REZENSION: Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln von Adriana Popescu

REZENSION: Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln von Adriana Popescu

Im März habe ich „Mein Sommer auf dem Mond“ von Adriana Popescu gelesen, zur Rezension kommt ihr hier. Das Buch hat mir ja nicht ganz so gut gefallen, aber ich wollte der Autorin noch eine Chance geben. Denn beim lesen von „Mein Sommer auf dem Mond“ habe ich durchaus Potenzial gesehen und es lag vielleicht auch einfach nur an dieser speziellen Geschichte, dass mir das Buch nicht so gut gefallen hat. Inzwischen habe ich mein zweites Buch der Autorin gelesen. Und deshalb gibt es heute die Rezension zu „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ von Adriana Popescu. Viel Spaß!

Infos zum Buch:

Titel: Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln I Autorin: Adriana Popescu I Verlag: cbt/cbj I Genre: Jugendroman I Seiten: 464 I Ersterscheinung Deutschland: 14. September 2020 I Preis (Klappenbroschur): 13€ I ISBN: 978-3-570-31337-4 I Zum Buch

Darum geht’s:

Drei Jugendliche, die Spuren der Vergangenheit und die Frage nach der Zukunft. Irgendwas hat dieser Neue, Samuel, an sich, das Marie von Anfang an fasziniert. Und Samuel geht es genauso. Wie Magnete bewegen sie sich aufeinander zu, stoßen einander aber auch immer mal wieder ab, wenn sie sich von der falschen Seite nähern. Und mitten in diesem Spannungsfeld bewegt sich Theo, Maries jüngerer Bruder, der seit einem schrecklichen Ereignis vor über einem Jahr immer noch mit seinen Ängsten ringt – und in der Schule mit seinem Mobber Andi. Marie, Samuel, Theo – ihr Aufeinandertreffen bedeutet für alle drei einen Neubeginn, aber auch, sich den Geschehnissen ihrer Vergangenheit zu stellen, denn Samuel trägt ein Geheimnis mit in diese neue Freundschaft … (Klappentext)

„Die Narbe an seiner Lippe, die sein Lächeln in zwei Hälften teilt, sieht ein bisschen aus wie ein Ausrufezeichen. Eines, das er unterbewusst hinter alles setzt, was er sagt. Selbst, wenn er – wie jetzt – nichts sagt.“

Popescu, Adriana: Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln. München: cbj/cbt 2020, S. 5.

Handlung:

„Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ erzählt die Geschichte von den Geschwistern Marie und Theo, sowie Maries neuem Mitschüler Samuel. Man findet schon nach kurzer Zeit in die Geschichte und fühlt sich darin auch direkt wohl. Angenehm realitätsnah wird der Schulalltag dieser drei Stuttgarter Teenager erzählt, die alle unterschiedliche Dinge durchmachen mussten und immer noch müssen. Dabei dreht sich zunächst alles um ein Ereignis aus Theos Vergangenheit, das sein und das Leben seiner Schwester völlig verändert hat und um ein Ereignis aus Samuels Vergangenheit, das auch sein Leben verändert hat. Was die beiden vergangenen Geschehnisse sind, wird dabei erst Stück für Stück ans Licht geführt, was für zusätzliche Spannung sorgt.

Es ist denke ich kein Geheimnis, dass sich zwischen Marie und Samuel eine Liebesgeschichte anbahnt. Und diese Liebesgeschichte ist irgendwie so unglaublich schön, dass sie bei mir, als Leserin, für Bauchkribbeln gesorgt hat. Mit viel Liebe zum Detail und einer ziemlich guten Beobachtungsgabe beschreibt Adriana Popescu, wie zwischen den beiden der Funke überspringt und wie sie beide endlich wieder Hoffnung auf eine bessere Zukunft schöpfen können. Wenn beschrieben wird, wie Samuel und Marie das erste Mal Händchen halten, dann ist das so realistisch und so echt, dass man die Berührung schon fast durch die Seiten des Buchs spüren kann.

Generell fühlt sich das ganze Buch total nah an. Gerade Maries und Theos Geschichte könnte jedem genauso passiert sein und die Realität von Jugendlichen ist hierbei so gut beschrieben, wie ich es schon lange nicht mehr gelesen habe. „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ ist nicht einfach nur eine Liebesgeschichte, es ist eine Geschichte über Freundschaft, Familie, Schmerz, Angst, Mobbing und Kontrollverlust.

Einen klitzekleinen Kritikpunkt habe ich jedoch: die letzte 70 Seiten fand ich deutlich schwächer als die restlichen 390. Die Spannungskurve fällt da ein bisschen ab und für mich wirkte manches ein bisschen gehetzt und am Ende nicht 100%ig auserzählt. Ein oder zwei zusätzliche Kapitel hätten nicht geschadet und zu einem perfekten runden Abschluss geführt!

Figuren:

Die Geschichte wird immer abwechselnd aus der Sichte aller drei Protagonistin erzählt. Dadurch konnte man sich besonders gut in Marie, Samuel und Theo hineinversetzen. Jede der Figuren hatte ihre eigene Stimme und auch ohne die Erzählerzuweisung zu Beginn eines jeden Kapitels hätte man gemerkt, wer gerade erzählt.

Die Figuren sind allesamt sehr authentisch und ich hatte sie schon nach wenigen Seiten ins Herz geschlossen. Besonders Marie war mir sehr sympathisch und ich konnte die Last, die sie trägt, sehr gut nachfühlen. Nicht, weil ich in einer ähnlichen Situation bin oder war, sondern weil sie einfach so gut konzipiert und geschrieben war. Das gilt aber auch für die anderen. Samuels inneren Konflikt, hin und hergerissen zwischen seinem besten Freund Tommi, mit dem sein altes Leben, das er eigentlich hinter sich lassen möchte, verbunden ist und Marie, die für ein besseres Leben steht. Und auch Theo, der gegen seine ganz eigenen Dämonen kämpft, konnte man gut in den Kopf gucken.

Viel Platz für Nebenfiguren gibt es nicht. Es gibt Elternfiguren, Samuels alte Freunde und ein paar Mitschüler. Die Nebenfiguren sind dabei unterschiedlich komplex, aber erfüllen ihren Job doch sehr gut. Sie tragen nicht die Geschichte, denn das können die Protagonisten schon ganz alleine, aber sie runden die Geschichte ab.

Schreibstil:

Besonders loben möchte ich den Schreibstil. Obwohl in 1. Pers. Sg. Präs. geschrieben wurde, gab es keine plumpen Formulierungen oder Stellen, über die ich beim lesen gestolpert bin. Ganz im Gegenteil. Der Schreibstil geht runter wie flüssige Butter und hat dabei noch Zeit, die Schönheit der Sprache mitzunehmen. Ich fand „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ auch besser geschrieben als „Mein Sommer auf dem Mond“, was ich ja diesen März gelesen habe. Der Schreibstil hatte eine solche Sogkraft, dass er mich direkt in die Geschichte gezogen und dann durch sie durch getragen hat. Ich hatte teilweise nämlich auch das Gefühl, einen Film zu sehen. So bildhaft war alles geschrieben und formuliert. Wirklich ganz toll!

Fazit:

Adriana Popescus neuster Jugendroman „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ hat mich sehr berührt. Eine emotionale Geschichte über Liebe, Freundschaft und Schmerz mit sehr authentischen und liebenswerten Figuren trifft auf einen hervorragenden Schreibstil. Es gibt eigentlich kaum etwas zu meckern, wären da nicht die letzten 70 Seiten, die zwar nicht wirklich schlecht waren, aber leider nicht ganz so hervorragend wie die anderen. Daher gibt es 0,5 Punkte Abzug, das Buch gehört aber dennoch in die Kategorie „Lieblingsbuch“, weil es mich so berührt hat und ich es jedem empfehlen würde, der Lust auf ein gutes Jugendbuch mit Tiefgang hat!

Rezension: Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln von Adriana Popescu

Habt ihr „Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Rezension: Ein Lächeln sieht man auch im Dunkeln von Adriana Popescu



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