REZENSION: Midnight Chronicles. Schattenblick von Bianca Iosivoni

REZENSION: Midnight Chronicles. Schattenblick von Bianca Iosivoni

Als Bianca Iosivoni und Laura Kneidl verkündet haben, dass sie gemeinsam eine Urban Fantasy-Chronologie schreiben, war ich zuerst skeptisch. Sechs Bücher sind eine ganze Menge. Immerhin schrieben die beiden nicht gemeinsam ein Buch, sondern jede der Autorinnen schreibt drei Bücher der Reihe, die abwechselnd erscheinen und auch immer jeweils ein anderes Paar im Fokus steht. Also jedes Paar bekommt drei Bücher, trotzdem hängen alle Teile zusammen. Ich bin immer noch ein bisschen skeptisch, wie genau alles zusammengefügt wird, aber dem ersten Teil, „Schattenblick“, gegenüber bin ich nicht mehr ganz so skeptisch. Ich habe das Buch nämlich mittlerweile gelesen und heute gibt es meine Rezension.

Infos zum Buch:

Titel: Midnight Chronicles. Schattenblick I Autorin: Bianca Iosivoni I Verlag: LYX I Gerne: Urban Fantasy NA I Seiten: 448 I Erstveröffentlichung Deutschland: 26.08.2020 I Preis: 14,90€ (Paperback) I ISBN: 978-3-7363-1277-7 I Zum Buch

Darum geht’s:

Er hat keine Vergangenheit. Sie keine Zukunft. Der Auftakt der Midnight Chronicles 449 entflohene Seelen. 449 Tage, um sie zurück in die Unterwelt zu schicken. Roxy weiß, dass ihre Mission so gut wie unmöglich ist. Dass sie jetzt auch noch ein Auge auf den mysteriösen Shaw haben soll, der von einem Geist besessen war und seitdem keinerlei Erinnerungen an seine Vergangenheit hat, passt ihr daher gar nicht. Vor allem weil das Kribbeln zwischen ihnen mit jedem Augenblick, den sie miteinander verbringen, heftiger wird. Und das ist nicht nur für Roxys Herz gefährlich – sondern auch für ihr Leben… (Klappentext)

„Ich liebte Essen. Schokolade. Pasta. Cottage Pie. Eintopf. Pizza. Scones. Eiscreme. Essen machte einfach alles besser.

Iosivoni, Bianca: Midnight Chronicles. Schattenblick. Köln: Bastei Lübbe AG 2020, S. 9.

Handlung:

Urban Fantasy zu schreiben ist schwer. Man muss sich nicht nur eine Geschichte ausdenken, sondern auch direkt eine ganze Welt, die sich zwar nicht so sehr von unserer entscheidet wie im High Fantasy-Genre, aber dennoch ist die Urban Fantasy-Welt ja auch nicht unsere. Bianca Iosivoni ist es durchaus gelungen, Urban Fantasy zu schreiben. Die Idee und der Plot waren gut, das World Building überzeugend und insgesamt wurde schon eine fantastische Atmosphäre erzeugt. Was mich am Anfang ein bisschen gestört hat, waren die vielen Parallelen zur Schattenjägerwelt von Cassandra Clare. Die Hunter aus „Midnight Chronicles“ ähneln den Schattenjägern schon sehr und das hat mich am Anfang schon ziemlich gestört. Wie ihr wisst, mag ich keine Abklatsche. Letztlich hat sich die Geschichte und ihre Welt dann aber doch in eine eigene Richtung entwickelt und sich von Cassie Clares Welt abgegrenzt.

Die Handlung an sich war logisch und durchdacht und hat die Figuren auch sinnvoll in die Geschichte eingebunden. Das fand ich gut! Leider war die Spannung nicht immer so gegeben. Es war zwar nicht unbedingt langweilig, aber das „Ich muss unbedingt weiterlesen“-Gefühl hat ein bisschen gefehlt. Gegen Ende wurde es dann aber nochmal besser.

Die Liebesgeschichte zwischen Shaw und Roxy war mir ein kleines bisschen zu lahm. Es gibt vielleicht zwei oder drei Szenen, in denen wirklich die Funken sprühen, aber ansonsten passiert eigentlich nicht viel zwischen en beiden. Nur als Liebesgeschichte funktioniert „Schattenblick“ nicht, die Urban Fantasy-Elemente sind essentiell. Aber das ist ja eigentlich auch nicht schlimm, schließlich gehört das Buch diesem Genre an. Ein bisschen mehr Liebe wäre aber doch ganz schön gewesen.

REZENSION: Midnight Chronicles Schattenblick von Bianca Iosivonie

Figuren:

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Roxy und Shaw erzählt. Roxy ist die weibliche Hauptfigur in „Schattenblick“. Sie stammt ursprünglich aus Irland, lebt aber mittlerweile im Londoner Hunter-Quartier. Roxy ist eher draufgängerisch veranlagt und spricht meistens so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Sie lässt sich von niemandem den Mund verbieten und ist zudem sehr ehrgeizig. Aber das muss man vermutlich, wenn man nur noch 449 Tage zu leben hat. Ich habe Roxy als sehr angenehme Protagonistin empfunden. Sie hatte eine gut ausgebaute Hintergrundgeschichte, die auch ausreichend erläutert wurde, sodass ihr Handeln in der Gegenwart gut zu verstehen war. Sie war eine gute Hauptfigur.

Auch Shaw, Roxys männlicher Gegenpart, hat mir gut gefallen. Shaw hat keine Vergangenheit, jedenfalls erinnert er sich nicht an sie. So hatte Roxy, und natürlich auch ich als Leserin, die Chance Shaw ohne Vorgeschichte und alte Dramen kennenzulernen, einfach nur als der Mensch, der er ist. Shaw ist lustig, ein bisschen zu direkt vielleicht, aber trotzdem ein sehr angenehmer Zeitgenosse. Die Sorgen, die Shaw sich aufgrund seines fehlenden Gedächtnisses macht, fand ich sehr gut beschrieben, wodurch Shaw auch ziemlich lebendig gewirkt hat.

In „Schattenblick“ gibt es relativ viele Nebenfiguren. Da muss ich gestehen, dass ich Anfangs ein bisschen durcheinander geraten bin und Schwierigkeiten hatte, die Figuren auseinander zuhalten und ihrer Aufgabe zuzuordnen. Da hilft ein Blick in das Personenregister hinten im Buch ab und zu ganz gut. Ansonsten haben die Nebenfiguren die Geschichte gut ausgeschmückt und ihren Job erfüllt. Eine Nebenfigur war ein bisschen plastischer als die anderen, aber das liegt auch daran, dass sie in der Fortsetzung die Hauptfigur sein wird.

Schreibstil:

Der Schreibstil war an sich sehr flüssig. Wie immer bei (Urban) Fantasy braucht man ein bisschen, um in die Geschichte und die Welt hineinzufinden, aber das liegt vermutlich nicht so sehr am Schreibstil. Das Word (und World) Building fand ich grundsätzlich auch sehr gelungen, nur hätte man einen Todesboten vielleicht nicht unbedingt „Kevin“ nennen sollen, das fand ich ein bisschen albern. Ansonsten bin ich mit dem Schreibstil und der Wortwahl aber ganz gut zurecht gekommen. An manchen Stellen war die Sprache ein bisschen zu sexualisiert, aber es ist ja auch irgendwie immer noch ein New Adult-Roman, da gehört das eben dazu.

Fazit:

Der Auftakt der „Midnight Chronicles“ hat mir insgesamt gut gefallen und konnte mich von der Reihe überzeugen. Die Geschichte ähnelt anfangs (zu) stark der Schattenjägerwelt von Cassandra Clare, entwickelt sich dann aber zum Glück doch noch in eine eigene Richtung. Der Aufbau der Urban Fantasy-Welt war größtenteils überzeugend und gelungen. Die Handlung war schlüssig, nur manchmal etwas langsam. Die Liebesgeschichte hätte etwas intensiver sein können. Die Figuren überzeugen hingegen vollkommen. Roxy und Shaw waren interessante und starke Protagonisten, denen ich gerne zugehört habe. Der Schreibstil war flüssig. Insgesamt bekommt Bianca Iosivonis „Midnight Chronicles. Schattenblick“ vier Sterne von mir. Ich bin gespannt, was Laura Kneidl im zweiten Teil für uns vorbereitet hat!

REZENSION: Midnight Chronicles Schattenblick von Bianca Iosivonie

Habt ihr „Midnight Chronicles. Schattenblick“ schon gelesen?

xoxo Ruth

REZENSION: Midnight Chronicles Schattenblick von Bianca Iosivonie



2 thoughts on “REZENSION: Midnight Chronicles. Schattenblick von Bianca Iosivoni”

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.