REZENSION: All This Time von Mikki Daughtry und Rachael Lippincott

REZENSION: All This Time von Mikki Daughtry und Rachael Lippincott

Ich hab’s getan, nach fast einem halben Jahr habe ich tatsächlich mal wieder ein Buch auf Englisch gelesen. Nein, es war nicht „Call Me By Your Name“ wie ihr jetzt vielleicht vermutet habt, sondern „All This Time“ von Mikki Daughtry und Rachael Lippincott. Die beiden Autorinnen haben auch bereits „Drei Schritte zu dir“ geschrieben und da mir das Buch damals auch ganz gut gefallen hat, war ich auf das neue Buch auch sehr gespannt. Bis zum deutschen Erscheinungstermin im März wollte ich dann irgendwie nicht warten und habe mir das Buch direkt auf Englisch bestellt. Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr heute in meiner Rezension zu „All This Time“ von Micki Daughtry und Rachael Lippincott. Viel Spaß!

Infos zum Buch:

Titel: All This Time I Autorinnen: Mikki Daughtry und Rachael Lippincott I Verlag: Simon & Schuster I Genre: Young Adult I Seiten: 336 I Erstveröffentlichung: 01.10.2020 (geplante Veröffentlichung Deutschland: 18.03.2021) I Preis: 15,39€ (Hardcover) I ISBN: 978-1-4711-9219-7 I Zum Buch

Darum geht’s:

Kyle und Kimberly sind seit der 9. Klasse das perfekte Paar. Doch am Abend der Abschlussfeier bricht Kyles Welt brutal in sich zusammen: Nachdem Kimberly ihm eröffnet hat, dass sie die Beziehung beenden will, haben sie auf dem Heimweg einen Autounfall. Kyle erwacht im Krankenhaus aus seiner Bewusstlosigkeit – aber Kim hat den Unfall nicht überlebt. Kyle versinkt in unendlicher Trauer und Schuldgefühlen … bis er Marley begegnet. Marley hat ebenfalls einen großen Verlust erlitten, für den sie sich verantwortlich macht. Sie verstehen einander und können den Schmerz des anderen lindern, während sie sich immer näherkommen. Doch Kyle muss befürchten, dass er diese zweite Chance auf Glück erneut verlieren könnte … (deutscher Klappentext)

Handlung:

In „All This Time“ erwartet die Leser*Innen eine emotionale Geschichte über Liebe, Freundschaft und Verlust. Der Klappentext lässt bereits andeuten, dass es ziemlich traurig werden kann, schließlich müssen sich beide Protagonisten, Kyle und Marley, mit dem Tod beziehungsweise Verlust eines geliebten Menschen auseinandersetzen. Erwartet habe ich demnach eine Geschichte, die mich als Leserin berührt und auch daran erinnert, wie wichtig es ist, jeden Moment zu nutzen, da das Leben schneller vorbei sein könnte, als man glaubt.

Letztlich war die Thematik an sich auch berührend und es gab durchaus auch Stellen, die ich sehr schön und emotional fand, im Großen und Ganzen war es aber nicht so eine emotionale Achterbahnfahrt wie zb. bei „Drei Schritte zu dir“, wo ich wirklich kurz vor den Tränen war. Es kann natürlich sein, dass es auch ein bisschen an der englischen Sprache lag, dass ich nicht ganz so emotional werden konnte, vielleicht lag es aber auch einfach tatsächlich an der Geschichte.

Insgesamt war die nämlich ziemlich vorhersehbar. Den Twist, der die Leser*Innen nach zwei Drittel des Buchs erwartet, habe ich eigentlich von Anfang an geahnt. Die Hinweise waren einfach zu eindeutig, weswegen mich die Wendung weder überrascht, noch irgendwie berührt hat. Danach hat mir dann auch leider etwas der Sinn der Geschichte gefehlt und es wurde, nun ja, etwas komisch. Die letzten 100 Seiten waren für mich zu schnell, zu verwirrend und zu unrealistisch. Vielleicht bin ich auch nicht romantisch genug, aber mir war die Auflösung ein bisschen too much.

Insgesamt kann ich die Handlung glaube ich ganz gut so beschreiben: Am Anfang ist es etwas zäh und fast schon langweilig, dann wird es wirklich ganz nett und man hat das Gefühl, in der Geschichte angekommen zu sein, während sich gleichzeitig der Plottwist anbahnt, der dann doch etwas zu offensichtlich war. Daher fehlt das Überraschungsmoment meiner Meinung nach völlig, wodurch die emotionale Verbindung zu der Geschichte verloren geht. Das Ende war dann ziemlich abrupt und in meinen Augen zu kitschig.

Figuren:

„All This Time“ wird aus der Sicht von Kyle erzählt, was mir gut gefallen hat. Kyle mochte ich auch wirklich gerne. Man hat ihm als Figur genug Zeit gegeben, zu trauern und dann auch wieder neu anzufangen. Kyle Trauerbewältigung fand ich sehr realistisch, auch wenn der Spannungsbogen dadurch sehr flach gehalten wurde. Was mich ein bisschen gestört hat, und das lag eigentlich nicht an Kyle, war, dass ihm von verschiedenen Seiten eingeredet wurde, er sei zu egoistisch. Das fand ich nicht so. Vor allem weil sein Egoismus wohl hauptsächlich auf Handlungen beruht, die in dem Buch nicht aktiv stattfinden, da sie in der Vergangenheit der Figuren lagen. Da hat mir dann einfach der wirkliche Rückblick gefehlt, um beurteilen zu können, ob Kyle wirklich egoistisch ist oder nicht. Trotzdem war Kyle das Highlight des Buchs und er hat die Geschichte quasi alleine getragen.

Zu den anderen Figuren hatte ich quasi keinen Zugang. Zu Marley noch am ehesten, aber auch da konnte der Funke nicht wirklich überspringen. Man hätte den Nebenfiguren, und es sind wirklich nicht viele, einfach ein bisschen mehr Raum geben sollen. Dann wären sie mir vermutlich auch nicht so unsympathisch und ungreifbar erschienen.

Schreibstil:

Der Schreibstil und die Sprachverwendung haben mir gut gefallen. Gerade die Sprache war in meinen Augen nah an Teenagern dran und daher authentisch. Der Schreibstil war flüssig und gut zu lesen. Es gab ein paar unschöne Wortwiederholungen, aber das fand ich persönlich nicht so schlimm. Vom Niveau her würde ich „All This Time“ auf einem mittleren Niveau einordnen. Mit Englischkenntnissen auf dem Level B2 kann man das Buch wirklich ohne Probleme lesen und auch in einem Tempo, das dem deutschen Lesetempo adäquat ist. Ich jedenfalls habe 100 Seiten in unter einer Stunde geschafft, das gelingt mir sogar oft nicht einmal im Deutschen.

Fazit:

„All This Time“ ist eine Liebesgeschichte, die mich nicht ganz abholen konnte. Sie war nicht so traurig und emotional wie erhofft und leider ziemlich vorhersehbar. Dabei gab es allerdings durchaus niedliche und süße Momente. Highlight war der Protagonist Kyle, der die Geschichte auch erzählt hat. Der Schreibstil war flüssig und das Englisch gut verständlich. Insgesamt wurde das Potenzial der Geschichte auch leider nicht so wirklich ausgenutzt. Für mich ist „All This Time“ eine ganz nette Geschichte für zwischendurch. Aber schon bei der Rezension habe ich gemerkt, dass mir das Buch nicht so lange in Erinnerung bleiben wird wie andere Bücher dieser Art.

Rezension zu All This Time von Mikki Daughtry und Rachael Lippincott

Habt ihr „All This Time“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Rezension zu All This Time von Mikki Daughtry und Rachael Lippincott



2 thoughts on “REZENSION: All This Time von Mikki Daughtry und Rachael Lippincott”

  • Hmm das klingt leider nicht nach einem Buch, das ich mir holen und lesen würde 🤔 drei Schritte zu dir hat mir ja schon auch gefallen, weswegen ich verstehen kann, dass du zu einem Buch der beiden Autorinnen gegriffen hast 🙆🏼‍♀️

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