REZENSION: It Ends With Us von Colleen Hoover

It ends with us von Colleen Hoover

Ich habe wirklich keine Ahnung warum, aber die Bücher von Colleen Hoover habe ich irgendwie immer gemieden. Okay, ich habe „Verity“ von ihr gelesen und mochte das auch wirklich gerne, aber trotzdem hatte ich danach wenig Interesse daran, ein weiteres Buch von ihr zu lesen. Und das obwohl sie und ihre Romane ja wirklich überall sind. Seit Jahren schon beherrscht sie den Romance/New Adult-Markt wie keine andere. Jetzt habe ich ihr aber noch einmal eine Chance gegeben und mich an ihr wohl bekanntestes und beliebtestes Buch gewagt. Heute kommt die Rezension zu „It Ends With Us“ von Colleen Hoover. Viel Spaß!

Infos zum Buch:

Titel: It Ends With Us I Autorin: Colleen Hoover I Verlag: Simon & Schuster I Genre: New Adult/Contemporary Romance I Veröffentlichung: 2. August 2016 I 384 Seiten I Preis: 16,99$ (in D wesentlich günstiger) I ISBN: 9781501110368 I Zum Buch

Darum geht’s:

Lily hasn’t always had it easy, but that’s never stopped her from working hard for the life she wants. She’s come a long way from the small town where she grew up—she graduated from college, moved to Boston, and started her own business. And when she feels a spark with a gorgeous neurosurgeon named Ryle Kincaid, everything in Lily’s life seems too good to be true. Ryle is assertive, stubborn, maybe even a little arrogant. He’s also sensitive, brilliant, and has a total soft spot for Lily. And the way he looks in scrubs certainly doesn’t hurt. Lily can’t get him out of her head. But Ryle’s complete aversion to relationships is disturbing. Even as Lily finds herself becoming the exception to his “no dating” rule, she can’t help but wonder what made him that way in the first place. As questions about her new relationship overwhelm her, so do thoughts of Atlas Corrigan—her first love and a link to the past she left behind. He was her kindred spirit, her protector. When Atlas suddenly reappears, everything Lily has built with Ryle is threatened (Klappentext).

„As I sit here with one foot on either side of the ledge, looking down from twelve stories above the streets of Boston, I can’t help but think about suicide.“

Hoover, Colleen: It ends with us. London: Simon & Schuster 2016, S. 3.

Handlung:

Im Grunde werden zunächst zwei Geschichten erzählt: die aus Lilys Gegenwarts, die sie gerade erlebt und die aus ihrer Vergangenheit, an die sie sich mithilfe von Tagebucheinträgen erinnert. In der Gegenwart hat Lily gerade ihren ihre Mutter missbrauchenden Vater beerdigt und trifft auf dem Dach eines Bostoner Hochhauses den Arzt Ryle. In den Tagebucheinträgen erinnert sie sich an Atlas, der in seiner Jugend obdachlos war und Lilys erste große Liebe war. Zunächst liest man also im Grund zwei Liebesgeschichten, in die Lily beide verwickelt ist. Ihre Vergangenheit scheint sie immer noch zu begleiten und das Lesen ihrer Tagebücher beschäftigt sie sehr. Die Geschichte mit Ryle wirkt zunächst leicht und locker, während Atlas‘ Geschichte von Anfang an sehr ernst und tragisch ist, dafür aber auch sehr berührend und emotional. Dann taucht Atlas wieder auf und plötzlich verändern sich die Dinge zwischen Ryle und Lily. Aus der romantischen, gar perfekten Liebesgeschichte wird auf einmal etwas unglaublich ernstes.

Colleen Hoover behandelt in „It Ends With Us“ ein sehr ernstes Thema und tut dies auf eine so emotionale und berührende Art, die mich tatsächlich zu Tränen gerührt hat. Ich weine selten bei Büchern, eigentlich nie, aber hier sind die Tränen dann doch gerollt. Mir hat unglaublich gut gefallen, dass viele der schlimmen Dinge, die der Protagonistin Lily zustoßen, während der Geschichte passieren. Im Romance-Bereich haben die Figuren ja oft eine schwere Vergangenheit, die als Geheimnis gehütet und dann irgendwann erzählt wird. Das gefällt mir oft nicht, da ich es so super schwierig finde, Verhalten vollständig nachzuvollziehen und eine emotionale Bindung aufzubauen. Das ist in „It Ends With Us“ anders. Hier passieren die Dinge in der Handlung, wir sind als Leser*in live dabei, wenn sie passieren. Das macht alles viel emotionaler und ernster und ich habe das Gefühl, es wurde sich ernsthaft mit dem Thema befasst. Die Problematik ist hier nicht einfach Mittel zum Zweck, um ein bisschen Tragik einzubauen. Sie gehört fest zur Handlung und bestimmt das Handeln und die Entscheidungen der Figuren.

Figuren:

Lily ist meine neue Lieblingsprotagonistin. Schon nach der ersten Seite hatte ich sie in mein Herz geschlossen. Durch die Tagebucheinträge erfahren wir viel über ihre Teenagerzeit und so kann man sehr gut sehen, wie und vor allem dass Lily sich weiterentwickelt hat. Ich mochte sie wirklich unglaublich gerne und habe sehr mit ihr mitgefühlt. Auf mich hat sie unglaublich stark und tapfer gewirkt. Sie hat Rückgrat, was man nur von wenigen Romanfiguren in diesem Genre behaupten kann. Ich habe den größten Respekt vor ihr als Frau und Mensch und wäre gerne ihre Freundin!

Ryle ist eine schwierige Person, über die ich, ohne zu Spoilern, leider nicht allzu viel erzählen kann. Aber sagen wir mal so: ich denke, Menschen wie Ryle gibt es tatsächlich da draußen. Er zeigt unglaublich viele Facetten menschlichen Daseins und lässt sich schwer einordnen. Ein schwarz-weiß Raster lässt sich auf ihn nicht anwenden. Er ist vielleicht die realistischste und auch tragischste Person in „It Ends With Us“ und für die Konzeption einer solchen Person verdient Colleen Hoover unglaublich viel Anerkennung.

Atlas ist toll. Wirklich unglaublich toll. Er ist fürsorglich, liebevoll und mit einem Herzen aus Gold ausgestattet. Ich habe ihn direkt geliebt und unglaublich mit ihm mitgefiebert.

Erwähnenswert finde ich auch Lilys Mutter. Auch sie habe ich als unglaublich starke und tapfere Frau wahrgenommen. Warum dies so ist, wird vielleicht erst auf den letzten Seiten klar, aber dafür dann auch zu 100%. Was dieser Frau passiert ist, passiert traurigerweise sehr vielen Frauen täglich. Sie wurde von ihrem Mann geschlagen und ist trotzdem bei ihm geblieben. Bei vielen Menschen, so auch bei Lily und mir als Leserin, stößt das auf Unverständnis. Warum zeigt man jemanden, der einen über Jahre hinweg so schlecht behandelt, nicht an? Warum verlässt man ihn nicht? Lilys Mutter liefert darauf eine sehr emotionale Antwort, die mich berührt hat. Ohne häusliche Gewalt in irgendeiner Art zu rechtfertigen oder entschuldigen, wird hier sehr sehr sensibel und eindringlich mit der Entscheidung von Lilys Mutter umgegangen.

Schreibstil:

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ließ sich flüssig und leicht lesen, ich bin gut durch die Seiten gekommen. An einigen Stellen habe ich mir Sätze markiert, weil ich sie so schön und bedeutsam fand und das kommt wirklich nicht oft vor. Aber hier hat es auch einfach so unglaublich gut gepasst, dass ich gar nicht anders konnte. Der Schreibstil hat noch einmal dazu beigetragen, dass ich „It ends with us“ sehr genossen habe!

Fazit:

Ich kann nicht anders als dieses Buch zu lieben und zu empfehlen. Es ist unglaublich berührend und emotional, ernst und wichtig, hervorragend geschrieben. Im reinen Romance-Bereich habe ich bisher noch nichts vergleichbares gelesen und bin mir nicht sicher, ob mir jemals nochmal ein Buch wie „It Ends With Us“ begegnen wird. Mit voller Überzeugung und einer ganz großen Leseempfehlung an euch gebe ich diesem Roman von Colleen Hoover fünf von fünf möglichen Sternen!

Bewertung: 5 von 5.

Habt ihr „It Ends With Us“ schon gelesen?

xoxo Ruth

It ends with us von Colleen Hoover

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