REZENSION: Zeitenzauber – die magische Gondel von Eva Völler

REZENSIONSEXEMPLAR I Die beliebte „Zeitenzauber“-Reihe von Eva Völler erscheint aktuell bei ONE in einem neuen Look. Ursprünglich wurde der erste Teil – „Zeitenzauber. Die magische Gondel“ – nämlich bereits 2011 veröffentlicht. Damals noch bei „Baumhaus“. Jetzt erstrahlt die Reihe in neuem Glanz und ich habe endlich den ersten Teil gelesen. Die Rezension dazu gibt es heute! An dieser Stelle auch nochmal vielen lieben Dank an ONE für die Zusendung des Rezensionsexemplars.

Infos zum Buch:

Titel: Zeitenzauber. Die magische Gondel I Autorin: Eva Völler I Genre: YA Urban Fantasy/Historisch I Verlag: one I 333 Seiten I Ersterscheinung der Neuauflage: 27.05.2022 I Preis: 12,99€ (Paperback) I ISBN:  978-3-8466-0148-8I Zum Buch

Darum geht’s:

Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen – und von einem unglaublich gut aussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Doch bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern, und die Welt verschwimmt vor Annas Augen … (Klappentext)

„Wir aßen wie üblich im Restaurant neben dem Hotel zu Abend.“

Völler, Eva: Zeitenzauber. Die magische Gondel. Köln: Bastei Lübbe AG 2022, S. 11.

Handlung:

In „Zeitenzauber“ I werden die Leser*innen auf eine magische Reise mit in die Vergangenheit genommen. Aus dem Venedig im Jahre 2009 kommend, findet sich die Protagonistin Anna plötzlich im Venedig des Jahres 1499 wieder – es geht also um Zeitreisen. Soweit so gut. Völlig überfordert mit der Situation muss sich Anna nun erst einmal zurecht finden und sich dann auf die Suche nach dem Grund für ihre geheimnisvolle und vor allem plötzliche Zeitreise machen.

Was dabei entsteht ist eine spannende, kreative und kurzweilige Geschichte, die mich als Leserin sofort in ihren Bann gezogen hat. Noch im ersten Kapitel hat sich bei mir der „Ich will unbedingt wissen, wie es weitergeht“-Effekt eingestellt und war auch sofort begeistert von der Geschichte. Ich hatte anfangseinw wenig Angst, dass „Zeitenzauber“ vielleicht „Rubinrot“, wo es ja auch um Zeitreisen in die Vergangenheit geht, zu ähnlich sein würde. Diese Angst war aber völlig unbegründet. Eva Völler gelingt es hier ganz wundervoll, etwas Eigenes aus der Zeitreise-Idee zu entwickeln. Die beiden Geschichten sind wirklich sehr unterschiedlich. Eines haben sie dann, abgesehen von der Zeitreise-Thematik, aber dennoch gemeinsam: sie haben mir unglaublich gut gefallen!

Wie bereits erwähnt, spielt dieser erste Teil der „Zeitenzauber“-Reihe in Venedig. Und dabei wurde die Stadt sowohl in ihrer gegenwärtigen, als auch in ihren vergangenen Darstellung sehr gelungen eingefangen. Die atmosphärischen Beschreibung haben dazu geführt, dass mein Wunsch, nach Italien zu reisen (und einmal eine Zeitreise zu machen ;) ) noch einmal gesteigert.

Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war das Ende beziehungsweise die Auflösung. Die kam etwas hektisch und schnell. Da hätte ich mir zehn, zwanzig Seiten mehr gewünscht. Auch die Liebesgeschichte, die ich grundsätzlich sehr schön fand, ging mir einen Ticken zu schnell. Aber das sind wirklich nur Nuancen!

Figuren:

Die Protagonistin Anna hat mir hervorragend gefallen. Ich mochte ihre selbstbewusste, manchmal etwas dickköpfige Art. Sie hatte immer einen guten Spruch auf den Lippen und hat mehr als einmal ihren Mut bewiesen. Sie war mir auch direkt sympathisch und hat die Geschichte mit Witz und Schlagfertigkeit erzählt. Immer wieder muss sie über sich selbst hinauswachsen, was sehr überzeugend und authentisch dargestellt wurde.

Sebastiano, der gleichermaßen geheimnisvolle und gut aussehende junge Mann, der sie mit in die Gondel nimmt, tritt Anfangs nur wenig in Erscheinung. So ist zunächst auch nicht klar, ob er gut oder böse ist. Das klärt sich dann aber irgendwann und von da an spielt er auch eine größere Rolle. Insgesamt habe ich ihn als gelungene männliche Figur empfunden, die auch von ihrem guten Draht zur Protagonistin Anna profitiert. Die beiden hatten wirklich eine schöne Verbindung!

Es gibt dann noch eine ganze Reihe Nebenfiguren, die die Geschichte auflockern, Freunde und Feinde darstellen. Die ein oder andere Überraschung hinsichtlich der Gesinnung der Figuren Anna gegenüber gab es auch, was mir sehr gut gefallen hat. Die Neben- und Randfiguren waren immer für eine Überraschung gut. Besonders ans Herz gewachsen sind mir hier Clarissa und Bart.

Schreibstil:

Neben der Handlung und den Figuren konnte mich aber auch der Schreibstil sehr von sich überzeugen. Locker leicht, immer auch ein bisschen humorvoll und sprachlich einfach schön gestaltet kommt er daher. Der Sogfaktor, der von der Handlung ausgeht, wird durch den anschaulichen Schreibstil noch einmal zusätzlich unterstützt. Kritikpunkte gibt es in meinen Augen wirklich keine – Eva Völler ist definitiv eine sehr talentierte Erzählerin!

Fazit:

„Zeitenzauber“ hat mir wirklich so gut gefallen! Endlich habe ich mal wieder ein Buch gelesen, in das ich mich so richtig schön hinein träumen und die Welt um mich herum vergessen konnte. Ich mochte die Idee, die Atmosphäre, die Figuren, den Schreibstil. Nur hätte mir die Liebesgeschichte etwas intensiver und der Schluss etwas weniger hektisch noch besser gefallen. Aber insgesamt wirklich eine sehr überzeugende und auf allen Ebenen lesenswerte Geschichte. Von mir gibt es 4,5 Sterne und ich gehe jetzt mal das Hörbuch von Teil 2 weiter hören – ich muss nämlich unbedingt wissen, wie es mit Anna und Sebastiano weitergeht!

Bewertung: 4.5 von 5.

Habt ihr „Zeitenzauber. Die magische Gondel“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Zeitenzauber - die magische Gondel

2 Replies to “REZENSION: Zeitenzauber – die magische Gondel von Eva Völler

  1. Huhu,
    vielen Dank für deine schöne Rezension. Ich bin Zeitreise- Affin und interessiere mich erstmal für alles, was in diese Richtung geht. Leider reagiere ich allergisch auf zuviel Romantik in Büchern- wenn ich das richtig verstehe genau das Gegenteil von dir ;)
    Wenn du also sagst, die Liebesbeziehung kam dir nicht gut genug raus- meinst du, sie ist für mich nebensächlich genug? Oder wie dominant ist dieser Strang? Ist er wichtiger als die Darstellung des vergangenen Venedig?

    1. Liebe Meike,
      vielen Dank für deinen Kommentar und entschuldige bitte die etwas längere Wartezeit auf die Antwort – ich war im Urlaub. Nun zu deiner Frage: hmm, das ist tatsächlich schwer zu beantworten. Die Liebesgeschichte passiert im ersten Teil recht plötzlich – die Annäherung zwischen den Figuren war in meinen Augen nicht ausreichend herausgearbeitet, was mein Hauptkritikpunkt an ihr war. Sie spielt allerdings, im Vergleich zur eigentlichen Geschichte, für die das vergangene Venedig und allgemein das Leben in der Vergangenheit, in diesem ersten Teil der Reihe eine eher nebensächliche Rolle. Ich habe inzwischen auch Teil 2 gelesen und bin gerade noch an Teil 3, da wird die Liebesgeschichte dann allerdings immer wichtiger und rückt deutlich mehr in den Vordergrund. Falls dir die Edelsteintrilogie von Kerstin Gier bekannt ist: in diesem ersten „Zeitenzauber“ Teil wird die Vergangenheit deutlich intensiver und detaillierter beschrieben als bspw. in „Rubinrot“. Dennoch geht es eben nicht nur um die Darstellung des vergangenen Venedig.
      Ich hoffe, meine Antwort konnte dir irgendwie helfen!
      Viele liebe Grüße,
      Ruth

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