Das Taylor Jenkins Reid-Cinematic Universe – ein Guide

Heute habe ich einen Guide über etwas vorbereitet, das ich das „Taylor Jenkins Reid-Cinematic Universe“ nenne. Es geht um die Bücher der US-Autorin Taylor Jenkins Reid, allerdings nicht um ihre gesamte Bibliographie. Das Cinematic Universe umfasst nämlich (derzeit) vier Romane, die alle im selben Universum spielen. Kenntlich gemacht wird das durch Querverweise, aber vor allem durch eine Person, die in allen vier Büchern vorkommt, in zweien sogar aktiv an der Handlung teilnimmt: Mick Riva. Und um genau die vier Bücher und was sie so besonders macht geht es in diesem Guide. Ich hoffe, die Idee gefällt euch!

Das Besondere an ihren Büchern

Wo fange ich da an? Die Bücher des Taylor Jenkins Reid-Cinematic Universes sind aus vielen Gründen sehr besonders. Bevor ich euch die einzelnen Bücher vorstelle, habe ich daher hier eine kleine Übersicht mit gemeinsamen Besonderheiten der Romane vorbereitet:

Die glamouröse (historische) Welt der Stars und Sternchen

Mit ihren Büchern erfüllt Taylor Jenkins Reid zwei Bedürfnisse, die viele Menschen verspüren: die Sehnsucht nach alten, längt vergangenen Zeiten und die Bewunderung von Prominenten. Beides kombiniert TJR auf geschickte Art und Weise, in dem sie Geschichten über fiktive Prominente aus verschiedenen Bereichen erzählt, diese aber in der Vergangenheit ansiedelt. Es geht um Schauspieler*innen, Musiker*innen, Models und Sportler*innen aus dem 20. Jahrhundert. Die Besonderheiten, die vergangene Zeiten als Sehnsuchtsort auszeichnen, fängt die Autorin geschickt ein. Gleichzeitig wirken ihre fiktiven Stars unglaublich echt. Aber sie sind alle erfunden.

Feministische Frauenfiguren, die zunächst unsympathisch wirken

Taylor Jenkins Reid schreibt immer über Frauen. Sie setzt ihre prominenten Frauenfiguren in den Vordergrund, lässt sie feministisch agieren und setzt sich besonders stark mit weiblichem Ehrgeiz auseinander. Auf den ersten Blick scheinen viele ihrer Protagonistinnen dadurch etwas unsympathisch zu sein. Es gelingt TJR dann aber, uns die Figuren dennoch nahezubringen. Ihre Handlungsmotivationen zu verstehen und sie zu mögen. Auch wenn sie nicht ‚everybodys darling‘ sind. Sie schafft es, ein ungemeines Verständnis für ehrgeizige Frauen aufzubringen, das vielen Menschen im Alltag leider zu fehlen scheint. Gekonnt macht sie deutlich, dass Frauen nicht immer lieb und brav sein müssen. Insgesamt transportiert sie viele verschiedene feministische Botschaften und das stets überzeugend.

Ein filmreifer Erzählstil

Des Weiteren schafft es Taylor Jenkins Reid wie keine Zweite, ihre Geschichten wie Filme wirken zu lassen. Der Spruch „Lesen ist Kino im Kopf“ scheint wie für ihre Bücher gemacht. Der Schreibstil ist dabei etwas nüchtern, fast schon distanziert, aber dennoch gelingt es ihr, Nähe aufzubauen. Sie ist eine großartige Geschichtenerzählerin, die für tolle Lesenden sorgen kann. Die Welt um einen herum kann man dabei schnell vergessen.

The Seven Husbands of Evelyn Hugo / Die sieben Männer der Evelyn Hugo (2017)

Old Hollywood I Prominente I Secret Relationship I Queer I zwei Zeitebenen und POVs

Die einstige Hollywood-Filmikone Evelyn Hugo ist endlich bereit auszupacken und die Wahrheit über ihr schillerndes Leben und ihre skandalösen sieben Ehen zu erzählen. Sie fragt die Lokaljournalistin Monique Grant als Ghostwriterin an. Monique ist darüber mehr als erstaunt, schließlich hat sie seit Jahren keinen großen Artikel mehr geschrieben. Könnte das ihre Chance sein?

In ihrem luxuriösen Apartment über den Dächern Manhattans beginnt Evelyn Monique ihre Geschichte zu erzählen: vom Aufstieg in der Männerwelt Hollywoods, den goldenen Jahren der Filmbranche und einer geheimen großen Liebe, deren Scheitern der Preis für ihren Erfolg war. Als sich die Geschichte dem Ende nähert, begreift Monique schließlich, auf welch schmerzhafte Weise ihr Leben mit dem des Hollywoodstars verbunden ist … (Klappentext)

„The Seven Husbands of Evelyn Hugo“ war mein erster Roman von Taylor Jenkins Reid und hat meine Begeisterung für die Autorin sofort geweckt. Ihr gelingt es hier, eine fiktive Persönlichkeit so echt und lebendig darzustellen, dass ich sicherheitshalber doch nochmal gegoogelt habe, ob es Evelyn Hugo nicht tatsächlich gibt. Nein, gibt es nicht, sie ist frei erfunden. Aber ihre Geschichte ist sehr packend, glamourös, überraschend und feministisch. Durch ihre unaufgeregte, aber sehr besondere Erzählweise, die das Geschehen immer wie einen Film vor dem inneren Auge abspielen lässt, ist Taylor Jenkins Reid mit „The Seven Husbands of Evelyn Hugo“ etwas gelungen, das ich gerne als modernen Klassiker bezeichnen möchte.

Daisy Jones & The Six (2019)

in Interviewform I 70er I Sex, Drugs and Rock’n’Roll I Multiple POVs

Daisy Jones, jung, schön, von ihren Eltern vernachlässigt, hat eine klare Stimme und einen starken Willen: Sie möchte mit ihren eigenen Songs auf der Bühne stehen. Als sie zum ersten Mal gemeinsam mit THE SIX auftritt, ist das Publikum elektrisiert von ihr und Billy, dem Leadsänger der Band. Die beiden zusammen sind nicht nur auf der Bühne explosiv und führen die Band zu ihrem größten Erfolg, auch Backstage sprühen die Funken … (Klappentext)

„Daisy Jones & The Six“ ist in vielerlei Hinsicht ein besonderer Roman. Zum einen wäre da die Erzählform, die komplett als Interview gestaltet wird. Dadurch entwickelt sich bei den Leser*innen das Gefühl, eine Doku zu schauen. Durch die vielen verschiedenen Perspektiven, es kommen Bandmitglieder, Partner*innen und Freund*innen sowie andere verschiedene Personen, die für Daisy Jones und die Band The Six wichtig sind, zu Wort. Dadurch werden Situationen plastischer und lebendiger. Man merkt, dass Wahrnehmung personenabhängig ist und wie sich das auf eine professionelle Band auswirken kann. Zum anderen gelingt es Taylor Jenkins Reid auch hier wieder, fiktive Personen so echt darzustellen, dass man denkt, es gebe sie wirklich. Die Geschichte ist zwar inspiriert von Fleetwood Mac, die Figuren und Handlungen selbst sind aber alle fiktiv. Wirklich schade, denn ich würde den ein oder anderen Song der Band wirklich gerne einmal hören!

Da kommt es gelegen, dass der Roman gerade als Amazon Serie verfilmt wurde. Daisy Jones, Billy Dunne und Co. werden also demnächst über unsere Bildschirme flackern und ich freue mich schon sehr drauf! Kann bitte endlich mal der Trailer veröffentlicht werden?!

Was hier auch wichtig ist: es geht in dem Roman mehrere Male um Drogenmissbrauch, der Begriff „Sex, Drugs and Rock’n’Roll passt sehr gut auf „Daisy Jones & The Six“. Zum Schluss wird es dann auch echt ziemlich emotional. Die Geschichte kann einem richtig unter die Haut gehen, da man die Figuren schnell ins Herz schließt. Beachtet das, wenn ihr vorhabt, das Buch zu lesen!

Malibu Rising (2021)

Surfen I 80er I Malibu I Geschwister/Familie I Multiple POVs I Zwei Zeitebenen I Party

Malibu, 1983. Die jährliche Sommerparty von Nina Riva, Surfstar und Supermodell, steht bevor. Es ist das Event des Jahres, und niemand möchte die Gelegenheit missen, um mit den berühmten Riva-Geschwistern zu feiern. Nur Nina wünscht sich an diesem Tag so weit weg wie möglich: Nachdem ihr Mann sie betrogen hat, würde sie die Party am liebsten abblasen. Doch ihre Geschwister, Surfweltmeister Jay, Starfotograf Hud und das Nesthäkchen Kit stecken schon mitten in den Vorbereitungen und kurz darauf kommt der erste Überraschungsgast … 

In dieser wilden Partynacht kommen Familiengeheimnisse zum Vorschein, die seit Jahrzehnten unter der Oberfläche brodeln und drohen, das fragile Familiengefüge auseinander zu brechen. Weder Nina noch ihre Gäste ahnen, dass am Ende der Nacht alles in Flammen stehen wird …  (Klappentext)

In „Malibu Rising“ erzählt TJR die Geschichte der vier Riva-Geschwister. Das Genre ‚Familiendrama‘ scheint ihr genauso zu liegen wie alles andere, denn „Malibu Rising“ ist einfach toll geworden. Mick Riva hat hier seinen zweiten großen Auftritt und sorgt für Furore. Hier ist auch ihr filmischer Erzählstil in meinen Augen am alleestärksten ausgeprägt. Die angekündigte Verfilmung braucht man eigentlich gar nicht, der Roman selbst ist schon ein toller Film geworden. Ich freue mich natürlich dennoch sehr auf die Adaption! „Malibu Rising“ ist nicht so herzzerreißend wie seine Vorgänger, aber hat doch den ein oder anderen emotionalen Moment, besonders zwischen den Geschwistern, zu bieten. Für mich der zweitbeste unter den Romanen. Die deutsche Übersetzung erscheint nächstes Jahr im Februar, die anderen Romane sind ja bereits übersetzt.

Carrie Soto is Back (2022)

Tennis I Vater-Tochter-Beziehung I 90er I female Ambition I Liebesgeschichte als Subplot I Charakterentwicklung

Carrie Sotos eiserner Wille und unbarmherziger Ehrgeiz haben sie zur größten Tennisspielerin aller Zeiten gemacht. Sie hält unzählige Weltrekorde und hat zwanzig Grand Slam Titel geholt. Doch nach sechs Jahren im Ruhestand muss sie ohnmächtig dabei zusehen, wie ihre Rekorde von einer jungen Britin gebrochen werden. Mit 37 entscheidet sie sich, auf den Platz zurückzukehren. Sie will nichts mehr als ewigen Ruhm und beschließt: Ein finales Jahr als Tennisspielerin soll sie für immer unbesiegbar machen. Denn wer ist sie, wenn sie nicht die Beste ist? Um ihr Ziel zu erreichen, ist sie sogar bereit, ihren Stolz beiseitezuschieben und mit Bowe Huntley zu trainieren, dem Tennisstar, der ihr einst das Herz gebrochen hat … (Klappentext)

Erst im August diesen Jahres ist „Carrie Soto is Back“ erschienen. Die Protagonistin hatte bereits einen kleinen Auftritt in „Malibu Rising“. In ‚ihrem‘ Buch beweist TJR wieder einmal, wie gut ihr weibliche Figuren liegen. Carrie bekommt die deutlichste Charakterentwicklung. Es hat Spaß gemacht, ihr dabei zusehen wie sie sich entwickelt und ihre eigenen Hürden überwindet. Wer Spaß an Tennis und an Sportgeschichten hat, der wird hier sehr viel Spaß haben. Sehr überzeugend sind auch die Vater-Tochter-Geschichte sowie der romantische Subplot (natürlich nicht mit dem Vater, falls das nicht deutlich geworden sein sollte).

Habt ihr schon etwas von Taylor Jenkins Reid gelesen?

xoxo Ruth

Taylor Jenkins Reid-Cinematic Universe

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