REISEBERICHT: Vier Tage in Noordwijk + Leiden

REISEBERICHT: Vier Tage in Noordwijk + Leiden

Letzte Woche waren meine Schwester und ich für vier Tage in Noordwijk in Holland. Es war ein mehr oder weniger spontaner Trip, jedenfalls haben wir erst im Juni gebucht. Das lag daran, dass wir ja eigentlich in die USA reisen wollten, das dieses Jahr aber ja nicht funktioniert. Mit unseren Eltern waren wir dann eine Woche in Greetsiel, aber meine Mutter hat uns vorgeschlagen, doch auch noch für ein paar Tage nach Holland zu fahren. Unsere Wahl ist dann auf Noordwijk gefallen. Meinen Reisebericht für diese kleine Stadt am Meer gibt es heute.

Anreise und Unterkunft:

Wir sind mit dem Auto angereist. Noordwijk ist knapp 3h von Köln entfernt und daher kam für uns auch eigentlich nichts anderes in Frage. Man kann sicherlich auch mit der Bahn anreisen, da wir jedoch relativ spontan gebucht haben, wäre die Bahn nur ein zusätzlicher Kostenpunkt gewesen. Außerdem ist man mit dem Auto deutlich flexibler. Da meine Schwester weder 18 noch in Besitz eines Führerscheins ist, bin ich gefahren. Und das hat wirklich ziemlich gut geklappt. Ich habe meinen Führerschein jetzt etwas mehr als zwei Jahre und würde mich grundsätzlich als sichere Autofahrerinnen bezeichne. Jedenfalls solange ich mit unserem VW Polo fahre, das große Auto meines Vaters, mit dem ich aus Versicherungsgründen auch nur wirklich selten fahre, ist da eine etwas andere Geschichte. Dennoch war ich aufgeregt vor der Fahrt. Ich bin noch nie solange Auto gefahren und im Ausland schon gar nicht. Aber sobald ich auf der Autobahn war, war es eigentlich super entspannt und ich hatte keine Probleme mit der Fahrt. Ich bin auch alles in einem Stück durchgefahren, wenn ihr euch unsicher fühlt, würde ich euch allerdings dringend eine Pause empfehlen. Zu eurer eigenen Sicherheit! Auto fahren in den Niederlanden ist auch kein Problem. Auf den Autobahnen liegt das Tempolimit zwischen 6h und 19h bei 100 km/h, was im Vergleich zu deutschen Autobahnen zwar langsam wirkt, aber deutlich weniger stressig ist. Mich persönlich stresst es nämlich immer ein wenig, wenn jemand mit 200 auf der linken Spur an mir vorbei rast. Was ich als ein wenig tricky empfunden habe, waren die vielen zweispurigen Kreisel. Aber hier hilft es, einfach auf die Bodenmarkierung zu achten, dann kann eigentlich nicht viel schief laufen.

Übernachtet haben wir im Prominent Inn, das direkt am Strand liegt. Alle Zimmer dort haben Meerblick, so auch unseres. Die Lage des Hotels ist damit natürlich unschlagbar. In weniger als zwei Minuten war man am Strand. Das Hotel bietet im Hotelpreis Frühstück mit an, man kann im Hotelrestaurant aber auch Mittag und Abend à la Carte essen. Kostet dann aber natürlich extra. Das Frühstück war ein ganz normales internationales Frühstück mit verschiedenen Brotsorten, Aufstrich, Wurst und Käse, Obst, Joghurt, Speck und Würstchen sowie Rührei. Für Vegetarier nur bedingt, für Veganer nicht wirklich geeignet. Für meine Schwester und ich war es jedoch vollkommen ausreichend. Das Zimmer war sauber und hatte einen eigenen kleinen Balkon. Das Personal war stets freundlich und zuvorkommend und sprach sogar Deutsch. Allerdings hat das Hotel keinen eigenen Parkplatz. Es besteht jedoch die Möglichkeit, für 12€ am Tag auf dem Supermarktparkplatz ganz in der Nähe (unter fünf Minuten zu Fuß) zu parken. Dort zieht man ein Ticket, lässt dies an der Hotelrezeption scannen und es gilt dann für die gesamte Aufenthaltsdauer. Die Parkplätze dort sind allerdings sehr eng. Ich habe mich im Prominent Inn insgesamt sehr wohlgefühlt, auch wenn es kein schickes Blogger-Hotel war. Aber sind wir mal ehrlich, die meisten von uns gehen sowieso nicht in so ein Hotel, oder? ;).

Things to do in Noordwijk:

Noordwijk ist im Grunde ein typisches holländisches Küstenstädtchen. Anders als beispielsweise in Domburg ist die Promenade jedoch stark vom Tourismus geprägt. Hier reiht sich ein Hotel ans nächste, was mich persönlich stark an Mallorca erinnert hat. Das finde ich persönlich aber nicht so schlimm. Läuft man ein bisschen durch das Städtchen und lässt die touristische Promenade hinter sich, entpuppt sich Noordwijk als sehr gepflegt und typisch holländisch. Ich persönlich mag die niederländische Architektur total gerne und mochte die ganzen süßen Häuser sehr gerne.

Noordwijk hat auch eine kleine Innenstadt mit Fußgängerzone. Hier reihen sich Ketten wie Vero Moda und Jack und Jones an kleine inhabergeführte Boutiquen. Es gibt sogar eine Buchhandlung, die eine kleine Auswahl an deutscher Literatur führt. Die Betonung liegt jedoch wirklich auf klein. Da ich im August keine neuen Bücher kaufen möchte, habe ich mich damit jedoch auch nicht weiter beschäftigt.

Aber das Beste ist natürlich der Strand. Noordwijk hat einen kilometerlangen weißen Standstrand mit ganz vielen Beach Clubs und wunderschönen Dünen, die jedoch nicht komplett mit Fußgängerwegen bestückt sind. Lauft bei den Dünen aber auch wirklich nur da lang, wo extra ein Fußweg ist! Da es bei unserer Ankunft noch ziemlich geregnet hat, war am ersten Abend/Nachmittag nicht viel los am Strand. Es hatte sich zwar aufgeklart und die Sonne hat alles in ein goldenes Licht getaucht, aber es waren insgesamt nur ein paar Fußgänger unterwegs. An einem sonnigen (und warmen) Tag ist der Strand jedoch deutlich voller. Von Überfüllung würde ich allerdings nicht rechnen. Vorher hatte ich einen recht bösen Blogpost einer anderen Bloggerin über Noordwijk gelesen. Sie ihren Lesern ausdrücklich nicht empfohlen nach Noordwijk zu fahren. Ich habe mich beim lesen schon über den Beitrag geärgert, aber jetzt im Nachhinein noch mehr. Wir waren zwar definitiv nicht alleine am Strand, aber es war auch nicht überfüllt. Die Bloggerin war an einem 30 Grad heißen Sonntag dort, da ist es natürlich voll. Aber das ist ganz normal. Wir hatten das Glück, unter der Woche fahren zu können und so hatte man am Strand ausreichend Platz. Der Corona-bedingte Sicherheitsabstand konnte dadurch tatsächlich eingehalten werden. Auch wenn die Sicherheitsmaßnahmen in den Niederlanden ansonsten eher schwach bis gar nicht vorhanden sind. Das einzige, was mich am Strand gestört hat, dass es dort nirgendwo öffentliche Toiletten gab und die einzigen Gastronomieoptionen die Strandbuden waren. Die waren jedoch eindeutig nicht dazu gedacht, sie in Strandkleidung zu betreten. Wer etwas essen möchte, sollte sich also entweder etwas mitnehmen oder den Strand verlassen und im Ort selbst etwas essen. Das fand ich, auch wegen der fehlenden Toiletten, ein bisschen schade und es ist auch etwas, das ich sonst eher nicht gewöhnt bin.

Insgesamt sollte man sich die Strandbars aber trotzdem nicht entgehen lassen. In Noordwijk gibt es wirklich eine ganze Menge von ihnen und ich denke, dass sie sich bei Preis und Qualität des Essens kaum voneinander unterscheiden. Das Essen ist lecker, aber auch ein bisschen teurer. Dafür kann man direkt am Strand sitzen und die wunderschöne Aussicht aufs Wasser genießen. Am ersten Abend waren wir im Alexander Beach Club. Hier gibt es vor allem Fisch auf der Karte. Die Atmosphäre ist entspannt und das Personal freundlich. Am zweiten Abend waren wir im Tulum. Über diesen Beach Club hatte ich vorher via Instagram schon eine Menge gehört und wollte deshalb auch unbedingt hin. Die Location ist wunderschön und echt riesig. Das Essen war lecker, außer mein Getränk, das hat mir leider nicht geschmeckt. Dafür war das Personal unglaublich freundlich. Solltet ihr einen Besuch im Tulum in Betracht ziehen, empfehle ich euch jedoch dringend, einen Tisch zu reservieren, wenn ihr draußen sitzen wollt.

Tagesausflug nach Leiden:

Wer einmal etwas anderes als immer nur den Strand sehen möchte, dem kann ich einen Tagesausflug in eine der umliegenden Städte empfehlen. Am schnellsten seid ihr in Leiden, die Fahrt dorthin dauert etwa 18 Minuten. Aber auch Haarlem, Den Haag, Rotterdam und sogar Amsterdam sind in unter einer Stunde zu erreichen. Wir haben uns für Leiden entschieden, da das die Strecke am kürzesten war und die Parksituation dort vermutlich besser ist als in Amsterdam oder Den Haag. Tatsächlich haben wir in einem geräumigen, aber recht teuren Parkhaus einen Platz gefunden. Das Parkhaus Lammermarkt ist das tiefste Parkhaus der Niederlande und verfügt über 525 Parkplätze. Im Vergleich zu manchen super engen Parkhäusern, in die ich mich in Köln schon gequält habe, ist dieses Parkhaus wirklich ein Palast. Ich bin echt kein Parkfan, aber dort kann man wirklich ohne Probleme gut einparken. Allerdings haben uns die vier oder fünf Stunden, die wir in Leiden waren, auch 11€ gekostet.

Vom Parkhaus gelangt man in wenigen Gehminuten in das wunderschöne Zentrum von Leiden. Die Stadt wirkt ein bisschen wie ein kleineres und ordentlicheres Amsterdam. Es gibt super schöne Grachten, bunte Blumenkästen und hübsche Häuser. Ich würde euch hier empfehlen, einfach ein wenig durch die Gegend zu spazieren und die Stadt auf euch wirken zu lassen. Wenn ihr mögt, könnt ihr auch eine Grachtenfahrt machen oder Kanus und SUPs ausleihen. Auch die Innenstadt hat einiges zu bieten, wovon ich wirklich sehr positiv überrascht war. Hier gab es wirklich einige sehr schöne kleine Boutiquen, aber auch eine große Auswahl an bekannter Ketten. Für Klamotten kann ich euch Costes empfehlen, dort gibt es sehr trendige, aber auch wirklich hübsche, Kleidungsstücke in großer Auswahl. Außerdem waren wir bei Dille & Kamille, einem Dekoladen, den ich noch aus den Hollandbesuchen meiner Kindheit kenne.

Im Herzen von Leiden warten übrigens eine ganze Menge süßer Cafés und Restaurants auf euch. Wir hatten nicht wirklich Hunger auf etwas großes, da es ziemlich warm an dem Tag war und wir außerdem Abends unsere Reservierung im Tulum hatten. Daher haben wir uns einen Frozen Yoghurt bei Yoghurt Barn (das ist eine Kette, die auch Filialen in Amsterdam, Rotterdam und weiteren Städten hat) geholt und damit an eine der Grachten gesetzt und das Wetter genossen. Leiden hat mir, und auch meiner Schwester, wirklich richtig gut gefallen. Die Stadt war optisch ein wirkliches Highlight und auch die gut sortierte Innenstadt und die ganze Atmosphäre hat uns wirklich sehr überzeugt.

Fazit:

Der Urlaub in Noordwijk hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie entspannend so ein paar Tage am Meer doch sein können. Ich bin ein absoluter Nordseemensch und fühle mich dort immer direkt pudelwohl. Wir hatten bei unserer Reise natürlich auch absolut Glück mit dem Wetter. Es war so warm, dass wir sogar ins Meer gehen konnte ohne komplett zu erfrieren. Empfehlen würde ich die Reise allen Altersgruppen. Pärchen, Familien, Freundesgruppen – ich denke, dass Noordwijk und Umgebung für alle etwas zu bieten hat. Wer länger als nur vier Tage dort ist, kann die Gegend auch mit dem Fahrrad erkunden. Uns sind nämlich immer super viele Radfahrer entgegen kommen und die Radwege waren dort auch wirklich schön breit und gut ausgebaut.

Wart ihr schon einmal in Noordwijk?

xoxo Ruth



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