Rezension: Witchghost von Lynn Raven

Rezension: Witchghost von Lynn Raven

REZENSIONSEXEMPLAR I Ich bin momentan mal wieder voll im Fantasy-Fieber – das habe ich seltsamerweise im Sommer, wo alle anderen Romance lesen, immer sehr stark. Keine Ahnung, warum. Jedenfalls habe ich in letzter Zeit mal wieder einiges aus diesem Genre gelesen, unter anderem „Witchghost“ von Lynn Raven. Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt – an dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön! Jedenfalls habe ich „Witchghost“ gelesen und die Rezension gibt es heute. PS: Falls ihr etwas zum Hexentanz erfahren möchtet, dann schaut doch heute einfach mal gerne auf meinem Instagramaccount vorbei!

Infos zum Buch:

Titel: Witchghost I Autorin: Lynn Raven I Verlag: cbt/cbj I Genre: Urban Fantasy I Seiten: 512 I Ersterscheinung: 28. Juni 2021 I Preis: 15€ (Paperback) I ISBN: 978-3-570-16603-1 I Zum Buch

Darum geht’s:

Seit Cass‘ Familie durch dunkle Magie ermordet wurde, hat sie der Hexerei abgeschworen. Der einflussreiche Hexer Richter Wittmore hat sie bei sich aufgenommen und versucht sie vom Gegenteil zu überzeugen. Sie weigert sich. Als es jedoch zu mehreren mysteriösen Todesfällen in der Gegend kommt und Wittmores Tochter Sarah-Ann versucht, in einer Séance Kontakt mit dem letzten Opfer aufzunehmen, erscheint stattdessen Cass der Geist einer vor langer Zeit hingerichteten Hexe. Und offenbar trachtet jemand auch Cass nach dem Leben. Wem kann sie noch trauen? Dem gut aussehenden Luke, der ihr seine Hilfe anbietet? Oder verfolgt er womöglich ganz eigene Pläne? (Klappentext)

„Die Katze starrte mich an.“

Raven, Lynn: Witchghost. cbj Kinder- und Jugendbuchverlag: München 2021, S. 7.

Inhalt:

„Witchghost“ beginnt sehr spannend und mysteriös. Die Geschichte hat unheimlich viel Potenzial und die düstere, teilweise sogar etwas bedrohliche Atmosphäre wird direkt nach den ersten Seiten verbreitet und zieht sich dann wie ein roter Faden durch die Handlung. Immer wieder gibt es erschreckende Momente und die Magie hat mich vom Vibe her an vielen Stellen an die Netflix-Serie „Chilling Adventures of Sabrina“ erinnert, die auch sehr düster ist. Magisch wird es auch sehr schnell. Cass hat der Hexerei zwar eigentlich abgeschworen, kennt sich in der Welt der Hexen aber doch ein wenig aus. So gibt es relativ wenig Erklärungen, was auch leider schon direkt mein erster Kritikpunkt ist: es mangelt teilweise stark an Erklärungen, das World Building ist nicht ausreichend. Hierarchische Strukturen, Anwendungen von Magie und alles, was sonst noch so dazu gehört, um eine fantastische Welt zu verstehen, wurden einfach nicht hinzureichend erklärt. Das fand ich sehr schade, denn das Grundkonzept der Welt klang sehr spannend und die Atmosphäre im herbstlichen Neuengland war eigentlich perfekt für eine Hexengeschichte.

Durch die wenigen Erklärungen habe ich dann leider auch schnell den Zugang zur Geschichte verloren. Es war teilweise sehr schwer, sich auf die Handlung zu konzentrieren und diese ausreichend nachzuvollziehen. So habe ich viele wichtige Aspekte der Story schlichtweg nicht verstanden und kann nur schwer sagen, ob alle Handlungsschritte logisch und sinnvoll waren.

Figuren:

Die meiste Zeit über erzählt Cass die Geschichte aus der Ich-Perspektive heraus. Es gibt aber auch Rückblenden, in denen aus der dritten Person heraus erzählt wird. Die Rückblenden fand ich sehr spannend. Nun aber zurück zu unserer Protagonistin Cass. Ich hatte insgesamt ein sehr durchwachsenes Verhältnis zu ihr. In vielen Situationen fand ich sie zickig und unfair, ihre Reaktionen und Gedanken konnte ich nicht immer nachvollziehen. Auch hat mich der ständige Kursivdruck, der an vielen Stellen ihre Empfindungen wohl besonders hervorheben sollte, sehr gestört.

Obwohl ich also meine Probleme mit Cass hatte, ist sie immer noch sympathischer als viele der anderen Figuren in „Witchghost“. Sarah-Ann und ihre Freundinnen waren einfach nur absolut furchtbar (zickig und gemein) und ich musste jedes Mal die Augen verdrehen, wenn sie vorgekommen sind.

Luke, der ebenfalls im Haus der Wittmores lebt, mochte ich hingegen eigentlich ganz gerne. Er war ein bisschen undurchsichtig, aber deutlich sympathischer als andere Figuren. Die romantische Verbindung zwischen Luke und Cass war an sich ganz niedlich, aber der Funke ist bei mir leider nicht übergesprungen.

Schreibstil:

Der Schreibstil hat mir an sich ganz gut gefallen, nur wurden für meinen Geschmack irgendwie doch zu viele Ellipsen verwendet, wodurch sämtliche Sätze übertrieben bedeutungsschwanger wurden und die wichtigen Stellen nicht mehr so wirklich von den weniger relvanten Stellen zu unterscheiden waren. Insgesmat hat der Schreibstil an vielen Stellen eher dazu beigetragen, die Geschichte noch schlechter zu verstehen, statt mir das Verständnis zu erleichtern – das finde ich schade.

Fazit:

Zusammenfassend lässt sich folgendes sagen: Witchghost ist düstere Urban Fantasy mit viel Potenzial, das sich leider nicht vollständig entfalten konnte. Die Idee war extrem gut, leider war es, aufgrund des Schreibstils und wenig Erklärungen, sehr schwer, der Geschichte vollständig folgen zu können. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass bestimmtes Wissen über die Welt vorausgesetzt wurde, obwohl man als Leser*in diese Dinge gar nicht wissen konnte. Das fand ich sehr schade. Insgesamt habe ich die erste Hälfte auch als deutlich stärker empfunden als die zweite. Mit der Protagonistin Cass bin ich nicht wirklich warm geworden. In meinen Augen war sie recht zickig und ich konnte ihren Gedankensprüngen schwer folgen. Die Liebesgeschichte war ganz cute, aber leider nicht zu 100% überzeugend. Insgesamt gibt es 3,5 Sterne von mir.

Bewertung: 3.5 von 5.

Habt ihr „Witchghost“ von Lynn Raven schon gelesen?

xoxo Ruth

Rezension Witchghost von Lynn Raven



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