REZENSION: Normal People von Sally Rooney

REZENSION: Normal People von Sally Rooney

Kennt ihr das, wenn ihr morgens aufwacht und auf einmal ganz unbedingt ein bestimmtes Buch lesen wollt? So hatte ich es neulich mit „Normal People“ von Sally Rooney. Ich hatte das Buch nie wirklich aktiv auf dem Schirm, es stand nie auf meiner Wunsch- oder Leseliste, aber ich wusste natürlich dennoch, dass es existiert. Wie aus dem Nichts wollte ich es dann vor einigen Wochen unbedingt lesen. Mit meinem aktuellen Buch war ich fast durch und so bin ich möglichst schnell in die Buchhandlung und habe mir das Buch gekauft. Gelesen habe ich es auch direkt und so gibt es heute die Rezension – viel Spaß!

Infos zum Buch:

Titel: Normal People (dt. Titel: Normale Menschen) I Autorin: Sally Rooney I Genre: Contemporary Romance I Verlag: Faber & Faber I Datum der Erstveröffentlichung: 28. August 2018 I 288 Seiten I Preis: 8,99€ (Taschenbuch bei Thalia Online) I ISBN: 978-0-571-33465-0 I Zum Buch

Darum geht’s:

Connell and Marianne grow up in the same small town in the west of Ireland, but the similarities end there. In school, Connell is popular and well-liked, while Marianne is a loner. But when the two strike up a conversation – awkward but electrifying – something life-changing begins. (Original-Klappentext)

Die Geschichte einer intensiven Liebe: Connell und Marianne wachsen in derselben Kleinstadt im Westen Irlands auf, aber das ist auch schon alles, was sie gemein haben. In der Schule ist Connell beliebt, der Star der Fußballmannschaft, Marianne die komische Außenseiterin. Doch als die beiden miteinander reden, geschieht etwas mit ihnen, das ihr Leben verändert. Und auch später, an der Universität in Dublin, werden sie, obwohl sie versuchen, einander fern zu bleiben, immer wieder magnetisch, unwiderstehlich voneinander angezogen. Eine Geschichte über Faszination und Freundschaft, über Sex und Macht (Klappentext der deutschen Übersetzung).

„Marianne answers the door when Connell rings the bell.“

Rooney, Sally: Normal People. London: Faber & Faber by Bloomsbury House 2018, S. 1.

Handlung:

In „Normal People“ wird die Geschichte von Connell und Marianne erzählt, die sich während der Schulzeit treffen und dann bis kurz vor ihrem Uniabschluss begleitet werden. Erzählt wird dabei mit vielen Zeitsprüngen, teilweise nicht ganz chronologisch. Das mag auf den ersten Blick etwas verwirrend wirken, man gewöhnt sich aber mit der Zeit daran. Man muss sich aber definitiv darauf einlassen wollen, sonst kann man die Geschichte vermute ich nicht in vollen Zügen genießen.

Es gibt hier aber auch keine stringente Geschichte im klassischen Sinne. Das Buch ist vielmehr eine ziemlich genaue und exakte Beobachtung einer zwischenmenschlichen Beziehung, die sich irgendwo zwischen Freundschaft und ganz großer Liebe einzupendeln versucht. Dabei spielt körperliche Anziehung eine genauso große Rolle wie die Anziehung, die den Charakter, den Intellekt und schlicht die Wesensart des anderen betrifft.

„Normal People“ ist vielleichte eine der realistischsten Liebesgeschichten, die ich seit langem gelesen habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine ganze Menge Menschen da draußen gibt, die diesen einen Menschen haben, bei dem man weder mit noch ohne einander so richtig kann. Mich hat die Menschlichkeit und Echtheit dieser Geschichte sehr begeistert. Ich mag Geschichten wie die, die in „Normal People“ erzählt wird, einfach sehr gerne.

Figuren:

Auch auf die Figuren muss man sich einlassen. Weder Connell noch Marianne entsprechen Klischees des klassischen Liebesromans, aber „Normal People“ ist ja auch kein klassischer Liebesroman. Connell ist während der Schulzeit sehr beliebt, hat danach aber Schwierigkeiten seinen Platz in der Welt zu finden. Er ist unsicher und schüchtern, mitunter sogar ein bisschen depressiv. Er steht für all die Menschen da draußen, die ihren Platz noch nicht so richtig gefunden haben, die auch nicht immer so richtig wissen, was sie wollen. Manchmal verhält er sich dämlich, sodass man die Hand vor die Stirn schlagen möchte, aber in allem, was er tut, ist Connell menschlich und echt. Und das hat mir sehr gut gefallen!

Marianne ist in der Schule nicht gerade beliebt, sie ist eine Einzelgängerin. In der Uni ändert sich das, dort scheint sie ihren Platz gefunden zu haben. Sie kommt durchaus ein wenig verschroben daher, ich will nicht sagen komisch. Genau wie Connell ist auch sie ein unglaublich gelungenes Porträt eines Menschen. Letztlich auch irgendwie eines unnormal normalen Menschen. Sie trifft unüberlegte Entscheidungen und macht Fehler, erlebt aber auch Glücksmomente. Marianne ist ein komplexer Mensch, der als Figur sehr plastisch und eben echt wirkt.

Schreibstil:

Was mir als erstes aufgefallen ist: in „Normal People“ werden keine Anführungszeichen verwendet, Gespräche zwischen den Figuren gibt es aber trotzdem ganz normal. Man muss sich etwas daran gewöhnen, aber dennoch kann man ohne Probleme der Geschichte folgen. Insgesamt würde ich den Schreibstil als sehr kompakt und minimalistisch beschreiben. Es gibt keine großartigen sprachlichen Ausschmückungen, aber das würde auch gar nicht zu der Geschichte passen. Generell arbeiten Schreib- und Erzählstil in meinen Augen hier ganz wunderbar zusammen.

Fazit:

„Normal People“ hat mir unglaublich gut gefallen. Ich habe die Figuren und ihre Menschlichkeit geliebt. Die Geschichte und Schreibstil, die irgendwie ungewöhnlich sind, aber gut zueinander passen. Es ist definitiv kein gewöhnlicher Roman und man muss sich auf ihn einlassen. Das betrifft die Geschichte an sich, die Figuren und auch den Schreibstil. Für mich hat hier aber alles gestimmt und ich spreche eine dicke 5-Sterne-Empfehlung für „Normal People“ von Sally Rooney aus.

Bewertung: 5 von 5.

Habt ihr „Normal People“ schon gelesen ?

xoxo Ruth

Normal People von Sally Rooney


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