Ein London Guide jenseits der großen Sehenswürdigkeiten

London ist immer eine Reise wert! Die britische Hauptstadt ist unglaublich vielseitig und auch nach dem Brexit gestaltet es sich recht einfach, ihr einen Besuch abzustatten. Ich war kurz vor Weihnachten zuletzt dort (das war insgesamt das dritte Mal, dass ich London besucht habe) und habe heute einen London Guide für euch. Nach meinem letzten Besuch vor vier Jahren habe ich auch bereits einen kleinen London-Reisebericht geschrieben, den verlinke ich euch nochmal hier. 

In diesem Beitrag erwarten euch neben allgemeinen Tipps und Informationen rund um London (z.B. wie man die Stadt von Deutschland aus erreichen kann oder wo man in der Stadt am besten wohnt) natürlich auch spezifische Ideen rund um Unternehmungen, die man in London machen kann. Dabei habe ich versucht, mich eher auf Gegenden/Nachbarschaften zu konzentrieren statt auf klassische Sehenswürdigkeiten. Dass man zum Buckingham Palace oder der Tower Bridge will, wenn man das erste Mal in London ist, ist denke ich klar. 

Viele Wege führen nach London:

Abhängig davon, wo man in Deutschland (oder Europa) lebt, gibt es tatsächlich einige Möglichkeiten, nach London zu kommen. Ich habe inzwischen quasi alle Möglichkeiten getestet und möchte sie euch jetzt kurz vorstellen: 

Mit dem Flugzeug nach London:

Die vielleicht offensichtliche Lösung, die unabhängig vom Wohnwort stattfinden kann, ist die Reise mit dem Flugzeug. An vielen deutschen Flughäfen starten täglich mehrere Maschinen, die London als ihr Ziel haben. Preislich variieren die Flüge recht stark. Eine gute Übersicht findet man auf Websites wie Skyscanner oder fluege.de. Hier solltet ihr nur beachten, dass die Billigairlines meist nicht den recht zentralen Flughafen Heathrow, sondern stattdessen den deutlich außerhalb liegenden Stansted anfliegen.

Mit dem Auto/Bus und der Fähre nach London:

Wer in West- und Südwestdeutschland lebt, der kann auch ohne Probleme mit dem Auto fahren oder an einer Busreise teilnehmen. Die Überfahrt auf die Insel erfolgt auf zwei Wege: mit der Fähre ab Calais oder aber durch den Eurotunnel. Ich persönlich bin nicht ganz seefest und ich erinnere mich noch genau daran, wie übel mir während beider Fahrten mit der Fähre war. Selbst kann man nicht durch den Eurotunnel fahren, dafür wird das Auto auf einen Zug geladen. 

Mit dem Zug nach London:

Wer sich die eigene Autofahrt sparen möchte, aber dennoch gerne umweltfreundlicher als mit dem Flugzeug reisen will, der kann auch mit dem Zug nach London reisen. Es gibt keine Direktverbindung von Deutschland aus, dafür aber von Brüssel, was aus vielen westdeutschen Städten recht schnell zu erreichen ist. Sowohl der Thalys als auch der ICE fahren bis nach Brüssel-Midi (= Brüssel Süd), von wo aus man problemlos in den Eurostar umsteigen kann. Die Fahrt mit dem Eurostar ist sehr angenehm und die Züge sind pünktlich und zuverlässig. Ihr solltet nur beachten, dass man beim Eurostar schon bereits recht früh am Bahnhof sein muss. Es gibt Pass- und Sicherheitskontrollen wie am Flughafen. Die genauen Zeiten kann man aber problemlos der Website entnehmen. Preislich beginnen die Fahrten bei 49,50€ pro Person.

Mit der Tube durch die Stadt:

London hat ein hervorragendes U-Bahn-Netz. Für den Transport innerhalb der Stadt sollte das definitiv ausgenutzt werden. Die Tube, wie die Londoner U-Bahn (Underground) umgangssprachlich genannt wird, betreibt elf verschiedene Linien, die einen zu so gut wie allen wichtigen Orten in der Stadt fahren. Die meisten Linien davon fahren im 2-3-Minuten Takt. Man muss also selten tatsächlich einmal auf die U-Bahn warten. Die einfachsten Wege, für die Fahrten zu zahlen, sind die Oyster-Card und das Pay As You Go-Verfahren. Die Oyster-Card lädt man mit Guthaben auf und legt sie dann immer beim Betreten und Verlassen des U-Bahnhofs auf die entsprechende Fläche an den Drehkreuzen. So wird automatisch der korrekte Betrag für die gefahrene Strecke abgebucht. Pay As You Go funktioniert eigentlich genauso, nur müsst ihr keine extra Karte mit Guthaben aufladen, sondern legt lediglich eure Kreditkarte auf. Das Verfahren funktioniert auch mit Apple Pay und Google Pay.

Tipps für die Unterkunft:

London ist eine teure Stadt und das merkt man besonders an den Preisen für Übernachtungsmöglichkeiten. Für drei Übernachtungen in einem durchschnittlichen Hotel ohne Frühstück ist es absolut keine Seltenheit 250€ pro Person zu zahlen. In anderen Städten kann man deutlich günstiger übernachten. Das sollte einem Bewusstsein, wenn man nach London reist. Günstige Optionen sind Hostels anstelle von Hotels und auch in AirBnBs kann man oft günstiger wohnen als im Hotel. Ihr solltet jedoch darauf achten, nicht allzu weit außerhalb zu übernachten. Ich selbst habe bereits folgende Hotels getestet:

ibis London Blackfriars

Das ibis an der Blackfriars Bridge war das Hotel, in dem ich während meiner ersten London-Reise übernachtet habe. Das Hotel ist sauber und es besteht die Option, Frühstück dazuzubuchen. 2 Personen bezahlen gemeinsam pro Nacht inklusive Frühstück ab 146,52€. Die nächstgelegene U-Bahn Station ist „Southwark“. Mit der Jubilee-Line kommt ihr ohne Umsteigen zu drei der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Londons: Buckingham Palace, Big Ben und Tower Bridge.

Generator London

Generator ist eine Hostelkette, deren Londoner Filiale nur einen kurzen Fußweg von der Kings Cross St Pancras Station entfernt liegt. Die Preise variieren und sind auch von der Zimmerbuchung abhängig. In Schlafsälen schläft man günstiger als in Privatzimmern. Ich fand das Hostel okay. Es war sauber, aber nicht schick. Für einen kurzen Aufenthalt aber absolut okay. Die Underground Linie Picadilly fährt unweit von dem Hostel an der Haltestelle „Russel Square“ ab und bringt einen schnell ins Zentrum Londons.

The California Hotel

Mein bisher liebstes Hotel in London ist aber das „The California“. Die Lage ist extrem gut. Es liegt in einer Seitenstraße von Kings Cross St Pancras (aber keine Sorge, es ist gepflegt und trotz Bahnhofsnähe sicher), was gerade für die Anreise mit dem Eurostar die bestmöglichste Lage ist. Von hier fahren die folgenden Linien der U-Bahn: Circle, Metropolitan, Picadilly, Hammersmith & City, Northern und Victoria – das ist wirklich eine herausragend gute Anbindung! Das Hotel an sich ist aber auch sehr zu empfehlen. Das kleine süße Hotel ist recht verwinkelt, hat dadurch aber einen besonderen Charme. Die Zimmer sind sehr sauber. Aber es gibt keinen Aufzug, das sollte man bedenken! Hier zahlt man zwischen 122 und 183€ pro Nacht für zwei Personen.

Sehenswerte Gegenden/Nachbarschaften:

Belgravia

Belgravia gehört zu den teuersten Gegenden in London und ist dementsprechend ein sehr gepflegtes und ordentliches Viertel. Im klassischen Sinne Sehenswürdigkeiten gibt es in Belgravia eher weniger, stattdessen überzeugt es durch seine vielen wunderschönen Reihenhäuser in unterschiedlichen Stilen. Dreh- und Angelpunkt des Viertels ist die Elizabeth Street. Hier warten kleine Boutiquen, Cafés und Restaurants auf ihre Besucher, die sie mit ihren prachtvollen Eingängen von sich zu überzeugen versuchen. Meine persönlichen Favoriten sind die Eingänge von Peggy Porschen und Moyses Stevens. Bei Peggy Porschen gibt es köstliche Cupcakes und Kuchen, das pinke Café ist ein wahrgewordener Traum in Rosatönen. Moyses Stevens ist ein Blumenladen, der mit wunderhübschen Arrangements schon am Eingang wirbt.

Notting Hill

Notting Hill verdankt seine internationale Bekanntheit dem gleichnamigen Film von 1999 mit Julia Roberts und Hugh Grant in den Hauptrollen (mein persönlicher Lieblingsfilm :)). Seitdem ist der Stadtteil im Westen Londons zu einem echten Herzstück vieler Menschen gewachsen.

An Samstagen wird es in Notting Hill richtig voll. Auf der Portobello Road, die zentral durch den Stadtteil führt, findet dann nämlich der berühmte Antiquitätenmarkt statt. Es ist dann sehr trubelig in Notting Hill, aber der Markt ist sehr authentisch für die Gegend. Wenn ihr könnt, schaut doch gerne an einem Samstag vorbei.

Ansonsten zeichnet sich Notting Hill auch durch seine abwechslungsreiche Architektur aus. Prächtige Reihenhäuser mit bunten Fassaden finden sich genauso wie kleine Reihenhäuschen in den so genannten Mews. In Notting Hill kann man sich einfach ganz wunderbar treiben lassen und das Viertel auf sich wirken lassen. Beachtet aber, dass Notting Hill nicht ganz so schick ist, wie ihr vielleicht denkt. Die Gegend ist eher ein bisschen alternativ, vergleichbar mit Berlin-Friedrichshain oder Köln-Ehrenfeld.

Achtung: Falls ihr euch in Notting Hill auf die Suche nach dem berühmten Buchladen oder dem Haus mit der blauen Tür, die man im Film sehen kann, machen wollt, seid jetzt bitte nicht allzu enttäuscht. Es gibt einige Buchhandlungen und Häuser mit blauen Türen, die sich als „aus dem Film“ ausgeben. Leider stimmt das bei keinem so richtig. Weder den Buchladen noch die Tür kann man so, wie sie im Film gezeigt werden, im echten Notting Hill finden.

South Kensington

Was ich an der Architektur in vielen Londoner Stadtvierteln so besonders finde, ist die Affinität für Reihenhäuser. Mehrstöckige weiße Häuser mit prachtvollen Balkonen und Säulen an den Eingängen prägen das Stadtbild. Besonders stark ausgeprägt ist das unter anderem in South Kensington. Hier jagt ein schöner Hauseingang den nächsten und man kann sich gar nicht satt sehen – so geht es zumindest mir immer!

Die Fotos, die ihr hier sehen könnt wurden in Sumner Place und Onslow Square aufgenommen. Unweit davon entfernt ist auch die Bute Street. In dieser kleinen schmalen Straßen finden sich viele kleine Geschäfte, Cafés und Restaurants sowie ein Mark, der Samstags stattfindet.

In South Kensington sollte man auch das Natural History Museum nicht verpassen. Der Eintritt ist kostenlos. Allein schon für die Eingangshalle würde sich aber auch lohnen, Geld zu bezahlen. Hier wartet nicht nur unglaubliche Architektur auf Betrachter, sondern auch ein riesiges Blauwal-Skelett, das von der Decke hängt. Die Ausstellung ist dann aber sehr interessant, wenn auch ein bisschen renovierungsbedürftig.

Covent Garden und Soho

Sehr gut kombinieren lassen sich die Gegenden Covent Garden und Soho, da sie mehr oder weniger fließend ineinander übergehen. Sie befinden sich im Londoner Westend, was in etwa mit dem New Yorker Broadway gleichzusetzen ist. Hier gibt es also wahnsinnig viele Theater, die mit den verschiedenen, teilweise weltbekannten Musicals und Theaterstücken die Besucher anlocken. Ein Stück zu Schauen ist eine super Abendaktivität, die sich wirklich lohnt. Ich habe dort „Frozen“ gesehen, was ich sehr süß fand. Aus New York und Hamburg kenne ich aber auch „Wicked“ und „The Lion King“, was beides auch sehr sehenswerte Produktionen sind.

Covent Garden ist übrigens mehr als nur der Covent Garden Market! Hier gibt es viele kleine Gassen und schön verzierte Häuser entdecken. So etwa „Neal’s Yard“. Die kleine verwinkelte Straße ist für ihre bunten Häuser bekannt und definitiv einen Besuch wert.

Der Covent Garden Market selbst ist auch sehr sehenswert. Hier warten viele kleine Geschäfte und Restaurants auf ihre Kund*innen und Gäste. Hier kann man sich wunderbar treiben lassen, einen Kaffee trinken und den London-Aufenthalt in vollen Zügen genießen!

Essen in London:

Pret a Manger

Während man in den USA an jeder Ecke einen Starbucks findet, findet man in London an jeder Ecke einen Pret a Manger. Dort gibt es aber nicht nur Kaffee, sondern vor allem eine riesige Auswahl an to go-Breakfast und Lunch. Es gibt verschiedenste belegte Sandwiches, Baguette und War’s, Joghurt und Pudding, Salate und Backwaren. Hinzu kommen Smoothies und andere Getränke. Gerade für ein Frühstück ist die Kette sehr zu empfehlen. Man kann das Essen mitnehmen, in vielen Filialen aber auch vor Ort essen. Insgesamt ist es deutlich günstiger als jeden Morgen extra in ein „richtiges“ Frühstückscafé zu gehen. Satt wird man aber trotzdem!

Violas

Wer dann aber doch mal Hunger auf ein „fancy Frühstück“ hat, der sollte unbedingt bei „Violas“ in der nähe des Covent Garden Markets vorbeischauen. Dort gibt es nämlich eine richtig tolle Frühstückskarte, von der man unter anderem Taco Pancakes (siehe Foto) bestellen kann. Frühstück wird bis 17 Uhr serviert, danach gibt es dann eine Karte mit Dinnerspeisen. Zusätzlich gibt es eine schöne Auswahl an Drinks und ganz viel leckeren Kuchen. Insgesamt wirklich ein schönes Café!

Wahaca

Für mich gehört zu jeder Londonreise ein Besuch in einer „Wahaca“-Filiale dazu. Durch Zufall haben wir das mexikanische Restaurant, das neun Lokale in London und nach einige in anderen britischen Städten betreibt, bei unserem ersten Urlaub in London entdeckt. Das köstliche Essen und die toll eingerichteten Räumlichkeiten haben uns sofort gefallen und so ist es für mich zur Tradition geworden, in London zu Wahaca zu gehen. Es gibt verschiedene mexikanische Klassiker, die man sich entweder teilt oder alleine bestellt. Schaut doch mal in einer der Restaurants vorbei, wenn ihr in London seid!

Shoppen in London

Regent Street, Oxford Street, New & Old Bond Street

London ist eine herausragende Shopping Stadt. Es gibt kaum eine Bekleidungsmarke, die kein Geschäft in der britischen Hauptstadt betreibt. Um alle großen Marken in egal welcher Preisklasse abklappern zu können, bieten sich die Regent Street (für hochwertige und teure Marken wie Tommy Hilfiger), die Oxford Street (für die typischen Bekleidungsfirmen wie H&M und Stradivarius) und die beiden Bond Streets (Luxusmarken wie Chanel und Prada) an. Hier findet sich Kleidung für jeden Geldbeutel!

Bücher: Daunt Books und Waterstones Picadilly

Für Bücher habe ich zwei verschiedene Anlaufstellen mitgebracht. Eine optisch sehr ansprechende und auch sonst sehr besondere Buchhandlung ist „Daunt Books„. Dort wird ein Großteil der Bücher nämlich nicht nach Genre sortiert, sondern nach Herkunftsland der Autor*innen. Besonders beliebt in den sozialen Medien ist dabei die Filiale in London Marylebone (siehe Foto). Eine unschlagbare Auswahl (und Menge) an Büchern wartet dann außerdem im „Waterstones Picadilly“ auf Kundschaft. Die größte Buchhandlung Europas verfügt über mehr als acht Meilen Bücherregale, das sind fast 13 Kilometer. Hier sollte sich doch für jede*n das richtige Buch finden lassen!

Kaufhäuser: Harrods und Fortnum & Mason

London ist auch irgendwie die Stadt der Kaufhäuser. Das bekannteste ist wohl „Harrods„. Das 1834 gegründete Warenhaus hat es sogar in mein Englischbuch aus der fünften Klasse geschafft. Es wurde dort gemeinsam mit der Tower Bridge und dem Buckingham Palace bei den sehenswerten Touristenattraktionen genannt. Ein Besuch ist auf jeden Fall interessant, auch wenn die meisten dort verkäuflichen Dinge völlig unerschwinglich sind. Wer noch ein anderes Kaufhaus sehen möchte, der kann auch sehr gerne bei „Fortnum & Mason“ vorbeischauen. Nicht ganz so bekannt wie „Harrods“, aber nicht weniger prächtig und beeindruckend.

Seid ihr schon einmal in London gewesen?

xoxo Ruth

London Guide

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