SPOILER TALK: Stranger Things Staffel 4 – TEIL I

SPOILER TALK: Stranger Things Staffel 4 – TEIL I

Fast genau drei Jahren mussten die Fans der erfolgreichen Science-Fiction-Mysteryserie „Stranger Things“ auf die neue Staffel warten. Am 27. Mai 2022 war es dann endlich soweit, die ersten sieben Folge der vierten Staffel waren auf Netflix abrufbar. Schon im Vorfeld wurde bekannt gegeben, dass die vierte Staffel in zwei Teile aufgeteilt werden würde, die restlichen Folgen erscheinen am 01. Juli. Ich bin ebenfalls großer Fan der Serie und habe dem 27. Mai entgegengefiebert. Inzwischen habe ich die sieben Folgen gesehen und möchte heute mit euch darüber sprechen. Es wird keine Rezension, sondern viel mehr eine Art Spoiler Talk – ihr solltet die Folgen also bereits gesehen haben, um diesen Beitrag lesen zu können. Es sei denn, Spoiler machen euch nichts aus ;). Bitte beachtet, dass ich die Serie auf Englisch geguckt habe und deshalb Eleven statt Elfi schreiben werde.

Zusammenfassung der Handlung

Zunächst möchte ich euch einen kleinen Überblick über die Handlung der Staffel geben: in der letzten Folge der dritten Staffel zieht Joyce Byers mit ihren Söhnen Jonathan und Will sowie dem Mädchen Eleven von Hawkins nach Kalifornien. Nachdem im finalen Kampf der Polizist Jim Hopper (vermeintlich) verstorben ist, möchte Joyce einen Neunanfang für die Kinder. Die anderen Kinder und Jugendlichen bleiben in Hawkins zurück. Die vierte Staffel beginnt nun mit einem kurzen Überblick über die aktuelle Lebenssituation der Protagonisten: Jonathan hat endlich einen Freund gefunden, kifft ziemlich viel und in seiner Beziehung zu Nancy, die nach wie vor in Hawkins lebt, scheint es zu kriseln. Will versucht weiterhin, seine Erlebnisse im Upside Down zu verarbeiten und Eleven, die sich ab jetzt in der Öffentlichkeit Jane Hopper nennt, muss lernen, damit umzugehen, dass ihre Kräfte verschwunden sind. In der Schule fällt es ihr schwer, sich einzugliedern und die anderen Jugendlichen rund um Mitschülerin Angela sind ziemlich gemein zu ihr. Mit Mike führt sie eine Fernbeziehung, er will sie in den Frühlingsferien besuchen kommen. Joyce wiederum bekommt ein seltsames Paket aus der Sowjetunion geschickt, das ihr verrät, dass der totgeglaubte Hopper doch noch lebt und ihre Hilfe für eine Flucht aus einem sowjetischen Hochsicherheitsgefängnis braucht.

In Hawkins haben sich die Dynamiken zwischen den Freunden verändert: Max trauert immer noch um ihren im Sommer verstorbenen Bruder Billy und hat sich zunehmend von ihren Freunden distanziert, auch mit Lucas ist sie nicht mehr zusammen. Dieser ist jetzt Teil des Basketball-Teams der Hawkins High, er möchte endlich mal kein Außenseiter sein. Dustin und Mike hingegen haben sich dem ‚Hellfire Club‘ angeschlossen, mit dem sie nach wie vor ihr geliebtes Spiel „Dungeons & Dragons“ spielen. Nancy ist bei der Schülerzeitung schwer beschäftigt und freut sich aufs anstehende College. Robin ist in ein Mädchen aus der Marschband verliebt, traut sich aber nicht, es ihr zu sagen. Und Steve, tja, der ist wenig erfolglos auf der Suche nach der großen Liebe.

Das ist also die Ausgangssituation, aus der sich die Geschichte entwickelt. Die vierte Staffel führt neben den allseits beliebten Charakteren neue Freunde, aber auch neue Feinde ein und schon bald sehen sich die Menschen in Hawkins mit seltsamen Morden konfrontiert. Mike verlässt Hawkins, um Eleven in Kalifornien zu besuchen und Joyce verlässt gemeinsam mit Murray Kalifornien, um Hopper zu befreien. Die Figurenkonstellationen werden also teilweise neu gemischt, in der vierten Staffel „arbeiten“ andere Figuren zusammen als in den Staffeln davor.

Neue Freunde: Eddie, Enzo und Argyle

Die wichtigsten neuen Figuren, die sich als Verbündete/Freunde beschreiben lassen, sind Eddie, Enzo und Argyle. Drei komplett unterschiedliche Typen, die in meinen Augen aber eine gelungene Ergänzung der Besetzung sind. Eddie ist der ‚Anführer‘ des Hellfire Clubs, er steht auf Metal-Musik und versucht zum wiederholten Mal (erfolglos) den Highschool-Abschluss zu erlangen. Ich persönlich fand ihn auf seine Art ziemlich witzig und bin gespannt, wie seine Figur sich in den letzten beiden Folgen und eventuell auch in der fünften Staffel entwickeln wird.

Enzo ist ein korrupter Gefängniswärter in dem Arbeitslager, in dem Hopper gefangen gehalten wird und hilft diesem beim Ausbruch. Gespielt wird Enzo von dem deutschen Schauspieler Tom Walschiha gespielt. Das fand ich überraschend, aber auch irgendwie cool. Enzo wird irgendwann selbst Insasse und dann immer deutlicher zu Hoppers Verbündeten.

Dann hätten wir da noch Argyle, der Jonathans erster richtiger Freund ist. Argyle ist ein ziemlich schräger Charakter, der aber immer mal wieder für humoristisches Material sorgt und so die düsteren und ernsten Geschehnisse immer mal wieder ein wenig auflockert. Wir werden sehen, ob er in den beiden übrig gebliebenen Folgen noch wesentliches zur Handlung beiträgt oder nicht.

Ein neuer Feind: Vecna/Peter

Es gibt einen neuen Feind, der in Hawkins sein Unwesen treibt: Vecna. Dieser ergreift Besitz von verschiedenen jugendlichen Figuren, quält sie mit furchtbaren Visionen und tötet sie schließlich auf grausame Art und Weise. Die Körper sind wie in Trance, hängen in der Luft und sämtliche Knochen brechen und die Augen werden ins Kopfinnere gesaugt. Das war schon ziemlich gruselig, im Vergleich zu den anderen Staffeln allerdings recht unblutig. Das fand ich aber nicht schlimm, da ich die ganze Zerstückelung des Demogorgon beispielsweise sehr eklig und gruselig fand.

Wie Vecna zu dem wurde, was er jetzt ist, wird erst in Folge sieben erklärt und damit einige wichtige Fäden zusammengeführt. Die Verbindung zwischen Vecna, Number One, Peter Ballard und dem blonden Typen aus der Einrichtung, die Eleven gefangen hält, fand ich grandios aufgelöst und unvorhersehbar. Vecna gefällt mir als Bösewicht bisher ziemlich gut! Interessante weitere Infos zu Vecna gibts übrigens in diesem empfehlenswerten Artikel.

Altes neues Liebesdreieck: Jonathan, Steve und Nancy

Hätte man mich vor einem Jahr, ja sogar vor zwei Wochen noch gefragt, ob ich Team Jonathan oder Team Steve bin, hätte ich immer mit Team Jonathan geantwortet. Nun, nach Staffel vier bin ich mir da nicht mehr so sicher. Mit Jonathan ist nicht so richtig viel los in dieser Staffel. Er möchte nicht auf das College gehen, auf das Nancy geht, verschweigt das seiner Freundin allerdings. Generell hat man das Gefühl, dass die Kommunikation zwischen den beiden ziemlich schlecht läuft. Sie sagen zwar unabhängig von einander, dass sie sich noch lieben, aber die beiden haben in den ersten sieben Folgen keine Szene zusammen, sie interagieren nicht einmal über ein Telefonat. Stattdessen ist Nancy jetzt wieder mehr mit Steve unterwegs und es gibt die ein oder andere Szene zwischen den beiden, die wirklich sehr süß war. Steve hat eine der besten Charakterentwicklungen überhaupt hingelegt. In der ersten Staffel ist er noch ziemlich unsympathisch, entwickelt sich dann aber immer mehr zu einem engen Freund und Vertrauten der Kids. Das Babysitter-Meme rund um seine Figur gibt es schließlich nicht ohne Grund. Jedenfalls ist er auch in der vierten Staffel wieder absolut liebenswert und ‚verdient‘ Nancys Aufmerksamkeit definitiv. Jonathan muss sich definitiv ins Zeug legen!

Folge 4 – die beste Folge bisher

Auch wenn ich alle Folgen stark fand, sticht eine Folge ganz besonders hervor: Folge 4. Die Schlussszene, in der Max vor Vecna aus dem Upside Down flieht während Kate Bushs „Running Up That Hill“ läuft, hat jetzt schon Legendenstatus. Der Song hat es aktuell auch wieder in die Spotify-Charts geschafft – da sieht man mal wieder dein Einfluss einer solchen Serie. Jedenfalls war die Folge einfach nur krass – anders kann man es nicht beschreiben. Die Handlung wird hier ordentlich voran getrieben und danach ist auch endgültig Schluss mit Friede, Freude, Eierkuchen und die Handlung wird sehr düster.

Handlungen strikt von einander getrennt

Auffällig ist in dieser Staffel bisher, dass es mehrere Handlungsstränge gibt, die räumlich stark von einander getrennt sind und auch alle unterschiedliche Ziele verfolgen. In Hawkins gilt es Vecna zu bekämpfen, Joyce und Murray sind auf dem Weg zu Hopper, Hopper versucht, aus dem Lager auszubrechen, Eleven trifft Dr. Brenner wieder und Will, Mike, Jonathan und Argyle suchen Eleven. Wie die einzelnen Handlungsstränge zusammenhängen, wurde noch nicht zu 100% geklärt. Ich fand sie aber alle spannend und gelungenen erzählt. Auch die neuen Figurendynamiken, die daraus entstehen, sind spannend – Nancy und Robin harmonieren beispielsweise ganz wunderbar. Elevens Storyline fand ich teilweise etwas zäh, außer in Folge 7 – da war ich absolut gefesselt.

Die Spannung ist aber ingesamt eigentlich wieder von der ersten Folge an absolut da und führt wieder zum Suchtfaktor. „Stranger Things“ ist einfach wahnsinnig fesselnd und spannend. Bei anderen habe ich jetzt verstärkt gelesen, dass sie die Staffel als so viel gruseliger empfinden als die anderen. Ich, ein Mensch, der grundsätzlich keine Horrorfilme guckt, empfinde das tatsächlich etwas anders. Ich fands super spannend, aber nicht übermäßig gruselig.

Was diese Staffel mit mir zu tun hat

Ich persönlich hatte aber noch drei Highlights, die für die meisten vermutlich ziemlich unbedeutend sind. Zum einen kommt mein Vorname zwei Mal vor (einmal als die Stadt Ruth in Nevada für eine Szene Handlungsort ist und als Nancy sich in der Psychiatrie als eine Ruth ausgibt) und zum anderen spielt die Serie zwischenzeitlich in Salt Lake City. Durch mein Auslandspraktikum habe ich eine ganz besondere Verbindung zu dieser Stadt. Mike und Co. besuchen dort Dustins Freundin Suzie, die ganz offensichtlich aus einer streng mormonischen Familie kommt. Sie hat wahnsinnig viele Geschwister, sie muss viel beten und an ihren Wänden hängen Banderolen und Fahnen der Brigham Young University (BYU) in Provo, Utah. Dabei handelt es sich um eine Universität in den USA, die in Trägerschaft der mormonischen Kirche liegt und den Glauben auch aktiv in ihre Lehre mit einbringt. Stephenie Meyer, die Autorin der „Twilight“-Romane, hat dort übrigens studiert. Jedenfalls hatte ich durch diese Dinge noch ganz persönliche Highlights in dieser Staffel!

Fazit

Zusammenfassend kann ich eigentlich nur sagen, dass ich absolut begeistert bin von diesen ersten sieben Folgen der vierten Staffel. Die Handlung ist mal wieder grandios, die Kostüme und das Setdesign sind herausragend, die Musik passt perfekt und die Figuren sind toll. Die drei Jahre Warten haben sich in meinen Augen mehr als gelohnt, denn wir haben hier eine wirklich hochwertige neue Staffel bekommen. Den 01. Juli, an dem die letzten beiden Folgen erscheinen, kann ich gar nicht mehr erwarten und bin daher, um mir die Zeit ein wenig zu vertreiben, in einen kompletten Serien-Rewatch gestartet. Das ein oder andere habe ich nämlich tatsächlich schon wieder vergessen!

Wie hat euch der erste Teil der vierten Staffel Stranger Things gefallen?

xoxo Ruth



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