Alle für Ella – so war die Premiere

In freundlicher Zusammenarbeit mit cbj und Weltkino Filmverleih I Ich war gestern auf der Köln-Premiere von „Alle für Ella“, dem neuen Film von Lina Larissa Strahl, eingeladen. Vielen Dank an dieser Stelle an cbj und Weltkino Filmverleih für die Einladung sowie die Bereitstellung des Rezensionsexemplars – das hat mich wirklich sehr gefreut! Heute möchte ich euch ein wenig von der Premiere erzählen und natürlich auch berichten, wie mir das Buch und der Film gefallen haben. Ich wünsche euch ganz viel Spaß beim lesen und natürlich auch im Kino!

Darum geht’s:

Die Premiere:

Es gab mehrere Premierentermine, ich habe den am 30. August im Kölner Cinedom wahrgenommen. Ich bin direkt nach der Arbeit hingefahren und war total gespannt, was mich erwartet. Ich war ja im April bereits auf einer Filmpremiere im Cinedom, bei „Eingeschlossene Gesellschaft“ und hatte daher zwar eine gewisse Vorstellung über den Ablauf, aber ein wenig aufgeregt war ich doch. Die Premiere war deutlich kleiner als die zu „Eingeschlossene Gesellschaft“, aber das war überhaupt kein Problem. Dadurch wirkte das ganze etwas familiärer.

Von einer Mitarbeiterin wurde ich freundlich empfangen und habe mich dann vor den Kinosaal gestellt, um auf die Darsteller*innen zu warten. Vor dem ‚roten‘ Teppich haben bereits einige (oder besser sehr viele) Fans auf die Ankunft ihrer Idole gewartet. Ich habe sehr viele junge Mädchen und auch einige Jungs gesehen, die Lina Larissa Strahl-Merch getragen haben und aufgeregt in der Schlange standen. Einige von ihnen haben sogar weite Reisen aus ganz Deutschland auf sich genommen, um zur Premiere kommen zu können. Irgendwann war es dann soweit und die Stars sind die Rolltreppe hinab gefahren. Hier konnte ich dann beobachten wie sich ganz viel Zeit für die großen und kleinen Fans genommen wurde. Alle durften ein Foto machen, sich kurz unterhalten und dann mit strahlenden Augen zum Kinosaal gehen. Ich fand es wirklich sehr schön zu sehen, wie liebe- und respektvoll mit den Fans umgegangen wurde. Ich glaube, dieser Nachmittag hat es für einige in die Top 5 der besten Tage aller Zeiten geschafft.

Dann ging es auch schon in den Kinosaal, wo noch eine kleine Verlosung stattgefunden hat. Gewinnen konnte man Bücher, T-Shirts, Plakate, die im Film benutzt wurden und Rucksäcke, wenn man eine Frage zum Film richtig beantworten konnte. Anschließend haben die Hauptdarsteller*innen ihre Figuren noch kurz vorgestellt und dann ging der Film auch schon los!

So haben mir Buch und Film gefallen:

Da mir cbj freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat, hatte ich bereits vor Filmstart die Möglichkeit, die Geschichte von Ella und ihrer Band Virgina Woolfpack zu erleben. „Alle für Ella“ ist keine klassische Buchverfilmung, Carola Wimmer hat das Buch für den Film geschrieben. Das finde ich immer eine nette Idee und führt sicherlich dazu, dass auch Kinder und Jugendliche, die eigentlich nicht so gerne lesen, ein Buch in die Hand nehmen. Dadurch sind Buch und Film aber natürlich auch sehr ähnlich, dennoch habe ich mich entschiedene, erst ein paar Worte zum Buch und dann zum Film zu verlieren, da meine Meinung da doch etwas auseinandergeht!

Infos zum Buch:

Titel: Alle für Ella I Autorin: Carola Wimmer I Verlag: cbj I Genre: Young Adult I Erscheinungsdatum: 10. August 2022 I 224 Seiten I 10€ (Taschenbuch) I ISBN: 978-3-570-31461-6 I Zum Buch

So hat mir das Buch gefallen:

Ich muss leider gestehen, dass das Buch nicht wirklich mein Fall war. Die Grundidee fand ich super süß und es gab durchaus einige schöne Momente. Gerade auch die Liebesgeschichte hat mir gut gefallen und ich konnte nachvollziehen, warum Ella und Leon sich ineinander verliebt haben. Dennoch hatte ich drei massive Probleme mit dem Buch und das sind die folgenden:

Der Schreibstil und die Sprache: Jugendsprache ist eine mündliche Sprache, die funktioniert schriftlich einfach nicht. Vor allen Dingen dann nicht, wenn sie Jugendlichen von Erwachsenen in den Mund gelegt wird. Nur weil man Wörter wie „cringe“ oder „Crush“ benutzt, ist man noch lange nicht dran an Jugendlichen. Außerdem halte ich Sätze wie „Benutzt dein Bruder mich etwa als Wichsvorlage“ für sehr problematisch. Besonders wenn man die Zielgruppe bedenkt, die bei diesem Buch 12-14-jährige Mädchen sein müssten.

Ella: Ella habe ich als ziemlich egoistisch und eingebildet wahrgenommen. Sie ist undankbar, kommuniziert grottenschlecht und war als Protagonistin manchmal wirklich kaum auszuhalten. Auch wie sie sich gegenüber ihrer Mutter verhalten hat fand ich unakzeptabel.

Der Konfliktpunkt: Eine gute Geschichte braucht immer einen Konflikt. Der dient schließlich auch dazu, dass die Figuren wachsen können. In „Alle für Ella“ gibt es definitiv einen Konfliktpunkt, allerdings fand ich diesen sehr unklug gewählt und auch die Reaktionen der Freundinnen fand ich sehr überzogen. Der Konflikt ist auch nicht natürlich entstanden, sondern kam sehr vorhersehbar und unnatürlich daher. Das hat mich wirklich gestört!

Das war es also, was mir am Buch nicht so gut gefallen hat und mir die Lektüre von „Alle für Ella“ wirklich sehr erschwert hat. Es gibt Potenzial, aber das wurde in meine Augen nicht genutzt.

Bewertung: 2 von 5.

Infos zum Film:

Titel: Alle für Ella I Regie: Teresa Hoerl I Drehbuch: Anja Scharf, Timo Baer I Genre: Romanze, Musik, Drama I Dauer: 1h 40 Minuten I Filmstart: 08. September 2022 I Besetzung: Lina Larissa Strahl, Safira Robens, Marlene Becker, Tijan Marei, Gustav Schmidt, Milan Peschel

So hat mir der Film gefallen:

Ich habe ja bereits erwähnt, dass mir der Film besser gefallen hat als das Buch und das lag vor allem daran, dass Ella hier viel sympathischer gewirkt hat als im Buch. Ihre Reaktionen und ihr Verhalten haben mir in der filmischen Darstellung viel besser gefallen und wirkten echter. Das lag auch an der überzeugenden Schauspielerin Lina Larissa Strahl. Sie hat der Figur Sympathie und Echtheit gegeben, die im Buch leider nicht transportiert werden konnten. Auch hat die Chemie zwischen ihr und Leon-Darsteller Gustav Schmidt gestimmt. Die Liebesgeschichte hat mir ja bereits im Buch gefallen, aber auf der Kinoleinwand war sie dann doch noch ein bisschen besser!

Hier gibt es zwar keinen Schreibstil, aber die sprachliche Gestaltung hat mir aber auch im Film nicht so gut gefallen. Die Dialoge (zwischen den Freundinnen) sind nicht gelungen, die Sprache wirkt aufgesetzt und gekünstelt. Einige jugendsprachliche Begriffe kommen hier zwar besser weg als im Buch, aber so richtig authentisch wirkt das ganze dann doch nicht. Hier ist vielleicht auch der richtige Punkt, um anzumerken, dass die schauspielerischen Leistungen meinem Empfinden nach sehr weit auseinander lagen. Strahl und Schmidt habe ich ja bereits gelobt und auch ein Milan Peschel wirkt gewohnt stark, aber die Darstellung der anderen Freundinnen oder von Ellas Bruder Tim fand ich leider oft sehr schwach und aufgesetzt.

Positiv hervorheben möchte ich an dieser Stelle aber auch einmal, dass der Film ganz wunderbar unangestrengt inklusiv ist. Dass Tim im Rollstuhl sitzt oder zwei von Ellas Freundinnen ein Paar sind, wird als ganz normal dargestellt und gar nicht erst zum Thema gemacht. Das fand ich sehr gelungen!

Ingesamt konnte mich der Film mehr von sich überzeugen als das Buch, was vor allem daran lag, dass Ella hier viel besser weg kommt und deutlich sympathischer dargestellt wird! Die Songs fand ich überraschenderweise auch gut! Da war echt viel Ohrwurmpotenzial dabei :)

Bewertung: 3 von 5.

Habt ihr vor das Buch zu lesen oder den Film zu schauen?

xoxo Ruth

Alle für Ella

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