USA Update #3 – was im ersten Monat alles passiert ist

USA Update #3 – was im ersten Monat alles passiert ist

Seit etwas mehr als einem Monat bin ich inzwischen in den USA – der perfekte Zeitpunkt also, um euch mal wieder ein kleines Update zu geben. Zu berichten, wie ich mich eingelebt habe, was ich schon alles erlebt habe und vor allem: wie es mir hier in den USA gefällt. Spoiler: sehr gut!

Urlaub in Los Angeles und Ankunft in Salt Lake City

Wie ihr sicherlich wisst, waren wir vor Beginn des Praktikums noch für ein paar Tage in Los Angeles. Dieser kleine Urlaub in der zweitgrößten Stadt der USA hat mir sehr gut getan und auch wenn L.A. nicht die allerschönste Stadt der Welt ist, so hat sie mich doch in ihren Bann gezogen. Falls euch mehr zu L.A. interessiert, dann schaut doch gerne hier und hier vorbei. Die Links führen zu meinen Travel Diaries aus Los Angeles, in denen ihr ganz viele Tipps und Fotos aus der Stadt der Engel findet.

Nach diesem kurzen Zwischenstopp in Kalifornien ging es auch schon direkt weiter in Utahs Hauptstadt Salt Lake City, wo das Praktikum stattfindet.

Mein bisheriger Eindruck von den USA

Das ist mein erster Aufenthalt in den USA. Tatsächlich ist es sogar mein erster Aufenthalt außerhalb Europas! Die USA sind ein Land, von dem man aufgrund der permanenten medialen Präsenz meint, eine ziemlich exakte Vorstellung zu haben. Schließlich ist man durch Bücher, Filme und Serien ständig in den USA unterwegs. Und auch amerikanische Politik ist in Deutschland immer recht präsent. Social Media-Plattformen wie Instagram und TikTok vermitteln nun noch mehr den Eindruck, man wüsste genau, wie es ist, in den USA zu leben oder wie Amerikaner*innen so drauf sind. Meiner persönlichen Erfahrung nach stimmen sehr viele dieser Vorstellungen schon, aber es ist dann doch ein anderes Land. Ein Land mit eigenen Sitten und Traditionen, mit anderen Vorstellungen von bestimmten Dingen. Dinge, die besser sind und Dinge, die schlechter sind. Aber um es kurz zu machen: ich mag es sehr in den USA und ich habe bisher einen positiven Eindruck von den Vereinigten Staaten von Amerika gewinnen können.

Hier mal ein paar Dinge, die mir hier aufgefallen sind: zunächst einmal sind die Dimensionen hier irgendwie anders. Alles ist größer (jedenfalls in Kalifornien und Utah) – die Autos, die Verpackungen im Supermarkt, die Gebäude, die Distanzen. Die Menschen nicht unbedingt, haha. Mich persönlich haben die riesigen Autos und die Verpackungsgrößen im Supermarkt vermutlich am meisten „verstört“. Größen, die bei uns nur in der Metro (Großhandel) erhältlich sind, findet man hier in jedem größeren Supermarkt. Dazu zählen ganze Säcke Reis, Mehl, Nudeln etc. oder riesige Gurkengläser. Außerdem ist es interessant zu sehen, dass man hier jegliches Obst und Gemüse schon gewaschen, geschält und geschnitten kaufen kann. Das hat mich wirklich ein bisschen geschockt, schließlich ist es jetzt nicht so viel Arbeit, einen Apfel zu waschen und zu schneiden. Aber nun ja, es gibt hier auf jeden Fall viele Abnehmer dafür.

Was meiner Mutter schon vor 30 Jahren aufgefallen ist und was ich jetzt auch bestätigen kann, ist, dass in den USA alles extremer ist. Das betrifft nicht nur die Größen, sondern auch viele andere Dinge. Beim Körpergewicht mal angefangen. Die meisten Menschen sind entweder sehr dick oder sehr schlank und trainiert. In Salt Lake gibt es tatsächlich mehr schlanke und trainierte Menschen, für andere Bundesstaaten gilt das allerdings nicht. Gerade in Kalifornien war ich diesbezüglich sehr überrascht. Auch sind viele Amerikaner*innen nicht unbedingt sehr modebewusste Menschen. Das hatte ich mir tatsächlich anders vorgestellt. Auf Social Media und in Filmen und Co. wirken die meisten immer so extrem stylish und modebewusst, aber da sieht man einfach mal wieder, dass Social Media eben nicht das gesamte Leben spiegelt. Ich habe bisher den Eindruck, dass es hier einfach sehr viele Menschen gibt, denen Mode nicht so wichtig ist oder die sich einfach keine Mühe um ihr Äußeres machen. Ich will das gar nicht bewerten, es ist mir nur einfach aufgefallen.

Für mich der größte „Kulturschock“ ist allerdings das Sicherheitsempfinden hier in den USA. In Deutschland fühle ich mich eigentlich immer sicher, wenn ich auf die Straße gehe. Klar, ich bin nachts nicht gerne alleine am Hauptbahnhof unterwegs und von manchen Menschen(Gruppen) sollte man sich auch in Deutschland fern halten, aber in den USA ist das Sicherheitsempfinden ganz anders. Und um die Sicherheit steht es auch ganz anders. Alle großen Städte haben Gegenden, in die man sich eher nicht alleine begeben sollte, aber hier ist das nochmal krasser. Downtown Salt Lake ist zwar nicht so extrem wie Downtown Los Angeles, aber auch dort kann man sich sehr schnell unwohl fühlen. In vielen Wohngebieten (Neighborhoods) hat man hingegen ein ganz anders Gefühl – dort ist es theoretisch nicht mal notwendig, die Haustür abzuschließen. Diese Wahrnehmung ist natürlich auch wieder sehr subjektiv und dadurch geprägt, dass Deutschland wirklich ein sehr sicheres Land ist, aber ich finde es hier einfach ziemlich auffällig.

So läuft das Praktikum

Ich habe jetzt ziemlich viel über mein persönliches Empfinden hier geschrieben, aber noch kaum in Wort zu meinem Praktikum verloren, weswegen ich ja überhaupt erst hier bin. Ich weiß, ich laufe Gefahr mich ständig zu wiederholen, aber auch das Praktikum gefällt mir sehr gut. Ich kann euch jetzt auch ein bisschen spezifischer erzählen, was ich hier so mache. Mein Praktikum findet zum größten Teil an der University of Utah statt. Dort hospitiere ich in einem Deutschkurs (die Studierenden sind im dritten Semester, lernen also seit 1 1/2 Jahren Deutsch) und darf in dem bald auch selbst unterrichten. Zusätzlich nehme ich noch an einem Konversationskurs teil, in dem die amerikanischen Deutschstudierenden jede Woche zu einem anderen Thema diskutieren. In diesem Kurs bin ich vor allem, um eine Ansprechpartnerin für kulturelle Themen zu sein. Ich darf kommentieren und meine Sichtweise präsentieren. Zusätzlich bieten wir, also Lara und ich, noch zwei Mal die Woche eine Sprechstunde an, in die Studierenden kommen können, um ihr Deutsch zu verbessern oder Fragen zu stellen. Dann dürfen wir auch noch einen regulären Unikurs hier besuchen. Dafür bekommen wir zwar keine Punkte, aber es ist trotzdem interessant. Ich belege „Creative Writing“, was ich sehr cool finde! Dienstags und Donnerstags sind wir dann immer Nachmittags für knapp 60 Minuten an einer Middle School. Dort sind wir im Rahmen eines Projekts des Goethe-Instituts und bringen 7. Klässlern Deutschland und die deutsche Sprache ein wenig näher. Freitags sind wir dann den ganzen Tag an der Highschool im Deutschunterricht. Wir wechseln uns wöchentlich ab; eine ist dann an der West High und die andere an der Highland High, welche zwei der drei Highschools in Salt Lake sind. Die dritte ist die East High, die den meisten vermutlich aus „High School Musical“ bekannt ist.

Was mir am besten gefällt, ist schwer zu sagen, da alle Sachen so unterschiedlich sind. An der Middle School gefällt mir zum Beispiel, dass wir dort schon wirklich komplett alleine unterrichten dürfen, das ist wirklich sehr cool und die Kinder, die wir unterrichten, sind alle wirklich zauberhaft!

Freund*innen finden

Auch wenn wir zu zweit sind und uns wirklich hervorragend verstehen, ist es natürlich auch wichtig, Anschluss und Freund*innen zu finden. Am Anfang hatten wir das „seltsame“ Talent, fast ausschließlich Deutsche kennenzulernen. Was natürlich grundsätzlich nicht schlimm ist, aber wir sprechen sowieso schon so viel Deutsch, ein paar ausschließlich englischsprachige Kontakte schaden da nicht. Nach und nach haben wir uns dann aber tatsächlich mit einigen Amerikaner*innen angefreundet und demnach auch immer mehr Englisch gesprochen. Neben amerikanischen Freund*innen haben wir auch ein paar Internationale kennengelernt – Menschen aus Brasilien, Kolumbien, Russland, Japan, Südkorea. Es ist wirklich cool! Verständnisprobleme hatte ich bisher eigentlich nicht, ich komme sehr gut mit meinen Englischkenntnissen zurecht.

Eine amerikanische Freundin hat uns auch mit auf zwei Partys genommen, was eine ganz besondere Erfahrung war. So waren wir auf einer Sorority-Party (Sororities sind Studentinnenverbindungen, Fraternities Studentenverbindungen) und auf einer klassischen Hausparty und ich kann jetzt tatsächlich bestätigen, dass solche Partys genau so sind wie man sie aus Filmen und Serien kennt. Sie sind laut, es gibt jede Menge Alkohol aus roten Bechern und gefeiert wird im ganzen Haus. Auch sollte man verschlossene Türen nur vorsichtig öffnen, sonst platzt man eventuell in, nun ja, ihr könnt es euch vorstellen ;) Es war auf jeden Fall eine coole und einzigartige Erfahrung, aber ich war sehr froh, nicht in diesem Haus zu wohnen und das ganze Chaos beseitigen zu müssen. Es war wirklich SEHR dreckig, haha!

Mit Vorfreude in den zweiten Monat:

Da mir der erste Monat hier in den USA schon so gut gefallen hat, bin ich optimistisch, dass mir auch der zweite (und der dritte) Monat gut gefallen wird. Es stehen einige aufregende Dinge an, so werde ich beginnen, auch an der Uni zu unterrichten, unter anderem nach Seattle und Las Vegas reisen und mein erstes amerikanisches Halloween erleben. Ich bin gespannt! Fast tägliche Updates und Eindrücke aus den USA findet ihr übrigens auf meinem Instagramaccount – schaut da doch gerne mal vorbei! Außerdem verlinke ich euch hier nochmal die „Living Abroad“-Kategorie auf meinem Blog. Da findet ihr alle Beiträge zu den USA. Wir sehen uns im nächsten Beitrag und bis dahin wünsche ich euch eine tolle Zeit, genießt den Herbst!

xoxo Ruth

Wie haben euch diese Einblicke in meinen ersten Monat in den USA gefallen?

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