REZENSION: People We Meet On Vacation von Emily Henry

Vergangenen Monat habe ich genau ein Buch beenden können. Das ist ziemlich wenig, aber ich war auch im Urlaub und hatte davor eine kleine Lesekrise. Ich muss dringend „The Secret History“ beenden oder abbrechen, leider konnte ich mich bisher weder zu dem einen noch zu dem anderen durchringen. Nun aber wieder zu dem Buch, das ich tatsächlich beenden konnte: „People We Meet On Vacation“ von Emily Henry. Und genau dazu gibt es heute die passende Rezension. Ich wünsche euch viel Spaß! Übrigens: „People We Meet On Vacation“ und „You and Me on Vacation“ sind das gleiche Buch! Letzteres ist der britische Titel, lasst euch davon bitte nicht verwirren.

Infos zum Buch:

Titel: People We Meet On Vacation I Autorin: Emily Henry I Genre: Contemporary Romance I Verlag: Berkly I Ersterscheinung: 11. Mai 2021 I 400 Seiten I ISBN: 978-1984806758 I Zum Buch I Zur Übersetzung „Kein Sommer ohne dich“

Darum geht’s:

Poppy and Alex. Alex and Poppy. They have nothing in common. She’s a wild child; he wears khakis. She has insatiable wanderlust; he prefers to stay home with a book. And somehow, ever since a fateful car share home from college many years ago, they are the very best of friends. For most of the year they live far apart—she’s in New York City, and he’s in their small hometown—but every summer, for a decade, they have taken one glorious week of vacation together. Until two years ago, when they ruined everything. They haven’t spoken since. Poppy has everything she should want, but she’s stuck in a rut. When someone asks when she was last truly happy, she knows, without a doubt, it was on that ill-fated, final trip with Alex. And so, she decides to convince her best friend to take one more vacation together—lay everything on the table, make it all right. Miraculously, he agrees. Now she has a week to fix everything. If only she can get around the one big truth that has always stood quietly in the middle of their seemingly perfect relationship. What could possibly go wrong? (englischer Klappentext)

„On vacation, you can be anyone you want.“

Henry, Emily: People We Meet On Vacation. S. 1

Handlung:

Die Geschichte von Poppy und Alex wird auf zwei Zeitebenen erzählt. So erfahren wir als Leser*innen in einer Zeitebene, was in der Gegenwart passiert und in einer anderen werden chronologisch die letzten 10 Sommer erzählt, die Poppy und Alex zusammenverbracht haben. Das ist nämlich das besondere an ihrer Freundschaft: sie spielt sich hauptsächlich während ihrer gemeinsamen Sommerurlaube statt. Und was für tolle und lustige Urlaube das sind! Die atmosphärischen Beschreibungen der vielen verschiedenen Destinationen machen richtig Lust auf Reisen und Sommer.

Es handelt sich um eine „Friends to Lovers“-Geschichte, mit dem feinen Extra, das Poppy und Alex zwischendurch zu Fremden geworden sind. Ich mag diese Trope, also Freunde, die zu Liebenden werden, ja allgemein richtig gerne und wurde hier definitiv nicht enttäuscht, ganz im Gegenteil! Man versteht sehr gut, warum sich die beiden erst anfreunden und auch, warum es so schwierig sein kann, Gefühle für den eigentlich besten Freund/die beste Freundin zu entwickeln. Zwischen Poppy und Alex ist eine ganz besondere Verbindung, die von der Autorin wunderbar herausgearbeitet wurde. Es knistert ganz schön heftig zwischen den beiden und das kommt auch bei den Leser*innen an. Übrigens: wenn ihr Fans des Films „Harry und Sally“ sein solltet, dann wird euch die Liebesgeschichte in „People We Meet On Vacation“ auf jeden Fall abholen. Es gibt da nämlich durchaus die ein oder andere Parallele in der Konzeption.

Was mich auf den letzten 50 Seiten ein bisschen gestört hat, war die (mangelnde) Kommunikation zwischen Poppy und Alex. Leider musste ich hier feststellen, dass ihre ganze Geschichte ganz anders verlaufen (und das Buch dann vermutlich nicht existent) wäre, wenn sie einfach von Anfang an richtig miteinander gesprochen hätten. Das fand ich ein bisschen schade, da es zunächst nicht danach aussah, dass fehlende Kommunikation das Problem zwischen Poppy und Alex ist. Letztlich ist das aber vermutlich auch einfach ein sehr realistischer Moment in der Geschichte, der auch zwischen ‚echten‘ Menschen oft passieren kann. Kommunikation über Gefühle ist eben nicht einfach.

Figuren:

Poppy ist die Ich-Erzählerin von „People We Meet On Vacation“ und ich mochte sie sehr. Ich habe einen sehr guten Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt bekommen. Es wird sowohl ihre Gegenwart als auch ihre Vergangenheit beleuchtet, sodass ich ihre Entscheidungen immer gut einordnen, nachvollziehen und eben auch verstehen konnte. Die Probleme, die sie hat, sind glaube ich relativ häufig und bieten viel Raum für Identifikation – sowohl mit Poppy als Person als auch mit ihren Problemen und Sorgen. Sie ist eine sehr quirlige und abenteuerlustige Person, hat eine ‚große Klappe‘ und ist immer für einen spontanen Urlaub zu haben. Gleichzeitig ist sie aber eben auch verunsichert, wenn nicht in manchen Situationen sogar verzweifelt. Sie hat mich als Leserin schon auf den ersten Seiten für sich begeistern können und ich bin sehr froh, dass ich ihre Geschichte lesen durfte.

Alex ist, besonders dafür, dass wir ihn nur aus der Beschreibung von Poppy kennen, ein sehr plastischer Charakter. Auf den ersten Blick mag er ganz anders sein als seine beste Freundin. Überall, wo sie laut und bunt ist, ist Alex leise und vielleicht auch ein wenig langweilig. Auf den ersten Blick und irgendwie auch auf den ersten Seiten des Romans scheinen die beiden überhaupt nicht zusammenzupassen – als Freunde nicht und schon gar nicht als Paar. Aber man merkt schnell, dass sich die beiden gut ergänzen und in den wichtigen Fragen dann letztlich doch auf einen gemeinsamen Nenner kommen können. Emily Henry gelingt es hier ganz wunderbar dies zu verdeutlichen, was ihren Figuren noch ein bisschen mehr Tiefe verleiht.

Wir begegnen innerhalb der Geschichte dann noch ein paar anderen Figuren: Eltern, Ex-Partnern, Urlaubsbekanntschaften (!) und Freunden in der Heimat. Sie alle ergänzen das Figurenensemble von „People We Meet On Vacation“ ganz hervorragend und machen die Geschichte einfach noch ein Stück vollständiger und abwechslungsreicher. Ich persönlich finde nämlich nichts schlimmer, als wenn sich Liebesgeschichten nur auf das Paar und vielleicht noch einen Freund beschränken – ich brauche einfach ein paar Figuren!

Schreibstil:

Der Schreibstil von Emily Henry hat mir unglaublich gut gefallen. Ich mochte sehr wie sie mit Worten umgeht und lebhaft beschrieben kann. Aber ganz besonders mochte ich den Humor. „People We Meet On Vacation“ wird als Rom-Com (Romantic Comedy/Romantische Komödie) vermarktet und genau das ist es auch. Es gab so viele Stellen, an denen ich herzlich gelacht habe, aber dabei wurde es nie albern. Die etwas traurigeren und ernsten Momente, die die Geschichte durchaus hat, wurden durch genau die richtige Menge an Witz aufgelockert. Hach, das hat mir einfach insgesamt so gut gefallen!

Fazit:

Insgesamt ist „People We Meet On Vacation“ eine sehr humorvolle Liebesgeschichte über zwei beste Freunde, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben und sich nur langsam ihre Gefühle für einander eingestehen können. Ein unterhaltsamer, sommerlicher Roman, der sich besonders gut im Urlaub lesen lässt. Ich habe das auch gemacht und kann es euch nur wärmstens weiterempfehlen. Kritisieren kann man die letzten 50 Seiten, die etwas zu viel auf Fehlkommunikation bauen und mir den Aufbau der Liebesgeschichte über die Jahre ein kleines bisschen versaut haben. Dennoch habe ich mich sehr gut unterhalten gefühlt, mochte die Figuren, allen voran Protagonistin Poppy, sehr gerne und kann euch das Buch nur wärmstens empfehlen!

Bewertung: 4.5 von 5.

Habt ihr „People We Meet On Vacation“ schon gelesen?

xoxo Ruth

People We Meet On Vacation

4 Replies to “REZENSION: People We Meet On Vacation von Emily Henry

  1. Ich habe es heute fertig gelesen, und war irgendwie enttäuscht. Fand book lovers viel besser von der Autorin, kennst du das? Für den Strand wars aber ok, da gebe ich dir Recht :)

    1. Book Lovers habe ich noch nicht gelesen, könnte mir aber definitiv vorstellen, es zu lesen! Schade, dass dir People We Meet On Vacation nicht soo gut gefallen hat bzw. es dich enttäuscht hat😱

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