REZENSION: Aus allen Wolken fällt man auch mal weich von Valerie Korte

REZENSION: Aus allen Wolken fällt man auch mal weich von Valerie Korte

REZENSIONSEXEMPLAR I Ich bin eigentlich nicht so ein großer Liebesroman-Leser. Ja, ich lese New Adult und das tue ich mittlerweile auch wirklich gerne (wer hätte das jemals gedacht?), aber mit so klassischen Liebesromanen konnte ich oft nichts anfangen. Die Figuren waren mir einfach zu alt. Der Klappentext von „Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“, einem Liebesroman, hat mich dann aber doch sehr angesprochen und so dachte ich mir, versuche ich es einfach nochmal. Wie das geworden ists, erfahrt ihr in dieser Rezension. An dieser Stelle auch noch einmal herzlichen Dank an Bastei Lübbe für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Infos zum Buch:

Titel: Aus allen Wolken fällt man auch mal weich I Autorin: Valerie Korte I Verlag: Bastei Lübbe I Genre: Liebesroman I Seiten: 351 I Erstveröffentlichung Deutschland: 28. August 2020 I Preis: 10,00€ (Taschenbuch) I ISBN: 978-3-404-18059-2 I Zum Buch

Julia hat ein perfektes Leben – wenn auch nur auf Instagram. Stets top gestylt setzt sie dort die selbst entworfenen Armbänder in Szene, die sie in ihrem Online-Shop verkauft. In Wirklichkeit allerdings ist ihr Kölner Loft nur eine kleine Souterrainwohnung, Töchterchen Fee keineswegs eine verträumte Elfe und der Göttergatte längst ihr Ex. Ein Lichtblick in Julias Alltag ist der Bildhauer Alex von gegenüber, den sie gern heimlich bei der Arbeit beobachtet. Bis er beim Verkauf seiner Werke ihre Hilfe zu brauchen scheint. Plötzlich steht Julia vor der Frage: Wie viel ungeschöntes Leben verträgt die große Liebe? (Klappentext)

„Ich saß mit dem vierten Kaffee an diesem Morgen im Hof hinter unserem Haus. Meine Freundin Elif war gerade gegangen, nachdem sie das Foto geschossen, anschließend professionell retuschiert und Kaffee Nummer drei mit mir getrunken hatte“

Korte, Valerie: Aus allen Wolken fällt man auch mal weich. Köln: Bastei Lübbe 2020.

Handlung:

In „Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“ erwartet uns eine süße Liebesgeschichte gepaart mit Überlegungen zum „echten“ Leben auf Social Media. Der Handlungsverlauf ist nicht wirklich überraschend, aber dennoch interessant mitzuverfolgen. Wir erleben, wie die Protagonistin Julia ihren Alltag als alleinerziehende Mutter mit einem nicht wirklich gewinnbringenden Onlineshop für Armbänder meistert, sich mit ihrem arroganten Ex und ihrer eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt und sich nebenbei neuverliebt. Dabei gibt es keine großen Überraschungen, wohl aber ein paar Ausflüge ins Unrealistische. Manche Wendungen fand ich einfach ein bisschen weit hergeholt beziehungsweise einfach nicht realistisch. Doch das hat mich gar nicht so sehr gestört, wie ihr vielleicht denken würdet. Der Rest der Geschichte war einfach sehr harmonisch. Ich hatte oft nicht das Gefühl, als würde ich ein Buch lesen, sondern eine romantische Komödie auf Netflix schauen, was mir persönlich wahnsinnig gut gefallen hat. Da war ich dann auch irgendwie bereit, den ein oder anderen „Fehler“ zu tolerieren. Und eins muss man der Geschichte lassen: sie wusste immer, wo sie hinwollte und hat den roten Faden nicht verloren.

Wirklich sehr gut gefallen hat mir das Setting in Köln. Wie ihr wisst wohne ich in dieser Stadt und obwohl die über eine Million Einwohner hat, findet sie oft nur wenig Repräsentation in Filmen und Büchern. Die meisten Geschichten spielen in Berlin oder in München. Beide Städte habe ich zwar bereits mehrfach besucht, aber bei „Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“ habe ich das erste Mal erleben dürfen, was für einen Charme es hat, eine Geschichte aus der eigenen Stadt zu lesen. Dadurch hatte ich automatisch einen ganz anderen Bezug zum Setting und somit auch zu der Geschichte. Als zum Beispiel Kölsch getrunken und über die KVB geschimpft wurde, hatte ich ein fettes Lächeln auf den Lippen.

Die Überlegungen über Social Media und inwiefern dort das echte Leben präsentiert wird, oder eben nicht, fand ich auch gut. Vor allem weil nicht so extrem mit erhobenen Zeigefinger argumentiert wurde, wie ich teilweise befürchtet hatte. Nein, die Reflexion über Social Media war gut in die Geschichte eingebunden und hat durchaus zum Nachdenken angeregt.

Figuren:

Die Protagonistin des Romans ist Julia Brass. Julia ist alleinerziehende Mutter und hat zunehmend das Gefühl, ihr ganzes Leben sei eine einzige Lüge. Ihre Präsenz auf Social Media macht ihr zunehmend zu schaffen und ihr eigener Online-Shop läuft auch nicht ganz so rund. Hinzu kommt ein Vaterkonflikt, der Julias Figur noch ein bisschen mehr Tiefe verleiht. Insgesamt mochte ich sie als Protagonistin gerne. Das einzige, das mich gestört hat, war dass sie manchmal etwas vorschnelle Schlüsse zieht und ich fand sie auch manchmal etwas zu ruppig ihrer Tochter Fee gegenüber. Doch wahrscheinlich ist das eine ziemlich realistische Darstellung einer Mutter, deren Leben irgendwie aus der Bahn geraten ist.

Julias „Love Interest“ ist Bildhauer Alex. Über ihn erfährt man als Zuschauer nur langsam etwas und sein „Geheimnis“, woraus aber Gottseidank kein Riesendrama gemacht wurde, war eigentlich ziemlich offensichtlich und definitiv keine Neuerfindung, aber es hat zur Geschichte gepasst und Alex authentischer erscheinen lassen. Alex hat ebenfalls ein Kind, einen kleinen Jungen mit dem Namen Julius. Die Namenswahl fand ich ursprünglich etwas unpassend, da die Protagonistin ja Julia heißt, aber so hat der Namen für einen erzählerischen Kniff sorgen können. Insgesamt hätte es Alex übrigens nicht geschadet, wenn er ein bisschen kommunikativer gewesen wäre, aber das ist ja oft so.

Die Kinderfiguren, also Fee und Julius, sind süße Kinder und besonders Fee hat definitiv eine eigene Persönlichkeit. Das hat mir gut gefallen, da Kinder sonst oft ein bisschen flach dargestellt werden. Ansonsten gibt es noch ein paar andere Nebenfiguren, zum Beispiel Julias beste Freundin Elif oder zwei Nachbarn von Julia. Wobei die eine immer auf Kölsch gesprochen hat, was mir persönlich wieder sehr gut gefallen hat.

Schreibstil:

Der Schreibstil war einfach und schlicht. Und ausbaufähig. „Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“ ist das Debüt der Autorin, daher verzeihe ich ihr manche plumpen Formulierungen oder Situationen, in denen sie zu sehr dazu neigt, zu beschreiben, statt zu zeigen. Dennoch ist erkennbar, dass die Autorin das Handwerk des Schreibens mit noch ein bisschen mehr Übung auch noch besser beherrschen wird. Ansätze waren auf jeden Fall da! Insgesamt ließ sich das Buch sehr locker lesen und ich war mit den 350 Seiten sehr schnell durch.

Fazit:

„Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“ hat mir überraschend gut gefallen. Der Liebesroman mag kein Jahreshighlight sein, aber ich habe mich die ganze Zeit über in der Geschichte wohlgefühlt und sehr genossen, sie zu lesen. Wenn ihr gerne Liebesromane lest, bei denen man nicht viel denken muss und die man einfach nur genießen kann, dann seid ihr bei diesem Buch definitiv an der richtigen Adresse! Für mich gehört es in die Kategorie „Wohlfühllektüre“ und bekommt vier Sterne.

Habt ihr „Aus allen Wolken fällt man auch mal weich“ von Valerie Korte schon gelesen?

xoxo Ruth



4 thoughts on “REZENSION: Aus allen Wolken fällt man auch mal weich von Valerie Korte”

  • Heyy! Ich mag den Schreibstil von deiner Rezension total! Ich habe das Buch heute morgen beendet und bin gerade mit der Rezension fertig geworden… Wir haben eigentlich genau die gleiche Meinung zu dem Buch :) Ich hatte eigentlich keine sehr großen Erwartungen an das Buch, aber dann war ich doch überrascht, weil ich es so schnell ausgelesen habe und die Atmosphäre irgendwie einfach gestimmt hat.

  • Den Roman kenne ich gar nicht 🤷🏼‍♀️ leider hört es sich auch nicht danach an, als würde mir die Geschichte gefallen 🙆🏼‍♀️ mit solchen eher klassischen Liebesgeschichten verbringe ich gerne mal einen Filmeabend, aber nicht ein ganzes Buch 🙄

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