Wie Harry Potter den Weg zurück in mein Leben gefunden hat

In freundlicher Zusammenarbeit mit ZauberMerch I Für leidenschaftliche Potterheads wie mich waren die letzten anderthalb Jahre schwierig. Harry Potter war immer ziemlich unberührbar. Die Bücher, die Filme, das Fandom – das alles wurde nur sehr wenig kritisiert, meistens von Menschen, die einfach nichts mit Fantasygeschichten anfangen können. Doch dann ist 2020 etwas passiert, das die Reihe erstmals angreifbar gemacht hat. Die Autorin hat sich so transfeindlich geäußert, dass auf einmal Kritik am ganzen Harry Potter-Universum von überall herkam. Die Menschheit neigt aktuell generell stark zur Cancel Culture und in Harry Potter und seiner Autorin hatte sie auf einmal ein neues Opfer gefunden.

Im Zentrum der Debatte stand grundsätzlich die Frage, ob man Autor*in und Werk voneinander trennen kann oder ob beide stets abhängig voneinander sind. Die Germanistin in mir sagt ganz eindeutig: ja klar! Autor*in und Werk sollten stets unabhängig voneinander betrachtet werden. Doch ist es deutlich einfacher, diese Abtrennung vorzunehmen, wenn es sich nicht gerade um die Lieblingsbücher handelt. Ich muss sagen, ich habe mich sehr schwer getan, mich zu positionieren. Ich habe viele, viele Blogposts und Instagrambeiträge begonnen, in denen ich versucht habe, meine Meinung auszudrücken, aber beendet oder gar veröffentlicht habe ich keinen einzigen davon. Dieser ganze Hass auf Harry Potter, der gerade auf den Sozialen Medien entbrannt ist, hat mir sehr wehgetan. Auch wenn ich zu der Zeit in keiner intensiven Harry Potter-Phase steckte, ist die Geschichte über den Jungen, der überlebte einfach schon so lange ein Teil von mir. Harry Potter ist ein Teil meiner Identität und der Hass gegenüber der Geschichte fühlte sich nun auch an wie Hass, der sich gegen mich persönlich richtet.

Ich habe mich zurückgezogen, mich nie irgendwo öffentlich geäußert. Ich war sauer auf J. K. Rowling für diese absolut bescheuerte und transfeindliche Aussage. Ich war sauer auf alle, die Harry Potter cancelten und anfingen, die Bücher auseinanderzunehmen, in dem sie jedes kleinste Detail überanalysierten. Und ich war sauer auf mich selbst, weil ich all dies so nah an mich heran gelassen habe. Dinge, in die das Herz involviert sind, sind immer schwierig und da in kaum etwas so viel von meinem Herzen steckt wie in Harry Potter war es besonders schwierig. Die Harry Potter-Bücher in meinem Regal habe ich böse angestarrt und mich stattdessen in anderen Fandoms gestürzt, solche, die ich für ungefährlich hielt. Aber das Problem ist, dass Menschen an allem immer etwas auszusetzen finden. Nichts scheint die Erwartungen erfüllen zu können, die sowieso schon viel zu hoch sind.

Es musste viel Zeit vergehen, damit ich erkennen konnte, dass ich Harry Potter immer noch lieben darf und diese Liebe auch immer noch mit meinen Follower*innen teilen darf. Dafür musste ich mir aber erst einmal noch mal bewusst machen wie viel mir Harry Potter eigentlich bedeutet. Angefangen hat dies in den Universal Studios in Los Angeles. Ich stand dort, inmitten all dieser Menschen, während Schauspieler*innen am Fuße der Rekonstruktion Hogwarts gerade die Begrüßung der Zauberschüler*innen aus Durmstrang und Beauxbatons nachspielten. Ich hatte die Wizarding World bereits vorher erkundet, war zweimal mit der wundervollen „Harry Potter and the Forbidden Journey“ und einmal mit der unspektakulären „Flight of the Hippogriff“ gefahren, aber es dauerte bis zu diesem Moment, dass ich realisierte, wie viel mir Harry Potter eigentlich bedeutet. Ich bekam Gänsehaut am ganzen Körper und in meinen Augen glitzerten auf einmal Tränen. Danach hatte ich noch ein paar Mal solche Momente. Gegen Ende meines Auslandspraktikums haben wir uns dazu entschieden, nochmal alle Harry Potter-Filme zu schauen und irgendwie gingen sie mir dieses Mal besonders Nahe. Auch habe ich den siebten Band noch einmal als Hörbuch gehört und Rufus Becks unglaubliche Interpretation der einzelnen Stimmen hat mich wieder auf ein Neues fasziniert. In New York besuchte ich den offiziellen Harry Potter-Fanshop am Flatiron Building und hatte quasi die ganze Zeit Gänsehaut und dann habe ich mir die Harry Potter-Reunion auf Sky angeschaut.

Ich habe wirklich nicht damit gerechnet, dass das passiert, aber plötzlich saß ich dort und habe geweint. Wobei nein, weinen ist eigentlich nicht das richtige Wort: ich habe geheult. Und zwar so richtig. Erst da ist mir so richtig bewusst geworden, wie sehr mich diese ganze Harry Potter-Debatte aufgewühlt und verletzt hat und wie viel mir die Geschichte immer noch bedeutet und mir vermutlich auch immer bedeuten wird. Ich kann nicht leugnen, dass ich Harry Potter liebe, denn ganz ehrlich, dann müsste ich ein Stück von mir selbst leugnen. Harry Potter war sooft mein Rückzugsort, sooft mein Auffangbecken für all meine Sorgen und Probleme. Sobald ich das Hörbuch angemacht habe, war alles wieder gut. Und das funktioniert immer noch.

Mir ist bewusst, dass ich aus einer sehr privilegierten Position herausspreche. Es ist nicht in Ordnung, was J.K Rowling gesagt hat und die Tatsache, dass sie sich vermutlich niemals dafür entschuldigen wird ist noch viel schlimmer, aber ich muss mich durch ihre transfeindlichen Aussagen als weiße cis-Frau nicht angegriffen fühlen. Jedenfalls nicht in der Art, wie es für Transpersonen der Fall sein muss. Ich verstehe jeden, der einen Schlussstrich zwischen sich und Harry Potter setzen möchte, aber ich persönlich kann das nicht. Ich werde versuchen, Frau Rowling in Zukunft so wenig wie möglich zu unterstützen, ihre neuen Bücher kaufe ich nicht. Aber die Liebe zu Harry Potter lasse ich mir von ihr nicht kaputt machen. Sie ist nicht Harry Potter, nur weil sie die Geschichte vor weit über 20 Jahren einmal erfunden hat. Dafür ist sie mittlerweile einfach zu groß, hat zu viele Menschen in ihren Bann gezogen und zu viel Gutes in dieser Welt bewirkt.

Wie gut Harry Potter auch ohne seine Schöpferin funktioniert, zeigt auch ZauberMerch. Dort gibt es nämlich ganz unabhängigen Merch zu kaufen, der dazu auch noch super schön und sehr kreativ ist! Ich habe den Online-Shop ja bereits hier auf dem Blog und auch auf meinem Instagram vorgestellt und möchte heute noch einmal die Chance nutzen, um die wundervollen Tees, die auf zaubermerch.de verkauft werden, zu präsentieren. Die sogenannten „Zaubertrankmischungen“ gibt es derzeit in sieben verschiedenen Sorten, alle davon haben Namen, die Harry Potter-Fans bekannt sein sollten: Butterbeer, Phönix Tränen, Glückstrank… Ich durfte mir drei Teesorten aussuchen und habe mich für die Phönix Tränen, das Butterbeer und den Liebestrank empfohlen. Alle Teesorten duften und schmecken himmlisch, mein Favorit sind aktuell die Phönix Tränen! Wenn ihr jetzt auch unbedingt mal einen der Zaubertrankmischungen ausprobieren wollt, dann könnt ihr sehr gerne meinen Code RUTH10 benutzen – damit spart ihr nämlich 10% auf eure Bestellung! Also, let’s go!

Was sind eure Gedanken zu Harry Potter?

xoxo Ruth

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