REZENSION: Verity von Colleen Hoover

REZENSION: Verity von Colleen Hoover

Ich habe mein erstes Colleen Hoover-Buch gelesen! Ich konnte bisher mit ihren Geschichten nicht viel anfangen, die Klappentexte haben mich jedenfalls nie wirklich angesprochen. Bis „Verity“. Und auch da brauchte ich ein bisschen, bis mich der Klappentext gecatcht hatte und ich mir das Buch gekauft habe. Mittlerweile habe ich es auch gelesen und möchte heute meine Rezension zu „Verity“ von Colleen Hoover mit euch teilen. Ganz viel Spaß!

Infos zum Buch:

Titel: Verity I Autorin: Colleen Hoover I Genre: Thriller/New Adult I Verlag: dtv bold I Seiten: 368 I Ersterscheinung Deutschland: 13.03.2020 I Preis: 14,90€ I ISBN: 978-3-423-23012-4 I Zum Buch

Darum geht’s:

Die Jungautorin Lowen Ashleigh bekommt ein Angebot, das sie unmöglich ablehnen kann: Sie soll die gefeierten Psychothriller von Starautorin Verity Crawford zu Ende schreiben. Diese ist seit einem Autounfall, der unmittelbar auf den Tod ihrer beiden Töchter folgte, nicht mehr ansprechbar und ein dauerhafter Pflegefall. Lowen akzeptiert – auch, weil sie sich zu Veritys Ehemann Jeremy hingezogen fühlt. Während ihrer Recherchen im Haus der Crawfords findet sie Veritys Tagebuch und darin offenbart sich Lowen Schreckliches … (Klappentext)

„Erst höre ich das Geräusch seines berstenden Schädels, dann spritzt mir sein Blut entgegen. Ich ringe entsetzt nach Luft und springe mit einem Satz auf den Gehweg zurück, bleibe aber mit einem meiner hohen Absätze an der Bordsteinkante hängen und muss mich an einem Parkverbotsschild festhalten, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren.“

Hoover, Colleen: Verity. München: dtv bold 2020, S. 7.

Handlung:

Wie der Klappentext schon ankündigt, geht es in „Verity“ um die Autorin Lowen Ashleigh, die die Psychothriller der Autorin Verity Crawford weiterschreiben soll, da diese einen Unfall hatte und ein Pflegefall geworden ist. Allein die Idee finde ich schon ziemlich cool und ungewöhnlich. Da Lowen nun im Haus von Verity leben soll, wo auch deren Mann Jeremy lebt, ist zwar schon direkt klar, in welche Richtung sich die Liebesgeschichte entwickeln soll, aber das hat mich irgendwie nicht gestört.

Von der ersten bis zur letzten Seite ist „Verity“ unglaublich spannend. Es gibt keinen Tiefpunkt, der Spannungsbogen wird das gesamte Buch lang aufrecht gehalten. Und das in ziemlicher Höhe. Ich habe ungefähr drei Seiten gebraucht, um in die Geschichte hereinrufenden und dann direkt 100 Seiten am Stück gelesen, weil ich einfach nicht aufhören konnte. Generell war ich ziemlich schnell. Insgesamt habe ich drei Tage gebraucht, um „Verity“ zu lesen. Hätte ich mich am zweiten Abend nicht mit einer Freundin getroffen, wäre ich vermutlich schon nach zwei Tagen fertig gewesen. Ich konnte das Buch wirklich kaum aus der Hand legen.

Wer „Verity“ liest, sollte sich bewusst sein, dass es zwar New Adult-Elemente gibt, das Buch aber in erster Linie ein (Psycho)Thriller ist. Die Geschichte enthüllt einige Details aus dem Leben von Verity (und Jeremy), die definitiv nicht leicht zu verarbeiten sind und ich manchmal echt einen Moment brauchte, um zu realisieren, was ich da gerade gelesen hatte. Das Ende hat mich übrigens auch nochmal richtig weggehauen, mit dieser Wendung hatte ich nicht unbedingt gerechnet und ich finde den gesamten Ausgang sehr gelungen und auch sehr mutig. Denn das Ende bringt alles ins Wanken, was man zuvor gelesen hat und lässt einen mit einem großen Fragezeichen im Gesicht zurück, aber das hat mir sehr gut gefallen!

Die Liebesgeschichte kann ich jetzt nicht wirklich genauer beschreiben, da das vermutlich zu viele Spoiler enthalten würde. Aber ich kann euch sagen: die Geschichte an sich ist eigentlich sehr süß, aber in einem Setting, das vielleicht etwas unangebracht ist.

Eine einzige Sache hat mich an dem Buch aber gestört: die Sexszenen. Ich bin da in den letzten Monaten deutlich toleranter geworden, akzeptiere mehr als noch vor 2 Jahren, aber hier war es mir ein bisschen too much. Die Beschreibung war mir zu detailliert und zu vulgär. In einem Kontext hat das zwar sehr gut gepasst, in einem anderen aber nicht. Wer das Buch gelesen hat, kann vielleicht einschätzen, welche Szenen ich passend und welche ich weniger passend beschrieben fand.

Figuren:

Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Lowen und durch ihr Manuskript auch indirekt durch Verity. Man hat hier sehr stark gemerkt, dass zwei unterschiedliche Figuren mit eigenen Gedanken und eigener Sprachverwendung erzählen, die Erzählstimme war also insgesamt sehr unterschiedlich, was definitiv positiv hervorzuheben ist.

Lowen als Protagonistin ist relativ typisch New Adult. Sie schleppt etwas aus ihrer Vergangenheit mit sich herum, macht aber trotzdem nicht so ein riesiges Theater darum. Ihre Gedanken, Zweifel und Gefühle konnte ich oft gut nachvollziehen und fand es spannend, aus ihren Augen alles zu erleben. Insgesamt war sie eine gelungene und durchdachte Protagonistin, die die Geschichte gut voran getrieben hat.

Jeremy als Veritys Mann war von Anfang an ziemlich sympathisch und sehr nett. Fast schon zu nett. Das hat mich manchmal an ihm zweifeln lassen, was aber sicherlich auch genauso beabsichtigt war. Insgesamt tritt er als sehr fürsorgliche und liebevolle Figur auf, der viele Schicksalsschläge in kurzer Zeit erleben musste. Das hat ihn als Figur sicherlich geprägt und man hat ihm seine Trauer und Verzweiflung auch abgekauft. Gut fand ich außerdem, dass man ihn nicht in Selbstmitleid hat baden lassen, solche Figuren finde ich nämlich ziemlich anstrengend.

Verity ist die wohl geheimnisvollste Figur im ganzen Buch. Ich kann eigentlich kaum etwas zu ihr sagen, ohne euch zu viel zu spoilern. Ich kann aber sagen, dass sie durchaus eine komplexe Figur ist, die für die ein oder andere Überraschung sorgen kann.

Sonst gibt es noch einige Nebenfiguren, die aber eigentlich kaum eine Rolle spielen und zur Handlung auch eher wenig beitragen. Eine Figur ausgenommen. Aber welche das ist, solltet ihr selbst herausfinden!

Schreibstil:

Lorens Erzählungen sind im Präsens geschrieben und das Manuskript von Verity im Präteritum. Erzähltechnisch und auch den Schreibstil an sich betreffend fand ich daher das Manuskript besser. Im Präsens klingen manche Ausdrücke einfach immer etwas platt, das ist im Präteritum anders. Flüssig lesen lässt sich die Geschichte aber in beiden Tempi. Durch gute Beschreibungen und eine gelungene Wortwahl wird die Spannung auch noch einmal unterstützt. Ich hätte mir, bei besagten Sexszenen, jedoch ein wenig weniger vulgäre Begriffe gewünscht. Aber vielleicht bin ich auch einfach nur verklemmt ;).

Fazit:

„Verity“ von Colleen Hoover hat mir ziemlich gut gefallen. Ich fand die Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite über unglaublich spannend und unvorhersehbar. Wer viele Thriller liest, wird hier eventuell eine andere Meinung haben, aber ich für meinen Teil wusste vorher nicht, wie es ausgehen soll. Das Buch ist jedoch definitiv nichts für schwache Nerven und manche Stellen könnten ein wenig verstörend sein. Gerade Veritys Manuskript glich manchmal einem Unfall: man will eigentlich wegschauen, weil es so schrecklich ist, was gerade passiert ist und doch kann man den Blick nicht abwenden. Die Figuren fand ich ebenfalls sehr überzeugend. Der Schreibstil wirkte teilweise etwas flach, was aber auf die Verwendung des Präsens zurück zuführen ist, denn an sich lässt sich „Verity“ wirklich gut lesen. Es gibt 0,5 Punkte Abzug für die unnötig vulgäre Sprachverwendung während einer gewissen Sexszene, aber ansonsten habe ich an „Verity“ wirklich nichts auszusetzen! Es gibt 4,5 von 5 Sternen von mir.

Rezension: Verity von Colleen Hoover

Habt ihr „Verity“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Rezension: Verity von Colleen Hoover



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