REZENSION: You will be the death of me von Karen M. McManus

Es ist glaube ich kein Geheimnis, dass ich die Bücher von Karen M. McManus sehr gerne lese. Sie hat das Genre Teen Mystery in meinen Augen perfektioniert: spannende Geschichten, gute Charaktere und dazu immer auch ein bisschen Romantik. Ich fliege meist förmlich durch ihre Bücher und war daher auch sehr glücklich, als ihr neuster Roman „You will be the death of me“ unter dem Weihnachtsbaum lag. Noch am ersten Weihnachtstag habe ich angefangen zu lesen und hatte das Buch dann auch ziemlich schnell durch. Wie es mir gefallen hat, erfahrt ihr heute!

Infos zum Buch:

Titel: You will be the death of me I Autorin: Karen M. McManus I Verlag: cbj I Genre: Teen Mystery I 416 Seiten I Ersterscheinung Deutschland: 13. Dezember 2021 I Preis: 20€ (Hardvcover) I ISBN: 978-3-570-16606-2 I Zum Buch

Darum geht’s:

Ivy, Mateo und Cal waren einmal befreundet, jetzt haben sie nichts mehr miteinander gemein. Aber als Cal zu spät zur Schule kommt und dort auf Ivy und Mateo trifft, scheint das die Gelegenheit zu sein, eine alte Tradition wiederaufleben zu lassen: einen Tag blau machen. Bei ihrem spontanen Ausflug in die Stadt sichten sie einen vierten Schüler auf Abwegen und folgen ihm – mitten hinein in einen Tatort. Ivy, Cal und Mateo kennen den Toten, der vor ihnen liegt – und eigentlich sollten sie jetzt die Polizei rufen. Doch sie alle haben eine Verbindung zu dem Toten. Und etwas zu verbergen. War ihr Zufallstreffen wirklich ein Zufall? (Klappentext)

„Nichts gegen eine gute Checkliste, aber so langsam habe ich das Gefühl, dass meine Mom es übertreibt.“

McManus, Karen M.: You will be the death of me. München: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH 2021, S. 7.

Handlung:

Wie auch bei allen anderen Büchern der Autorin habe ich nicht lange gebraucht, um in die Geschichte zu finden. Schon nach wenigen Seiten hat sich der führ McManus‘ Bücher typische Suchteffekt eingestellt und ich bin nur so durch die Seiten geflogen. Die Handlung war spannend, abwechslungsreich und auf den ersten Blick auch doch deutlich anders als die vorherigen Bücher der Autorin. Nur hat sich das dann leider irgendwann geändert. Ich weiß nicht mehr so genau wann es passiert ist, aber noch in der ersten Hälfte der Geschichte haben sich immer mehr Fragezeichen in meinem Kopf gebildet. Ich kam irgendwie nicht mehr hinterher. Alles ging viel zu schnell und viele der Verbindungen und Schlüsse, die gezogen wurden, konnte ich kaum nachvollziehen. Begründungen und Motive wirkten weder schlüssig noch originell, sodass ich auch ziemlich schnell das Interesse an der Geschichte verloren haben. Wer noch nicht alle anderen Bücher der Autorin gelesen hat, findet den finalen Plottwist bzw. die Auflösung sicherlich gelungen und unvorhersehbar, für mich war er aber genau das Gegenteil. Die Plottwists funktionieren oft ähnlich: man ahnt es vorher tatsächlich nicht und dann, wenn die Wahrheit ans Licht kommt, ist diese irgendwie deutlich unspektakulären als vermutet (oder gehofft). Das hat mich bei den anderen Büchern nicht gestört, weil ich den Rest der Handlung sehr stark fand und gerade bei „One of us is lying“ auch wirklich nicht mit der Auflösung gerechnet hätte. In „You will be the death of me“ fand ich es aber leider ziemlich störend und unkreativ.

Die grundsätzliche Idee der Geschichte finde ich übrigens nach wie vor gut, nur ist die Umsetzung nicht so gelungen. Viel hat auf mich so gewirkt, als wäre es noch nicht richtig fertig, noch nicht richtig durchdacht. Ich schätze, man hätte der Geschichte mehr Zeit geben sollen – dann wäre sie sicherlich richtig toll geworden!

Figuren:

Mit den Figuren hatte ich tatsächlich ein ganz ähnliches Problem wie mit der Handlung: die Figuren sind keineswegs unsympathisch und an sich mochte ich sie alle sehr, nur sind sie kaum von den Figuren aus ihren anderen Büchern zu unterscheiden. Ich hatte oft das Gefühl, Karen McManus hätte sich aus jedem ihrer anderen Romane eine Figur herausgesucht und sie in diesem Buch einfach recycelt. Das finde ich sehr schade. Ivy war eine nervigere Bronwyn, Mateo eine Mischung aus Nate und Maeves Love Interest aus „One of us is next“ und Cal war Knox. Hier hat mir die Individualität deutlich gefehlt.

Auch fand ich die Beziehungsgefüge zwischen den Figuren nicht so gelungen. Ivy, Mateo und Nate waren in der Middle School beste Freunde, haben sich dann aber aus den Augen verloren. Anfangs mochte ich sehr, wie sich die drei wieder annähern, aber irgendwann haben sie sich eigentlich nur noch gegenseitig beschattet und verdächtig. Das war doof und man hatte eher das Gefühl, die drei arbeiten gegen statt miteinander.

Normalerweise liebe ich auch die Romanze, die sich in Karen McManus‘ Büchern zwischen mindestens zwei der Figuren anbahnt. Auch dieses Mal gab es wieder eine, die ich anfangs auch sehr mochte, doch wie der ganze Rest des Buchs ist auch das irgendwann gekippt. Ich habe einfach das Trope „zwei Figuren verlieben sich ineinander und eine hat die ganze Zeit Schuldgefühle, weil sie für das größte Leid im Leben der Anderen verantwortlich ist“ ziemlich satt. Und so war ich ab dem Moment, in dem ein Satz wie „Er wird mich hassen, wenn er die Wahrheit erfährt“ fällt, ziemlich genervt. Da kann natürlich die Autorin nichts für, dass ich ausgerechnet davon so genervt bin aktuell, aber in Anbetracht der Tatsache, dass diese Trope sehr häufig vorkommt, ist es auch einfach ziemlich unkreativ.

Mystery-Geschichten arbeiten natürlich auch mit Antagonist*innen und Bösewichten und normalerweise erwarte ich auch, dass solche Figuren komplex sind, aber das war in „You will be the death of me“ leider auch nicht der Fall. Die Antagonist*innen waren hier einfach nur doof.

Schreibstil:

Der Schreibstil war, wie man es von Karen McManus gewöhnt ist, flüssig und gut zu lesen. Allerdings haben mich dieses Mal die hohe Anzahl an vermeintlich jugendsprachlicher Ausdrücke gestört. Das wirkte, in meinen Augen, viel zu aufgesetzt. Vermutlich sollten diese Ausdrücke authentisch und realitätsnah wirken, waren in meinen Augen allerdings das komplette Gegenteil. Insofern konnte auch der Schreibstil die Geschichte nicht mehr wirklich retten.

Fazit:

Ich liebe die Bücher von Karen M. McManus, aber mit „You will be the death of me“ hat sie sich meiner Meinung nach etwas verzettelt. Der Plot wirkte nicht richtig ausgearbeitet, Verbindungen und Twists waren nicht eindeutig nachvollziehbar oder logisch. Die Figuren waren Kopien ihrer vorherigen Figuren und die Lovestory war klischeebelastet. Hinzu kommen schwache Antagonist*innen und zu viele vermeintlich authentische Ausdrücke der Jugendsprache. Die Idee war trotzdem gut und es gab auch immer wieder Passagen, die ich beim Lesen sehr genossen habe. Insgesamt gibt es daher drei Sterne.

Bewertung: 3 von 5.

Habt ihr „You will be the death of me“ schon gelesen?

xoxo Ruth

REZENSION: You will be the death of me

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