und ich hatte viel Zeit, meine Hausarbeit zu schreiben. Ansonsten habe ich mich aber generell viel mit meinen Freunden getroffen. Ich habe schon das OpenAir Kino und den See erwähnt, aber wir waren zum Beispiel auch auf einer Kirmes bei uns ganz in der Nähe. Eigentlich will ich immer mindestens einmal im Sommer ins Phantasialand – das haben wir dieses Mal nicht gemacht und waren dafür auf der Kirmes. Ich war sogar eigentlich zwei Mal dort, aber das erste Mal war mit der Arbeit. Jedenfalls habe ich mich auf der Kirmes zwar nicht auf die Geisterbahn getraut, dafür aber auf etwas, das sich XXL-Racer nennt. Googlet das mal, dann wisst ihr, was das ist. Der Sommer 2019 war auch ein Sommer der Freundschaft – und darüber bin ich sehr glücklich.

Ausblick: was steht jetzt an?

Wenn dieser Beitrag online geht, bin ich bereits seit einer Woche im Praktikum. Das Lehramtsstudium in NRW beinhaltet das sogenannte Eignungs- und Orientierungspraktikum (kurz EOP), welches möglichst in den ersten zwei Semestern absolviert werden sollte. Da das Sommersemester 2019 mein zweites Semester war, mache ich auch jetzt das Praktikum. Man ist dafür 25 Tage an einer Schule und bekommt die Chance, einmal in den Unterricht reinschnuppern zu können und von der Schülerseite auf die Lehrerseite zu wechseln. Bisher gefällt mir das Praktikum wirklich sehr gut und habe Spaß daran.

Am siebten Oktober geht dann auch die Uni wieder los. Kaum zu glauben, dass ich dann schon das dritte Semester beginne und seit genau einem Jahr Studentin bin. Ich habe es glaube ich schon öfters erwähnt, aber ich studiere wirklich unglaublich gerne. Auch, wenn die letzte Prüfungsphase so anstrengend war. Bereits in einem Jahr habe ich schon so viel gelernt, und damit meine ich jetzt nicht nur den Inhalt meiner Fächer, sondern auch lebenspraktische Dinge. Studieren macht selbstständiger, spontaner, freier und irgendwie auch mutiger. Ich bereue es auch keinen Tag, damals direkt nach dem Abi mit dem Studium begonnen zu haben. Etwas anderes würde mir auch nichts außer schlechter Laune bringen und wie bereits erwähnt, studieren macht mir einfach Spaß. Natürlich nicht die Art von Spaß, die man während einer Party empfindet, aber dennoch. Studieren macht Spaß.

Ansonsten freue ich mich jetzt tatsächlich auf den Herbst. Auf ganz viel lesen und Serien schauen, auf bunte Blätter, Tee trinken und auf Kürbissuppe. Ich habe auch schon einige Herbstblogposts in Planung, aber das werdet ihr ja noch früh genug mitbekommen!

Wie war euer Sommer 2019?

xoxo Ruth



6 thoughts on “Lifeupdate #9: mein Sommer 2019”

  • Ein wirklich schöner Sommer den du erlebt hast und das mit der Bucket List kann ich mir echt hinter die Ohren schreiben. Die schönsten Momente entstehen ungeplant und man kann sie aus diesem Grund viel mehr genießen. Ich bin wirklich ein absoluter Listenfan, aber manchmal braucht es auch ein wenig Spontanität und Intuition:) Auch wenn mein Studium frühestens nächsten Herbst beginnen kann, freue ich mich schon so sehr darauf. Ich denke wenn man den richtigen Studiengang für sich selbst findet, dann macht es wirklich viel Freude neue Dinge zu lernen. Wie bei allem, gibt es auch stressigere Phasen, aber diese kann man überstehen und stolz auf das, was man erreicht hat zurückblicken.
    Liebe Grüße
    Kirsten

    • Liebe Kirsten,
      vielen dank! Ja genau, Spontanität und Intuition gehören nun einmal auch dazu – und das ist auch gut so. Genau, wenn man den richtigen Studiengang gefunden hat, dann empfindet man das lernen auch ganz anders als in der Schule. Klar gibt es immer Themen, die einen vielleicht weniger interessieren, als andere, aber grundsätzlich beschäftigt man sich ja schon mit Thematiken, die einen interessieren. Ich wünsche dir, dass du auch so ein Studium für dich findest!
      Ganz liebe Grüße
      Ruth

  • Hi Ruth, das klingt nach einem superschönen Sommer. Irgendwie habe ich diesen Sommer sehr viel „nichts“ gemacht. Das habe ich auch echt gebraucht. Und dann war ich noch mit meiner besten Freundin im Urlaub 😍😍😍 (und ich vermisse das Meer und die Sonnenuntergänge auf Krk…)
    Ich hoffe, dass der Herbst auch schön wird und es nicht sooo stressig wird.
    Liebe Grüße, Caro 💕

    • Liebe Caro,
      wenn du es diesen Sommer gebraucht hast, dann war es ja super, dass du dieses „nichts“ auch machen konntest! Ich wünsche dir einen wundervollen und gemütlichen Herbst ohne viel Stress💗
      Liebe Grüße
      Ruth

  • Wow du kannst dir gar nicht vorstellen, wie glücklich mich dieser Blog Beitrag gerade macht 😊 zu lesen, dass du einen wunderbaren Sommer hattest finde ich so toll und ich bin auch froh, das selbe von meinem sagen zu können 💓 ich freue mich auch schon auf den Herbst und all die Dinge, die du damit einhergehend erwähnt hast und natürlich deine kommenden Blog Beiträge🤗

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