Rezension: Carrie Soto is Back von Taylor Jenkins Reid

Am 30. August ist der neue Roman von Taylor Jenkins Reid erschienen und ich, als bekennender Fan der Autorin, musste mir „Carrie Soto is Back“ natürlich nicht nur direkt kaufen, sondern es auch ziemlich schnell lesen. Es war TJRs erstes Buch, dessen Veröffentlichung ich mitbekommen habe. Als der Vorgänger „Malibu Rising“ letztes Jahr erschien, hatte ich zwar bereits von ihr gehört, aber bisher noch nichts gelesen. Das ist jetzt anders und ich habe heute die Rezension zu „Carrie Soto is Back“ mitgebracht. Übrigens: das Buch ist dieses Mal fast zeitgleich auf Englisch und auf Deutsch erschienen. Ich habe auf Englisch gelesen, aber auf die Übersetzung müsst ihr dieses Mal nicht warten, sondern könnt direkt los lesen.

Infos zum Buch:

Titel: Carrie Soto is Back I Autorin: Taylor Jenkins Reid I Genre: Sportdrama, Historischer Roman I Verlag: Hutchinson Heinemann (UK Version) I 384 Seiten I Erscheinungstermin: 30.08.2022 I unterschiedliche Preise, ca. 15€ I ISBN: 978-1-5291-5213-5 I Zum Buch I Deutsche Ausgabe bei Ullstein

Darum geht’s:

By the time Carrie retires from tennis, she is the best player the world has ever seen. She has shattered every record and claimed twenty Slam titles. And if you ask her, she is entitled to every one. She sacrificed nearly everything to become the best, with her father as her coach. But six years after her retirement, Carrie finds herself sitting in the stands of the 1994 US Open, watching her record be taken from her by a brutal, stunning, British player named Nicki Chan. At thirty-seven years old, Carrie makes the monumental decision to come out of retirement and be coached by her father for one last year in an attempt to reclaim her record.

Even if the sports media says that they never liked the ‚Battle-Axe‘ anyway. Even if her body doesn’t move as fast as it did. And even if it means swallowing her pride to train with a man she once almost opened her heart to: Bowe Huntley. Like her, he has something to prove before he gives up the game forever.

In spite of it all: Carrie Soto is back, for one epic final season. In this riveting and unforgettable novel, Taylor Jenkins Reid tells a story about the cost of greatness and a legendary athlete attempting a comeback (Klappentext).

„My entire life’s work rests on the outcome of this match.“

Jenkins Reid, Taylor: Carrie Soto is Back. London: Hutchinson Heinemann, S. 3.

Handlung:

Ich habe ein bisschen gebraucht, um Zugang zur Handlung und der Geschichte an sich zu finden. Nach dem ersten Kapitel beginnt eine Rückblende, die sich über ca. 60 Seiten streckt und eine Kurzfassung von Carries Karriere bietet. Das ist zwar notwendig, um ihr Comeback richtig verstehen zu können, doch ich fand den Rückblick leider sehr zäh erzählt. Es wurde einfach sehr viel sehr gerafft erzählt und ich konnte als Leserin in diesem Teil der Geschichte noch keine richtige Bindung zur Geschichte und vor allem nicht zu Carrie aufbauen. In „Malibu Rising“ hat sie ja bereits einen kleinen Gastauftritt und da war sie mir leider noch nicht so richtig sympathisch, was sich auf den ersten Seiten von „Carrie Soto is Back“ dann auch fortsetzt hat.

Ich bin aber am Ball geblieben, was sich rückblickend auch sehr gelohnt hat, denn die Geschichte hat sich toll entwickelt. Carries Comeback und ihre Reise durch die unterschiedlichen großen Tennisturniere war größtenteils sehr spannend und wurde immer wieder durch Transkripte einer Sportfernsehsendung aufgemischt, in der über Carrie und ihr Comeback gesprochen wurde.

Die verschiedenen Twists und Turns der Geschichte habe ich als sinnvoll und den Plot vorantreibend erfunden. Besonders im Hinblick auf Carries persönliche Entwicklung wurden auf der Plotebene viele wichtige Entscheidungen getroffen.

Dennoch muss ich auch sagen, dass sich doch die ein oder andere Länge in die Geschichte geschlichen hat. Für mich waren es letztlich ein paar detaillierte Tennisspielbeschreibungen zu viel, da hätte ich mir mehr Dialoge zwischen den wichtigsten Figuren stattdessen gewünscht. Ob Tennis authentisch dargestellt wurde oder nicht, kann ich nicht sagen, da ich leider überhaupt keine Erfahrung mit/Ahnung von diesem Sport habe. Aber es wirkte sehr authentisch und fachmännisch.

Figuren:

Für Taylor Jenkins Reid ist es nicht unüblich, Protagonistinnen zu wählen, die nicht unbedingt von der breiten Masse gemocht werden müssen. Ihre Frauenfiguren haben immer etwas an sich, das sie auf den ersten Blick vielleicht unsympathisch erscheinen lassen würde, doch es gelingt der Autorin dann, dennoch eine fesselnde und bewegende Geschichte um die Figuren zu bauen. Und auch, dass man sie dann doch sehr ins Herz schließt. Bei Carrie ist mir das, wie gesagt, zunächst schwer gefallen. Sie ist eine sehr ehrgeizige Person und als ihre Tennisrekorde in Gefahr geraten, tritt sie ihr Comeback an, um eben diese Rekorde zu verteidigen. Dabei entwickelt sie eine fast schon krankhafte Obsession mit diesem Comeback, sodass sie immer wieder Figuren benötigt, die sie zurück auf den Boden der Tatsachen holen

Mir als Leserin hat sich immer folgende Frage aufgedrängt: Selbst wenn es ihr jetzt gelingen sollte, ihren Rekord zu verteidigen, irgendwann wird es eine Person geben, die ihn bricht. Hochleistungssport ist eine zeitlich sehr begrenzte Aktivität, sie kann ihre Rekorde nicht für immer verteidigen. Ob Carrie sich dieser Problematik noch bewusst wird und wie sie dann damit umgeht, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten. Aber ich kann sagen, dass es auf jeden Fall eine gute Entwicklung in ihrer Figur gibt.

Insgesamt ist Carrie mir, trotz einer tollen Entwicklung, die sie durchmacht, in einigen Momenten und Aspekten ihres Charakters etwas blass geblieben. Wir wissen wenig über sie als Person abseits von Tennis und ihrem Vater. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass sie selbst bisher noch gar nicht wusste, wer sie jenseits dessen ist.

Weitere sehr wichtige Figuren für die Handlung und für Carrie sind ihr Vater und Trainer Javier Soto sowie der Tennisprofi Bowe Huntley, der zu Carries Trainingspartner wird. Mir hat sehr gefallen wie die Figuren in die Handlung und um Carrie herumgesponnen wurden. Beide sind mir gleichermaßen ans Herz gewachsen und ich mochte auch die zarte Liebesgeschichte zwischen Carrie und Bowe sehr (das ist kein Spoiler, ich denke, jede*r hat damit gerechnet!)

Schreibstil:

Taylor Jenkins Reid liefert uns hier wieder ihren gewohnten sehr besonderen Schreibstil. Kurze, knappe Sätze, wenig Beschreibungen. Aber es funktioniert eben auch immer wieder hervorragend. Ihre Worte tragen die Leser*innen durch die Geschichte und sorgen für unterhaltsame Lesestunden. Nur die Spielbeschreibungen fand ich, wie bereits des öfteren erwähnt, zäh und fast schon etwas langweilig. Aber ansonsten war der Schreibstil von TJR wie immer stark und überzeugend.

Fazit:

„Carrie Soto is Back“ hat mich, nachdem die Rückblende beendet war, gut unterhalten. Carrie war, trotz ein wenig Blässe abseits des Sports, eine überzeugende Protagonistin, die eine gute und real wirkende Entwicklung durchmacht. Hier und da waren mir die Spielbeschreibungen etwas zu langweilig, aber jenseits dessen hatte die Geschichte ein gutes Tempo und einen interessant ausgearbeiteten Plot. Twists und Turns waren überraschend und wurden gut mit den Figuren verwoben. Nicht mein liebstes TJR-Buch, aber dennoch ein schönes Buch, das mich gut unterhalten hat. Wer Tennis liebt, könnte das Buch entweder lieben oder hassen. Das ist ganz davon abhängig, wie authentisch Tennis hier beschrieben wird. Dazu kann ich aber, aufgrund mangelnder Tenniserfahrung, nichts sagen. Von mir gibt es vier von fünf möglichen Sternen.

Bewertung: 4 von 5.

Habt ihr „Carrie Soto is Back“ schon gelesen oder es noch vor?

xoxo Ruth

Rezension Carrie Soto is Back

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