Buchtipps und Empfehlungen zu 9/11

Morgen ist es wieder so weit, die schrecklichen Terroranschläge des 11. Septembers 2001 jähren sich. Es ist inzwischen 21 Jahre her als von Terroristen entführte Flugzeuge in die Twin Towers des World Trade Centers in New York und in das amerikanische Verteidigungsministerium Pentagon bei Washington D.C. flogen. Ein viertes Flugzeug, das ein anderes für die USA wichtiges Ziel treffen sollte, konnte von den Passagieren zum Absturz gebracht werden. Das Flugzeug zerschellte in Shanksville, Pennsylvania. Bei den Anschlägen starben fast 3000 Menschen und auch heute, 21 Jahre später, sitzt die Erinnerung und auch der Schmerz an die Anschläge noch tief. Nicht nur US-Bürger*innen, auch Menschen auf aller Welt, die schon alt genug waren, um sich daran zu erinnern, wissen noch ganz genau, was sie an 9/11 gemacht und wie sie von den Anschlägen erfahren haben. Da mich das Thema irgendwie immer schon sehr interessiert hat (es ist letztlich auch das größte historische Ereignis, das in meiner bisherigen Lebenszeit stattgefunden hat) teile ich heute Buchtipps und Empfehlungen zu 9/11 mit euch.

National September 11 Memorial und Museum, New York

Meine erste Empfehlung ist zwar kein Buch, dafür aber ein Erinnerungsort und letztlich DIE Anlaufstelle, wenn man sich über 9/11 informieren möchte. Ich spreche vom National September 11 Memorial and Museum in New York City. Das ist die etwas umständliche Beschreibung der weltbekannten Brunnen am Ground Zero und des dazugehörigen Museums. Beides steht dort, wo vorher die Twin Towers und die restlichen Gebäude des damaligen World Trade Centers standen. Das World Trade Center bestand nämlich nicht nur aus den beiden Wolkenkratzern, sondern war ein riesiger Komplex aus verschiedenen Gebäuden, die als Büros, Hotels und Geschäfte dienten. Das World Trade Center existiert auch noch. Nur würde jemand, der vor 2001 in New York war, nichts von den Anschlägen weiß und jetzt 2022 nochmal zum World Trade Center kommen, nichts mehr wieder erkennen.

Dort, wo früher die Zwillingstürme standen, befinden sich jetzt zwei riesige Wasserbecken. Sie erinnern nicht nur an den Standort der Gebäude, sondern durch eingravierte Namen auch an all die Menschen, die ihr Leben bei den Anschlägen verloren haben. Auch die sechs Opfer des Bombenanschlags auf das World Trade Center 1993 wurden in dem Memorial verewigt. Des Weiteren befindet sich der Eingang zum unterirdischen Museum.

Wer nach New York City reist, der sollte in meinen Augen auf jeden Fall zumindest das Memorial besuchen. Optimal wäre natürlich ein Besuch des Museums. Ich finde, das ist man den Opfern der Terroranschläge irgendwie schuldig. Es gehört zu New York genauso wie der Eiffelturm zu Paris oder das Kolosseum zu Rom gehört. Das Museum schildert die Ereignisse des 11. Septembers auf eindrucksvolle und sehr berührende Weise. Ich war inzwischen zwei Mal dort und beide Male konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten.

Das Museum begleitet seine Besucher*innen chronologisch durch eine Rekonstruktion des 11. Septembers 2001. Man bekommt unzählige Mengen an Foto-, Video- und Tonmaterial präsentiert, das an die Ereignisse und die Opfer erinnert. Es gibt verschiedene Räume, der spannendste Teil des Museums verbirgt sich hinter einer Drehtür mit der Aufschrift „11. September 2001“. Hier wird sich historisch mit dem Tag auseinander gesetzt. Vorher kann man via App von Robert De Niro durch die Museumshallen begleitet werden. Sehr eindrucksvoll ist hier das Virgil-Zitat an der Wand sowie der Raum, der ein Foto von jedem Opfer zeigt. Über Bildschirme kann man mehr über ihr Leben und ihren Tod herausfinden. Der Besuch des Museums ist eine echte Empfehlung und gehört daher auf jeden Fall in diesen Blogpost! Mehr Infos zum Besuch von Memorial und Museum findet ihr hier.

Wo warst du? Ein Septembertag in New York

Ich habe es zu Beginn des Beitrags bereits erhöht, jede Person, die alt genug ist, erinnert sich noch genau an 9/11, weiß noch genau wo sie war, als die Türme in New York einstürzten. Ich für meinen Teil erinnere mich nicht. Das liegt daran, dass ich erst knapp anderthalb Jahre alt war. Meine Mama hat mir zwar erzählt, was sie an dem Tag gemacht hat (ich war bei ihr) und wie das alles erlebt hat, aber das sind ihre Erinnerungen, nicht unbedingt meine. Ich erinnere mich hingegen noch genau daran, als ich das erste Mal von 9/11 erfahren habe. Das war ironischerweise ausgerechnet an dem Tag, als das amerikanische Militär den Drahtzieher hinter den Anschlägen, Osama bin Laden, tötete. Seitdem war ich interessiert an diesem historischen Ereignis.

Wie sie den 11. September erlebt haben, erzählen Alexander Osang und seine Frau Anja Reich in ihrem Buch „Wo warst du? Ein Septembertag in New York“. Die beiden haben zu der Zeit mit ihren zwei Kindern als Korrespondenten in Brooklyn gelebt und in Manhattan gearbeitet. Darum geht es in ihrem Buch genauer:

So ist über den 11. September noch nie berichtet worden: persönlich, berührend und manchmal sogar komisch. Alexander Osang, damals Spiegel-Korrespondent, erzählt von seiner Odyssee durch das geschockte New York, immer auf der Suche nach „seiner“ Geschichte. Seine Frau und Kollegin Anja Reich sieht die schwarzen Wolken aus Manhattan auf ihr Haus in Brooklyn zukommen. Sie durchlebt diesen Tag mit den gemeinsamen Kindern und Nachbarn in der Straße ganz anders, nicht weniger dramatisch – und ohne Nachricht von ihrem Mann. Jeder von beiden schreibt nun seine eigene Geschichte über den längsten Tag von New York City. So entstehen zwei Erzählungen, die zusammen einen ungemein dichten, mitreißenden und farbigen Bericht eines Paares ergeben – über die Katastrophe und darüber, was diese mit ihnen macht. – € 9,99 [D], € 9,99 [A] (Klappentext)

Zum richtigen Informieren ist das Buch eher weniger geeignet, aber es ist trotzdem sehr spannend. Das Buch liest sich wie ein Roman, es gibt viele Exkurse, die kleinere Geschichten erzählen. Ich habe es als sehr spannend empfunden, die Wahrnehmung des 11. Septembers dieser zwei Journalisten zu lesen. Auch weil man irgendwie einmal die deutsche Perspektive vermittelt bekommt. Für mich ist das Buch eine Empfehlung für alle, die gerne eine persönliche Perspektive auf den 11. September lesen wollen, die über reine Berichterstattung der Ereignisse hinausgeht.

Und auf einmal diese Stille. Die Oral History des 11. September

Zum Schluss möchte ich euch noch ein Buch bzw. ein Hörbuch vorstellen, das ich selbst gerade erst für mich entdeckt habe: „Und auf einmal diese Stille. Die Oral History des 11. September“ von Garrett M. Graff. Das Buch schildert die Geschehnisse des 11. September aus der Sicht von Hunderten Zeitzeugen, die ihre Erinnerungen hier kommunizieren. Zu Wort kommen zum Beispiel, durch aufgezeichneten Telefonate, die (verstorbenen) Flugbegleiterinnen in den Flugzeugen, Menschen, die im World Trade Center oder im Pentagon gearbeitet haben, Menschen, die Angehörige, Freunde oder Bekannte während der Anschläge verloren haben, Anwohner der Stadt New York, Politiker*innen und Angehörige des Militärs, die evakuiert wurden und evakuiert haben, die Schüler*innen der Grundschule in Sarasota, an der Präsident Bush an diesem Tag zu Besuch war und viele, viele weitere Menschen, deren Stimmen dazu beitragen, ein umfassendes Bild dieses 11. Septembers zu erlangen.

Kein Tag hat sich stärker ins kollektive Gedächtnis gebrannt. Die Bilder, die Geschichten, die Konsequenzen. Doch die Worte derer, die den 11. September tatsächlich erlebt haben, fehlten fast zwanzig Jahre lang. Garrett M. Graff hat diese Worte gefunden, er hat alle Dokumente, alle Interviews zusammengetragen, hat die Stimmen der Einsatzkräfte, der Zeugen, der Überlebenden versammelt und daraus eine überwältigende Erzählung kompiliert – vielstimmig, erfahrungsecht, im O-Ton. (Klappentext)

Während man das Buch liest, oder in meinem Fall hört, entwickelt man definitiv eine Bindung zu all den Menschen, die mehrmals zu Wort kommen. Man leidet mit ihnen mit und verspürt an vielen Stellen das Bedürfnis, mit ihnen zu sprechen oder sie in den Arm zu nehmen. „Und auf einmal diese Still“ ist eindrucksvoll, spannend und bewegend. An vielen Stellen hatte ich Gänsehaut und musste auch das ein oder andere Mal weinen.

Für mich ist es auf jeden Fall eine Empfehlung und das Buch ist auch eines meiner Jahreshighlights für 2022 geworden. Vielleicht gefällt es euch ja auch?

Habt ihr Buchtipps und Empfehlungen zu 9/11?

xoxo Ruth

Buchtipps zu 9/11

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