REZENSION: Never Too Late von Morgane Moncomble

REZENSION: Never Too Late von Morgane Moncomble

Anfang des Jahres habe ich den New Adult-Roman „Never Too Close“ der französischen Autorin Morgane Moncomble gelesen. Zu der Rezension zu dem Buch kommt ihr, wenn ihr hier klickt. Den zweiten Teil der Duologie „Never Too Late“ wollte ich dann eigentlich auch direkt zu Erscheinungstermin im Frühling lesen, habe es dann aber irgendwie doch nicht geschafft. Neulich hatte ich aber spontan Lust auf das Buch und habe es mir direkt aus der Bücherei geliehen. Viel Spaß also mit dieser Rezension zu „Never Too Late“ von Morgane Moncomble!

Infos zum Buch:

Titel: Never Too Late I Autorin: Morgane Moncomble I Verlag: LYX I Genre: New Adult I Seiten: 480 I Ersterscheinung Deutschland: 27.03.2020 I Preis (Paperback): 12,90€ I ISBN:  978-3-7363-1167-1 I Zum Buch

Darum geht’s:

Wer sich als erstes verliebt, hat verloren … Die Nacht mit Jason sollte eine einmalige Sache sein. Zoé führt keine Beziehungen, und sie verliebt sich nicht – niemals! Doch dann stehen sich die beiden wenige Tage später plötzlich erneut gegenüber, als sie feststellen, dass ihre besten Freunde in dieselbe Wohnung gezogen sind. Und obwohl Zoé den One-Night-Stand am liebsten vergessen würde, kann sie sich nicht gegen das Kribbeln wehren, das Jasons Nähe in ihr hervorruft. Aber ihr Herz wurde schon einmal gebrochen – kann sie es wirklich ein weiteres Mal aufs Spiel setzen?  (Klappentext)

„Soll ich euch mal etwas völlig Abgedrehtes verraten? In der Milchstraße gibt es zwischen zweihundert und vierhundert Milliarden Sterne. Verrückt, nicht wahr? Schaut mich nicht so an, ich wusste es auch nicht. Sarah hat es mir beigebracht.“

Moncomble, Morgane: Never Too Late. Köln: Bastei Lübbe AG 2020, S. 11.

Handlung:

„Never Too Late“ spielt parallel zu „Never Too Close“, daher kannte man einige Bestandteile der Handlung schon. Sicher, die Liebesgeschichte der beiden Paare waren in ihrem eigenen Buch deutlich detailreicher, aber die Grundhandlung war schon ähnlich. Da muss ich allerdings auch direkt einen kleinen Kritikpunkt einfügen: ich fand die Geschichte nämlich manchmal nicht ganz synchron. Jedenfalls kam sie mir nicht so ganz synchron vor. Ich denke, es wäre ein bisschen besser gewesen, wenn „Never Too Late“ nach „Never Too Close“ gespielt hätte. Allerdings kann man so von selbst entscheiden, welche Geschichte man zuerst liest und muss sich nicht an die Publikationsreihenfolge halten. Für das jeweils andere Buch würde man nämlich in jedem Fall gespoilert werden.

Trotz dieser Asynchronität mochte ich die Handlung von „Never Too Late“. Die Liebesgeschichte hat sich gut aufgebaut und ist auch größtenteils ohne unnötiges Drama ausgekommen. Man hat wirklich gemerkt, wie die Figuren sich immer wichtiger werden und sich langsam, aber dann ziemlich heftig, ineinander verlieben. Das war wirklich sehr gelungen!

Da in „Never Too Late“ einige sehr ernste Themen behandelt werden, gibt es am Anfang eine Triggerwarnung. Ich persönlich hätte keine solche Warnung gebraucht, aber es steht mir nicht zu, darüber zu urteilen. Tiefgang ist in der Geschichte definitiv vorhanden. Wobei Tiefgang für mich nicht unbedingt das richtige Wort ist. Ich fand „Never Too Late“ nicht herausstechend poetisch, aber es geht nun einmal um Themen, über die vielleicht nicht immer so offen gesprochen wird. Der Umgang damit hat mir aber gut gefallen.

Das einzige, was ich Handlungsmäßig ein bisschen störend fand, waren die Sexszenen. Auch in „Never Too Close“ waren die entsprechenden Szenen schon sehr explizit und genau beschrieben, aber in „Never Too Late“ waren sie mir zusätzlich auch noch ein bisschen zu unrealistisch. Gerade bei einer Liebesszene musste ich tatsächlich den Kopf schütteln. Das war für meinen Geschmack einfach too much. Aber gut, für mich braucht es sowieso keine so ausführliche Beschreibung geben, haha.

Figuren:

Die Protagonisten aus „Never Too Late“ mochte ich auch schon in „Never Too Close“. Jason und Zoé sind so tolle Figuren. Anfangen möchte ich an dieser Stelle mit Zoé: sie ist wirklich eine tolle und starke Frau. Ihre Geschichte ist traurig und berührend und hat aus ihr einen interessanten Charakter gemacht. Sie ist manchmal etwas rau und impulsiv, aber in ihr steckt auch nur ein verletztes kleines Mädchen, das zu schnell erwachsen werden musste. Auf mich hat sie sehr echt gewirkt. Ich kann mir auch ziemlich gut vorstellen, dass es tatsächlich Frauen da draußen gibt, die eine ähnliche Vergangenheit hatten, wie Zoé. Die ähnliches durchgemacht haben. Was ich auch sehr an Zoé mochte, war ihre Einstellung. Sie bezeichnet sich selbst als Feministin und ich empfand das auch tatsächlich so. Das war nicht einfach nur ein dahingesagter Satz, der sie in ein besseres Licht rücken soll, sie ist wirklich eine Feministin. Und sie hat Prinzipen, für die sie auch einsteht. Was ich auch sehr spannend fand, war dass Zoé eine bisexuelle Figur ist. Und da hast sie mit so einigen Klischees aufgeräumt. Die Vorurteile und abschätzigen Kommentare, mit denen bisexuelle Menschen umgehen müssen, waren auch ein Teil von Zoés Realität und ich fand ihren Umgang mit ihnen sehr gut. Insgesamt war Zoé überhaupt eine Figur, durch die viele wichtige Themen zur Sprache gekommen sind.

Jason war absolut entzückend. Ich mochte ihn heimlich ja auch schon in „Never Too Close“ und da haben wir ihn eher distanziert und arrogant erlebt, aber so ist er nicht. Jason ist ein sehr feinfühliger Charakter. Und er ist jemand, der eine starke Frau wie Zoé verdient. Ich habe es geliebt, wie er mit ihr umgegangen ist und wie er ihr durch schwierige Zeiten geholfen hat. Er ist meine absolute Lieblingsfigur aus der Reihe geworden und ich hätte auch ein Buch gelesen, in dem einfach nur sein Alltag beschrieben wird. Ich liebe Jason!

Dann tauchen natürlich auch wieder fast die gleichen Nebenfiguren auf wie in „Never Too Close“. Es gibt Loan und Violette und Ethan und Ophelié. Außerdem gibt es noch Personen, die speziell aus dem Leben von Jason und Zoé stammen. Wie zum Beispiel Familienmitglieder oder Exfreundinnen.

Schreibstil:

Den Schreibstil von Morgane Moncomble mag ich. Sie schreibt sehr schön und man kann der Geschichte gut schreiben. Den Anfang, den ich euch ja auch oben zitiert habe, fand ich übrigens sehr, sehr gelungen. Er klingt so schön poetisch und ich mochte die Art, wie sie damit in die Geschichte gestartet ist. Im Gegensatz zu „Never Too Close“ war der Schreibstil hier nicht so humorvoll. Es gab schon witzige Stellen, aber in „Never Too Close“ war das noch ein bisschen mehr. Hier muss man allerdings sagen, dass die ganze Stimmung in diesem Buch deutlich ernster ist und dass Witze da nicht immer so gut gepasst hätten.

Fazit:

Ich mochte „Never Too Late“. Ich mochte den Umgang mit den ernsten Themen, die Diversität in der Geschichte und ganz besonders die beiden Protagonisten Jason und Zoé. Morgane Moncomble hat sich hier definitiv mehr getraut als in ihrem Debütroman und das fand ich toll. Es finden sich ein paar starke Statements in der Geschichte zu Themen, die uns irgendwie alle etwas angehen. Meine beiden Kritikpunkte beziehen sich darauf, dass die Geschichte in meinen Augen nicht immer ganz synchron zu „Never Too Close“ war und dass ich die Sexszenen leider zu unrealistisch fand. Aber insgesamt ist „Never Too Late“ ein empfehlenswertes New Adult Buch mit tollen Figuren und wieder dem schönen französischen Flair. Von mir gibt es vier Sterne und das Buch kommt in die Kategorie „Wohlfühllektüre“.

Rezension: Never Too Late von Morgane Moncomble

Habt ihr „Never Too Late“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Rezension: Never Too Late von Morgane Moncomble



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