DIY: erste Schritte in der Aquarellmalerei – das musst du wissen

DIY: erste Schritte in der Aquarellmalerei – das musst du wissen

Seit etwas über einem Jahr beschäftige ich mich nun schon mit der Aquarellmalerei und bin immer noch so froh, dass ich damit angefangen habe. Mehr oder weniger spontan habe ich mir 2019 einen Aquarellkasten zum Geburtstag gewünscht und war auch eigentlich direkt hin und weg. Früher fand ich Aquarell immer ein bisschen, sagen wir mal „altbacken“, aber dem Watercolor-Trend sei Dank erlebt diese Maltechnik ja eine Art Renaissance und wird immer moderner und jugendlicher. Mich persönlich faszinieren besonders Blumenmuster jeglicher Art, aber auch gemalte Alltagsgegenstände wie Teetassen oder Gummistiefel gefallen mir gut. In meinem heutigen Blogpost möchte ich mein bisheriges Aquarellwissen gerne mit euch teilen und euch Tipps für den Einstieg geben. Ich selbst bin noch lange kein Profi, aber ich habe jetzt doch schon so einige Erfahrungen gesammelt, die gerade für den Anfang nützlich sein können. Also, let’s go!

Das richtige Material

Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches aquarellieren ist natürlich das richtige Material. Es gibt da draußen eine ganze Menge an Möglichkeiten für die Aquarellmalerei, da kann man leicht den Überblick verlieren. Aber was ich so als am besten erachte, habe ich euch hier einmal aufgelistet:

Der richtige Aquarellkasten:

Es gibt natürlich noch andere Wege, an Aquarellfarben zu kommen, als über einen Kasten mit Näpfchen, aber das ist in den meisten Fällen die praktischste und wahrscheinlich auf günstigste Methode. Außerdem sind die Näpfchen super leicht im Umgang. Ich habe diesen Kasten von Schmincke und ich habe ihn wirklich von der ersten Sekunde an geliebt. Er besteht aus 12 Näpfchen und enthält alle wichtigen Farben. Es gibt immer jeweils zwei Nuancen von sechs verschiedenen Farben (gelb, rot, blau, grün, braun und schwarz). Außerdem bietet der Kasten ausreichend Platz, um Farben zu vermischen. Natürlich gibt es auch andere und auch ein wenig günstigere Kästen. Ebenfalls sehr viel empfohlen werden die Kästen von van Gogh, die in etwa die Hälfte kosten. Wenn ihr euch also noch nicht sicher seid, ob das Aquarellmalen wirklich das richtige ist, würde ich erst einmal in einen Kasten von van Gogh investieren. Ich habe meinen wie gesagt geschenkt bekommen, hätte mir sonst aber auch vermutlich den günstigeren gekauft. Die Farben von Schmincke haben allerdings noch den Vorteil, dass es eine unendliche Auswahl an Farben gibt, die man sich noch zusätzlich kaufen kann, um seine Farbauswahl zu vergrößern. Aber man kann natürlich auch einfach mischen!

Die richtigen Pinsel:

Bei den Pinseln habe ich mit ganz einfachen Pinseln aus dem Künstlerbedarf angefangen. Meine waren jetzt von der Firma Repino und bestanden aus einem Set mit drei Rund- und einem Borstenpinsel. Mittlerweile habe ich einige Pinsel von daVinci, die wirklich gut sind und ich ebenfalls nur sehr empfehlen kann. Zu den Größen: ich verwende am liebsten einen 6er Rundpinsel, aber es kann nie schaden, auch einen etwas größeren (12) und kleinere Pinsel (z.B. 4 und 1) zu haben. Mein absoluter Lieblingspinsel ist übrigens dieser.

Das richtige Papier:

Wenn ihr Kasten und Pinsel habt, braucht ich natürlich noch Papier, um richtig durchstarten zu können. Jeder, der schon einmal mit Wasserfarben gemalt hat(ist ja im Grunde das gleiche Prinzip wie Aquarell), wird festgestellt haben, dass normales Zeichenpapier wie man es in der Schule verwendet, sich nicht wirklich eignet. Daher sollte man stets richtiges Aquarellpapier verwenden. Am besten ist hier das Papier von Hahnemühle, die wirklich eine riesige Auswahl haben. Mein Favorit für den Anfang ist das Papier aus der Britannia-Reihe. Mittlerweile verwende ich auch noch zusätzlich ein Watercolorbook von Hahnemühle. Da ist das Papier ein wenig dünner (200mg), aber ich mag die Handhabung trotzdem noch sehr gerne.

Und wie funktioniert das jetzt genau?

Zunächst einmal, Aquarellfarben sind wasserbasiert. Das heißt, ihr braucht Wasser, um sie aktivieren und verwenden zu können. Die Menge des Wassers bestimmt die Stärke der Pigmentierung eurer Farben. Wenn ihr wenig Wasser verwendet und quasi direkt aus dem Näpfchen malt, sind eure Farben sehr kräftig. Das sieht auch schön aus, ergibt aber nicht den klassischen Aquarelllook. Und außerdem gehen eure Farben so schneller zu Neige. Daher empfiehlt es sich immer, die Farbe zunächst anzumischen. In den meisten Kästen gibt es dafür Platz, ansonsten könnt ihr auch einen Teller benutzen. Ihr macht euren Pinsel also nass und geht in die Farbe, um die Farbe dann auf einer freien Fläche in eurem Kasten zu verteilen. So mischt sich die Farbe automatisch mit mehr Wasser und wird heller. Ihr könnt dann natürlich noch mehr Wasser hinzufügen oder andere Farben dazumischen. Das nächste Mal könnt ihr die angezischte Farbe dann auch einfach weiter verwenden und müsst nicht extra ins Näpfchen gehen. Ingesamt lohnt es sich aber einfach, ein bisschen zu experimentieren. Probiert einfach aus, wie viel Wasser ihr braucht und welche Farben sich so kreieren lassen.

Auch wenn ihr natürlich viel Wasser für helle Farben braucht, solltet ihr darauf achten, dass euer Pinsel nicht zu nass ist. Sonst ergibt das unschöne Kränze auf dem Papier, die sich auch leider nicht mehr entfernen lassen. Im Grunde sind die Kränze auch nicht schlimm, aber sie sind auch irgendwie nervig, wenn sie so gar nicht in den sonstigen Look des Motivs passen. Um Kränze zu vermeiden solltet ihr euren Pinsel daher vor dem Malen am Kasten abstreifen. Eure angemischte Farbe bleibt dann auch hell, ihr habt beim Mischen der Farbe ja schließlich viel Wasser verwendet, aber zum direkten Malen braucht ihr nicht ganz so viel Wasser.

Malen lernen

Ihr werdet feststellen, dass Malen im Grunde sehr schematisch ist. Viele Blumen- und Naturmotive folgen beispielsweise einer bestimmten Abfolge an Pinselstrichen. Eine Rose besteht aus lauter kleinen Halbmonden, die man ineinander setzt. Die Aloe Vera, die ihr in diesem Beitrag sehen könnt, besteht aus ineinandergreifenden Armen. Man malt oft erst kleine Bestandteile, die sich dann ineinander fügen. Um das zu lernen, gibt es eine Menge Anleitungen im Internet, aber auch tolle Bücher, die ich euch auch wirklich ans Herz legen kann. Die Anleitungen werden euch helfen, zu verstehen, wie verschiedene Motive zusammengesetzt sind und wie ihr diese malt. Im Folgenden möchte ich euch nun meine liebsten Anlaufstellen rund um Aquarellmalerei vorstellen:

May & Berry

Sue und Yasmin sind zwei junge Frauen, die sich dem Handlettering und dem Aquarellmalen gewidmet haben. Auf ihrer Homepage, ihrem Instagramaccount und in verschiedenen Büchern versorgen sie ihre Community mit hilfreichen Tipps und schönen Motiven. Ich habe ihr Buch „Brushlettering. Brush Pen & Watercolor“ damals mit dem Kasten zusammen geschenkt bekommen. In dem Buch werden sowohl Handlettering- als auch Aquarelltechniken erklärt, verschiedene Projekte vorgestellt und im Anschluss gibt es noch die kreative Bibliothek, wo ihr eine Sammlung an kreativen Motiven findet. Ich persönlich fand das Buch für den Anfang sehr hilfreich und die einzelnen Projekte sind auch wirklich gut und verständlich erklärt. Endgültig konnten die beiden mich aber schließlich auch mit ihrem Instagramaccount und ihren Livestreams überzeugen. Aufgrund der Coronakrise können keine Workshops stattfinden und so erklären die beiden jetzt wöchentlich über einen Livestrem verschiedene Motive. Ich habe in den Streams schon soo viel gelernt und bin wirklich dankbar dafür. Ich verlinke euch ihre Homepage, über die ihr auch die Streams aufrufen könnt, einmal hier.

Tanja von die Handletterei

Eine weitere Herzensempfehlung ist die liebe Tanja. Ich liebe nicht nur ihren Stil, sondern auch ihr Buch „Handlettering meets Illustration“. Dort gibt es auch erst einmal einen Theorieteil, in dem sie verschiedene Techniken und Methoden, aber auch allgemeines über Farben erklärt und dann folgen wirklich wunderschöne Projekte! Auf ihrem Instagramaccount lasse ich mich auch regelmäßig inspirieren, wenn ich auf der Suche nach Motiven bin. Zu Tanja geht es hier lang.

Malin Johanna von eininneresblumenpflücken

Malin ist mir vor allem durch ihre wunderschönen Blumenkränze und ihren besonders filigranen Stil aufgefallen. Bei ihr findet ihr besonders kleine und feine Motive, meistens floral. Durch Livestreams und IGTV-Videos erklärt sie Aquarelltechniken und wie man die wunderschönen Blumenkränze nachmalt. Für mich ist ihr Account unglaublich inspirierend und ich bin sehr froh, sie entdeckt zu haben. Sie hat übrigens auch ein Buch geschrieben, das ich mir auch unbedingt noch holen muss. Hier kommt ihr zu ihrer Seite.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen…

Zum Schluss möchte ich euch noch dieses Sprichwort mit auf den Weg geben. Denn es ist einfach so wahr! Wie fast alle Dinge im Leben erfordert auch das Aquarellieren Übung. Ihr werdet vermutlich am Anfang nicht zufrieden sein mit eurem Ergebnis, ihr werdet euch in Pinselführung und im Einschätzen von Wasserverhältnissen üben müssen. Auch das Malen an sich wird vielleicht nicht direkt gelingen, aber ihr werdet auch merken, wie ihr immer besser werdet. Ich konnte nie super gut zeichnen, an Menschen und Tieren scheitere ich kläglich, aber auch ich habe einen Weg gefunden, mich künstlerisch zu betätigen. Ihr findet über die Zeit euren Stil, habt nur Geduld. Nehmt Tipps an, malt Motive ab und nach, übt, übt und übt. Und ganz wichtig: habt Spaß an der Sache! Ihr werdet sehen, in jedem Menschen steckt ein Künstler.

Habt ihr schon einmal mit Aquarellfarben gemalt?

xoxo Ruth



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