DIESES Buch hat mich am meisten berührt! Zeig mir ein Buch, das…

DIESES Buch hat mich am meisten berührt! Zeig mir ein Buch, das…

Ein Format, welches ich derzeit richtig gerne und oft in YouTube-Videos sehe oder in Blogbeiträgen lese, ist das „Zeig mir ein Buch, das“-Format. In diesem geht es darum, zu bestimmten von den Zuschauern oder Lesern gestellten Fragen, ein passendes Buch zu finden. Also zum Beispiel: Zeig mir ein Buch, das ein rotes Cover hat. Ich wollte mich gerne in die Reihe der Absolventen dieses Formats einreihen und habe euch deswegen auf Instagram gebeten, mir diesbezüglich Fragen zu stellen. Das habt ihr auch wirklich sehr, sehr fleißig getan (DANKE!) und deswegen gibt es heute von mir en „Zeig mir ein Buch, das..! Beachtet bitte, dass ich hier nicht jede Frage beantworten kann, da das a) den Rahmen des Beitrags sprengen würde und ich b) auch einfach teilweise nicht zu jeder Frage das passende Buch habe oder kenne. Ich hoffe, ihr habt trotzdem Spaß!

Zeig mir ein Buch, das…

…eigentlich nicht so gut war, dir aber trotzdem im Kopf geblieben ist:

Ich fand „The Hate U Give“ von Angie Thomas nicht so gut. Jedenfalls nicht aus handwerklicher Sicht (Schreibstil etc. ) und die Figuren waren auch nicht immer unbedingt mein Fall. Aber mir ist das Buch dennoch im Kopf geblieben und das hat mehrere Gründe: a) behandelt es eine unglaublich wichtige Message. Wer es nicht kennt, es geht um Rassismus. Und darum, dass in den USA immer noch Schwarze von weißen Polizisten getötet werden. Das Thema ist aktueller denn je, aber als ich das Buch 2018 gelesen habe, was es auch schon wichtig. Und es war nötig, dass jemand darüber schreibt. Und zwar für Jugendliche. b) enthält es ein tolles Zitat, das nicht nur auf (Alltags)Rassismus, sondern auch auf andere Situationen unglaublich gut passt:

„Genau da liegt das Problem. Wir lassen zu, dass Leute solche Dinge sagen, und dann sagen sie die so oft, dass es für sie total okay und für uns normal ist. Wozu hat man eigentlich eine Stimme, wenn man in den entscheidenden Momenten schweigt?“

Thomas, Angie: The Hate U Give. München 2018, S. 288

Und es ist vermutlich genau dieses Zitat, das mir im Kopf geblieben ist, obwohl ich am Buch selbst einige Kritikpunkte hatte. Aber „That Hate U Give“ hat mich mehr für Rassismus sensibilisiert und mir unglaublich viel beigebracht. Daher empfehle ich es trotz Kritikpunkte immer und immer wieder.

…dir die Augen geöffnet hat:

Anne Freytags „Nicht weg und nicht da“ hat mir die Augen für psychische Krankheiten geöffnet und mich dafür auch sensibilisiert. Ich muss gestehen, dass ich oft nicht so genau wusste, wie ich damit umgehen soll, wenn jemand eine psychische Krankheit hat. Ich konnte mir einfach nicht wirklich etwas darunter vorstellen. Krank waren für mich Menschen, die ein äußerliches Gebrechen hatten. Dass das aber auch innerlich sein kann, war mir oft nicht wirklich bewusst. Ich konnte es auch einfach nicht nachvollziehen. Aber die Geschichte um Jacob, Luise und Luises bipolaren Bruder Kristopher hat mich nicht nur sehr berührt, sondern mir eben auch die Augen geöffnet. Die Darstellung der bipolaren Störung des Teenagers fand ich so unglaublich bewegend und lehrreich, dass ich mich erstmals in den Kummer dieser Menschen hineinversetzen konnte.

…dich an wahre Liebe glauben lässt:

Über die Frage habe ich relativ lange nachgedacht und bin alle möglichen Liebesromane in meinem Bücherregal durchgegangen. Doch irgendwie war keine Geschichte dabei, bei der ich dachte: ja, deswegen gibt es wahre Liebe. Ich wollte zum Beispiel „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ nehmen, weil ich die Liebe zwischen Gus und Hazel Grace so berührend fand, oder eins meiner OTPs aus anderen Büchern, aber dann ist mir etwas anderes eingefallen. Etwas, das viel besser passt: Harry Potter (bitte beachtet, dass ich die Werke mittlerweile unabhängig von J. K. Rowling betrachte. Einige ihrer Tweets sind in letzter Zeit wirklich absolut unmöglich gewesen, aber Harry Potter vermittelt dennoch noch ein Menge wichtiger Werte, die man nicht vernachlässigen sollte). Jedenfalls hat mir die Harry Potter-Reihe nicht nur gezeigt, was es heißt, eine Buchreihe so zu lieben, als sei sie mehr als „einfach nur ein Buch“, sondern auch so viel über Liebe generell erzählt. Sei es romantische Liebe oder eben die Liebe zwischen Eltern und Kind oder zwischen Freunden. Dank Harry Potter (und natürlich auch meiner Familie und meiner Freunde) weiß ich, dass es wahre und echte Liebe gibt und dass sie alles besiegt.

…du an einem Tag durchgelesen hast:

Bisher habe ich ein einziges Buch an einem Tag gelesen und das ist „Der Fall Collini“ von Ferdinand von Schirach. Das Buch hat mich einfach gefesselt und die knapp 200 Seiten haben auch wirklich dazu eingeladen, es an einem Tag zu lesen. Ansonsten brauche ich eigentlich immer mindestens zwei oder drei Tage. Egal wie spannend das Buch ist, aber ich muss einfach irgendwann etwas anderes machen. Ich kann auch nicht eine ganze Serienstaffel an einem Tag gucken.

…du immer wieder lesen könntest:

Die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier könnte ich immer wieder lesen. Und das mache ich auch. Jedes Jahr aufs Neue hole ich die „Rubinrot“, „Saphirblau“ und „Smaragdgrün“ wieder aus dem Regal oder starte die Hörspiele und tauche wieder ein in diese Welt voller Zeitreisen, Dämonenwasserspeiern und arroganten Kotzbrocken. Die Geschichte ist ein wichtiger Teil meiner Jugend und es sind so viele wundervolle Erinnerungen damit verknüpft. Außerdem sind die Bücher unglaublich humorvoll, romantisch, aber nicht kitschig und zugleich auch total spannend. Sicher, wenn ich die Bücher jetzt zum ersten Mal lesen würde, würden sie mir vielleicht nicht mehr soo gut gefallen, da ich grundsätzlich vermutlich langsam zu alt werde für Bücher dieser Art, aber jetzt, wo ich die Geschichte schon so lange kenne, möchte ich, dass sie mich auch noch lange begleitet.

…dich sehr berührt hat/dich zum weinen gebracht hat:

Ich weine sehr selten bei Büchern. Eigentlich so gut wie nie. So richtig geweint habe ich bisher bei einem Buch und es ist so seltsam, dass ich ausgerechnet bei diesem Buch weinen musste. In der zehnten Klasse haben wir Nick Hornbys „About a boy“ im Englischunterricht gelesen. Das Buch hat mir nicht wirklich gefallen. Aber dennoch gab es eine Szene, die mich so gerührt hat, dass ich richtig weinen musste. Ansonsten bin ich eher der „ich denke danach stundenlang darüber nach“-Typ. Bei „Clockwork Prince“ und bei „Clockwork Princess“ von Cassandra Clare hatte ich allerdings auch Tränen in den Augen, aber es war kein richtiges Weinen. Dafür habe ich danach noch tagelang über das Ende bzw. den Prolog nachgedacht.

Tatsächlich am meisten berührt hat mich aber „Wunder“ von Raquel J. Palacio. Die Geschichte über den kleinen Jungen August, der aufgrund eines seltenen Gendefekts nicht das typische Aussehen eines 10-jährigen (sein Gesicht ist deformiert), aber dafür einen Charakter aus purem gold hat, ist mir echt unter die Haut gegangen. In „Wunder“ erzählt nicht nur August von seinem Leben, sondern auch seine Schwester und andere Kinder. Alle Sichtweisen haben mich gleichermaßen berührt und zum Nachdenken gebracht. Ich kann das Buch wirklich nur jedem empfehlen – egal wie alt man ist. Und beim Film habe ich dann tatsächlich ziemlich geweint. Und zwar die ganze Zeit.

…ein schönes Cover hat, dir aber ansonsten nicht gefallen hat:

Der einzige Grund, warum „Songbird“ von Anna Rosina Fischer noch in meinem Regal steht, ist das schöne Cover. Schon allein der Buchrücken macht sich total gut im Regal. Leider hat es mir inhaltlich einfach auf so vielen Ebenen nicht gefallen, dass ich es auch einfach nicht empfehlen kann. Es tut mir immer wahnsinnig leid für die Autorin, aber „Songbird“ war einfach nicht mein Buch. Für mich war die Geschichte unrealistisch, übertrieben, unwahrscheinlich und problematisch. Die Figuren waren unsympathisch, unglaubwürdig und nervig. Ja, ich fand es schlecht. Aber es hat ein schönes Cover und daher bislang auch noch eine Daseinsberechtigung in meinem Bücherregal.

Ein weiteres Buch, das ich zwar nicht so schlimm fand wie „Songbird“, aber jetzt auch nicht zu meinen Lieblingsbüchern zählt, dafür aber ein schönes Cover hat, ist „Hundert Stunden Nacht“ von Anna Woltz. Das war damals auch definitiv ein Coverkauf. Auf dem Cover, das in blau und gelb gehalten ist, sieht man die Brooklyn Bridge und ich finde es einfach aufgrund der Farbgebung, dem Motiv und dem Zeichenstil wunderschön. Die Geschichte hingegen fand ich eher unspektakulär und ein bisschen unrealistisch, allerdings macht sie Lust auf New York und das Cover ist eben wunderschön.

…ein schlimmes Cover, aber einen schönen Inhalt hat:

Ich bin bei Buchcovern irgendwie ein bisschen schwierig. Ich finde viele Cover sehr schön, aber kann jetzt nicht sagen, welches Cover ich am schönsten finde. Außerdem finde ich oft sehr beliebte Cover nicht so wirklich schön. Das Cover von „Selection“ ist zum Beispiel nicht so wirklich mein Fall. Aber das ist nicht das Buch, das ich nennen möchte. Es ist „Das Hotel der Erinnerung“ von Chelsea Bubolski. Erst einmal hat das Buch viel mehr Aufmerksamkeit verdient, denn es war wirklich unglaublich spannend. Aber das Cover ist, meiner Meinung nach, einfach nicht so schön.

Sehr schlimm finde ich auch das Cover von „New Beginnings“ von Lily Lucas. Ich mag die Schrift nicht, die Farben auch nicht und dieses geometrische Muster gefällt mir auch nicht. Da ich das Buch aber bisher nicht gelesen habe, kann ich leider nicht sagen, ob der Inhalt das Cover wieder gut macht.

…dich wirklich komplett umgehauen hat:

Komplett umgehauen hat mich „One of us is lying“ von Karen M. McManus. ich LIEBE dieses Buch einfach und die Geschichte war einfach so unglaublich spannend. Ich hatte beim lesen hunderte Theorien und war von der Auflösung dann total überrascht. Da jagt echt ein Plottwist den nächsten! Außerdem habe ich die Figuren geliebt und Nate zu meinen Bookboyfriends gemacht. Aktuell lese ich ja „One of us is next“ und ich bin schon wahnsinnig gespannt, ob mich die Fortsetzung genauso begeistern kann wie der Vorgänger. Ich hoffe es sehr. Aber bisher bin ich da ganz optimistisch.

…bei dem die Nebencharaktere besser sind als der/die Protagonist/en:

Die Protagonisten in den „Chroniken der Schattenjäger“ sind zwar auch alle wirklich toll, aber Gideon Lightwood und Sophie Collins gehören definitiv zu meinen All time favourite-Nebenfiguren. Ich liebe die beiden als Einzelperson, aber zusammen sind sie einfach unschlagbar. Und ich würde so gerne ein Buch lesen, in dem es nur um die beiden geht. Also, Cassandra Clare, ich warte! ;)

…bunteste Cover hat:

Mir ist aufgefallen, dass die meisten meiner Bücher tatsächlich gar nicht so bunt sind bzw. wenn sie es sind, sind sie in einer Farbgruppe gehalten und meistens doch relativ dezent. Die englischen Harry Potter-Ausgaben sind relativ bunt, aber ich habe mich trotzdem für das Cover von „Ein Happy End ist erst der Anfang“ von Becky Albertalli entschieden. Das Cover ist in einem sehr knalligen türkis und enthält zusätzlich pinke und gelbe Elemente. Es ist auf jeden Fall sehr auffällig und definitiv mein buntestes Cover.

Kennt ihr eins der Bücher?

xoxo Ruth



6 thoughts on “DIESES Buch hat mich am meisten berührt! Zeig mir ein Buch, das…”

  • Was für ein tolles Format! Jetzt hast du mich angefixt ‚One of Us Is Lying‘ zu lesen. Meine Schwester hat es geliebt und liegt mir schon länger in den Ohren es zu lesen. Werde sie jetzt fragen, ob ich es ausleihen darf 🌚 Ich habe ‚Wunder‘ nur als Film gesehen, aber mich sofort in die Geschichte verliebt. Die Charaktere sind der Wahnsinn und ich musste eigentlich den ganzen Film durchweinen. Oh boy, jetzt will ich ihn auch noch mal schauen.
    Hab noch einen schönen Sonntag! ❤️
    Franziska

  • Wow, da sind einige Sachen zusammengekommen über die Umfrage!
    Echt spannend dieses Format, dadurch erhält man nochmal eine andere Kategorisierung der Bücher!
    Ich kenne mehrere Bücher. So wie The hate u give, dieses Buch fand ich auch echt wichtig! Und auch das Zitat ist etwas, was ich aus dem Buch und von den Charakteren gelernt habe, Mut zu haben und zu seiner Meinung zu stehen!
    Und ich kenne zwar nicht das Buch aber Fand den Film zu der Fall Colini auch schon so gut, da muss ich mich nun bald auch mal ans Buch machen;)
    Ansonsten finde ich deine Tipps und Berichte so wertvoll, da erweitert sich meine Leseliste auf jeden Fall direkt um einige Bücher:)

    Alles liebe und gerne mehr von diesem Format!
    Viele Grüße, Andrea

    • Danke, Andrea! Ja, ich finde auch, dass es echt noch einmal eine ganz andere Kategorisierung von Büchern ist, dir mir aber sehr gut gefallt :)
      Freut mich sehr, dass ich dich inspirieren konnte bzw. du deine Leseliste erweitern konntest!
      Ganz liebe Grüße
      Ruth

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