Rezension: Alles, was wir jemals waren von Kyra Groh

Nach „Alles, was ich in dir sehe“ und „Alles, was du von mir weißt“ durfte ich mir den dritten Teil der Alles-Reihe von Kyra Groh natürlich auch nicht entgehen lassen. „Alles, was wir jemals waren“ erzählt die Geschichte von Anouk, die auch in den beiden anderen Teilen aufgetreten ist. Heute habe ich daher die Rezension zu „Alles, was wir jemals waren“ von Kyra Groh für euch. Viel Spaß beim lesen!

Infos zum Buch:

Titel: Alles, was wir jemals waren I Autorin: Kyra Groh I Genre: New Adult Romance I Verlag: Loewe Intense I 464 Seiten I 1. Auflage 2022 I 14,95€ (Klappenbroschur) I Spice: 🌶🌶,5 I ISBN:  978-3-7432-1151-3 I Zum Buch

Darum geht’s:

Anouk steckt fest. Ihre Freundinnen haben die Zukunft genau geplant, nur sie wird von ihren familiären Pflichten zurückgehalten – oder hemmt sie etwa die Angst, in ihrem Traum vom Kunststudium zu scheitern? Etwas muss sich ändern, also trennt sich Anouk von ihrer Jugendliebe Kaya. Kurz darauf lernt sie Valentin kennen und in ihrem Leben scheint sich endlich etwas zu bewegen. Doch wieso fühlt sie sich immer noch so leer? Und warum kann sie nicht aufhören, an Kaya zu denken? Als dieser plötzlich wieder Kontakt zu ihr aufnimmt, wird Anouk klar, dass es nicht der Beziehungsstatus ist, den sie ändern muss … (Klappentext)

„Ich bin über den Punkt hinweg, an dem es mir peinlich wäre, in einem Auto durch die Stadt zu fahren, auf dessen Tür Werbung für Sexspielzueg aufgedruckt ist.“

Groh, Kyra: Alles, was wir jemals waren. Bindlach: Loewe 2022, S. 11.

Handlung:

In „Alles, was wir jemals waren“ liegt der Fokus der Geschichte deutlich mehr auf der Entwicklung der Figuren als auf der Handlung. Wir begleiten Anouk über einen Zeitraum von etwa vier Monaten, in denen sie hauptsächlich auf der Suche nach sich selbst ist. Die Geschichte spielt in Köln, aber viel mehr noch in Lansberg – der Heimatstadt von Anouk und ihren Freundinnen Anna und Polly. Es wird stringent und chronologisch erzählt, wobei Anouks Alltag in Lansberg, ihre Mithilfe auf dem Hof ihrer Eltern und ihre innere Suche nach einer Antwort auf die große Zukunftsfrage im Mittelpunkt stehen.

Wie immer erzählt Kyra Groh hier sehr sensibel und lebensecht. Anouks Geschichte bietet wahnsinnig viel Identifikationspotenzial. Viele Jugendliche befinden sich nach dem Abitur (oder einem anderen Schulabschluss) in einer Situation, in der man nicht weiß, was als nächstes kommt. Was man selbst möchte, wo man hin möchte und wie man das mit den Menschen vereinbaren kann, die einem nahe stehen. Auch das Problem des Erwachsenwerdens in einer Beziehung, die man quasi noch als Kinder begonnen hat, wird gründlich thematisiert. Ich war nach dem Abitur in der sehr privilegierten Position, genau zu wissen, was ich mit meiner Zukunft machen möchte und mein gewähltes Studium hat sich auch als das richtige erwiesen. Dennoch konnte ich Anouk und ihre Sorgen extrem gut nachfühlen. Die Schilderung war einfach sehr authentisch.

Da der Klappentext noch recht offen lässt, in welche Richtung sich die Liebesgeschichte entwickelt, möchte ich hier nicht allzu viel dazu schreiben, um nicht zu Spoilern. Ich kann aber sagen, dass sie mir sehr gut gefallen hat. Sie hat extrem gut zu Anouks inneren Konflikten gepasst und ich sag mal so, Anouk hat auf der Beziehungsebene am Ende sehr Glück gehabt und ich freue mich sehr für sie.

Was mich am Ende ein kleines bisschen gestört hat, war der Zeitsprung. Einer der zentralen Konflike wurde in diesem Zeitsprung gelöst und man war so nicht „live“ bei der Lösung des Problems dabei. Das finde ich erzähltechnisch immer etwas unschön gelöst, da Nacherzählungen eine Vereinfachung sind, die gerade bei Konfliktlösungen nicht immer passend ist.

Figuren:

Nach Anna und Polly stand nun Anouk im Fokus, die ganz anders ist als ihre Freundinnen. Anouk ist leise, wo ihre Freundinnen laut sind. Sie ist sehr introvertiert, mitunter schüchtern, während ihre Freundinnen eher extrovertiert und offen geschildert wurden. Aber dennoch ist Anouk eine genauso tolle, sympathische und liebenswerte Protagonistin. Ihre Sanftheit habe ich als sehr abwechslungsreich empfunden. Introvertierte Romanfiguren versinken oft im Sumpf der Klischees, aber hier wurde angenehm erfrischend mit Klischees gespielt. Anouk wirkte sehr individuell auf mich und es hat mir viel Freude bereitet, sie auf ihrem Weg zu begleiten.

Kaya kam in den anderen Büchern auch schon vor, wirkte auf mich aber immer etwas distanziert und blass. Ich konnte ihn nicht einschätzen, er wirkte sehr weit weg. Hier hat er einen Charakter bekommen. Er ist zu einer sympathischen, gefühlvollen Figur gewachsen, die gut in Anouks Geschichte gepasst hat.

Anna und Polly sowie ihre Partner Fynn und Jonas sind natürlich auch wieder Teil der Geschichte gewesen und ich hab’s mal wieder sehr geliebt. Es hat sich eine richtig schöne Freundesgruppe mit toller Dynamik entwickelt. Die sechs sind zu meiner Lieblingsfreundesgruppe in NA-Romanen gewachsen!

Schreibstil:

Zum Schreibstil muss ich glaube ich nicht viel sagen, der war nach wie vor sehr gelungen. Nur war es weniger lustig als in den anderen Teilen. Aber das fand ich überhaupt nicht schlimm. Anouks Geschichte ist ein wenig melancholisch, so schätze ich Anouk auch im allgemeinen ein, Witze hätten da nur geschadet. Stattdessen passen Schreib- und Erzählstil hervorragend zu der Protagonistin und ihrer Geschichte.

Fazit:

Wieder einmal hat Kyra Groh mit „Alles, was wir jemals waren“ eine lebensechte Geschichte gezaubert, die zum wohlfühlen einlädt. Zauberhafte, wunderbar gestaltete Figuren erzählen ihre Geschichte mit viel Ruhe und Liebe. Für mich ist die „Alles“-Trilogie zu einer echten Comfort-Reihe geworden. „Alles, war wir jemals waren“ ist ein sehr gelungener Abschluss, der die Reihe rund und vollständig macht.

Bewertung: 4.5 von 5.

Habt ihr „Alles, war wir jemals waren“ schon gelesen?

xoxo Ruth

Alles was wir jemals waren

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