REZENSION: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue von V.E. Schwab

Auch wenn ich mir als Leserin meine Bücher natürlich selbst aussuche, habe ich doch manchmal das Gefühl, dass das Buch auch irgendwie MICH aussucht. Manche Bücher passen einfach perfekt zu einem. Bei mir ist „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ von V.E. Schwab so ein Buch und auch wenn ich es bereits im Juni gelesen habe, möchte ich jetzt noch gerne meine Rezension mit euch teilen. Ich hoffe, ihr freut euch!

Infos zum Buch:

Titel: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue I Autorin: V.E. Schwab I Genre: (historische) Urban Fantasy I Verlag: FISCHER Tor I Seiten: 592 I Erscheinungstermin Deutschland: 25.05.2021 I Preis: 18€ (Paperback) I ISBN: 978-3-596-70581-8 I Zum Buch

Darum geht’s:

Addie LaRue ist die Frau, an die sich niemand erinnert. Die unbekannte Muse auf den Bildern Alter Meister. Die namenlose Schönheit in den Sonetten der Dichter. Dreihundert Jahre lang reist sie durch die europäische Kulturgeschichte – und bleibt dabei doch stets allein. Seit sie im Jahre 1714 einen Pakt mit dem Teufel geschlossen hat, ist sie dazu verdammt, ein ruheloses Leben ohne Freunde oder Familie zu führen und als anonyme Frau die Großstädte zu durchstreifen. Bis sie dreihundert Jahre später in einem alten, versteckten Antiquariat in New York einen jungen Mann trifft, der sie wiedererkennt. Und sich in sie verliebt (Klappentext).

„Das Mädchen erwacht im Bett eines anderen.“

Schwab, V.E.: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue. Frankfurt am Main: Fischer Tor 2021, S. 13.

Handlung:

In „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ gibt es zwei Handlungs- und Zeitstränge. Zum einen begleiten wir Addie in der Gegenwart und dann noch zusätzlich in der Vergangenheit, wobei dieser Zeitstrang immer näher an die Gegenwart rückt, je weiter fortgeschritten die Geschichte ist. In der Vergangenheit erlebt Addie viele Abenteuer, begegnet historischen Persönlichkeiten und erlebt Geschichte hautnah mit. Das ist als Leserin sehr spannend zu verfolgen, besonders wenn man, wie ich, großes Interesse an Geschichte hat. Gespickt werden die Vergangenheitssequenzen immer wieder durch Addies wiederholten Begegnungen mit dem Teufel, die unheimlich und faszinierend zu gleich sind.

In der Gegenwart steht besonders Addies Begegnung mit Henry im Vordergrund, der der Erste ist, der sich seit Jahrhunderten wieder an sie erinnert. Die Geschichte zwischen den beiden ist unglaublich liebevoll und wunderschön erzählt. Henry kommt hier auch selbst zu Wort, sodass nicht mehr alles bloß aus Addies Sicht geschrieben ist.

Insgesamt hat die Geschichte durchaus einmal Stellen, wo sie weniger spannend erscheint als an anderen Stellen bzw. wo weniger passiert. Mich persönlich hat das gar nicht gestört, weil ich mich so in das Buch verliebt habe, dass ich alles gierig aufgesogen habe, was mir die Geschichte geboten hat

In meinen Augen war die Handlung stets logisch und die Wendungen überraschend. Ich bin immer wieder gerne in Addies Welt abgetaucht und habe sie auf ihren Abenteuern begleitet.

Figuren:

Die Protagonistin der Geschichte ist Addie. Geboren wird sie im 18. Jahrhundert in Frankreich und trifft 1714 einen Pakt mit dem Teufel, wodurch sie ewig leben kann. Leider kann sich seitdem niemand mehr an sie erinnern. Ihr ewiges Leben scheint also sehr einsam.

Addie hat mich beeindruckt. Und das kommt bei mir tatsächlich nicht sooft vor. Aber Addie hat es geschafft. Ihr unbrauchbarer Lebenswille, ihre Stärke und ihre Fähigkeit, sich immer irgendwie durchzuschlagen, haben bei mir tiefen Eindruck hinterlassen. Ihre Menschlichkeit und ihre Fähigkeit zu Lieben hat sie in all den Jahren der Einsamkeit dabei nie verloren, was meine Begeisterung für sie noch einmal gesteigert hat.

Addies Figur und ihr Charakter sind so stark erzählt, dass ich von der ersten bis zur letzten Seite mit ihr mitgefühlt habe. Ihr Verlangen nach ewigem Leben, ihre Einsamkeit, ihre Hoffnung, ihre Liebe – all das konnte ich selbst spüren, als ich ihre Geschichte gelesen habe und das zeichnet für mich eine hervorragend erzählte Person aus.

Und dann wäre da natürlich auch noch Henry. Der Mann, der Addie als erster nach über 300 Jahren wieder erkennt. Ich glaube, ich habe mich gemeinsam mit Addie in Henry verliebt. In seine liebevolle, irgendwie leicht zerstreute Art. In seine Unsicherheiten und alles, was ihn ausmacht. Henry ist wirklich ein absoluter Schatz und in vielerlei Hinsicht vielleicht auch die gute Seele des Buchs. Auch wenn der Grund, warum er sich an Addie erinnern kann, schockierend und traurig ist.

Und dann wäre da noch eine dritte wichtige Figur, die ich nicht unerwähnt lassen möchte: den Teufel. Über den Verlauf der Handlung hinweg tritt er immer wieder auf. Böse, faszinierend und absolut unnachgiebig. Das Verhältnis zwischen ihm und Addie ist vielschichtig und äußerst gut dargestellt. Addies Abhängigkeit von ihm und wie sie immer wieder versucht, an so etwas wie gute Seite in ihm zu appellieren waren herzzerreißend. Er ist definitiv der Bösewicht, aber lange Zeit auch Addies einzige Bezugsperson – das Verhältnis zwischen den beiden ist demnach ziemlich kompliziert und vielschichtig.

Schreibstil:

Was mich jenseits der Handlung und der Figuren noch von „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ überzeugen konnte, ist der phänomenale Schreibstil. Ich habe schon viele Bücher mit einem guten Schreibstil gelesen, aber V.E Schwab hat es mit diesem Buch geschafft, absolut perfekt zu schreiben. Es gibt nichts zu kritisieren oder anzumerken, außer dass es absolut unglaublich war. Unglaublich bildgewaltig kommt ihr Schreibstil daher, ein wenig poetisch, aber nicht kitschig oder übertrieben, sondern einfach nur wunderschön. Die Sprache in diesem Buch zieht einen in ihren Bann und lässt einen dann nicht los, bis man das letzte Wort gelesen hat. Ich bin immer noch absolut verliebt in diesen Schreibstil und wünschte fast, alle Bücher wären so geschrieben.

Fazit:

Ich gehe jetzt einfach mal stark davon aus, dass ihr euch bereits denken könnt, wie dieses Fazit ausfällt. An „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ hat mir einfach alles gefallen. Ich habe es in jeder Sekunde des Lesens geliebt und tue es auch jetzt, fast ein halbes Jahr später noch. V.E. Schwab hat mir ein Jahreshighlight beschert und darüber freue ich mich ungemein. Ich kann jedem nur ans Herz legen, Addies Welt zu erkunden und ihre Reise einmal mitzuerleben – ihr werdet es nicht bereuen! Selbst dann nicht, wenn der Schreibstil das einzige sein sollte, das euch gefällt. Aber davon gehe ich mal nicht aus, denn es ist auch einfach eine tolle Geschichte. „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue bekommt von mir sehr verdiente volle fünf Sterne!

Bewertung: 5 von 5.

Habt ihr „Das unsichtbare Leben der Addie LaRue“ bereits gelesen?

xoxo Ruth

Rezension: Das unsichtbare Leben der Addie LaRue

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