FILMKRITIK: Eingeschlossene Gesellschaft von Sönke Wortmann

In freundlicher Zusammenarbeit mit Sony Pictures Deutschland I Wie ihr sicherlich wisst habe ich nicht nur eine große Leidenschaft für Bücher, sondern auch eine für Filme. Von daher habe ich mich riesig gefreut, als ich von Sony Pictures Deutschland eingeladen wurde „Eingeschlossene Gesellschaft“ zu schauen. Sehr dankbar für die Möglichkeit habe ich mir den Film also angeschaut und möchte heute gerne meine Meinung diesbezüglich mit euch teilen! Schaut auch unbedingt auf meinem Instagramaccount vorbei, denn dort gibt es sowohl exklusive Einblicke von der Weltpremiere von „Eingeschlossene Gesellschaft“ als auch Kinotickets zu gewinnen. Jetzt aber erstmal viel Spaß mit dieser Filmkritik!

Infos zum Film:

Titel: Eingeschlossene Gesellschaft I Regie: Sönke Wortmann I Drehbuch: Jan Weiler I Genre: Komödie/Drama I Filmstart: 14. April 2022 I Dauer: 1 Stunde, 41 Minuten I Besetzung: Anke Engelke, Florian David Fitz, Justus von Dohnányi, Nilam Farooq, Thomas Loibl, Torben Kessler I Zum Film

Noch mehr Infos und Extras rund um „Eingeschlossene Gesellschaft“ gibt es auch auf den Social Media-Accounts von Sony!

Darum geht’s:

An einem Freitagnachmittag klopft es plötzlich unerwartet an der Tür des Lehrerzimmers eines städtischen Gymnasiums. Das wird sich doch wohl kein Schüler erdreisten? Nein, davor steht ein ehrgeiziger Vater (THORSTEN MERTEN), der für die Abiturzulassung seines Sohnes kämpft – und bereit ist, dafür sogar bis zum Äußersten zu gehen. Das müssen die sechs Lehrer, die sich so kurz vor dem Start ins Wochenende noch in der Schule aufhalten, nun auf die harte Tour erfahren: Der allseits beliebte Sportlehrer und Zyniker Peter Mertens (FLORIAN DAVID FITZ), die altkluge, von allen Schülern gehasste Hexe Heidi Lohmann (ANKE ENGELKE), der konservative Pauker Klaus Engelhardt (JUSTUS VON DOHNANYI), der joviale Schüleranwalt Holger Arndt (THOMAS LOIBL), der einsame Nerd Bernd Vogel (TORBEN KESSLER) und die junge Referendarin Sarah Schuster (NILAM FAROOQ). Sie alle fühlen sich dem verzweifelten Vater zunächst überlegen, müssen aber schnell herausfinden, dass die Situation mehr und mehr außer Kontrolle gerät. Nach einigen unerwarteten Wendungen und peinlichen Enthüllungen tun sich bei jedem der Beteiligten wahre Abgründe auf… (Sony Pictures Deutschland)

Meine Meinung:

Der Film ist zum allergrößten Teil als Kammerspiel angelegt – das bedeutet, dass sich die Handlung fast ausschließlich in einem Raum abspielt, in diesem Fall eben ein Lehrerzimmer. Es gibt zwar immer wieder Rückblicke oder andere Szenen, in denen die Zuschauer*innen das Lehrerzimmer verlassen, aber meistens ist das eben nicht so. Kammerspiele muss man mögen (oder eben nicht), ich persönlich mag sie gerne. Die Fixierung auf eigentlich einen einzigen Spielort erinnert ans Theater, wodurch auch das Schauspiel eher in Richtung Theater geht. Mir persönlich gefällt das super gut, man sollte sich allerdings dessen bewusst sein, bevor man ins Kino geht!

Das Kollegium, das sich an diesem Freitagnachmittag, an dem der Film spielt, noch im Lehrerzimmer befindet, besteht aus vier Lehrern und zwei Lehrerinnen, wobei eine von ihnen noch Referendarin ist. Alle sechs Lehrpersonen verkörpern Typen von Lehrer*innen, die wohl jede*r kennt, der*die einmal eine Schule von innen gesehen hat. Es gibt die strenge, eher altmodische Französisch- und Musiklehrerin, den irgendwie komischen Chemielehrer, den kumpelhaften Sportlehrer, der bei Mädchen gut ankommt, den unnachgiebigen Lateinlehrer, die motivierte und engagierte Referendarin und den Deutschlehrer, der vielleicht nicht so cool ist, wie der Sportlehrer, aber dennoch von allen gemocht wird und eine gute Beziehung zu seinen Schüler*innen hat. Vielleicht stimmt die Fächerverteilung nicht zu 100% mit bekannten echten Leser*innen überein, aber dennoch bieten die sechs dargestellten Lehrkräfte viel Identifikationsfläche und Wiedererkennungswert. Ich jedenfalls hatte direkt die ein oder andere Lehrkraft vor Augen, die mir in meiner Schullaufbahn begegnet ist und auch noch begegnen wird – schließlich studiere ich auf Lehramt und werde mich also auch in Zukunft noch ein bisschen mehr mit Lehrkräften auseinandersetzen müssen.

Die schauspielerische Leistung der Hauptfiguren habe ich zwar als insgesamt überzeugend empfunden, dennoch gibt es dann leider doch einige (feine) Unterschiede zwischen den Schauspieler*innen. Das wird besonders dann deutlich, wenn die Figuren längere Monologe präsentieren, von denen eigentlich jede*r Lehrer*in einen hat. Sehr stark fand ich Torben Kessler als Chemielehrer Bernd Vogel. Die Unsicherheiten, aber auch die Wünsche der Figur wurden durch die Kesslers schauspielerische Darbietung sehr gut transportiert und ich fand gerade seine Monologe stark. Inhaltlich, aber eben auch auf der Ebene der Darstellung. Anke Engelke, Thomas Loibl, Florian David Fitz und Justus von Dohnányi machen ihre Sache allesamt sehr gut, gerade Fand von Florian David Fitz (aka meeee) dürften von seiner Darstellung des Peter Mertens nicht enttäuscht werden. Lediglich ein wenig schwächer habe ich die Leistung von Nilam Farooq empfunden und das tut mir wirklich leid. Ich mag Nilam Farooq, habe als Teenager ihre YouTube-Videos sehr geliebt und gönne ihr den Erfolg als Schauspielerin wirklich von Herzen. Im Gespräch mit den anderen Figuren steht sie diesen auch in feinster weise nach, lediglich ihre Monologe kommen nicht zu 100% überzeugend rüber. Ihren Worten fehlt manchmal ein wenig die Leidenschaft und sie wirken zu gespielt, zu auswendig gelernt. Diesbezüglich ist also noch ein bisschen Luft nach oben, aber ich bin mir sicher, dass sich Farooq diesbezüglich noch verbessern wird.

Insgesamt betrachtet hat mir die erste Hälfte von „Eingeschlossene Gesellschaft“ ein bisschen besser gefallen als die zweite. Das hat folgende Gründe: die Darstellung eines Lehrerkollegiums, das überall in Deutschland so existieren könnte, war authentisch, der Thematisierung der Frage „Wie viel Macht haben Lehrer*innen mit Noten eigentlich über ihre Schüler*innen?“ wurde sinnvoll, kritisch und humorvoll nachgegangen und man hat sich mit Aussagen über Schule und das Schulsystem zurückgehalten. Dann im letzten Drittel und kurz vor der Auflösung der Situation, hat mich der Film ein bisschen verloren. Der Versuch, etwas an Deutschlands Schulsystem zu kritisieren ist in meinen Augen nicht überzeugend gelungen. Das liegt daran, dass die Kritik, die geäußert wurde, offensichtlich nicht von echten Lehrer*innen gekommen ist, sondern von Menschen, die Schule von außen beobachten. Hier hat sich der Film zu sehr in etwas verrannt, was mir nicht zu 100% gefallen hat. Ohne die moralische Ausspielung und den misslungene Versuch der Kritik, die sich doch nur an oberflächlichen Außenbeobachtungen orientiert, hätte der Film auch mich etwas spritziger und letztlich auch besser gewirkt. Aber das ist nur eine kleine Kritik, die auch viel mit meiner persönlichen Stellung als Lehramtsstudentin und Lehrerkind zutun hat.

Wer etwas zum Lachen sucht, der ist bei diesem Film definitiv an der richtigen Adresse. Die Witze sind treffend, manchmal ziemlich spitz und jede*r macht Witze, die zur Rolle passen. Ich habe mich diesbezüglich unglaublich gut unterhalten gefühlt. Und da ich den Film bereits zweimal sehen durfte (bei der Pressevorführung und der Weltpremiere), kann ich euch verraten, dass die Witze auch beim zweiten Mal gucken noch genauso gut funktionieren, was nur als Pluspunkt zu werten sein kann!

Für einen interessanten, immer wieder sehr authentischen und durchweg humorvollen Einblick in deutsche Lehrerzimmer ist „Eingeschlossene Gesellschaft“ genau der richtige Film. Ich habe mich stets gut unterhalten gefühlt und sehr viel gelacht. Der ein oder andere Satz hat mich durchaus zum Nachdenken angeregt, auch wenn ich im letzten Drittel doch ein paar Kritikpunkte hatte. Für einen gelungenen Kinoabend mit Popcorn und viel Spaß handelt es sich um den optimalen Film. Die Schauspieler*innen machen ihre Sache gut, auch wenn bei einer noch ein bisschen Luft nach oben besteht. Von mir gibt’s vier Sterne für diese Komödie!

Bewertung: 4 von 5.

Werdet ihr euch „Eingeschlossene Gesellschaft“ im Kino anschauen?

xoxo Ruth

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