So war mein Lesejahr 2022

Es ist wieder einmal so weit: das Jahr neigt sich dem Ende und so wird es Zeit für einen Überblick über mein Lesejahr. 2022 habe ich 50 Bücher gelesen. Darunter waren Highlights und Flops, Überraschungen und Enttäuschungen. Bücher, die mich berührt haben und solche, die mich absolut kalt gelassen haben. Falls euch eine vollständige Liste aller von mir in diesem Jahr gelesenen Bücher interessiert, dann schaut doch gerne mal bei Goodreads vorbei. Da erfahrt ihr immer als erstes, welches Buch ich lese und auch meine Ratings zu gelesenen Büchern erscheinen dort zuerst. Für diesen Beitrag habe ich mir, mit eurer Hilfe, einige Kategorien überlegt, die mein Lesejahr reflektieren sollen und vielleicht auch für euch ganz interessant sind. Das fand ich spannender, als eine einfache Top- und Flop-Liste. Also here we go!

Mein liebster Charakter 2022:

Meine mit Abstand liebste Romanfigur in diesem Jahr ist Polly aus der „Alles“-Reihe von Kyra Groh. Sie ist genau die Protagonistin, nach der ich immer gesucht habe. Sie ist witzig, schlagfertig, um Längen nicht perfekt und eine großartige Erzählerin ihrer eigenen Geschichte. Die kann man in „Alles, was du von mir weißt“ nachlesen. Und in den anderen beiden Geschichten ist sie auch absolut grandios. Ein Hoch auf Polly!

Das überbewerteste Buch 2022:

Da ich recht viele Bücher lese, die einen großen Hype erleben, hatte ich einige Bücher zur Auswahl für diese Kategorie. Ich habe mich letztlich für zwei Bücher entschieden. Zum einen finde ich „The Secret History“ (dt. Die geheime Geschichte) von Donna Tartt absolut überwertet und verstehe absolut nicht, wieso das Buch aktuell so gehyped wird. Ja, wir lieben alle die Dark Academia-Ästhetik, aber dieses Buch? Einfach nein. Es wird so dargestellt, als handle es sich bei diesem Roman um ein literarisches Meisterwerk, dabei ist es vor allem eins: trocken und zäh. Der Schreibstil ist unnötig kompliziert und erscheint mir elitär. Alles an diesem Buch schreit „Ich bin besser als andere Bücher“ und dieses Gehabe kann ich absolut nicht leiden. Wenn ihr das Buch also auch nicht mochtet und euch mitunter beim Lesen dumm gefühlt habt, seid nicht traurig! Es hat nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun, dieses Buch nicht zu mögen.

Außerdem finde ich „In unserem Universum sind wir unendlich“ absolut überbewertet. Das Buch hat eine absurd hohe Durchschnittsbewertung bei Goodreads und ganz ehrlich, ich verstehe einfach nicht warum? Ich glaube, es gibt in diesem Buch keinen Satz, keine Idee, keinen Gedanke, der oder die nicht aus einem anderen Buch zusammengeklaut wurde. Alles wurde schon einmal in anderen Geschichten erzählt – nur um Längen gelungener. Dazu zwei absolut blasse Protagonisten, bei denen ich absolut nicht nachvollziehen konnte, warum sie sich ineinander verlieben. Ich verstehe ja noch, warum man dem Buch drei oder vier Sterne gibt, aber fünf??? Absolut unverständlich in meinen Augen.

Der überraschendste Plottwist 2022:

Ich habe nicht so viele Bücher mit überraschenden Plottwists gelesen dieses Jahr, aber der ein oder andere war dann doch dabei. Und am überzeugendsten fand ich den in „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens. Ich habe den Twist wirklich nicht kommen sehen, aber dennoch war er völlig logisch und hat perfekt gepasst. Manchmal gibt es ja auch Plottwists, die überhaupt nicht zur Geschichte passen, aber hier war das definitiv nicht so.

Das emotionalste Buch:

Auch hier kann ich mich nicht entscheiden und habe zwei Kandidaten. Zunächst einmal, und damit habt ihr vermutlich schon gerechnet, „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara. Das Buch hat mich tief berührt, mich alles fühlen lassen, was es so gibt und ich habe mehrfach beim lesen geweint. Es handelt sich bei „Ein wenig Leben“ wirklich um schwere Kost – im doppelten Sinne. Zunächst ist die behandelte Thematik wirklich nicht ohne und ihr solltet euch, bevor ihr das Buch lest, über Trigger informieren. Dann ist das Buch auch an sich ziemlich schwer – 961 Seiten zählt die Geschichte. Ich habe das Buch im Februar/März gelesen, aber es läuft mir immer noch hinterher und lässt mich einfach nicht los. Ich glaube, es hat sich auch einen Platz unter meinen All Time-Lieblingsbüchern verdient.

Außerdem war „Und auf einmal diese Stille“ von Garrett M. Graff ein ziemlich emotionales Buch. Es geht um den 11. September 2001, die Geschehnisse werden von Augenzeug*innen geschildert. Besonders als Hörbuch ist das super emotional, da man auch Audioaufnahmen (allerdings nicht im O-Ton) einiger Opfer in das Buch inkludiert hat. Die unvorstellbar schrecklichen Ereignisse des 11. Septembers werden in diesem Buch auf eindrucksvolle Weise festgehalten. Wer sich für 9/11 interessiert, der sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen oder hören!

Der*die Autor*in, von dem*der ich am meisten gelesen habe:

2020 war das Jahr, in dem ich unglaublich viel von Cassandra Clare gelesen habe. 2021 war es niemand bestimmtes. 2022 ist es Taylor Jenkins Reid. Ich habe dieses Jahr vier Bücher von ihr gelesen (Daisy Jones & The Six, Malibu Rising, Forever, Interrupted und Carrie Soto is Back), zusätzlich zwei weitere gekauft, die ich noch nicht gelesen habe (One True Loves und Maybe in Another Life). Damit konnte ich etwas beweisen, dass ich Ende 2021 bereits vermutet habe: Taylor Jenkins Reid gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Vielleicht ist sie sogar meine allerliebste für den aktuellen Lebensabschnitt, in dem ich mich befinde. Ihre Bücher sind wahnsinnig besonders und einzigartig. Mein Favorit von ihr war dieses Jahr „Malibu Rising“, aber auch die restlichen sind allesamt Empfehlungen meinerseits. Ich hoffe, ich kann 2023 noch mehr von ihr lesen.

Das einzigartigste Buch:

Da habe ich mich für „Normal People“ von Sally Rooney entschieden. Die Geschichte von Marianne und Connell ist auf so vielen Ebenen einzigartig und besonders. Sie ist unglaublich echt, die beiden sind tatsächlich das, was der Titel verspricht: normale Menschen. Und dennoch hat Sally Rooney es geschafft, eine einzigartige Geschichte zu erzählen. Das liegt vor allem an ihrem sehr besonderen Schreibstil. Sie schreibt unglaublich prägnant und nutzt keine Anführungszeichen. Auf wenigen Seiten erzählt sie aber dennoch mehr als andere, die Geschichten mit ähnlich viel Aussage (oder sogar weniger) als „Normal People“ auf doppelt bis dreimal so viele Seiten bringen. „Normal People“ ist ein besonderes Buch, das gewiss nicht für jedermann geeignet ist, aber bei mir hat es definitiv einen Nerv getroffen.

Die größte Überraschung:

Die größte (positive) Überraschung war definitiv „It Ends With Us“ von Colleen Hoover. Der Hype war ja auf TikTok sehr groß und da mich von selbst vorher so gut wie nie ein CoHo-Buch angesprochen hat, war ich doch ein bisschen skeptisch. Aber es hat mir gefallen! Es gibt natürlich problematische Aspekte und nicht jede*r ist vermutlich für diese Geschichte gemacht, aber wenn man ein bisschen kritisch an die Sache rangeht und vielleicht auch ein paar Sachen ignorieren kann, dann findet man hier eine gelungene Geschichte.

Das Buch mit dem schönsten Cover:

Ich habe viele Bücher mit vielen schönen Covern gelesen, aber ich glaube, das allerschönste ist nach wie vor das deutsche Cover von „Das Lied des Achill“. Das Buch mochte ich ja leider nicht wirklich. Mittlerweile denke ich aber, dass das auch viel mit der Übersetzung zu tun hatte. Das Cover steht aber ja (zum Glück) unabhängig von der Geschichte und das finde ich einfach nach wie vor unglaublich schön.

Ein Buch, das mich an ein schönes Erlebnis erinnert

Während meines USA-Urlaubes im Sommer habe ich „People We Meet On Vacation“ von Emily Henry gelesen und das Buch sehr ins Herz geschlossen. Ich mochte die Geschichte von Poppy und Alex wirklich sehr gerne und die Tatsache, dass ich es während dieses fantastischen Urlaubs gelesen habe, wird mich für immer mit einem Lächeln an das Buch denken lassen.

Wie war euer Lesejahr 2022?

xoxo Ruth

Lesejahr 2022

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