Rezension: Der mexikanische Fluch von Silvia Moreno-Garcia

Immer mal wieder weiche ich von meinem üblichen Leseverhalten bzw. meinen üblichen Genres ab und lese Bücher, die eher untypisch für mich sind. Zuletzt war solch ein Buch „Der mexikanische Fluch“ von Silvia Moreno-Garcia. Ich habe das Buch in seiner englischen Originalversion bereits in Salt Lake City das ein oder andere Mal bei Barnes & Noble gesehen, aber erst auf der Buchmesse 2022 ist mir die da gerade erst erschienene Übersetzung über den Weg gelaufen, die mich richtig neugierig auf das Buch gemacht hat. Wie es mir letztlich gefallen hat, erfahrt ihr in dieser Rezension. Viel Spaß!

Infos zum Buch:

Titel: Der mexikanische Fluch I Autorin: Silvia Moreno-Garcia I Verlag: Limes I Genre: Mystery, Horror, Schauerroman I 416 Seiten I Erschienen am 26. Oktober 2022 I 22€ (Hardcover) I ISBN: 978-3-8090-2747-8 I Zum Buch

Darum geht’s:

Mexiko, 1950: Ein verstörender Brief führt die junge Noemí in ein entlegenes Herrenhaus in den mexikanischen Bergen: Dort lebt ihre frisch vermählte Cousine Catalina, die behauptet, ihr Mann würde sie vergiften. Sofort tauscht Noemí die Cocktailpartys der Hauptstadt ein gegen den Nebel des gespenstischen Hochlands. High Place ist der Sitz der englischen Familie Doyle, in die Catalina überstürzt eingeheiratet hat. Doch das Ansehen der Doyles ist längst verblasst und ihr Herrenhaus zu einem dunklen Ort geworden. Gut, dass Noemí keine Angst hat – weder vor Howard Doyle, dem widerwärtigen Patriarchen der Familie, noch vor Catalinas eitlem Ehemann Virgil. Aber als Noemí herausfindet, was auf High Place vor sich geht, ist es zu spät: Sie ist längst in einem Netz aus Gewalt und Wahnsinn gefangen …  (Klappentext)

„Die Partys im Haus der Tunóns endeten grundsätzlich spät, und da die Gastgeber besondere Freude an Kostümfesten hatten, war es nichts Ungewöhnliches, die traditionell gekleideten Mexikanerinnen mit Bändern im Haar und ihren folkloristischen Röcken in Begleitung eines Harlekins oder eines Cowboys eintreffen zu sehen.“

Moreno-Garcia, Silvia: Der mexikanische Fluch. München: Penguin Random House Verlagsgruppe 2022, S.7.

Handlung:

Silvia Moreno-Garcia entführt ihre Leser*innen in „Der mexikanische Fluch“ in ein uraltes Haus namens High Place, das in den Bergen Mexikos versteckt liegt. Das Haus ist das Hauptsetting der Geschichte und sorgt für die mysteriöse, leicht gruselige Atmosphäre, die die Geschichte dauerhaft umhüllt. Diese Atmosphäre hat mir wahnsinnig gut gefallen. Das Haus und die Familie, die in ihm wohnt, scheinen ein Geheimnis zu haben, was die Protagonistin Noemí aufklären möchte. Es beginnt eine schauerhafte Geschichte voll mit dunklen und ekligen Geheimnissen, der es leider immer mal wieder an Spannung fehlt.

Denn theoretisch ist alles spannend, was passiert, aber leider gelingt es der Autorin dabei nur ganz selten, die Leser*innen auch wirklich an das Buch zu fesseln. Es gab sie, die Momente, in denen ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, angesichts des Klappentextes und der Thematik hatte ich mir da allerdings mehr erhofft.

Leider konnte mich auch der Twist bzw. die Auflösung der Geheimnisse am Ende nicht wirklich überzeugen. In meinen Augen war das etwas aus der Luft gegriffen und ich hätte mir eine realistischere Auflösung gewünscht. Geschockt haben mich daher einige Aspekte der Auflösung zwar schon, aber eben nicht so sehr wie erhofft. Es ist alles ein bisschen eklig.

Figuren:

Ich muss zugeben, dass Noemí wirklich eine tolle Protagonistin war. Sie war sehr aufgeweckt und clever, hat die richtigen Fragen gestellt und hatte allgemein den so genannten ‚Biss‘. Sie lag mir so am Herzen und ich wollte für sie unbedingt wissen, wie die Geschichte ausgeht, dass ich über das zähe Voranschreiten der Handlung und die oft fehlende Spannung hinweg sehen konnte.

Ich habe das Gefühl, dass ich zu den übrigen Figuren nicht so viel sagen kann ohne groß zu Spoilern. Das Figurenrepertoire besteht größtenteils aus den Mitgliedern der Familie Doyle, die fast alle unheimlich (unsympathisch) sind. Eine Ausnahme bildet Francis, der eine tolle Chemie mit Noemí hatte und auch allgemein sehr liebenswert daherkam. Virgil und sein Vater Howard sind klassische Patriarchen vom alten Schlag. Ihre frauen- und menschenverachtenden Kommentare haben bei mir teilweise für Würgreiz gesorgt und ich sag mal so: alles, was ihnen (am Ende) passiert haben sie genauso verdient.

Schreibstil:

Den Schreibstil habe ich als eher komplex und verschachtelt empfunden. Viele Formulierungen sind ein wenig altmodisch, passen aber hervorragend zum Setting. Ich bin allerdings recht langsam voran gekommen. Das mag daran liegen, dass auch die Handlung manchmal zäh wie Kaugummi war. Es liegt aber sicherlich auch daran, dass der Schreibstil sehr dicht ist und man nicht so locker durchfließen kann wie bei anderen Schreibstilen. Ich mochte übrigens sehr, dass aus der dritten Person erzählt wurde.

Fazit:

Insgesamt hat mir „Der mexikanische Fluch“ zwar durchaus gefallen, aber es war doch schwächer als ich es mir erhofft hatte. Die Atmosphäre war toll und die Protagonistin Noemí ein echtes Highlight. Leider hat oft die dringend notwenige Spannung gefehlt und der Funke zwischen mir und der Geschichte ist leider nicht vollständig übergesprungen. Von der Auflösung war ich leider mitunter enttäuscht. Insgesamt gibt es drei Sterne von mir.

Bewertung: 3 von 5.

Habt ihr „Der mexikanische Fluch“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Der mexikanische Fluch

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: