DIY: Endlich richtig stempeln – ein Guide für Anfänger

DIY: Endlich richtig stempeln – ein Guide für Anfänger

Stempel sind eine hervorragende Möglichkeit, sich kreativ auszuleben. Sie ermöglichen es ganz verschiedene Looks und Designs zu erstellen und haben dabei den wahnsinnigen Vorteil, dass man hübsche Motive auf Postkarten, Journalseiten und Geschenkanhänger zaubern kann ohne Zeichnen oder Malen zu können. In der Theorie sind Stempel einfach toll! In der Praxis führen sie dann aber doch oft zu Frustration, da das Stempeln nicht so gut gelingt wie gedacht. Ja, been there, done that. Stempeln hat mich jahrelang frustriert, ich hatte das Gefühl, ich kriege niemals den Fuß in die Tür, bis ich mich dann intensiver mit hochwertigeren Stempeln und Techniken beschäftigt habe. Seitdem funktioniert das Stempeln super und ich habe deutlich mehr Spaß daran. Meine Tipps und Tricks möchte ich in diesem Guide für Anfänger mit euch teilen, damit auch ihr endlich richtig stempeln könnt. Viel Spaß!

Gute (und richtige) Stempel finden

Stempel gibt es in Hülle und Fülle zu kaufen und das eigentlich so gut wie überall. Sogar im Supermarkt kann man welche finden. Das Problem ist nur leider, dass sich nicht alle Stempel dazu eignen, auch richtig mit ihnen zu stempeln. Das ist natürlich super schade, aber wenn ihr wirklich schöne Ergebnisse erzielen wollt, könnt ihr leider nur ausgewählte Stempel benutzen. Warum erkläre ich euch jetzt.

Wenn man stempelt, ist es ja oft so, dass man nicht nur das Motiv stempelt, sondern auch einen unschönen Rand. Dieser Rand entsteht dann, wenn das Gummi, aus dem das Motiv besteht, nicht sauber ausgeschnitten worden ist. Ein Stempel ist meist wie folgt aufgebaut: es gibt den „Griff“ aus Holz und auf dem klebt dann eine Art Gummi, die das Motiv abbildet. Bei einigen Stempeln bedeckt das Gummi die gesamte Holzfläche und das Motiv steht quasi hoch. Wenn ihr stempelt, kann es dann sehr leicht passieren, dass ihr nicht nur das Motiv, sondern auch den Rest des Gummis stempelt. Dadurch entstehen dann die unschönen Rändern. Um das zu verhindern, braucht ihr einen Stempel, bei dem wirklich nur das Motiv aus Gummi besteht. Ich kaufe meine Stempel mittlerweile eigentlich ausnahmslos bei Perlenfischer. Die Stempel dort sind sehr fein und ordentlich geschnitten und das Stempeln gelingt damit um ein viel Faches besser als mit herkömmlichen Stempeln.

Ebenfalls ohne Rand stempeln kann man mit sogenannten Clear Stamps, z.B. hier. In diesem Fall stempelt man mithilfe eines Acrylblocks und kann wirklich sehr exakt stempeln, da man genau sehen kann, wo man stempelt. Hier können auch kaum bis gar keine Ränder entstehen.

Auch das Papier spielt eine Rolle!

Es ist nicht egal, auf welchem Papier ihr stempelt. Für Aquarellfarben oder Brush Pens braucht man schließlich auch spezielles Papier, warum dann nicht auch für Stempel? Das Papier, auf dem ihr stempelt sollte auf gar keinen Fall zu glatt sein. Das weiche und wirklich sehr glatte Handlettering Papier von Hahnemühle ist fürs Stempeln wirklich gar nicht geeignet. Durch die glatte Oberfläche rutscht der Stempel zu sehr auf dem Papier, was zu unschönem Verschmieren führt. Ein Papier, auf dem man gut stempeln kann, sollte insgesamt ein wenig dicker sein und eben keine zu glatte Oberfläche haben. Ich persönlich benutze am liebsten dieses Papier.

Von Stempelkissen und davon wie man Stempel reinigt

Neben dem Stempel und dem richtigen Papier braucht ihr natürlich auch noch ein Stempelkissen, das euch Farbe gibt. Für Stempelkissen gibt es wirklich unglaublich viele Anlaufstellen. Bei der Auswahl eines Stempelkissen ist eigentlich nur wichtig, dass ihr darauf achtet, wasserlösliche Farbe zu verwenden. Das hat folgenden Grund: wenn ihr stempelt, möchtet ihr ein und denselben Stempel im Optimalfall nicht nur für eine Farbe verwenden, sondern für mehrere. Dazu müsst ihr den Stempel reinigen können. Und da das am einfachsten und am schnellsten mit Wasser geht, benötigt ihr eben Farben, die wasserlöslich sind. Während ihr stempelt solltet ihr euch immer einen Teller parat stellen, auf dem ein feuchtes, nicht klitschnasses, Schwammtuch liegt. Seid ihr mit einer Farbe (oder dem Stempeln generell!) fertig, könnt ihr den Stempel mit dem Schwammtuch reinigen. Dafür den Stempel einfach so lange sanft in das Schwammtuch drücken, bis er wieder sauber ist. So einfach geht’s!

Übrigens, für große Stempel braucht ihr keine großen Stempelkissen. Das mag banal klingen, aber ich persönlich habe wirklich etwas gebraucht, um dahinter zu kommen. Ihr könnt ja sowohl den Stempel als auch das Stempelkissen bewegen und so ganz einfach auch einen großen Stempel mithilfe eines kleinen Stempelkissens einfärben.

Los geht’s! Die richtige Technik zum Stempeln

Das Material habt ihr beisammen, ihr wisst wie ihr eure Stempel reinigt und wollt jetzt endlich loslegen? Sehr gut, dann kümmern wir uns jetzt um die richtige Technik. Bevor es richtig losgeht, solltet ihr allerdings zunächst noch darauf achten, dass euer Papier nicht verrutschen kann. Wenn ihr mögt, könnt ihr es dafür mit ein wenig Tape befestigen. Das ist wichtig, damit nichts verschmiert. Eure Konzentration spielt nun eine super wichtige Rolle. Wenn man wirklich schön und sauber stempeln möchte, kann man das nicht tun, in dem man in Eile den Stempel auf ein Papier „klatscht“. Nehmt euch ein wenig Zeit, sammelt eure Konzentration und stempelt dann erst. Glaubt mir, das macht wirklich einen Unterschied. Drückt den Stempel nicht mit all eurer Kraft in das Stempelkissen, um Farbe aufzunehmen. Lasst dem Stempel lieber sacht das Kissen „küssen“. Und das mehrmals hintereinander, bis genug Farbe aufgenommen wurde. Bei Motiven mit größeren Flächen kann das schon einmal einen Moment dauern. Dann kann es, gerade wenn ihr einen neuen Stempel und/oder ein frisches Stempelkissen verwendet, sehr sinnvoll sein, erstmal ein paar Tests zu machen. Frische Stempelkissen geben zunächst sehr viel Pigment ab – mehr als ihr braucht! Probiert also zunächst einmal auf einem Schmierpapier rum. Den Stempel dann möglichst gleichmäßig auf das Papier drücken und dann vorsichtig und langsam nach oben wegziehen. Wenn ihr auf die Seite zieht, riskiert ihr, dass etwas verschmiert! Von daher den Stempel wirklich ausschließlich nach oben von eurem Blatt nehmen. Und schon habt ihr ein sauberes Motiv gestempelt!

Einsatzbereiche für Stempel

Stempel kann man bei fast allen kreativen Projekten, die Papier beinhalten, benutzen. Postkarten, Einladungen, Glückwunschkarten – das sind natürlich die offensichtlichsten Optionen. Ihr könnt aber auch Geschenkanhänger oder Etiketten, zum Beispiel für selbstgemachte Marmelade, mit Stempeln gestalten. Geschenkpapier und Geschenktüten in weiß oder aus Packpapier freuen sich auch darüber, mit Stempeln verschönert zu werden. In verschiedenen Journals (Reading Journal, Bullet Journal etc) kann man auch ganz wunderbar mit Stempeln arbeiten. Ich benutze sie dort nicht nur zur Gestaltung, sondern auch aus ganz praktischen Gründen für ein Sternerating. Natürlich kann man auch Stoffe bestempeln. Dafür wird dann aber entweder Stoffstempelfarbe benötigt oder ihr müsst Stoffe verwenden, die möglichst nicht gewaschen werden sollen (Stichwort: wasserlösliche Stempelfarbe). Ihr seht, es gibt unglaublich viele Möglichkeiten, mit Stempeln kreativ zu werden.

Verschiedene Layoutmöglichkeiten ausprobieren

Zum Schluss möchte ich euch noch ein paar Möglichkeiten vorstellen, Postkarten mit Stempeln zu gestalten. Eure Optionen sind da natürlich immer größer, je mehr Stempel ihr besitzt, aber auch mit wenigen Basic-Stempeln kann man schon viel erreichen. Stempel, die Blüten oder Zweige zeigen, sind beispielsweise super vielfältig einsetzbar. Jetzt möchte ich euch gerne noch einige schöne Layout- und Gestaltungsmöglichkeiten, mit denen ihr hübsche Postkarten, Einladungen etc. gestalten könnt, vorstellen:

  • Kränze stempeln – aus verschiedenen Blüten und Zweigen kann man wundervolle Kränze stempeln. In den Kranz könnt ihr, wenn ihr mögt, noch ein etwas größeres Motiv stempeln. Auch könnt ihr in den Kranz oder da drunter noch einen schönen Spruch stempeln oder auch schreiben – wie ihr mögt
  • Rahmen stempeln – ebenfalls mit Blüten und Zweigen, aber auch mit Punkten kann man wunderbar Rahmen stempeln. Dafür einfach die äußeren Ränder der Karte bunt gemischt bestempeln. Hier auch unbedingt über die Kanten der Karte stempeln und nicht davor stoppen, das sieht deutlich besser aus
  • Wimpelketten und Girlanden – mit Dreiecken könnt ihr wundervolle Wimpelketten stempeln. Oder aber ihr zieht euch mit einem Fineliner eine geschwungene Linie und hängt an diese alle möglichen kleinen Gegenständen (zu Weihnachten zum Beispiel Geschenke und Lebkuchenmänner) – so entstehen schnell und einfach eine hübsche Girlande. Mit gelben Kreisen/Punkten kann außerdem eine Lichterkette entstehen
  • ein zentrales Motiv – schön ist es natürlich auch, wenn ihr ein zentrales Motiv habt, ein Tier oder einen großen Gegenstand beispielsweise. Den kann man dann noch mit einem Spruch oder kleinen Accessoires wie Luftballons oder Geschenke verzieren
  • ein sich wiederholendes Muster – ebenfalls sehr hübsch ist es, einfach ein sich wiederholendes Muster auf einer Karte zu stempeln. Dafür einfach ein Motiv wählen und es quasi kreuz und quer über die Karte verteilen. Auch hier gilt wieder: es sieht schöner aus, wenn über die Ränder hinweg gestempelt wird.

Habt ihr das Stempeln schon für euch entdeckt?

xoxo Ruth

Endlich richtig stempeln


2 thoughts on “DIY: Endlich richtig stempeln – ein Guide für Anfänger”

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.