REZENSION: Verloren sind wir nur allein von Mila Summers

REZENSION: Verloren sind wir nur allein von Mila Summers

Kennt ihr diese Bücher, die eine Zeit lang überall auf Bookstagram sind? Für die so richtig viel Werbung gemacht wurde? Aber dann geht der Hype auf einmal schlagartig weg? Eines dieser Bücher war zuletzt „Verloren sind wir nur allein“ von Mila Summers. Auch ich habe mir den Jugendroman aufgrund des Hypes gekauft und jetzt auch kürzlich gelesen. Heute gibt es meine Rezension!

Infos zum Buch:

Titel: Verloren sind wir nur allein I Autorin: Mila Summers I Genre: Young Adult/Jugendbuch I Verlag: One I Seiten: 432 I Ersterscheinung Deutschland: 28.02.2020 I Preis: 12,90€ (Paperback) I ISBN: 978-3-8466-0094-8 I Zum Buch

Darum geht’s:

Nach einem schweren Schicksalsschlag zieht Sky mit ihrer Mutter nach Texas. Ihre Mom will endlich alles hinter sich lassen, doch Sky kann und will vor ihrem Schmerz nicht davonlaufen. Sie fühlt sich so verloren wie nie zuvor. Doch dann trifft sie den 18-jährigen Jeff, und mit ihm stiehlt sich ganz zaghaft wieder mehr Licht in Skys Leben. Aber auch Jeff hat mit schrecklichen Erlebnissen aus seiner Vergangenheit zu kämpfen. Können die beiden sich gegenseitig retten? (Klappentext)

„Verunsichert sehe ich mich in dem kahlen Raum um, in dem mich, bis auf ein alter Holzschrank, nur Leere empfängt. Vier weiße Wände starren mich an. Ich starre zurück. Das ist es nun also. Mein neues Zuhause.“

Summers, Mila: Verloren sind wir nur allein, Seite 7

Handlung:

Uns erwartet in „Verloren sind wir nur allein“ zunächst einmal eine klassische Highschool-Geschichte. Die Protagonistin Sky besucht nach dem Umzug nach Texas eine neue Schule und sie muss in der Abschlussklasse noch einmal ganz von vorne anfangen und neue Freunde finden. Das will sie zunächst nicht, doch um eine Clique kommt sie einfach nicht herum. Es werden verschiedene typische Highschool-Aktivitäten wie Unterricht, das Essen in der Mensa oder auch von der Schule organisierte Partys beschrieben. Das hat mir wirklich unglaublich gut gefallen. Obwohl es sich bei der Autorin um eine Deutsche handelt, konnte sie den Flair der Highschools, den man aus etlichen Filmen kennt, sehr gut einfangen. Ob das nun ein realistisches Bild amerikanischer Schulen ist, ist nicht so wichtig, denn es hat trotzdem unterhalten. Und es gab auch durchaus Parallelen, die man aus deutschen Schulen kennt, die dann für die nötige Prise Realität gesorgt haben. Das Setting an der Highschool konnte mich als überzeugen. Das Buch hat sich zunächst angefühlt wie ein typischer Highschoolfilm mit den ganzen Schulaktivtäten und der sich langsam anbahnenden Romanze zwischen Sky und Jeff.

Da Sky und ihre Mutter von nun an auf einer Pferdefarm wohnen, spielen auch Pferde eine Rolle in der Geschichte. In anderen Rezensionen haben das viele kritisiert. Obwohl ich im echten Leben absolut kein Fan von Pferden bin (aber ein komisches Talent dazu habe, mir immer genau die Menschen als Freunde auszusuchen, die Pferde über alles lieben und die Hälfte ihres Lebens im Stall verbringen), hat mich das in „Verloren sind wir nur allein“ tatsächlich überhaupt nicht gestört. Ich fand es sogar eigentlich ganz nett. Außerdem handelt es sich wirklich nicht um ein Pferdebuch, nur weil mal welche vorkommen.

Bis zum letzten Drittel bin ich mir der Handlung wirklich gut zurecht gekommen und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Doch das hat sich dann im letzten Drittel geändert, als ein Thema eingeführt wurde, das meiner Meinung nach alles zerstört hat. Es handelt sich um ein Thema, das viele Bücher bereits aufgegriffen haben, aber hier hat es nicht gepasst. Warum? Weil es viel zu groß ist, um es in die letzten 100 Seiten einer Geschichte zu packen. Die Stimmung ist dermaßen gekippt und ich habe fast komplett die Freude am Lesen verloren. Diese neue Thematik sollte sicherlich für mehr Tiefgang sorgen, hat mich jedoch einfach nur verärgert.

Figuren:

Während ich der Handlung zunächst noch ganz zugetan war, hatte ich mit den Figuren von Beginn an meine Probleme. Jedenfalls mit einigen von ihnen. Leider auch oder vor allem mit der Protagonistin Sky. Es gibt ja Leser, die es interessant finden, wenn sie Geschichten von Figuren lesen, die sie unsympathisch finden, mir fällt das aber ziemlich schwer. Sky präsentiert sich zunächst als bockige, zickige Teenagern, die sich verhält wie ein Kleinkind. Sie suhlt sich in Selbstmitleid und ihr „Rumgeheule“ war teilweise wirklich nur schwer zu ertragen. Ich reagiere auch im echten Leben allergisch auf solche Leute, aber bei Sky hat es mich einfach noch mehr aufgeregt. Ich konnte mich überhaupt nicht in sie hineinversetzen. Man muss hier vielleicht anmerken, dass Sky trauert und ich persönlich wenig bis gar keine Trauererfahrung in meinem Leben habe. Außerdem trauert ja jeder anders, aber für mich schafft es eine gelungene Buchfigur, Schmerz nachzuempfinden, den man noch nie selbst gespürt hat. Und das hat Sky leider nicht geschafft. In der Mitte wurde es dann besser und ich hatte das Gefühl, endlich mit ihr warm zu werden, aber dann ist das wieder sofort verpufft. Sky zieht an einer Stelle so überstürzt Schlüsse, die völlig übertrieben sind und fällt danach wieder in alte Verhaltensmuster zurück, sodass sie sich sämtliche aufkeimende Sympathie wieder verspielt hatte. Ich konnte bei ihr daher auch kaum eine Entwicklung sehen.

Jeff ist an sich ein ganz netter Charakter. Er ist mal kein Bad Boy, sondern ein fröhlicher junger Mann, der aber auch ein trauriges Geheimnis hat. Das Geheimnis war mir dann ein wenig zu offensichtlich und es war auch einfach nicht originell, aber das hat mich tatsächlich nicht gestört. Es hat der Figur Tiefe gegeben und das sollte es ja auch. Was ich nur leider absolut nicht verstehen kann, ist wie Jeff Gefühle für Sky entwickeln konnte. Es war für mich wirklich nicht nachvollziehbar, weswegen die Liebesgeschichte auch jeglichen Reiz verloren hat.

Wen ich sehr mochte waren Skys Schulfreundinnen und -Freunde, bei denen es sich wirklich um nette Menschen handeln. Ich hätte gerne mehr über sie erfahren, auch wenn es mir bei ihnen auch ein Rätsel war, wie sie Sky nett finden konnten. Aber naja, das wollen wir ihnen mal nicht zum Vorwurf machen. Skys Mutter mochte ich auch, bis man erfahren hat, was die wahren Gründe für ihren Umzug waren. Das fand ich unglaublich unnötig und ich dachte mir nur so „Ernsthaft??“.

Schreibstil:

Zum Schreibstil gibt es eigentlich nicht viel zu sagen. Man konnte „Verloren sind wir nur allein“ leicht lesen, die Sprache war angenehm, auch wenn sie mir manchmal ein bisschen zu gewollt jugendlich war, aber dennoch gut zu lesen. Was mich dann noch ein bisschen gestört hat, war das viele Sätze so übertrieben emotional aufgeladen waren. Ich weiß, das mögen viele Leserinnen und Leser unglaublich gerne, ich mag es nicht so, da dadurch oft Tiefgründigkeit und Poesie vorgegaukelt werden, obwohl sie eigentlich gar nicht vorhandne sind. Aber nun gut, das ist meine persönliche Sichtweise und ändert nichts an der Tatsache, dass der Schreibstil ansonsten angenehm war.

Fazit:

Im großen und ganzen hat mich Mila Summers‘ „Verloren sind wir nur allein“ leider eher enttäuscht als überzeugt. Das lag hauptsächlich an der Hauptfigur Sky, die mir von der ersten Seite an furchtbar unsympathisch war. Aber auch die kippende Handlung im letzten Drittel hat die Geschichte für mich irgendwie „versaut“. Das war in meinen Augen einfach nicht nötig, wäre die Geschichte vorher geendet, hätte sie mir wesentlich besser gefallen. Aber so ist es ja leider nicht gekommen und ich kann nur 2,5 von fünf möglichen Sternen geben. Das Buch landet in der Kategorie „Geschmacksache“.

Habt ihr „Verloren sind wir nur allein“ schon gelesen?

xoxo Ruth



2 thoughts on “REZENSION: Verloren sind wir nur allein von Mila Summers”

  • Das Cover und der Titel sprechen mich sehr an, aber wenn die Geschichte nur wenig zu bieten hat, bringt das natürlich auch nichts 😅 sehr schade, dass das Buch nicht so dein Fall war, ich werde das dann auch eher nicht lesen, da es noch so viele andere Bücher gibt, die du empfohlen hast und die ich auch noch nicht gelesen habe 😊

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