REZENSION: The Inheritance Games von Jennifer Lynn Barnes

REZENSION: The Inheritance Games von Jennifer Lynn Barnes

Ich liebe den Film „Knives Out“ aus dem Jahr 2019. Diese Geschichte über einen verstorbenen Krimiautor, dessen Familie sich im Angesicht des Testaments gegenseitig zerfleischt, hat mich von der ersten bis zur letzten Minute absolut gefesselt. Ich mag einfach mysteriöse Geschichten um Familien, Erbe und Macht. Daher bin ich auch direkt auf den Klappentext von „The Inheritance Games“ von Jennifer Lynn Barnes angesprungen. Letztes Wochenende hatte ich dann sehr große Lust, das Buch zu lesen, auch wenn ich eigentlich noch ein anderes Currently Reading hatte bzw. habe („Ein wenig Leben“). Ich habe dann das Wochenende genutzt und „The Inheritance Games“ tatsächlich zu lesen. Die Rezension dazu gibt es heute!

Infos zum Buch:

Titel: The Inheritance Games I Autorin: Jennifer Lynn Barnes I Genre: YA Mystery/Thriller I Verlag: cbt I 400 Seiten I Erstveröffentlichung Deutschland: 10. Januar 2022 I Preis: 13€ (Paperback) I ISBN:  978-3-570-31432-6 I Zum Buch

Darum geht’s:

Avery Grambs hat einen Plan: Highschool überleben, Stipendium abgreifen und dann – nichts wie raus hier. Doch all das ist Geschichte, als der Multimilliardär Tobias Hawthorne stirbt und Avery fast sein gesamtes Vermögen hinterlässt. Der Haken daran? Avery hat keine Ahnung, wer der Mann war. Um ihr Erbe anzutreten, muss Avery in das gigantische Hawthorne House einziehen, wo jeder Raum von der Liebe des alten Mannes zu Rätseln und Geheimnissen zeugt. Ungünstigerweise beherbergt es aber auch dessen gerade frisch enterbte Familie. Allen voran die vier Hawthorne-Enkelsöhne: faszinierend, attraktiv und gefährlich. Gefangen in dieser schillernden Welt aus Reichtum und Privilegien, muss Avery sich auf ein Spiel aus Intrige und Kalkül einlassen, wenn sie überleben will. (Klappentext)

„Als ich klein war, dachte meine Mom sich ständig Spiele aus.“

Barnes, Jennifer Lynn: The Inheritance Games. München: Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH 2022, S. 5.

Handlung:

An einem Tag lebt Avery Grambs noch in ihrem Auto, am nächsten Tag ist sie plötzlich Erbin von fast 50 Milliarden Dollar. Geerbt hat sie dieses Geld von einem Mann, dem sie noch nie begegnet ist und dessen Familie von seinem Testament fast vollständig ignoriert wurde – das ist die Prämisse von „The Inheritance Games“. Dadurch wird direkt der Eindruck einer spannenden Geschichte voller Intrigen und Rätsel erweckt, den die Geschichte dann auch so fortsetzen kann. Es gibt tatsächlich eine ganze Menge Rätsel, Spiele und Intrigen, die auf Avery warten, während sie versucht herauszufinden, warum ausgerechnet sie das ganze Geld geerbt hat. Die Rätsel, die sich auftun und die Schlüsse, die daraus gezogen wurden, waren clever und haben für Spannung gesorgt, wenn auch ihre Lösung nicht immer ganz nachvollziehbar war. Es gab durchaus den ein oder anderen Moment, in dem ich mich gefragt habe, wie und warum Avery jetzt genau auf die Lösung gekommen ist. Das hat mich ein bisschen gestört, da ich natürlich auch selbst mitgerätselt habe.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist das Tempo der Geschichte. Über knapp 400 Seiten erstreckt sich die Geschichte und ist dabei stets fesselnd und temporeich. Es gibt gar keine Längen oder unnötige Aspekte. Die kurzen Kapitel, die oft auch mit Cliffhangern enden, sorgen dafür, dass man als Leser*in förmlich durch die Seiten fliegt und das Buch gut an einem Wochenende „wegsuchten“ kann. Außerdem hinterlassen die letzten Kapitel den*die Leser*in mit einem großen Fragezeichen und einem fetten Cliffhanger. Das hat dann bei mir dazu geführt, dass ich mir den zweiten Teil direkt bestellt habe, allerdings auf Englisch. Die deutsche Übersetzung des zweiten Teils erscheint erst im Sommer, aber solange kann ich nicht warten, haha.

Auch gut gefallen hat mir die Tatsache, dass die geheimnisvolle Atmosphäre der Villa, in der Avery jetzt lebt, super gut rübergebracht wurde. In meinem Kopf ist ein unglaublich geheimnisvolles Haus mit vielen Geheimgängen und verborgenen Räumen entstanden, das mich an die Serie „The Umbrella Academy“ erinnert hat.

Figuren:

Die Protagonistin und Erzählerin der Geschichte ist Avery Grambs, die mit der Situation, plötzlich Milliardärin zu sein, zunächst ziemlich überfordert ist. Ich konnte ihre Reaktion und die vielen Fragen, die sie hatte, sehr gut nachvollziehen und habe gemeinsam mit ihr auf die Antworten gebrannt. Als Charakter war sie mir an manchen Stellen ein bisschen zu flach und nicht immer ganz greifbar, was ich schade fand, da ich sie sehr mochte. Dennoch hatte ich manchmal ein bisschen Distanz zu ihr.

Avery einzige Verwandte, auf die sie sich nach dem Tod ihrer Mutter noch verlassen kann, ist ihre Halbschwester Libby, die ich sehr mochte. Libby lebt in einer missbräuchlichen Beziehung, aus der sie zu fliehen versucht. Für Libby ist die Situation auch schwer, aber sie kümmert sich aufopferungsvoll um ihre jüngere Schwester und ist mir sehr ans Herz gewachsen.

Dann wären da natürlich noch die Hawthrones – die Familie, die eigentlich hätte erben sollen. Die Erwachsenen trauen Avery nicht über den Weg und die vier Enkel des verstorbenen Tobias Hawthorne Nash, Grayson, Jameson und Alexander sind sich auch nicht so ganz sicher, wie sie Avery einordnen sollen. Die vier Brüder sind alle sehr unterschiedlich, im Fokus der Geschichte stehen besonders Grayson und Jameson. Grayson, der arrogante und unnahbare und Jameson, der geheimnisvolle und verwegene ziehen Averys Aufmerksamkeit direkt auf sich. Es entwickelt sich eine Art Love Triangle, wobei ich eindeutig Team Grayson bin. Jameson wirkte auf mich ein bisschen unwirklich und zu „perfekt“ als Love Interest. Grayson hingegen mochte ich direkt, aber ich habe ja auch eine Schwäche für arrogante Typen in Büchern (*hust* Gideon de Villiers *hust*).

Ansonsten treten noch eine ganze Reihe an Nebenfiguren auf, die teilweise sehr schwer einzuordnen waren (Rebecca und Thea).

Schreibstil:

Der Schreibstil war flüssig und leicht zu lesen. Er trägt gut zu dem sowieso schon sehr hohem Tempo der Geschichte bei. Sprachlich auf einem guten Niveau, aber nichts herausragendes. Ich bin mir bei manchen Stellen im Buch teilweise sicher gewesen, dass es auf Englisch ein anderes Erlebnis gewesen wäre, da manche Sachen einfach nicht so geschickt übersetzt wurden oder werden konnte. Jameson nennt Avery ab und zu „Erbin“, was bei langem nicht so geheimnisvoll klingt wie das englische Original. Naja, ich werde den zweiten Teil ja im Original lesen und bin dann mal gespannt, ob ich den Schreibstil betreffend einen Unterschied feststellen kann.

Fazit:

Auch wenn ich einige Schwächen, vor allem den Plot und die Figuren betreffend, finden konnte, hat mir „The Inheritance Games“ dennoch gut gefallen. Die Geschichte war packend, schnell und kurzweilig. Die Figuren interessant und endlich kann ich mal wieder für eine Figur bzw. ein Paar „rooten“ – das macht einfach Spaß. Ich bin sehr gespannt auf die Fortsetzung und werde diese so schnell es geht lesen, denn ich MUSS einfach wissen, wie es weitergeht. Der erste Teil bekommt von mir ingesamt vier Sterne, da durchaus noch Luft nach oben ist, mir die Geschichte aber dennoch sehr viel Freude bereitet hat.

Bewertung: 4 von 5.

Habt ihr „The Inheritance Games“ schon gelesen?

xoxo Ruth



2 thoughts on “REZENSION: The Inheritance Games von Jennifer Lynn Barnes”

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.