UNI: Tipps und Tricks für’s Home Office (nicht nur) für Studenten

UNI: Tipps und Tricks für’s Home Office (nicht nur) für Studenten

Das Thema „Home Office“ wurde wohl noch niemals zuvor so intensiv und häufig thematisiert wie derzeit. Seit Mitte März sind SchülerInnen und viele ArbeitnehmerInnen im Home Office. Auch wenn die Schulen teilweise wieder geöffnet haben, das Thema ist noch nicht durch. Und für die Studenten unter uns geht es gerade erst los. Ich hatte bis zum 20.04. noch Semesterferien und bin daher erst seit kurzem so richtig im Home Office. Davor ging es für mich immer nur ums Schreiben von Blogbeiträgen, aber das mache ich ja generell immer zu Hause. Jetzt musste ich mich aber auch intensiver mit dem Thema auseinandersetzen. Klar, Teile musste ich schon immer von daheim erledigen, aber ich bin auch jemand, der zum Schreiben einer Hausarbeit lieber in die Bib geht. StudentInnen (okay, das mit dem gendern nervt mich jetzt schon, ich werde es wieder lassen, hoffe aber, dass sich trotzdem ALLE angesprochen fühlen :) ) müssen sich nun, teils sehr komplexe, Inhalte selbst erarbeiten, einige Dozenten bieten Zoom-Meetings an, aber auch nicht alle. Heute möchte ich daher meine Tipps fürs Home Office teilen, damit wir alle ein bisschen besser damit umgehen können. Die Tipps sind übrigens auch auf andere Bereiche anwendbar und nicht nur aufs Studium bezogen!

Haltet euch an Routinen (früh aufstehen, euer Studenplan etc.)

Ich bin ein Routinenmensch. Wenn ich von meiner Routine abweiche, dann führt das bei mir oft dazu, dass ich deutlich weniger produktiv bin, als wenn ich eine Routine habe. Die Stundenpläne für dieses Semester sind geschrieben, haltet euch also auch von zuhause möglichst dran. Oft finden die Zoom-Meetings ja generell zu den eigentlichen Seminar- und Vorlesungszeiten statt, aber auch wenn das nicht der Fall sein sollte, arbeitet für euch ruhig zu der ursprünglichen Zeit. Das bringt Routine und Regelmäßigkeit in euren Alltag. Ihr wisst genau, was ihr wann machen müsst und habt so auch eine spezifische Aufgabe für den Tag.

Mit diesem Punkt hängt auch ein weiterer zusammen: früh aufstehen. Ich konnte schon immer besser morgens lernen. Nachmittags geht es auch noch, aber spätestens ab fünf Uhr lässt meine Konzentration endgültig nach und ich habe auch einfach keine Lust mehr. Daher belege ich in der Uni grundsätzlich lieber die Veranstaltungen zwischen 10 und 16 Uhr. 8-Uhr-Veranstaltungen sind zwar hart (und da gibt es in der Uni auch gar nicht soo viele), aber das mag ich trotzdem noch viel lieber, als eine Vorlesung, die erst um 18 Uhr beginnt. Mir ist es daher wichtig, auch jetzt, wo man ja theoretisch länger schlafen könnte, noch früh aufzustehen. Man schafft einfach mehr, wenn man schon um 9 am Schreibtisch sitzt und nicht erst um 11. Ich mache das derzeit so, dass ich gegen 6:15 Uhr aufstehe, frühstücke und dann langsam in den Tag starte. Ich lese morgens, mache Yoga und kann alles ganz entspannt und ohne Stress angehen. Am Schreibtisch sitze ich dann zwischen 8:30 Uhr und 9:00 Uhr und das steigert meine Produktivitätsrate enorm!

Verschafft euch Überblick über Abgaben etc.

Klassische Aufgaben für Studienleistungen wie Referate oder Exposés fallen jetzt meistens flach und viele Dozenten greifen auf Übungsaufgaben zurück, die man natürlich rechtzeitig abgeben muss, um nicht aus dem Seminar zu fliegen. Durch die ganzen Abgabefristen kann schnell mal Chaos entstehen. Um durch eben jenes dennoch durchblicken zu können, gehe ich immer folgendermaßen vor:

Zunächst lege ich mir in meinem Kalender eine entsprechende Seite für Studienleistungen im aktuellen Semester an. Da schreibe ich dann ganz genau auf, was ich für welche Veranstaltung zu erledigen habe. Dann überlege ich mir ein Farbsystem: jede Veranstaltung bekommt eine Farbe. Im Kalendarium trage ich dann zu den Fristen lediglich „Studienleistung“ ein und markiere dann mit der entsprechenden Farbe. Wenn jetzt beispielsweise Seminar X die Farbe blau bekommt und ich muss am 07. Mai etwas in diesem Seminar abgeben, dann markiere ich „Studienleistung“ an diesem Tag mit blau. Was genau ich zu machen habe, gucke ich dann in meiner Übersicht hinten nach. Das spart eine Menge Platz und hilft insgesamt dabei, den Überblick zu wahren. Dieses System ist natürlich nicht spezifisch aufs Home Office bezogenen. Auch in einem normalen Semester gibt es Abgaben und Fristen, da verwende ich natürlich das gleiche System. Was ihr noch zusätzlich machen könnt, damit ihr nicht Montags mit einer Montagsabgabe überrascht werdet, ist euch jeweils eine Woche im Voraus schon entsprechende Vermerke zu machen.

To Do-Listen und Prioritäten

Ohne To Do-Listen wäre mein Leben vermutlich nur halb so gut organisiert, wie es tatsächlich ist. Ich muss einfach wissen, welche speziellen Aufgaben ich für einen Tag angesetzt habe. Sonst komme ich zu nichts. Dabei schreibe ich meine Listen nicht immer auf, ich kann auch sehr detaillierte To Do-Listen in meinem Kopf erstellen. Im Grunde ist es aber natürlich besser, sich alles zu notieren. Da hat man dann wirklich alles im Blick. Bei euren To Do-Listen sind zwei Dinge wichtig. Erstens: das Pensum der Aufgaben. Zweitens: die Priorität der einzelnen Aufgaben. Eine zu lange Liste werdet ihr nie abarbeiten können. Natürlich ist das immer abhängig von dem, was ihr sonst noch so geplant habt. An einem Tag mit vielen Zoom-Meetings oder an einem, an dem viel Haushalt ansteht, werdet ihr nicht so viel schaffen wie an einem Tag, den ihr wirklich vollständig dem Abarbeiten eurer Uniaufgaben widmen könnt. Manche Aufgaben dauern auch länger. Wenn ihr für ein Seminar Texte lesen sollt, guckt euch vorher an, wie lang die Texte sind und wie viel Zeit ihr dafür einplanen müsst. Ich habe Beispielsweise neulich 2h für einen theoretischen Text von 16 Seiten gebraucht. Der Text war einfach sehr komplex und wissenschaftliches lesen beinhaltet ja auch das Erstellen von Notizen und Markieren wichtiger Passagen.

Der zweite Punkt beschäftigt sich ja mit Prioritäten. Das habe ich lange nicht wirklich genutzt, aber Carmushka hat da ein sehr tollen System entwickelt, das ich euch kurz vorstellen möchte. Ihr teilt eure Aufgaben in drei Prioritätsstufen ein: Beim Abarbeiten eurer Aufgaben versucht ihr natürlich zunächst die Aufgaben mit der höchsten Priorität (ob das bei euch jetzt Stufe 1 oder 3 ist, ist egal) zu erledigen. Das ist ja auch richtig so. Aber andere Dinge, die vielleicht im ersten Moment als nicht so wichtig erscheinen, fallen dann oft hinten über. Das sind bei mir oft so Dinge wie „malen“, „Jahrbuch basteln“ oder auch „lesen“. In der mittleren Stufe steht bei mir auch häufig „Blogpost schreiben“. Die Aufgaben wollen aber natürlich auch irgendwann erledigt werden. Daher rutscht jede Aufgabe, die ihr an einem Tag nicht erledigen konntet, für den nächsten eine Stufe höher. Was gestern noch mittlere Priorität hatte, hat heute höchste und was gestern am noch eher unwichtig erschien, ist übermorgen das Wichtigste. So verhindert ihr unnötige Prokrastination und schafft eventuell auch euren Interessen die nötige Daseinsberechtigung.

Schafft die richtige Arbeitsatmosphäre

Wer von zu Hause aus arbeitet, neigt dazu, dies in der Jogginghose oder von der Couch aus tun zu wollen. Fataler Fehler! Klar, wir alle haben mal einen Tag, an dem wir uns nicht aufraffen können, an dem wir vielleicht sogar die ganze Zeit im Schlafanzug bleiben. Das ist auch okay so, sollte allerdings nicht die Regel sein. Stattdessen solltet ihr euch morgens eine Jeans anziehen und zumindest mal die Haare kämmen. Niemand muss ein erstklassiges Make Up auflegen, aber ein bisschen zurechtgemacht fällt das Arbeiten wirklich viel leichter. Dann solltet ihr auch besser nicht aus dem Bett oder vom Sofa aus arbeiten. Einen Tisch solltet ihr schon benutzen. Am besten natürlich einen Schreibtisch, an dem ihr direkt alle wichtigen Arbeitsmaterialien und Stifte etcs. parat habt, aber zur Not reicht auch der Küchen- oder bei entsprechendem Wetter der Gartentisch. Im Bett neigt ihr immer viel eher dazu, irgendwas anderes zu machen als das, was ihr eigentlich machen solltet. Also, Jeans an und ab an den Schreibtisch mit euch!

Schließt euch mit euren Kommilitonen kurz

Die gute Nachricht ist: ihr seid nicht alleine! All‘ eure Kommilitonen sind derzeit in genau der gleichen Situation. Und einige von ihnen müssen vielleicht unter anderen Bedingungen mit der ganzen Situation umgehen als ihr. Obwohl ihr euch nicht „in echt“ sehen könnt, solltet ihr dennoch irgendwie Kontakt miteinander aufnehmen. Dazu sind WhatsApp-Gruppen optimal geeignet. Für meine beiden Studienfächer Deutsch & Geschichte gibt es jeweils eine große Sammelgruppe für meinen Jahrgang, für die einzelnen Kurse gibt es dann nochmal extra Gruppen. So steht man im Austausch miteinander, kann sich gegenseitig fragen stellen und über die ganze Situation austauschen. Ihr seid nicht alleine und es ist auch total okay, wenn ihr andere mal um Hilfe bitten müsst.

Stellt euch einen Timer

Manche Aufgaben macht man nicht gerne. Ich muss zum Beispiel derzeit einen 600-Seiten-Schinken von Goethe lesen. 600 Seiten sind ja generell schon viel und anstrengend, aber wenn man dann auch noch so super gründlich lesen muss, kann das ganz schön ermüdend sein. Mir hilft es daher immer ungemein, wenn ich mir einen Timer stelle. Dann kann ich 30 oder 60 Minuten konzentriert arbeiten und weiß danach auch, dass ich auf jeden Fall etwas geschafft habe. Das ist ein befreiendes Gefühl und macht es für mich einfacher, mich zum lesen zu motivieren. Probiert es doch auch einfach mal aus!

Wenn Feierabend ist, ist Feierabend

Wenn man daheim arbeitet, neigt man eher dazu, immer weiter zu arbeiten. In der Uni ist das anders. Da beendet das letzte Seminar den Tag oder aber, wenn man zum lernen oder so noch länger geworden ist, irgendwann die Bahn. Man muss schließlich irgendwann nach Hause. Ich bleibe manchmal gerne etwas länger, damit ich mich zu Hause nicht wieder aufraffen muss. Das geht aber derzeit nicht. Daher ist es super wichtig, auch zu Hause richtigen Feierabend zu machen. Und nein, ihr habt nicht erst dann Feierabend, wenn eure To Do-Liste vollständig abgearbeitet ist. Manchmal schafft man eben nicht alle Aufgaben. Wenn ihr zu arbeiten beginnt, solltet ihr euch eine feste Zeitgrenze setzen, über die ihr nicht hinausarbeitet. Ich persönlich habe gerne ab dem späten Nachmittag frei. Sodass ich etwas kreatives oder Sport machen kann. Oder natürlich auch lesen, wobei ich das ja lieber morgens mache. Und wirklich Abends will ich dann erst reicht nichts mehr mit der Uni zu tun haben. Macht also, sagen wir mal, um 17 Uhr Feierabend und haltet euch dann auch daran. Selbst wenn eure Dozenten euch noch mal eine Mail oder ähnliches schicken solltet, guckt erst morgen rein. Seht euch neue Aufgaben nicht während des Feierabends ist, denn Feierabend ist Feierabend. Sonst kommt ihr gar nicht mehr zur Ruhe!

Habt ihr noch weitere Home Office-Tipps?

xoxo Ruth



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