REZENSION: Clockwork Prince von Cassandra Clare

REZENSION: Clockwork Prince von Cassandra Clare

Mir ist durchaus bewusst, dass die Rezensionen zu Fortsetzungen oft weniger gelesen werden als die zu Band eins, aber da ich die Chroniken der Schattenjäger von Cassandra Clare so liebe, verfasse ich nun auch die Rezension zum zweiten Teil, „Clockwork Prince“. Auch über den dritten Band wird es eine geben, dazwischen steht allerdings noch die Rezension zu „Little Women“ aus. Heute geht es aber um „Clockwork Prince“, was die Fortsetzung zu „Clockwork Angel“ ist. Solltet ihr den Vorgänger noch nicht gelesen haben, dann könnte es passieren, dass ihr in dieser Rezension gespoilert werdet! Also Achtung! Zu meiner Rezension zu Band eins kommt ihr übrigens über diesen Link.

Infos zum Buch:

Titel: Clockwork Prince I Autorin: Cassandra Clare I Genre: Urban Fantasy I Verlag: Arena I Seiten: 584 I Ersterscheinung Deutschland: 06.12.2011 I Preis: 19,99€ (Hardcover) I ISBN: 978-3-401-06475-8 I Zum Buch

Darum geht’s:

Tessa hat im viktorianischen London bei den Schattenjägern ein neues und sicheres Zuhause gefunden. Doch da wird die Leiterin des Instituts entlassen – ohne ihren Schutz ist Tessa Freiwild für den grausamen Magister. Zusammen mit den beiden jungen Schattenjägern Will und Jem versucht sie, das Rätsel um den Magister zu lösen und findet heraus, dass er einen sie ganz persönlich betreffenden Rachefeldzug führt. Als dann aber auch noch ein Dämon eine Warnung an Will überbringt, wissen sie, dass sie einen Verräter unter sich haben.

„Seit einiger Zeit quälten sie Albträume – in der Regel von Mortmain, seinen kalten, grauen Augen und seiner noch kälteren Stimme, mit der er verkündet hatte: „Es gibt keine wahre Tessa Gray.“ Diesem Mann, den sie zu finden suchten, hatte sie von Angesicht zu Angesicht gegenübergestanden, und dennoch wusste sie immer noch nicht, was er tatsächlich von ihr wollte. Er beabsichtigte, sie zu heiraten, aber warum? Er gedachte, ihre Fähigkeit für sich in Anspruch zu nehmen, doch zu welchem Zweck? Die Erinnerung an seine kalten, echsenartigen Augen ließ Tessa erschaudern. Sie konnte sich nicht vorstellen, dass irgendjemand – nicht einmal Jem, der wundervolle, verständnisvolle Jem – auch nur ansatzweise nachvollziehen vermochte, wie heiß er Wunsch in ihr brannte, endlich herauszufinden, wer sie war.“

Clare, Cassandra: Clockwork Prince

Handlung:

Der zweite Teil setzt ungefähr da an, wo der erste aufgehört hat. Tessas Bruder Nate hat sich als Verräter entpuppt und nicht DeQuincey, sondern Mortmain ist der geheimnisvolle Magister, der mithilfe einer Armee an Automaten die Schattenjäger vernichten möchte. Die Schattenjäger Londons versuchen nun also gemeinsam mit Tessa Mortmains Aufenthaltsort ausfindig zu machen. Dafür reisen sie durchs Land, besuchen einen rauschenden Ball und wagen sich in gefährliche Kämpfe. Auch der zweite Teil der Reihe ist spannend und actionreich, aber immer wieder durchzogen mit ruhigen Szenen, in den sich entweder die Figuren annähern oder aber der Leser mehr über die Schattenjägerwelt erfährt. Cassandra Clare schafft es hier aber auch wieder, ihren Leser in einen Bann zu ziehen. Man lebt nicht nur für den Moment des Lesens, sondern auch darüber hinaus in der Welt der Schattenjäger. Das England des 19. Jahrhunderts erscheint einem so furchtbar nah und umgibt einen permanent.

Der zweite Teil enthält auch deutlich mehr romantische Handlung zwischen den Figuren. Im ersten Band bahnte sich ja langsam eine romantische Beziehung zwischen Will und Tessa an, die dann dadurch zerstört wurde, dass Will sie für seiner unwürdig gehalten hat. Jedenfalls hat er sie das glauben lassen. In Band zwei ist die Anziehungskraft zwischen den beiden nämlich ungebrochen, aber Tessa entwickelt auch Gefühle für einen anderen Schattenjäger. Es entsteht ein Liebesdreieck, das unglaublich gut geschrieben ist. Ich bin übrigens Team Will.

Um Überraschungen ist auch die Fortsetzung nicht verlegen. Gleich zwei Dinge passieren ganz anders, als ich sie erwartet hätte und ich war wirklich sehr positiv überrascht davon. Cassandra Clare versteht es einfach, einen Plottwist überzeugend in die Handlung einzubauen.

Rezension: Clockwork Prince von Cassandra Clare

Figuren:

Tessa ist zwar immer noch die zentrale Figur der Geschichte, aber in „Clockwork Prince“ werden dem Leser noch deutlich mehr Zugänge zu anderen Figuren gewährt als im Vorgänger. Tessa ist nach wie vor auf der Suche nach ihrer wahren Identität, die Worte Mortmains am Ende des ersten Teils lassen sie nicht los. Sie ist keine Schattenjägerin, aber auch keine Hexe, denn ihr fehlt nach wie vor jegliches Hexenmal. Doch was ist sie dann? Sie geht der Frage weiterhin nach, ob sie auf die Antwort kommt, möchte ich hier aber nicht verraten ;). Ansonsten bekommt sie im zweiten Teil Kampfunterricht von Gabriel Lightwood und verbringt mehr Zeit mit Jem. So kommt sie ihm auch immer näher. Auf Will ist sie sauer, aber sie kann auch das Prickeln zwischen ihnen beiden nicht ignorieren. Tessas innere Zerrissenheit, wem sie ihr Herz schenken soll, deutet sich hier wundervoll an und, wie oben schon erwähnt, haben wir es hier mit einem wirklich guten Liebesdreieck zu tun. Ansonsten mochte ich auch die Güte in Tessas Figur, die von ihrer wahren Stärke zeugt.

Über Will erfahren wir endlich mehr! Warum hält er alle auf Abstand und warum schickt er Tessa weg, obwohl er sie ganz offensichtlich auch mag. Tja, die Antworten findet ihr in „Clockwork Prince“ und ich sag euch, sie werden euch schockieren! Will hat sich in dem Roman auch definitiv einen dauerhaften Platz in meinem Bookboyfriendherzen erkämpft. Er ist einfach toll und ich hätte auch gerne einen Will in meinem Leben, haha. Jem hingegen ist nach wie vor nicht so ganz mein Fall. Klar, er ist nett, aber irgendwie nicht so meins. Trotzdem ist er eine wichtige Figur und ich kann auch gut verstehen, warum Tessa Gefühle für ihn entwickelt. Der Leser erfährt aber natürlich auch ein paar weitere Details über Jem und seine Krankheit, aber er wird tatsächlich nicht so genau beleuchtet wie Will.

Die anderen Bewohner des Londoner Instituts sind natürlich auch wieder dabei: Charlotte, Henry, Jessamine und Sophie. Zusätzlich bekommen sie zwei weitere Angestellte, da Agatha und Thomas ja im ersten Band verstorben sind. Besonders Charlotte und Henry und ihre Beziehung bekommen in „Clockwork Prince“ mehr „Screentime“, was mir sehr gut gefallen hat. Gerade Charlotte ist in meinen Augen eine absolute tolle Figur, die als weibliche Institutsleiterin im 19. Jahrhundert so einiges an fiesen Kommentaren abbekommt.

Mein Highlight war aber Gideon Lightwood. Der Bruder von Gabriel ist aus Spanien zurückgekommen und hat eigentlich direkt bei seinem ersten Auftritt mein Herz gewonnen. Ich liebe seine Art und ganz besonders seinen Umgang mit dem Dienstmädchen Sophie, die sich stets unter ihrem Wert verkaufen will. Doch in Gideon haben wir eine männliche Buchfigur, die zurecht als Bookboyfriend angesehen werden kann. Er ist vielleicht nicht so geheimnisvoll und gutaussehend wie Will, obwohl Gideon jetzt auch nicht als schlecht aussehend beschrieben wird, aber Will ist eben Will, dafür ist er aber ein durch und durch guter Mensch. Er ist mein zweiter Bookboyfriend in dieser Reihe und ich weiß nicht, ob er nicht doch mein liebster ist.

Schreibstil:

Genau wie sein Vorgänger ist auch „Clockwork Prince“ handwerklich einwandfrei. Der Roman ist unglaublich gut geschrieben, die Sprache ist wunderschön und passt in die Zeit, in der die Geschichte spielt (ohne dabei aber zu kompliziert zu sein). Cassandra Clare kann die besten Liebesgeständnisse der Welt schreiben, so viel ist mal klar! Ich muss bei solchen Szenen selten weinen, aber hier hatte ich tatsächlich Tränen in den Augen. Außerdem schaffen ihre Worte es, dem Leser Schmetterlinge in den Bauch zu zaubern. Es sind nicht nur die Geschichte und die Figuren, die „Clockwork Prince“ so besonders und so glaubhaft machen, es ist auch die Sprache. Und das liebe ich sehr.

Fazit:

Bei „Clockwork Prince“ habe ich nichts zu meckern. Der Urban Fantasy-Roman konnte mich zu 100% von sich überzeugen. Er hat alles, was ich mir von einem guten Buch wünsche: eine spannende und kreative Geschichte, faszinierende und sympathische Figuren, mit denen man einfach mitfiebern MUSS und einem genialen Schreibstil. Für mich ein klarer Fall von Lieblingsbuch bzw. fünf Sternen. Die Reihe ist einfach absolut wundervoll und ich bin froh, sie entdeckt zu haben!

Habt ihr „Clockwork Prince“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Rezension: Clockwork Prince von Cassandra Clare



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