Was ist eigentlich Friends to Lovers?

Wie ihr spätestens seit diesem Blogpost wissen müsstet, ist Friends to Lovers eines meiner absoluten Lieblingstropes. Von daher dachte ich es, es wäre sinnvoll, euch in diesem Blogpost ein wenig über das Trope zu erzählen und auch meine liebsten Vertreter vorzustellen. Ob daraus eine Reihe, in der ich euch andere Tropes erkläre und vorstelle wird, kann ich euch nicht versprechen. Ich möchte jetzt einfach mit Friends to Lovers beginnen und dann sehen wir weiter. Let’s go!

Was bedeutet Friends to Lovers eigentlich?

In Geschichten, die mit dem Friends to Lovers-Trope arbeiten, verlieben sich Personen, die eigentlich ’nur‘ befreundet waren, ineinander. In den Geschichten wird oft zunächst die Freundschaft zwischen den Figuren etabliert und es entwickelt sich erst im späteren Verlauf der Geschichte romantische Gefühle. Das funktioniert besonders bei Reihen gut, kann aber auch für Einzelbände gut umgesetzt werden. Da wird dann oft mit Rückblicken gearbeitet, um zu erzählen, wie sich die Figuren angefreundet haben. Das Trope funktioniert in allen erdenklichen Genres. Fast immer haben die Figuren zunächst damit zu kämpfen, dass sie plötzlich romantische Gefühle für die andere Person empfinden und wollen die Freundschaft nicht aufs Spiel setzen. Dadurch ergibt sich oft das Konfliktpotenzial der Beziehung und sort für Spannung. Ebenfalls charakteristisch für dieses Trope ist, dass sich die Figuren bereits sehr gut kennen und eine tiefe Verbindung besteht. Das macht es für Leser*innen leichter, sich in die Figuren hineinzuversetzen.

Mittlerweile gibt es verschiedene Abstufungen/Varianten von Friends to Lovers, die letztlich aber auch alle auf dem Prinzip beruhen, dass Freund*innen romantische Gefühle füreinander entwicklen. So gibt es zum Beispiel Childhood Friends to Lovers, Friends to Strangers To Lovers oder auch die besonders komplizierte Variante: Lovers to Friends to Lovers. Theoretisch könnte man auch Brother’s/Sister’s best friend to Lovers hinzuzählen. Da geht es darum, dass sich der*die Protagonist*in in den besten Freund*die beste Freundin eines Geschwisters verliebt. Auch hier kennen sich die Personen, die sich ineinander verlieben bereits und sind oft auch befreundet.

Andere, kleinere Tropes können übrigens wunderbar mit Friends to Lovers kombiniert werden. Oft kommt das allseits beliebteOnly One Bed-Trope zum Einsatz, da es sich hervorragend eignet, um die romantische Spannung zwischen zwei Figuren voranzutreiben. Aber auch Forbidden Love oder Slow Burn werden oft und gerne in Friends to Lovers-Geschichten verarbeitet.

Warum funktioniert das Trope so gut?

In meinen Augen funktioniert das Trope deshalb so gut, weil Freundschaft eine gute Basis für Liebe ist, vielleicht sogar die beste. Viele Menschen bezeichnen ihre*n Partner*in auch als ihre*n beste*n Freund*in und wenn die Freundschaft schon vorher da war, kann man sich dessen sicher sein, wenn man eine romantische Beziehung mit einer Person eingeht. Friends to Lovers-Geschichten sind auch selten toxisch, schließlich funktionieren die Figuren bereits miteinander und tun einander gut. Sonst wären sie ja nicht befreundet. Das besondere Vertrauen und die enge Bindung der Figuren bereits vor der einsetzenden Romantik sind auch Gründe, warum das Trope so gut funktioniert. Und dann ist es auch einfach unglaublich spannend mitanzusehen, wie die Figuren umeinander rumtänzeln und sich langsam ineinander verlieben. Es knistert einfach oft sehr gut und sehr intensiv bei Friends to Lovers.

Friends to Lovers: Buchtipps

Der Klassiker: Harry Potter

Ron Weasley und Hermine Granger aus „Harry Potter“ sind mittlerweile schon fast ein Klassiker unter den Friends to Lovers-Geschichten. Fünf Bücher lang waren sie einfach nur Freunde und ab dem sechsten Teil merkt man als Leser*in langsam, dass da doch mehr als nur Freundschaft zwischen den beiden ist. Für mich waren die beiden der Beginn meiner Liebe zu diesem Trope.

Freunde, die sich nicht verlieben dürfen: Die Dunklen Mächte

In der dritten Schattenjäger-Reihe „Die Dunklen Mächte“ kombiniert Cassandra Clare Friends to Lovers auf sehr geschickte Weise mit dem Forbidden Love-Trope. Die Protagonisten Emma und Julian sind ihr Leben lang Freunde. So enge Freunde, dass sie den Parabatai-Bund eingehen. Dabei handelt es sich um ein mächtiges Bündnis zwischen zwei Schattenjäger*innen, das besonders in Kämpfen vorteilhaft sein kann. Parabatais dürfen dem Gesetz nach keine romantische Verbindung mit ihrem Kampfpartner eingehen. Nun, Emma und Julian, beste Freunde und Parabatais, können die großen, romantischen Gefühle zwischen ihnen aber nicht mehr leugnen. So entspinnt sich eine spannende, knisternde Liebesgeschichte, die die beiden Tropes wunderbar miteinander verbindet. Mehr dazu hier.

Friends to strangers to lovers: People we meet on vacation (Kein sommer ohne dich)

In „People We Meet On Vacation“ (dt. Kein Sommer ohne dich) erzählt Emily Henry mit viel Liebe und Humor die Geschichte von Poppy und Alex. Poppy und Alex, die eigentlich sehr verschieden sind, zwischen denen sich dann aber doch eine tiefe Freundschaft entwickelt. Eine Freundschaft, die fast zerbrochen wäre und sich dann doch noch in eine Romanze verwandeln kann. Hier kommt für mich besonders gut zur Geltung, dass Freundschaft eine gute Grundlage für eine romantische Beziehung ist. Mehr dazu hier.

Freunde, die einander lieben: Never too close

„Never Too Close“ erzählt Friends To Lovers nach allen Regeln der Kunst. Wir haben eine starke, freundschaftliche Verbindung zwischen den Figuren, das ewige Abstreiten von romantischen Gefühlen, eine dumme Idee, die die Freundschaft fast zerstört und ganz, ganz viel Romantik. Friends to Lovers gab es eine Zeit lang gar nicht so viel im New Adult-Bereich, so jedenfalls meine Einschätzung, aber Morgane Moncomble hat mit ihrem Debütroman bewiesen, dass das Trope hervorragend für NA funktioniert. Mehr dazu hier.

Childhood best friends: Long distance Playlist

Die Protagonist*innen aus „Long Distance Playlist“ Isolde und Taylor kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Nicht nur sie, sondern auch ihre Eltern sind eng miteinander befreundet. Isolde und Taylor verbindet ein ganz besonderes Band, das irgendwann über Freundschaft hinaus geht. Dies entdecken die beiden, als sie nach einem Jahr Funkstille wieder den Kontakt zueinander aufbauen. Die Geschichte um die beiden und ihre Freundschaft, die zu Liebe wird, hat mir unglaublich gut gefallen und die Umsetzung des Tropes ist wirklich sehr gelungen und besonders. Mehr dazu hier.

freunde oder liebende?: Normal People

Wohl am unkonventionellsten wird das Friends to Lovers-Trope in „Normal People“ von Sally Rooney verarbeitet. Die Figuren Connell und Marianne sind zunächst nämlich gar keine Freunde, sie sind erst Liebende. Das ewige Hin und Her zwischen den beiden ließe sich auch mit folgendem Schema beschreiben: Lovers to Friends to Lovers to Friends to ??? Es ist daher vielleicht nicht unbedingt das erste Buch, an das Leute bei Friends to Lovers denken. Für mich passt es aber dennoch in das Trope, da nicht ganz klar ist, ob Marianne und Connell besser als Freunde oder als Paar funktionieren. Die beiden haben aber auf jeden Fall eine ganz besondere Verbindung, die auch darauf fußt, dass sie im Laufe der Jahre eine tiefe Freundschaft zu einander entwickelt haben, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen beruht. Mehr dazu hier.

Auf der Suche nach noch mehr Tipps? Wie immer ist Goodreads der Place To Be, wenn es um gute Buchtipps geht. Hier habe ich euch einmal eine endlos lange Liste verlinkt, die noch mehr Bücher mit dem Trope auflistet.

Habt ihr noch weitere Friends to Lovers-Buchtipps?

xoxo Ruth

Was ist Friends to Lovers

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