REZENSION: What If We Drown von Sarah Sprinz

REZENSION: What If We Drown von Sarah Sprinz

Ich weiß nicht, ob ich jemals so gehypt auf einen New Adult-Roman war wie auf „What If We Drown“ von Sarah Sprinz. Und das, obwohl ich den Klappentext zunächst nicht so wirklich vielversprechend fand. Aber dann kam die LYXmessewoche und die Autorin hat im Livestream der Bloggerjury aus ihrem Buch vorgelesen. Da war es dann um mich geschehen. Ich habe mir das Buch sofort bei der Signieraktion bestellt (die Signatur ist übrigens wunderschön geworden, ihr seht sie weiter unten) und dann sehensüchtig auf meine Bestellung gewartet. Das Buch ist mittlerweile da und ich habe auch gelesen. Aus diesem Grund gibt es heute auch meine Rezension zu „What If We Drown“ von Sarah Sprinz. Viel Spaß!

Infos zum Buch:

Titel: What If We Drown I Autorin: Sarah Sprinz I Verlag: LYX I Seiten: 390 I Genre: New Adult I Erstveröffentlichung Deutschland: 30.10.2020 I Preis: 12,90€ (Paperback) I ISBN: 978-3-7363-1448-1 I Zum Buch

Darum geht’s:

Sie möchte endlich nach vorne blicken. Er macht es ihr unmöglich. Ein Neuanfang – das ist Lauries sehnlichster Wunsch, als sie nach dem tragischen Tod ihres Bruders an die Westküste Kanadas zieht. Noch vor der ersten Vorlesung ihres Medizinstudiums an der University of British Columbia lernt sie Sam kennen und spürt sofort, dass er sie auf eine nie gekannte Weise versteht. Unaufhaltsam schleicht sich der attraktive Jungmediziner in ihr Herz. Bis Laurie erkennt, wie tief er in die Ereignisse der Nacht verstrickt war, die ihren Bruder das Leben kostete … (Klappentext)

“ „Laurie, es war die richtige Entscheidung. Vertrau mir, ich weiß es einfach.“ Ambers Stimme klang blechern verzerrt durchs Handy an mein Ohr.
„Aber warum fühlt es sich dann kein bisschen richtig an?“ Ich konnte mir noch so viel Mühe geben, das Zittern in meiner Stimme zu unterdrücken, meine beste Freundin würde es auch über die drei Zeitzonen hinweg heraushören.“

Sprinz, Sarah: What If We Drown. Köln: Bastei Lübbe AG 2020, S. 13.

Handlung:

„What If We Drown“ von Sarah Sprinz erzählt die Geschichte der Medizinstudentin Laurie, die gerade ihr erstes Semester antritt und von Sam, der ebenfalls Medizin studiert, aber schon im dritten Jahr ist. Die Leben der beiden sind stärker miteinander verstrickt, als die beiden (und der Leser) anfangs wissen. Die sprichwörtliche Katze wird dann allerdings ziemlich schnell aus dem Sack gelassen, was ich gut fand. Dadurch hatte man das Gefühl, das zumindest einer der beiden Protagonisten mit offenen Karten spielt und man musste nicht die ganze Zeit fürchten, was für eine schreckliche Vergangenheit er (oder sie) wohl hatte.

Die Handlung ist jetzt nicht super spannend, aber das muss sie auch nicht. Ich habe mich trotzdem einfach sehr wohlgefühlt und habe mich beim Aufschlagen des Buchs jedes Mal wieder auf die Figuren und ihre Welt gefreut.

Unglaublich schön waren die Beschreibungen von Kanada. Man hat gemerkt, dass hier auf echte Erfahrungen der Autorin zurückgegriffen wurde. Die Beschreibungen der Atmosphäre und der Landschaft Kanada wirkten sehr authentisch und nicht so, als seien sie bloß mithilfe von Google und Pinterest entstanden. Kanada fand ich generell immer ziemlich entspannt, aber „What If We Drown“ hat mein Interesse noch einmal gesteigert.

Ein weiterer Pluspunkt war das Medizinstudium. Nicht, weil mich Medizin persönlich so interessiert, was nur so halb der Fall ist, sondern weil es hier endlich mal ein New Adult-Buch gibt, in dem das Studium auch wirklich eine Rolle spielt. Und wo auch Zweifel bezüglich der Studienwahl ins Spiel gekommen sind. Für mich war es insgesamt eine gute Abbildung des Studentenlebens, da die Figuren auch tatsächlich gelernt haben und zu Kursen gegangen sind. Das kommt ja sonst gerne mal ein bisschen zu kurz. Dann war es natürlich noch zusätzlich interessant, nicht nur einen Einblick ins Studieren generell, sondern auch in das Medizinstudium speziell bekommen hat.

Die für New Adult obligatorische Sexszene bzw. Szenen fand ich insgesamt schwierig zu bewerten. Auf der einen Seite mochte ich die Kommunikation der beiden Figuren währenddessen, so wurde explizit das gegenseitige Einverständnis eingefordert, was ich sehr wichtig finde, anderseits war mir die Beschreibung etwas zu lang. Für mich müssen solche Szenen nicht seitenlang sein, zwei oder auch drei Seiten reichen mir völlig aus. Eine so explizite Beschreibung wie in manchen New Adult-Büchern, nicht unbedingt in „What If We Drown“, brauche ich aber sowieso nicht.

Figuren:

Laurie war eine Protagonistin nach meinem Geschmack. Ich fand sie nett, sie wirkte echt und nie aufgesetzt. Auch hatte sie nicht dieses für New Adult leider etwas typische „Ich bin anders als alle anderen“-Gehabe drauf. Sie war einfach eine ganz normale junge Frau, die sich aus sehr nachvollziehbaren Gründen einen Neuanfang wünscht. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie furchtbar es sein muss, seinen Bruder (oder seine Schwester) zu verlieren. Lauries Schmerz fand ich daher nachvollziehbar und auch, dass sie nach drei Jahren den Tod immer noch nicht vollständig verarbeitet hat. Dabei hat Laurie sich aber zum Glück nicht so wirklich selbstbemitleidet. Besonders gut gefallen hat mir außerdem die Entwicklung der Protagonistin. Hätte am Ende irgendwo der Satz gestanden „Ich bin nicht mehr die, die ich mal war“ (den Satz finde ich übrigens ziemlich furchtbar eigentlich), ich hätte ihn geglaubt. Laurie macht als Mensch, aber vor allem als Romanfigur eine wichtige Entwicklung durch und ist dadurch zu einer viel komplexeren Figur geworden, als ich anfangs gedacht hätte.

Die Tatsache, dass Laurie Sam allerdings fast die ganze Zeit über etwas verheimlich hat, was man als Leser*In allerdings wusste, hat mich tatsächlich weniger genervt, als befürchtet. Normalerweise mag ich so Lügengeschichten nicht, allerdings war hier die Situation irgendwie anders. Ich kann auch letztlich nicht sagen, ob ich nicht genauso wie sie gehandelt hätte. Von daher möchte ich auch nicht über ihr Verhalten urteilen. Weder positiv noch negativ.

Bei Sam konnte man nicht eine ganz so starke Entwicklung ausmachen, aber er ist mir dennoch positiv aufgefallen. Ich kann gut verstehen, warum Laurie sich direkt zu ihm hingezogen gefühlt hat. Sam ist nett, fürsorglich und verständnisvoll. Und als Romanfigur hat er einen nachvollziehbaren Grund für sein Verhalten und eine plausible Hintergrundgeschichte vorzuweisen. Was ihn antreibt, Medizin zu studieren und die Hürden, die sich ihm in den Weg gestellt haben, waren gut ausgetüftelt und schlüssig. Sam hat mir insgesamt also auch ziemlich gut gefallen.

Die Dynamik zwischen Laurie und Sam und vor allem ihre Gefühle füreinander haben sich mir zunächst nicht so wirklich, dann aber immer mehr erschlossen. Am Anfang war ich doch etwas überrumpelt und manche Schritte in der Beziehung fand ich etwas überstürzt und schnell, jedenfalls kam es mir teilweise so vor, aber irgendwann habe ich dann doch verstanden, warum sich die beiden ineinander verlieben. Und warum das so schnell ging. Ich habe auch das Gefühl, dass Laurie Sam auch wirklich kennenlernen konnte, da er ziemlich schnell relativ offen zu ihr war und er auch immer offen kommuniziert hat. Dass Laurie dann doch schnell Vertrauen in ihn gefasst hat, konnte ich demnach verstehen.

Sehr gut gefallen haben mir auch die Nebenfiguren, ganz besonders Lauries Mitbewohner Emmett und ihre Mitbewohnerin Hope. Ich freue mich schon sehr auf die beiden anderen Bücher, in denen jeweils einer von den beiden im Fokus stehen wird. Aber auch die Freundesgruppe von Sam mochte ich sehr.

Schreibstil:

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich mochte die Art, wie die Geschichte erzählt wurde. Die Wortwahl und auch die Ausdrucksweise waren irgendwie sanft und geschmeidig. Das Wohlfühlgefühl der Geschichte wurde noch einmal zusätzlich durch den Schreibstil verstärkt. Das war toll! „What If We Drown“ hat sich also ziemlich gut und auch sehr flüssig lesen lassen. Manche Formulierungen oder eher manche Sätze, die die Figuren gesagt haben, fand ich allerdings manchmal etwas komisch oder gar „cringe“. Jedoch war das im großen und ganzen nur vereinzelt der Fall.

Fazit:

„What If We Drown“ hat mir gut gefallen. Ich mochte die Atmosphäre, das Setting in Kanada und den Fokus auf dem (Medizin)Studium. Wohlfühlstimmung war auf jeden Fall vorhanden! Die Figuren waren mir eigentlich alle ziemlich sympathisch und ich bin gut mit ihnen zurecht gekommen. Besonders gut gefallen hat mir hier die Entwicklung von Laurie und der liebe Charakter von Sam. Der Schreibstil war sehr gut und angenehm zu lesen. Dennoch hat mir irgendwie das gewisse Etwas gefühlt. Ich fand die Geschichte letztlich nicht ganz so emotional und berührend wie viele andere und als ich die Buchdeckel zugeschlagen habe, habe ich auch gleichzeitig gedanklich mit der Geschichte abgeschlossen. Trotzdem würde ich „What If We Drown“ von Sarah Sprinz definitiv empfehlen. Das Buch gehört für mich in die Kategorie „Wohlfühllektüre“ und bekommt vier von fünf Sternen!

Rezension: What If We Drown von Sarah Sprinz

Habt ihr „What If We Drown“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Rezension: What If We Drown von Sarah Sprinz


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