REZENSION: The Love Hypothesis von Ali Hazelwood

Als ich in den USA war, war mein TikTok-Algorithmus ein wenig durcheinander. Mir wurden ausschließlich TikToks auf die ForYou-Page gespült, die in den USA gepostet wurden. Demnach habe ich wenig über das deutschsprachige Booktok mitbekommen, dafür umso mehr amerikanische Booktok-TikToks. Ein Buch wurde da überdurchschnittlich oft in die Kamera gehalten und bis in den Himmel gelobt: „The Love Hypothesis“ von Ali Hazelwood. Wieder in Deutschland, habe ich dann festgestellt, dass dieses Buch auch hier ähnlich großen Zuspruch erfahren hat und die Veröffentlichung der deutschen Übersetzung stand kurz bevor. Nach einiger Überlegung bin ich dem Trend schließlich auch aufgesessen und habe mir besagtes Buch gekauft. Jetzt habe ich es auch gelesen und wünsche euch ganz viel Spaß mit meiner Rezension zu „The Love Hypothesis“ von Ali Hazelwood.

Infos zum Buch:

Titel: The Love Hypothesis I Autorin: Ali Hazelwood I Verlag: Penguin LCC US I Genre: Contemporary Romance I 400 Seiten I Sprache: Englisch I Erscheinungsdatum: 14.09.2021 I ISBN: 978-0-593-33682-3 I Zum Buch I Zur Übersetzung

Darum geht’s:

As a third-year Ph.D. candidate, Olive Smith doesn’t believe in lasting romantic relationships–but her best friend does, and that’s what got her into this situation. Convincing Anh that Olive is dating and well on her way to a happily ever after was always going to take more than hand-wavy Jedi mind tricks: Scientists require proof. So, like any self-respecting biologist, Olive panics and kisses the first man she sees. That man is none other than Adam Carlsen, a young hotshot professor–and well-known ass. Which is why Olive is positively floored when Stanford’s reigning lab tyrant agrees to keep her charade a secret and be her fake boyfriend. But when a big science conference goes haywire, putting Olive’s career on the Bunsen burner, Adam surprises her again with his unyielding support and even more unyielding…six-pack abs. Suddenly their little experiment feels dangerously close to combustion. And Olive discovers that the only thing more complicated than a hypothesis on love is putting her own heart under the microscope (Klappentext).

„Frankly, Olive was a bit on the fence about this whole grad school thing.“

Hazelwood, Ali: The Love Hypothesis. S.1.

Handlung:

„The Love Hypothesis“ verarbeitet eine aktuell sehr bekannte und ebenfalls sehr beliebte Trope: Fake Dating. Die beiden Protagonisten Olive und Adam täuschen eine Beziehung vor – beide aus ganz unterschiedlichen Gründen. Die Trope wird hier wirklich unglaublich gut umgesetzt. Die Gründe, warum sich beide Parteien auf die Sache einlassen, erscheint direkt schlüssig und man merkt mit jeder Seite, wie sich die Figuren einander annähern. Gleichzeitig wird auch das Narrativ „Grumpy x Sunshine“ verarbeitet, was ebenfalls gelungen war.

Insgesamt geht die Handlung an sich schnell voran, es gibt viele Szenen zwischen Adam und Olive, wobei das Tempo zwischen den beiden ein wenig langsamer ist. Es wird sich genug Zeit gelassen, eine Beziehung aufzubauen, sodass die Romantik schließlich super überzeugend war.

Sehr gut gefallen hat mir auch das Setting an der Uni sowie die Einbindung von Wissenschaft und Forschung in die Geschichte. „The Love Hypothesis“ ist nicht das erste Buch, das an einer Universität spielt, aber es ist eines der wenigen, die dieses Setting auch wirklich nutzen. Biologie spielt tatsächlich eine bedeutende Rolle und ich mochte sehr, dass wir einen ziemlich guten Einblick in Olives und auch Adams Arbeit im Labor bekommen haben. Insgesamt fand ich die Darstellung von Uni und Forschung also sehr authentisch!

Figuren:

Erzählt wird aus der Sicht von Olive, allerdings in der Er/Sie-Perspektive, was ich sehr erfrischend fand. Ich mag es ja allgemein lieber, wenn es keinen Ich-Erzähler gibt. Bei Romance ist das allerdings leider oft nicht so, weswegen ich hier schon direkt positiv überrascht war. Olive war mir dann aber auch direkt super sympathisch. Sie ist witzig, ein wenig schrullig (quirky), sehr intelligent und insgesamt einfach eine tolle Protagonistin. Ich mochte sehr, wie sie denkt und handelt, auch wenn sie vielleicht manchmal erst ein bisschen besser über Dinge nachdenken sollte, bevor sie sie tut, aber das hat sie irgendwie nur menschlich und noch sympathischer gemacht.

Hach ja, Adam. Am Anfang tritt er kalt und unnahbar auf, wobei das auch eigentlich nur auf Olive so wirkt. Was wiederum daran liegt, dass er von allen als „Ass“ bezeichnet wird. Das ist er in Wahrheit aber gar nicht. Dass er sehr einfühlsam und vor allem geduldig ist, merkt man eigentlich schon direkt zu Beginn des Fake Datings zwischen den beiden. Er zeigt Olive eine ganze Reihe an kleinen Zärtlichkeiten und Zuneigungen, die sie erstmal gar nicht als solche erkennt, bei Leser*innen aber quasi sofort dafür sorgen, dass sie hinter Adams Fassade blicken können. Ich jedenfalls mag sehr, was hinter der Fassade steckt.

Sämtliche Szenen, in denen Adam und Olive gemeinsam auftreten, waren absolut fantastisch. Die Chemie zwischen den beiden hat für mich als Leserin ab der ersten Sekunde gestimmt. Die Art, wie sie miteinander umgegangen sind, erst unsicher, dann neckisch, dann romantisch und fürsorglich, war so überzeugend. Es gibt einfach eine unglaublich tolle Dynamik zwischen den Protagonisten, sodass man auch richtig mitfiebert.

Olives beste Freunde Anh und Malcom kommen oft in der Geschichte vor. Anh ist schließlich der Grund, warum Olive überhaupt auf die Fake Dating-Idee gekommen ist. Anh kam mir ein wenig planlos vor, aber ich mochte sie dennoch. Malcom hingegen ist eingeweiht in den Grund hinter Olive und Adams plötzlicher Beziehung und fungiert immer mal wieder als Olives Gewissen und Kompass. Er ist eine typische Nebenfigur, die mich aber dennoch von sich überzeugen konnte.

Schreibstil:

Der Schreibstil ist definitiv ein weiteres Highlight in „The Love Hypothesis“. Luftig-leicht und vor allem sehr humorvoll wird hier erzählt und geschrieben. Es gab so, so viele Momente, in denen ich nicht nur geschmunzelt, sondern auch gelacht habe. Sei es Situationskomik oder ein besonders witzig und schlagfertiger Dialog zwischen Adam und Olive. Ich konnte mir das gesamte Geschehen auch wirklich super gut vorstellen und hatte sehr oft das Gefühl, eine Rom-Com zu gucken.

Fazit:

„The Love Hypothesis“ ist ein fantastischer Romance-Roman, der mit viel Humor, einer tollen Ausgangssituation und sehr sympathischen Figuren daherkommt. Ich habe jede einzelne Seite geliebt und hätte auch noch 400 weitere gelesen. Hier hat einfach alles gestimmt: Timing, Figuren, Schreibstil, Handlung – ich habe absolut nichts auszusetzen und bin sehr froh, das Buch gelesen zu haben. Der Hype ist in meinen Augen zu 100% berechtigt. In „The Love Hypothesis“ können, meiner Meinung nach, sogar auch Menschen, die sonst nicht so viel Romance lesen, hervorragend unterhalten werden. Von mir gibt’s volle fünf Sterne und eine dicke Leseempfehlung!

Bewertung: 5 von 5.

Habt ihr „The Love Hypothesis“ schon gelesen?

xoxo Ruth

The Love Hypothesis

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