REZENSION: Kaleidra – Wer das Dunkel ruft von Kira Licht

REZENSION: Kaleidra – Wer das Dunkel ruft von Kira Licht

REZENSIONSEXEMPLAR I Ich habe schon lange nicht mehr so lange an einem Buch gelesen, aber „Kaleidra – Wer das Dunkel ruft“ von Kira Licht ließ sich einfach nicht so schnell lesen. Das lag vermutlich auch daran, dass ich diesen Monat generell nicht so viel Zeit zum lesen habe. Die Uni hat wieder angefangen und hinzu kommt, dass ich derzeit ja auch beim NaNoWriMo mitmache. Zeit, die ich sonst zum lesen verwendet hätte, verbringe ich jetzt eben eher schreibend. Aber ich habe „Kaleidra“ mittlerweile dennoch beendet und möchte heute gerne meine Rezension mit euch teilen! An dieser Stelle auch noch einmal vielen Dank an one für das Rezensionsexemplar. Ich habe mich SEHR gefreut :)

Infos zum Buch:

Titel: Kaleidra. Wer das Dunkel ruft I Autorin: Kira Licht I Verlag: one I Genre: Urban Fantasy I Seiten: 560 I Erstveröffentlichung Deutschland: 30.10.2020 I Preis: 17€ (Hardcover) I ISBN: 978-3-8466-0108-2 I Zum Buch

Darum geht’s:

Wenn die 17-jährige Emilia eines liebt, dann sind es Rätsel. Als sie bei einem Museumsbesuch das sagenumwobene Voynich-Manuskript lesen kann, spürt sie, dass sie einem unglaublichen Mysterium auf der Spur ist – denn das Dokument gilt als eines der größten, nie entschlüsselten Geheimnisse der Menschheit. Dann trifft sie auf den attraktiven, aber sehr verschlossenen Goldalchemisten Ben, und die Ereignisse überschlagen sich: Emilia ist eine Nachfahrin des uralten Silberordens! Schnell gerät sie ins Kreuzfeuer rivalisierender Geheimlogen, und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt … (Klappentext)

„Die Zeit hatte keine Bedeutung in dieser Einöde. Hier gab es keinen Tag, keine Nacht, keine Jahreszeiten. Licht und Dunkelheit schienen gleichberechtigt, und das Leben besaß keinen Rhythmus.“

Licht, Kira: Kaleidra. Wer das Dunkel ruft. Köln: Bastei Lübbe AG 2020, S. 11.

Handlung:

Das Genre Urban Fantasy gehört ja zu meinen Liebsten und daher war ich auf „Kaleidra“ sehr gespannt. Die Geschichte hörte sich vielversprechend an, wenn auch nicht sonderlich neu. Ein Mädchen (oder auch ein Junge), das erfährt, dass sie eigentlich Mitglied etwas Übernatürlichem ist und/oder Zauberkräfte besitzt, gibt es in der Literatur ja auch. In „Kaleidra“ wurde dem ganzen aber ein neuer Akzent gegeben, den ich so noch nicht gelesen habe. Es ging nicht um Hexen, Vampire oder Werwölfe, sondern stattdessen um Alchemisten. Und die Geschichte spielt auch nicht in London oder den USA, sondern in Rom. Das waren alles gute Startvoraussetzungen, die mich sehr neugierig gemacht haben.

Den Einstieg fand ich auch sehr gelungen. Die Atmosphäre war erfüllt von Neugier und Unwissen der Protagonistin, die auch auf mich als Leserin übergeschlagen ist. Ich mochte außerdem die Figurenkonstellation der ersten Kapitel. Leider konnte, meiner Meinung nach, an diesen hervorragenden Start nicht ganz angeknüpft werden. Die Grundideen fand ich gut und die Welt der Alchemisten auch gut überlegt, das Wordbuilding war echt gelungen!, aber leider konnte mich die Geschichte schon kurz nach Beginn nicht mehr richtig abholen. Auch wenn theoretisch etwas spanendes passiert ist, konnte die Spannung nicht auf mich übergehen. Leider habe ich mich beim lesen oft etwas gelangweilt und meine Gedanken sind schnell abgedriftet. Das fand ich sehr schade, da durchaus Potenzial in der Geschichte war.

Gegen Ende wurde es dann ein bisschen besser. Es gab einige überraschende Wendungen, eine davon nicht ganz nachvollziehbar. Die andere fand ich aber sehr überzeugend und hätte auch nicht damit gerechnet. Die Spannung konnte mich auf den letzten Seiten dann doch noch einmal packen, nur leider ein bisschen spät.

Figuren:

Die Protagonistin der Geschichte ist Emilia. Obwohl sie teilweise sehr detailliert beschrieben wird und man die Geschichte auch aus ihrer Sicht liest, hatte ich leider nicht wirklich Zugang zu Emilia. Sie wirkte ein wenig entfernt, ich konnte sie nicht einschätzen und bin mit ihr auch nicht wirklich warm geworden. Ben fand ich interessanter, aber auch ihn konnte ich nicht einschätzen. Was allerdings sehr gut funktioniert hat, war die Beziehung zwischen den beiden. Ich habe die Figuren einzeln zwar nicht verstanden, gemeinsam waren sie aber gut zu verstehen. Die Funken sind durchaus geflogen und sind auch auf mich übergesprungen.

Es gibt dann zusätzlich eine ganze Palette an Nebenfiguren, die mir aber teilweise ein bisschen zu irrelevant waren. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass Emilia in einem gefestigten Freundeskreis ist, der wurde dann aber immer mehr vernachlässigt. Ich hätte es besser gefunden, wenn sie sich wenigstens einer ihrer Freunde ein wenig anvertraut hätte, denn so haben sie ein wenig überflüssig gewirkt. Zumindest in der Menge. Schade fand ich auch den Umgang mit Emilias Mutter. Sie spielt am Anfang eine kleine Rolle, aber dann wurde sie irgendwie komplett vergessen.

Die anderen Alchemisten, die Emilia kennenlernt, waren zwar an sich alle sympathische Figuren, aber in meinen Augen zu viele. Ich habe die männlichen Figuren kaum auseinander halten können und war oft etwas verwirrt, wer da jetzt welche Funktion erfüllt.

Schreibstil:

Der Schreibstil war zwar flüssig und ließ sich an sich auch gut lesen, dennoch hat er leider nicht dazu beigetragen, dass ich eine hohe Aufmerksamkeitsspanne für „Kaleidra“ entwickele. Ich bin ja wie gesagt des öfteren beim lesen abgedriftet, was vermutlich auch am Schreibstil lag. Gelungen fand ich aber, wie bereits erwähnt, das Wordbuilding. Die fantastischen Elemente hatten gute und intelligente Namen und haben die Welt um sie herum ein bisschen lebendiger wirken lassen.

Fazit:

„Kaleidra. Wer das Dunkel ruft“ ist kein schlechtes Buch. Wirklich nicht. Aber es war leider nicht mein Buch. Ich konnte mich nur sehr schwer auf die Geschichte konzentrieren und habe so vermutlich auch viele entscheidende Dinge ein wenig verpasst. Vielleicht war ich auch schon ein bisschen zu alt, denn mein 14 oder 15-jähriges Ich hätte „Kaleidra“ sicherlich mehr gemocht als mein 20-jähriges. Was ich aber wirklich gut fand, war die Idee und auch die Liebesgeschichte mochte ich. Insgesamt bekommt „Kaleidra“ von mir drei von fünf Sternen, aber wie gesagt, es ist kein schlechtes Buch :)

Rezension: Kaleidra - Wer das Dunkel ruft von Kira Licht

Habt ihr „Kaleidra“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Rezension: Kaleidra - Wer das Dunkel ruft von Kira Licht



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