Roadtrip durch den Westen der USA – Teil 1

Ein Roadtrip durch den Westen der USA sollte auf der Reise-Bucket List eines jeden Menschen stehen! Inspirierende Städte und faszinierende Natur stehen hier gleichermaßen auf dem Programm. Der American Dream erscheint verständlich, wenn man einmal durch die endlosen Weiten Arizonas gefahren oder durch die Straßen von San Francisco gelaufen ist. Ich habe genau so einen Roadtrip dieses Jahr gemacht und habe jetzt einen Guide für euch vorbereitet, der euch dabei hilft, einen perfekten USA-Roadtrip zu planen und dieses erstaunliche Land auf eigene Faust zu erkunden. Ich habe mich dazu entschieden, den Beitrag in zwei Teile zu teilen: in diesem ersten Teil geht es um den Teil der Strecke in Kalifornien, der zweite Teil wird den Nationalparks und Las Vegas gewidmet. Allgemeine Informationen zur Planung gehen beiden Beiträgen voraus. Ich wünsche euch viel Spaß!

Reisedauer und Reisezeit

Theoretisch kann ein solcher Roadtrip nicht lang genug sein, da es einfach so unglaublich viel zu sehen gibt. Das gilt sowohl für Kalifornien, als auch für den Teil im Landesinneren. Da Geld und Zeit aber nun einmal begrenzt sind, muss man eine Auswahl treffen. Sich für und gegen Sehenswürdigkeiten, Städte und Nationalparks entscheiden. Das kann ganz schön schwer sein, gehört aber leider dazu.

Wir haben beispielsweise Los Angeles aus der Route genommen. Ich selbst war ja schon dort und fand es daher nicht so schlimm, ich kann aber durchaus verstehen, wenn man L.A. auf jeden Fall in der Route haben möchte. Ihr könnt die Route aus diesem Beitrag problemlos durch die Stadt der Engel verbinden, sie liegt quasi auf dem Weg. Auf die Reisedauer rechnet ihr dann einfach 2-3 Tage drauf (das ist absolut ausreichend für L.A.!) Typisch für diese Route ist eine 14- bis 21-tägige Reise (2-3 Wochen). Diese Dauer ist auch empfehlenswert. Alles, was kürzer ist, ist zu kurz, da man dann doch einiges streichen müsste. Länger geht sicherlich, wenn es denn finanziell möglich ist, allerdings kann es dann auch sehr anstrengend werden.

Da wir vorher noch 5 Tage in New York waren, hat unsere Route ingesamt 16 Tage betragen, was ich als sehr gelungen empfunden habe.

Kalifornien kann man eigentlich zu jeder Jahreszeit besuchen, es wird nie richtig kalt und beispielsweise in der Gegend rund um San Francisco hat man speziell im Sommer oft mit Nebel zu kämpfen. Im Januar und im Februar sind allerdings die Regentage häufiger als in den anderen Monaten. Am besten geeignet sind vermutlich die Monate von April bis Ende Oktober. In den Wintermonaten hat man allerdings erhöhten Chancen auf eine Walbeobachtung. Übrigens: es ist nicht in allen Teilen von Kalifornien gleich warm. Ab Santa Barbara, wo auch Südkalifornien beginnt, ist es sehr warm, in den Küstengegenden darüber ist es deutlich frischer. Gerade in San Francisco, Monterey und Big Sur kann es auch im Juli recht frisch sein – wir sind eigentlich die ganze Zeit mit langen Jeans herumgelaufen und darüber waren wir auch froh.

Für den Rest der Reise und die Nationalparks sind Frühlings- und Herbstmonate natürlich theoretisch besser, da es einfach deutlich weniger heiß ist. Las Vegas kommt beispielsweise auch im November noch auf 30 Grad und auch am Grand Canyon ist es im Sommer sehr warm. Machbar ist die Reise aber definitiv mit allen Stopps auch im Sommer!

Die Route

Tag 1 bis 5: San Francisco

Die Reise beginnt in San Francisco. Die bunte und sehr hügelige Großstadt in Nordkalifornien hat viel zu bieten und eignet sich perfekt als Start in den Roadtrip. Drei volle Tage sollte man schon einplanen, um sich die Stadt anzugucken. Der Ankunftstag (Tag 1) ist meistens nicht mehr richtig zu gebrauchen, um sich etwas anzusehen. Die Flüge aus Europa landen meistens Nachmittags und bis man durch die Einreise ist und schließlich beim Hotel ist es meist schon Abends. Ich empfehle daher, diesen ersten Tag nicht für touristische Zwecke einzuplanen und stattdessen die kommenden drei Tage zu nutzen, um San Francisco zu erkunden. Am fünften solltet ihr die Stadt dann aber hinter euch lassen und den Roadtrip beginnen. Vier Übernachtungen sind also sinnvoll. Da ich noch einen einzelnen Blogpost über San Francisco schreiben möchte, gibt es hier nur eine Kurzfassung der wichtigsten Dinge, die man in der Stadt gesehen haben muss:

  • Golden Gate Bridge: Der Klassiker in San Francisco. Im Sommer ist sie oft von Nebel verhüllt und das auch, wenn der Rest der Stadt unter blauem Himmel erstrahlt. Seid also nicht allzu enttäuscht, wenn ihr die Brücke nur vor bewölktem Hintergrund seht. Es lohnt sich trotzdem, sie anzugucken!
  • Alcatraz: Ein Besuch der ehemaligen Gefängnisinsel Alcatraz ist den relativ hohen Eintrittspreis (ca. 50$ pro Person) definitiv wert. Täglich fährt von 08:45 Uhr bis 15:50 eine Fähre die Besucher*innen auf die Insel. Das Gefängnismuseum wird mithilfe eines sehr spannenden Audio Guides erschlossen.
  • Painted Ladies und Haight Ashbury: Die berühmten Painted Ladies am Alamo Square sind einfach hübsch anzusehen. Sie wurden im 19. Jahrhundert erbaut, während eines Erdbebens 1906 wurden einige andere Häuser im viktorianischen Stil in der Nähe zerstört, die als Painted Ladies bekannte Häuserreihe blieb aber stehen. Das ehemalige Hippieviertel von San Francisco Haight Ashbury zeichnet sich durch bunte, wunderschöne Häuser und kleine inhabergeführte Cafés und Geschäfte aus.
  • Golden Gate Park: Amerikaner*innen haben echt ein Händchen für Parks. Auch der Golden Gate Park in San Francisco ist ein wunderschön angelegter Park, der mit seinen 4,1 Quadratkilometern sogar größer als der Central Park ist.

Tag 5 bis 6: Monterey

Von San Francisco geht es dann weiter bis nach Monterey. Bevor es allerdings tatsächlich an die Erkundung der am 3. Juni 1770 gegründeten Küstenstadt geht, lohnt es sich noch einen kleinen Abstecher zu machen. Der Highway 1 führt die 185 Kilometer von San Francisco bis nach Monterey entlang und schnell ergibt sich der Grund, warum Phantom Planet in ihrem Hitsong California folgende Zeilen singen:

„Your shadow weighs a ton / Driving down the 101 / California here we come“

Phnatom Planet (2002): California

Der Highway 1 ist wirklich ein ganz besonderer Highway, der in seiner Schönheit in den USA unübertroffen ist. Kommen wir zum besagten Abstecher: nach etwa einer Stunde Fahrzeit erreicht man den Ano Nuevo State Park. Der Eintritt beträgt 7$ pro Fahrzeug und nach einer kurzen und abwechslungsreichen Wanderung (3-4 Meilen) am Wasser entlang erreicht man das Highlight des Parks: die Seeelefanten. Der Park beheimatet eine der größten Seeelefanten-Kolonien in Kalifornien. Daneben lassen sich aber auch andere Tiere beobachten.

Danach geht es dann weiter nach Monterey. Hier sollte man unbedingt die aus der gleichnamigen Erzählung von John Steinbeck bekannte Cannery Row entlang spazieren. Dort findet sich auch ein Denkmalbrunnen für den Autor. Wer lecker Essen gehen möchte kann das bei Louie Linguni’s tun. Dort gibt es hervorragendes italienisches Essen mit Blick aufs Meer. Eine Fahrt entlang der Küste von Pacific Grove (grenzt direkt an Monterey) bietet sich auch an. Hier kann man sich auch das John Denver Memorial ansehen. Ansonsten ist Monterey auch der erste Übernachtungsstopp nach San Francisco. Wir haben im Hampton Inn Monterey gewohnt. Das Hotel ist klein, aber sehr sauber und für eine Nacht zu 100% ausreichend.

Tag 6 bis 7: Carmel-by-the-Sea und Big Sur

Über den kostenpflichtigen 17-Mile Drive gelangt man am nächsten Tag von Monterey nach Carmel-by-the-Sea. Der 17-Mile Drive ist einer der berühmtesten Scenic Drives der Welt und führt nicht nur an der Küste entlang, sondern auch durch einen beeindruckenden Zypressenwald. Der Eintritt beträgt 11,25$ pro Fahrzeug. Dies kann jedoch erstattet werden, wenn man in einem der Restaurants für mindestens 35$ speist. Die Strecke erschließt eine so genannte Gated Community. Es wohnen also Menschen dort. Deshalb gibt es auch die Eintrittsgebühr, dafür sind dann alle Straßen in hervorragendem Zustand und insgesamt wirkt alle sehr gepflegt. Dass hier vorwiegend sehr reiche Menschen wohnen, merkt man auch an der Hohen Dichte an Goldplätzen. Entlang der 17 Meilen lange Strecke liegen insgesamt sieben Goldplätze.

Der 17-Mile Drive bietet verschiedene Sehenswürdigkeiten, die bekannteste unter ihnen ist wohl die Lone Cypress. Seit knapp 250 Jahren thront eine einsame Zypresse auf einem Felsen. Stürme und Unwetter haben ihr bisher nichts ausgemacht, dennoch wird sie sicherheitshalber von Seilen festgehalten.

Auch wenn der 17-Mile Drive eigentlich als Rundweg gedacht ist, würde ich euch nicht empfehlen, ihn auch als solchen zu nutzen. Der schönste Weg ist der an der Küste und da ihr ja sowieso weiter Richtung Süden wollt, bietet es sich optimal an, den Drive am Carmel Gate zu verlassen. Von da aus gelangt ihr dann auf ziemlich direktem Weg in das beschauliche Küstenstädtchen Carmel-by-the-Sea.

Hauptattraktion ist hier der Ocean Drive, der von historischen Gebäuden und kleinen Geschäften sowie Cafés gesäumt ist. Hier gibt es keine Franchise Restaurants und auch keine Leuchtreklamen, wodurch die Straße wirkt, als sei sie einer Hallmark-Produktion entsprungen. Interessant ist auch, dass Carmel-by-the-Sea über viele Jahre einen sehr berühmten Bürgermeister hatte: Clint Eastwood. Der ist übrigens nicht der einzige Prominente, den es in die Küstenstadt verschlagen hat. Die Grundstückspreise sind daher ziemlich hoch. In Carmel muss man sich nicht stundenlang aufhalten, dafür gibt es auch zu wenig zu sehen und die Preise in Restaurants und Geschäften sind zu hoch, aber es lohnt sich definitiv, einen kurzen Stopp einzulegen und Bilderbuchamerika zu erleben.

„The looming cliffs at Big Sur, sustain me, remind me we are nothing without salt water, wind, and waves.“

by Terry Tempest Williams

Hinter Carmel-by-the-Sea beginnt dann der schönste Teil der Küstenstraße: Big Sur. Hier warten türkisblaues Wasser, traumhafte Strände und fast schon einsame, gewundene Straßen darauf, erkundet zu werden. Nehmt euch für diesen Küstenabschnitt wirklich ausreichend Zeit und genießt die unglaublich schöne Natur Kaliforniens. Neben den Parkbuchten am Straßenrand gibt es auch einige ‚Sehenswürdigkeiten‘, bei denen es sich besonders lohnt, einen Stopp einzulegen und die dann auch über größere Parkplätze verfügen.

  • Bixby Creek Bridge
  • McWay Falls im Julia Pfeiffer Burns State Park (kostet Eintritt!)
  • Big Creek Bridge Vista Point
  • Elephant Seal Vista Point

Nachdem ihr Big Sur verlassen habt, geht es weiter nach Morro Bay, wo die nächste Übernachtung stattfindet. Morro Bay ist bekannt für den riesigen Felsen, der im Hafen aus dem Meer herausragt. Der Ort ist ganz süß, aber nicht mit Monterey oder Carmel-by-the-Sea zu vergleichen. Er eignet sich aber sehr gut für eine Zwischenübernachtung. Wir haben im Best Western San Marcos Inn übernachtet. Von dort ist man super schnell am Hafen. In Morro Bay haben wir dort übrigens Otter gesehen! Leckeres Abendessen gibt es hier im Dutchman’s Seafood House. Die eventuellen Wartezeiten sollte man auf jeden Fall hinnehmen, denn das Essen lohnt sich sehr.

Tag 8 bis 9: San Luis Obispo und Santa Barbara

Am nächsten Tag heißt es dann erstmal Abschiednehmen von der Küste. Aber nur für die Fahrt! Es lohnt sich auf dem Weg von Morro Bay nach Santa Barbara nämlich sehr, einen Stopp in San Luis Obispo einzulegen. Die Stadt liegt mitten in den Santa Lucia Mountains und gerade die kleine Innenstadt wirkt, als sei sie einem New Adult-Roman entsprungen. Kleine Boutiquen, Lichterketten soweit das Auge reicht, gemütliche Cafés und viel gepflegte Bepflanzung findet man hier. Wahrzeichen der Stadt ist die Missionsstation San Luis Obispo de Tolosa, die 1772 durch den spanischen Franziskanermönch Junipero Serra erbaut wurde. Mein persönliches Highlight war das Fremont-Theater, das 1942 eröffnet wurde. Dieses im Art-déco-Stil erbaute Kino war wirklich sehr fotogen!

Wer einmal die amerikanische Klischeevorstellung von Europa erleben möchte, kann auch noch einen Stopp in Solvang einlegen. Die Stadt wurde von einer Gruppe dänischer Pädagogen errichtet und gilt mit als authentischste Anlehnung einer amerikanischen Stadt an eine europäische. Naja, für amerikanische Verhältnisse eben. Für mich war das alles noch sehr amerikanisch, nur mit etwas mehr Windmühlen.

Left my heart in Santa Barbara, better go back and get it.

Unbekannt

Als letzten Stopp in Kalifornien folgt dann noch Santa Barbara. Und für mich war das noch einmal ein richtiges Highlight. Ich habe mich sofort in die tausend Palmen und den langen Sandstrand der 88.000 Einwohner-Stadt verliebt. Für mich entspricht Santa Barbara zu 100% der Vorstellung, die ich von (Süd-)Kalifornien hatte und was ich letztes Jahr in Los Angeles mehr oder weniger vergeblich gesucht habe. Die Stadt ist gepflegt, lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden und bietet jede Menge Möglichkeiten, das Leben zu genießen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten Leute eigentlich Santa Barbara im Kopf haben, wenn sie sich Los Angeles vorstellen.

Ich würde euch hier auch zwei Übernachtungen empfehlen. Danach geht es in Landesinnere und der etwas anstrengendere Teil der Reise mit den Nationalparks beginnt. Die Zeit in Santa Barbara kann man dann perfekt für einen kleinen Strandurlaub nutzen. Bei der Wahl des Hotels solltet ihr hier deshalb ein bisschen mehr Geld in die Hand nehmen als bei den vorigen. Sehr empfehlen kann ich euch das Inn By The Harbor. Das Hotel ist nicht nur sehr hübsch, es liegt auch wirklich gut, sodass man die Stadt von hier aus gut erkunden kann.

Die besten Aktivitäten in Santa Barbara:

  • ein Spaziergang durch die historische Altstadt
  • eine Fahrradtour zur Mission von Santa Barbara
  • Shoppen in der Paseo Nuevo-Mall
  • Wasseraktivitäten wie Stand Up Paddeln und Kajak fahren
  • ein Spaziergang am Strand entlang und über die Stearns Wharf (Achtung, hier dürfen Autos fahren)
  • Eis essen bei Tondi Gelato – ich glaube, das war das leckerste Eis meines Lebens
  • die vielen Bars und Restaurants testen

Das war es auch schon mit dem ersten Teil des Roadtrips! Sobald der zweite Teil online ist, könnt ihr ihn hier lesen. Dort geht es dann unter anderem zum Grand Canyon und nach Las Vegas – es geht also sehr aufregend weiter!

Habt ihr einen solchen Roadtrip schon einmal gemacht?

xoxo Ruth

Roadtrip durch den Westen der USA

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