JENSEITS DES HYPES: Unbekannte(re) Bücher, die ihr unbedingt lesen müsst!

JENSEITS DES HYPES: Unbekannte(re) Bücher, die ihr unbedingt lesen müsst!

Wer Bookstagram, Booktube, Buchblogs oder auch Goodreads etwas genauer beobachtet, dem wird auffallen, dass es oft die gleichen Bücher sind, die vorgestellt werden. Noch extremer nehme ich das übrigens bei Booktok (das ist der Teil von TikTok, auf dem Bücher vorgestellt werden) wahr. Ein TikTok ohne „Das Reich der sieben Höfe“, „Harry Potter“, „Percy Jackson“ oder ein Cassandra Clare-Buch existiert dort nicht. Das ist natürlich grundsätzlich nicht schlimm. Auf Bookstagram sind es ganz besonders die Bücher von Mona Kasten und Laura Kneidl, die sehr viel gelesen und gut bewertet werden. Ich selbst liebe fast alle dieser Geschichten ebenfalls und kann sehr gut verstehen, dass die Bücher gehypt und demnach auch empfohlen werden. Andererseits finde ich es manchmal auch schade, dass oft immer nur die gleichen Bücher rezensiert und gepostet werden. Das liegt leider oft nicht nur daran, dass die Leute nur gehypte Bücher lesen, nur bekommen Fotos mit bekannten Büchern im Schnitt deutlich mehr Likes und Kommentare als unbekanntere. Was ja irgendwie auch logisch ist. Heute möchte ich dem aber einmal trotzen und euch ein paar Bücher vorstellen, die entweder tatsächlich recht unbekannt sind oder aber auf sozialen Medien zu wenig Aufmerksamkeit bekommen, obwohl die Leute die Bücher vielleicht eigentlich sogar gelesen haben. Viel Spaß mit dem Beitrag!

Faye. Herz aus Licht und Lava von Katharina Herzog

Seit der Ankunft auf Island geschehen merkwürdige Dinge. Gleich am ersten Abend führt ein Schwarm Glühwürmchen Faye zu einer Lichtung, auf der ein uralter Baum steht. Der Sage nach soll hier der Eingang zur Elfenwelt sein. Aber vor Jahren wurde das Herz des Baumes gestohlen. Und jetzt stirbt er. Faye beschließt, den Baum zu retten. Keine leichte Aufgabe. Vor allem seitdem ihr der impulsive und jähzornige Aron über den Weg gelaufen ist. Wenn Faye wüsste, auf was für ein Abenteuer sie sich da einlässt …  (Klappentext)

„Faye. Herz aus Licht und Lava“ habe ich letzten Sommer im Hamburg-Urlaub gelesen und mir hat die Geschichte wirklich gut gefallen. Die Geschichte erzählt von einem jungen Mädchen, die einen alten Baum retten möchte, da dieser Baum der Eingang zur Elfenwelt sein soll. Die Geschichte ist ruhig und geheimnisvoll erzählt, aber vermittelt gleichzeitig ein unglaublich Wohlfühlgefühl. Hinzu kommt, dass die nordische Mythologie thematisiert wird, was ich wirklich sehr interessant finde. „Faye“ ist übrigens auch eine perfekte Lektüre für den anstehenden Herbst, denn die Geschichte spielt genau zu dieser Zeit. Und solltet ihr unbedingt mal nach Island reisen wollen, dann ist das Buch auf jeden Fall etwas für euch! Eine genauer Rezension könnt ihr übrigens hier nachlesen. Wenn ihr also mal Lust auf eine Urban Fantasy-Geschichte haben sollte, die etwas weniger bekannt ist, lest doch gerne diese!

Das Hotel der Erinnerung von Chelsea Bobulski

Als die 16-jährige Nell mit ihrem Vater in das Grand Winslow Hotel zieht, hofft sie die dunklen Jahre nach dem Tod ihrer Mutter endlich hinter sich lassen zu können. Das opulente Resort scheint der perfekte Ort für einen Neuanfang zu sein. Doch dann tauchen an den Wänden plötzlich mysteriöse Nachrichten auf. Und Nell wird von Albträumen geplagt, die schlimmer sind als je zuvor. Alles deutet auf eine Tragödie hin, die sich vor Jahrzehnten an diesem Ort ereignet hat. Kann Nell mit Hilfe des Hotelangestellten Alec verhindern, dass sich die schrecklichen Ereignisse wiederholen? (Klappentext)

Wie ihr wisst mag ich Mystery-Bücher sehr, sehr gerne. „One of us is lying“ ist nicht ohne Grund eines meiner Lieblingsbücher. Dieser Jugendroman ist allerdings deutlich zu bekannt für diesen Beitrag. Anders ist es mit Chelsea Bobulskis „Das Hotel der Erinnerung“, das ich aber mindestens genauso gut finde wie die Romane von Karen M. McManus. Beide waren nämlich auch absolute Jahreshighlights 2019. In „Das Hotel der Erinnerung“ geht es um Nell, die mit ihrem Vater in ein altes und ziemlich geheimnisvolles Hotel zieht. Dort angekommen erfährt Nell von einer schrecklichen und bisher unaufgeklärten Tragödie, die sich vor Jahren in dem Hotel ereignet hat. Und die hat auf einmal mehr mit Nell persönlich zu tun, als sie zunächst glauben mag. Die Geschichte kommt mit unglaublichen Plottwists und einer sehr romantischen Liebesgeschichte daher. Außerdem LIEBE ich das Setting in dem alten Hotel. Für mich ist das Buch ein absoluter Geheimtipp seines Genres!

Silber-Trilogie von Kerstin Gier

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett. Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen, ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen … (Klappentext Band 1)

Von der Silber-Trilogie haben bestimmt einige von euch schon gehört, allerdings steht sie doch deutlich im Schatten einer anderen Trilogie der Autorin: der Edelsteintrilogie (Rubinrot, Saphirblau und Smaragdgrün). Den Popularitätsunterschied sieht man schon allein ei der Anzahl an Ratings auf Goodreads. „Rubinrot“ hat etwas mehr als 108.000 Ratings, während der erste Teil von „Silber“ nur ungefähr 24.000x gelesen bzw. bewertet wurde. Das ist natürlich immer noch eine hohe Zahl, aber im Vergleich zu „Rubinrot“ doch relativ wenig. Auch habe ich oft das Gefühl, dass viele die Reihe nicht so mögen. Das kann ich nicht bestätigen. „Silber“ ist eine sehr kreative Geschichte mit tollen Figuren und einem traumhaften Schreibstil. Es ist witzig, spannend und romantisch. Die Reihe verdient es nicht, immer im Schatten ihrer Vorgänger-Reihe zu stehen, daher hole ich sie jetzt mal ans Licht ;)

Morgen ist heute schon vorbei von Clare Furniss

Unsere Erinnerungen machen uns zu dem, der wir sind. Ohne sie sind wir niemand. Hatties Sommerferien verlaufen so gar nicht nach Plan. Alle ihre Freunde sind verreist, nur sie muss arbeiten und darf ihre kleinen Geschwister babysitten. Und außerdem hat sie gerade festgestellt, dass sie schwanger ist … von ihrem besten Freund Reuben. Dann platzt Hatties exzentrische Großtante Gloria in ihr Leben, mit Vorliebe für Gin und Zigarillos – und einer Demenzdiagnose. Das ungleiche Paar begibt sich auf einen Roadtrip durch das sommerliche England mit dem Ziel, Glorias Vergangenheit noch einmal lebendig werden zu lassen, bevor die Erinnerungen für immer verblassen. Und um Hattie Zeit zu geben, eine Entscheidung zu treffen, die ihr ganzes Leben bestimmen kann. Denn Glorias Erinnerungen haben viel mehr mit Hatties Leben zu tun, als sie vermutet … (Klappentext)

Es gibt eine Menge bittersüßer Geschichten da draußen und „Morgen ist heute schon vorbei“ ist vielleicht nicht die bekannteste davon, dafür aber eine sehr, sehr schöne. Als ich das Buch damals in der Buchhandlung entdeckt habe, hatte ich noch nie etwas davon gehört, aber der Klappentext hat mich dennoch direkt angesprochen. Und die Geschichte hat mir dann auch sehr gut gefallen. Es geht um Familie, Liebe, Schmerz und die Vergangenheit, die einen immer irgendwie einzuholen scheint. Mich hat das Buch sehr berührt und empfehle es euch in der Hoffnung, dass es euch genauso berührt.

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken von John Green

Küssen ist gar nicht so leicht! Das gilt zumindest für die 16-jährige Aza Holmes. Denn gerade hat sie sich in den smarten und sensiblen Davis Pickett Junior verliebt, dessen millionenschwerer Vater auf rätselhafte Weise verschwunden ist. Mit Davis kann Aza Nachrichten austauschen, in die Sterne gucken und über Gedichte und Filme philosophieren. Nur ihn zu berühren, fällt Aza manchmal schwer. Denn sie leidet an einer Zwangsstörung. Für Aza besteht die Welt aus Bakterien, die sie bedrohen. Immer wieder zieht sich die Angstspirale in ihrem Kopf zusammen. Aza muss Mut beweisen und sich ihren Zwängen stellen. Dabei hat sie Freunde an ihrer Seite wie die witzig-charmante Daisy, die sie auf ihrem Weg begleiten (Klappentext).

John Green ist zwar ein ziemlich bekannter Autor, aber nicht alle seine Romane sind so populär wie „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“. Meine liebste John Green-Geschichte ist zum Beispiel „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“. Mit dem Buch hat meine Liebe für ihn nämlich eigentlich auch erst so richtig begonnen. Seine bisher neuste Geschichte hat mich tief beeindruckt. Es ist eines der wenigen Bücher, das eine psychische Krankheit für mich realistisch und verständlich darstellt (das andere Buch ist übrigens „Nicht weg und nicht da“ von Anne Freytag, indem eine bipolare Störung sehr gut erklärt wird). Die Protagonistin von „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“, die 16-jährige Aza, hat nämlich, eine Zwangsstörung. Sie hat Probleme mit Berührungen. Die innere Zerrissenheit, die diese Krankheit in Ava auslöst, hat mich sehr berührt. Ich fand es spannend, in ihre Gedanken eintauchen zu dürfen und sie in ihrem Leben begleiten zu dürfen. Ein Leben, das sie manchmal nicht so erleben kann, wie andere Jugendliche in ihrem Alter. Ich wusste damals noch beim lesen, dass ich hier ein neues Lieblingsbuch lese und wer weiß, vielleicht ist das bei einem von euch ja auch so.

Welche unbekannten Bücher könnt ihr empfehlen?

xoxo Ruth



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